Verfasst von: Christine | 10. Mai 2013

Bye, bye New Zealand

Es wird ernst mit der Abfahrt. Um 10.00 Uhr Ortszeit sind wir beim Zoll angemeldet und sobald wir dort ausklariert haben, müssen wir sofort das Land verlassen. Mit dem Wind schauts ganz gut aus und nachdem es heute Nacht grade mal 13 Grad Außentemperatur hatte, freuen wir uns jetzt schon wieder sehr auf die Tropensonne!

Gestern gab es noch sehr nette Gesten zum Abschied. So hat uns zB unser Stegnachbar, mit dem wir nur ein paar Mal gequatscht haben, eine geräucherte Forelle geschenkt, die es hier in Neuseeland nur sehr selten gibt und die man auch in keinem Laden kaufen kann. Er hat gemeint, wir können Neuseeland nicht verlassen, ohne diese von ihm selbst gefangene Forelle zu probieren. Cool, cheers Mate!

Dann kam noch Bob von der “Arohanui” vorbei und hatte ein paar deutsche Spezialitäten vom Metzger im Gepäck, um uns die Überfahrt ein bisschen schmackhafter zu machen! Danke Bob und Sandra!

Annette und Elliot haben uns dann gestern auch noch mit selbstgebackenem Kuchen und ein paar lieben Abschiedsgeschenken besucht und typisch neuseeländisch gab es ein letztes Mal “fish and chips”.

Und vor zwei Tagen hatten wir auch noch einen kleinen Abschieds-Umtrunk mit unserer neuseeländischen Familie, die uns einen wunderschönen Aufenthalt in Neuseeland ermöglicht haben!

Freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen!

unsere neuseeländische Familie - danke für alles!

unsere neuseeländische Familie – danke für alles!

Werden unterwegs wohl nicht erreichbar sein, ihr hört also wieder von uns, sobald wir im nächsten Land angekommen sind – wir lassen den Wind entscheiden, ob es Tonga oder Fiji wird :-D

Verfasst von: Christine | 7. Mai 2013

Fast startklar!

Sieht so aus, als ob wir endlich einen Termin für unsere Abfahrt festgelegt hätten. Und schon arbeiten wir gleich viel produktiver. Man muss sich nämlich 72 Stunden vor Abfahrt beim neuseeländischen Zoll anmelden und damit ist man schon mal quasi fast weg. Im Moment haben wir Freitag angepeilt. Sollte sich das Wetter schlagartig verschlechtern, kann man den Termin natürlich noch mal verschieben.

Wir waren in der letzten Zeit aber natürlich nicht untätig, wir haben uns nur ein bisschen mehr Zeit für die eine oder andere Sache gelassen (die Liste an erledigten Dingen ist ja recht überschaubar).

  • Christian war heute zum letzten Mal beim Zahnarzt (brauchte gleich zwei Termine, der Arme ;-) ),
  • wir haben die Lebensmittel, die es hier billig gibt, ordentlich gebunkert und auch schon verstaut,
  • wir haben Rindfleisch und Hühnerfleisch eingekocht,
  • zum ersten Mal selbst Zwetschgen-Marmelade gemacht (ja gut, das war schon vor ein paar Wochen, hab ich aber glaub ich noch nicht erzählt),
  • der Blister ist geflickt,
  • neue zusätzliche Solarzelle mit 90 Watt gekauft, dann kann der Kühlschrank Tag und Nacht an sein und unsere Netbooks im Betrieb sein,
  • Naviecke fertig gebastelt,
  • Autopilot reparieren lassen – war tatsächlich ein Garantiefall, weil das Ding von Anfang an nicht funktioniert hat und irgendein Teil kaputt war – und damit sind wir über den Pazifik gekommen :-D ,
  • zusätzliche Kleiderhaken gebastelt (neu kosten die hier ein Vermögen!),
  • noch ein paar Holzteile neu lackiert,
  • Papierkram für die nächsten Reiseziele erledigt,
  • unseren Notfall-Wassermacher gewartet (sollte man einmal im Jahr machen ),
  • eine erste kleine Abschiedsparty auf der Thor gefeiert,
  • neue Seewasserpumpe eingebaut und in Umkreis von ganz Auckland Ersatzteile für unsere alte Seewasserpumpe beschafft (hat uns zwei Tage Autofahrt durch die Millionenstadt mit einem völlig maroden Verkehrssystem gekostet, uff),
  • Christian ist in den Mast geklettert um das Rigg zu checken – wieder ist ein Sicherungsstift für einen Bolzen abhanden gekommen, diesmal an der Umlenkrolle für das Spifall,
  • und weil wir dazwischen mal keine Lust dazu hatten, alles Gekaufte im Boot zu verstauen, haben wir in zwei Tagen Elliots und Annettes Holzschuppen ein neues Dach aus Wellblech verpasst :-D schaut jetzt echt cool aus und ist vor allem wasserdicht, was für den herannahenden Winter sehr von Vorteil ist. Wir verbringen fast jeden Abend vor dem offenen Kamin um es schön kuschelig warm zu haben und da sollte das Holz gut trocken sein …

Ja, und sonst? Morgen und übermorgen noch Öl- und Filterwechsel am Motor, UV-Schutz an der Genua ausbessern, Pactor-Modem anschließen und den Wasserstand der Batterien checken. Dann sind wir startklar. Mehr oder weniger. Für die Überfahrt nach Tonga auf jeden Fall.

Irgendwie ist man ja eh nie ganz fertig und es fällt einem immer wieder was ein, aber irgendwann muss man auch einfach wieder los. Und außerdem wird das Wetter hier schon so was von ungemütlich – es ist richtig kalt und regnet die meiste Zeit. Wir müssen echt wieder schnell in den Sommer, auch wenn es zum Teil schwer fällt, weil wir hier mit Christians Schwester eine super schöne Zeit verbracht haben und wir uns jetzt schon vor diesem Abschied fürchten. Das wird Tränen geben! Aber irgendwo gibt es bestimmt wieder ein Familientreffen!

Melden uns dann noch mal kurz vor Abfahrt, aber es ist noch irgendwie nicht sicher, ob wir unterwegs erreichbar sein werden. Schließlich ist das Pactor-Modem ja noch nicht angeschlossen, …

 

Verfasst von: Christine | 24. April 2013

Rainy days…

Seit gut einer Woche regnet es hier täglich – mal mehr, mal weniger, mal richtig viel – und die Tageshöchsttemperaturen erreichten heute sensationelle 17 Grad. Laut den Einheimischen ist das hier schon fast wie typisches Winterwetter, nur wird es dann noch ein bisschen kälter (?). Letzte Woche ist dann auch noch ein nettes Tief über Neuseeland gezogen, was uns Wind zwischen 40 und 60 Knoten beschert hat. Kein Spaß. Was machen wir also noch hier? Richtig, wir haben natürlich alles, was so fürs Boot zu tun war, immer wieder mal verschoben und jetzt sind halt noch ein paar Sachen wie zB die Reparatur des Blisters, des Autopiloten und so unangenehme Dinge wie Zahnarzt-Termine zu erledigen. Typisch THOR – alles in letzter Minute.

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Nichtsdestotrotz geht es uns sehr gut und wir lassen uns mal nicht allzu sehr stressen. Schließlich dauert ja auch die Hurrikan-Saison im Südpazifik noch offiziell bis Ende April. Wäre ja unklug, schon zu früh loszusegeln ;-)

Ansonsten gibts nicht allzu viel Neues zu berichten. Seit Freitag sind wir wieder in Auckland, davor haben wir fast 3 Wochen unseren Spaß auf Waiheke Island gehabt. Letzte Woche waren wir dort auf einer sehr originellen Seglerhochzeit eingeladen. Jon und Nia von der amerikanischen SY Only Child haben sich die ewige Treue geschworen und alle Segler, die sie so kennen, zu ihrem Fest eingeladen. Ein paar Tage vorher gab es noch eine sehr nette “Bachelorette-Party” (Polterabend für die Mädels) mit ein paar tollen Weinverkostungen. Die Jungs sind mit ein paar Kisten Bier zum Fischen gefahren. Die Hochzeit selbst war am Weingut, in dem Jon und Nia arbeiten. Es hat echt Spaß gemacht und  natürlich gab es jede Menge guten Wein!

 

 

Wir wollen in ca. 2 Wochen von hier Richtung Tonga segeln, weil wir dort erst einen Bruchteil aller Inseln gesehen haben. Vor allem die Ha’apai Group sollten wir uns laut Empfehlung von anderen Seglern unbedingt noch ansehen. Bis dahin gibts aber bestimmt noch mal den einen oder anderen Blogeintrag.

Sonnenuntergang auf Waiheke Island…

 

Verfasst von: zenfunk | 13. April 2013

Hausaufgaben

So langsam geht es auch in Neuseeland wieder daran das Boot für die anstehenden Seemeilen fertig zu machen. Nach Unterwasserschiff und Bordwand ist nun der Innenraum dran. Als Einstieg wurden erstmal unsere Schapps in der Küche verbessert. Ständig kam einem da immer Tee, Kaffee, Ketchup und ihre Verbündeten entgegen wenn man sie bei minimalem Seegang aufgemacht hat. Jetzt kamen da ordentliche Zwischenböden mit grosszügig bemessenen Schlingerleisten rein. Da kullert so schnell nix mehr raus.

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Schon vor einigen Wochen haben wir unsere Seekoje im Salon endlich benutzbar gemacht. Die Salonbank hat zwar ausreichend Liegelänge, allerdings musste der Kopf in einem 20 cm hohen Hartholzfach liegen, was natürlich praktisch unmöglich ist, außer man schläft kamikazemäßig mit dem Kopf in Fahrtrichtung. Rumst man dann auf einen Felsen oder umhertreibende Container, dann ist mit dem sicheren Genickbruch der Überlebenskampf wenigstens schnell vorbei.
Was macht also der Seefahrende Heimwerker? Er dreht die ganze Salonbank eben um. So wird dann aus dem Kopf- ein Fussfach und alles ist Paletti. Seekoje endlich einsatzbereit, die Tage bei schlechtem Wetter auf dem Salonboden sind nu vorbei.

Mit unserer Navi-Ecke waren wir eigentlich nie zufrieden. Irgendwie soll man da wohl quer zur Fahrtrichtung mit dem Blick Richtung Bordwand sitzen, die Füße irgendwie gegen die steil ansteigende Bordwand gestemmt. In der Praxis geht das natürlich nicht, da der Fußraum natürlich komplett vollgestaut ist und man dann mit einem fast 180 Grad Twist im Oberkörper dasitzt. Kommt man ins Boot und sieht diese Navi-Ecke dann denkt man sich in etwa: “Naja, ist ja nur ein 10 Meter Kahn- klar das da irgendwo gespart werden muss.”

Vorher

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Also lange Rede kurzer Sinn, es muss was Gescheites her:

Sitz in Fahrtrichtung, ordentliches Kartenfach. Kartentisch kann ruhig kleiner sein, richtige Kartenarbeit findet heutzutage, wenn überhaupt, ja eh auf dem Salontisch statt. Im Prinzip muss da eh nur der Laptop draufpassen.

Bauanleitung:
Erstmal wird alles möglichst zerstörungsfrei entkernt.

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Danach kann man unter Verwendung möglichst vieler Originalteile eine neue Navi-Ecke bauen. So ne Art Lego für Große.

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Man muss natürlich aufpassen, dass man sich nicht ständig an irgendwelchen herumliegenden Navieckenbauteilen stösst. Wie so oft wenn man bei größeren Renovierungsarbeiten zeitgleich an Bord wohnt, so sieht es halt oft aus als ob eine Bombe eingeschlagen hätte.

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Eine Sitzbank wird aus den vorhandenen Sperrholzteilen geschnitzt. Die Sitzfläche wurde von einer Baustelle recycelt, es handelt sich um wasser- und schimmelfestes Sperrholz vom dortigen Abfallhaufen. Die Bauarbeiter dort waren wirklich super hilfreich. Die Insel Waiheke gewinnt immer mehr Pluspunkte.

Am zweiten Tag kam Anders von der schwedischen Yacht Tina rüber und hat mit Rat und Tat zur Seite gestanden (Tack sa mycket!!).

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Aus dem Holz des alten Kartenfachs entstand direkt das Neue, welches sich nun unter dem Navitisch befindet. Ursprünglich fristete unser Kartenfach unpraktischerweise unter der Sitzfläche der Salonbank sein Dasein und musste immer, wenn man Mal an den Proviant wollte, hochgewuchtet werden. Bei Seegang echt doof.

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Der alte Navitisch war zu allem Überfluss geneigt eingebaut. Das führte dazu das alles was nicht extra festgemacht war sich unter Garantie unterwegs am Salonboden wiederfand. Nun haben wir unseren Tisch schön waagerecht. Die Schlingerkante könnte gerne noch 4 cm höher sein, aber man kann halt nur mit dem arbeiten, was man zur Verfügung hat.

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Ein Stück der Tischplatte fehlt, und lackiert werden muss das Ganze auch noch, aber für drei Tage in der Anchorage schuften sieht das alles bisher IMHO recht passabel aus (Selbstbeweihräucher…). Es ist übrigens nicht im mindesten so, dass der Skip da alleine vor sich hinwurschtelt. Christine wächst bei sowas immer über sich hinaus, hilft wo sie kann und wird so langsam zur Meisterin an der Stichsäge.

Das Häufchen Holz ist von der alten Naviecke übriggeblieben:

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Weiters wurde nun endlich unser VHF auf die Verbraucherbatterie gelegt. Damit saugt dieses nicht ständig die Starterbatterie leer, wenn wir längere Passagen unter Segel unternehmen. Das hat eigentlich schon in der Biskaya genervt, aber wie so oft war der Skipper da ein Meister im Sachen vor sich her schieben. Wie auch immer, ich werde mich demnächst mal dransetzen und unseren Blister flicken… Der ist seit den Tuamotus im Eimer, wurde allerdings schonmal auf den Marquesas nachgenäht. Der gelbe Stoff ist denke ich schon recht morsch und muss ersetzt werden.

Dauert länger als gedacht um die Thor für die nächsten zwei Jahre fit zu machen, aber es macht auch irre Spaß. Wir bleiben am Ball…

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Verfasst von: zenfunk | 5. April 2013

Die Suedinsel

So werte Leser, nach einem kleinen Abstecher auf die Südinsel sind wir nun endlich wieder in Auckland, die Thor schwimmt schon wieder und ist dicht. Grosse Überraschungen beim zu Wasser lassen stellten sich nicht ein. Doch der Reihe nach.

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Nachdem wir mit unserem boatyard bei dem die Thor an Land stand einen Discount für die Zeit unseres “Urlaubs” auf der Südinsel ausgehandelt hatte (dann nur knapp 20 $/d – naja, sooo das riesen Schnäppchen wars nu nicht) konnte es losgehen. Wir haben von meiner Schwester den kleinen Toyotabus ausgeliehen bekommen. Dafür übrigens nochmals vielen Dank! Mit 250 Tsd km ist er zwar nicht mehr der allerjüngste, aber um es kurz zu machen, die Fahrt hat er mit Bravour gemeisert. In knapp 4 Wochen haben wir ca. 4500 Kilometer absolviert, teilweise mit langen Schotterstrassenpassagen. Der Townace hat alles klaglos mitgemacht. Wir haben etwa 380 Liter Sprit verballert. Das ist etwa doppelt soviel wie wir während unserer gesamten Pazifiküberquerung – also von Panama bis Neuseeland benötigt haben (inklusive des Butangases zum Kochen waren es da knapp 200 Liter fossile Brennstoffe).

Da wir heuer in Neuseeland einen Jahrhundertsommer hatten war das Wetter eigentlich durchwegs prima. Die gesamte Westküste runter hatten wir strahlenden Sonnenschein. Die Westküste der Südinsel ist normalerweise für sein regnerisches Wetter berüchtigt. Üblicherweise wird dort von gutem Wetter gesprochen wenn es zwischen den Schauern nur nieselt. Gut für uns, konnten wir die bombastische Landschaft der Westküste, anders kann man es kaum beschreiben, bei strahlendem Sonnenschein besuchen. Einziger Wermutstropfen waren die Sandflies, fiese kleine Stechmücken, bei denen selbst der Stich selber schmerzt, und dann wochenlang juckt. Denen hat das Wetter anscheinend auch gefallen, so das sie heuer recht zahlreich vorhanden waren. Selbst die sonst gegen Sandflies recht immunen Einheimischen haben heuer über die Plagegeister geflucht. Insgesamt haben wir drei Insektensprays gebraucht um nicht dem Wahnsinn zu verfallen.
Der Franz- Joseph Gletscher (tatsächlich nach dem österreichischen Kaiser benannt) der vom Mt. Cook- Massiv kommt, fließt fast bis auf Meereshöhe hinab und kann selbst für des Wanderns völlig ungeübte Segler gut erreicht werden. Anschließend fährt man nur wenige Kilometer zum Gillespies Beach einem waschechten Surferstrand. Wo gibt’s so was schon.

Natürlich war unser einziger Schlechtwettertag gerade dann als wir uns den Milford Sound anschauen wollten. Wie schon bei meinem ersten Besuch vor acht Jahren konnte ich von diesem angeblich schönen Postkartenfjord nur eine weise Nebelwand sehen. Grummel.

Insgesamt drei Wanderwege wurden von uns gelaufen. Zuerst einer der sog. Great Walks- der Abel Tasman Coast Track. Dieser entpuppte sich weniger als Wander-, sondern als Spazierweg. Die Wege waren mit fast durchgehend mit über einem Meter Breite in die Klippen gesprengt worden, sodass man bequem die entgegenkommenden Spaziergänger passieren konnte. Der Wanderweg ist durchweg Flip- Flop tauglich (kann ich persönlich bestätigen). Landschaftlich ist das dort alles recht schnuckelig, wechseln sich dort Farnwälder mit goldenen Stränden ab. Wenn ich Spaziergänger sage, dann ist das tatsächlich so gemeint. Insgesamt drei Wassertaxi unternehmen bringen tagein tagaus Tageswanderer in die verschiedensten Buchten am Abel Tasman und holen sie dann in der nächsten Bucht wieder ab. Damit ist der Weg dann völlig überlaufen und man trampelt sich tot. Für Menschen mit leichter Blasenschwäche gibt es in machbaren Abständen öffentliche Toiletten am Wegesrand. Die wenigsten Urlauber dort sind Weitwanderer.

Als Wanderer muss man wie auf allen Great Walks seine Übernachtungen im voraus buchen und bezahlen. Leider kann man dann seine Pläne nicht unterwegs spontan ändern, sondern muss an den Plätzen übernachten welche man sich im Vorfeld ausgesucht hat. Wild Zelten ist natürlich verboten. Mit 14 $/d und Nase fürs Camping an den Zeltplätzen und ca.30 $ für die Hüttenübernachtung waren die Kosten meines Erachtens recht happig. Einerseits wurden die Great Walks ja eingeführt um dem massiven Besucheranstrom Herr zu werden, und außerdem um überfüllte Hütten zu vermeiden- Geld spielt da leider wie so oft eine wichtige Filterfunktion, andererseits wurde meiner Meinung nach viel vom Gefühl der Freiheit beim Wandern genommen.

Der Abel Tasman war mein vierter Great Walk. Die vorhergehenden habe ich allesamt in der Nachsaison (Mai) absolviert, da ist man wenigstens relativ alleine unterwegs und kann bei durchaus grandioser Landschaft seinen Aufenthalt trotz der ganzen Einschränkungen die ein sogenannter Great Walk mit sich bringt geniessen. Der Abel Tasman hat sich für mich in der Hauptsaison also völlig überlaufen präsentiert, so dass die Freude am Wandern doch arg getrübt war. Aus berichten anderer Wanderer ist es in der Hauptsaison auf den übrigen Great Walks nicht anders. Der populärste – der Milford Trek, ist ist regelmässig für die Hauptsaison des nächsten Jahres ausgebucht, kann nur in eine Richtung gelaufen werden und Camping ist dort generell verboten- es muss in Hütten geschlafen werden.
Ich denke der Abel Tasman Coastal Trek war mein letzter Great Walk den ich in Neuseeland gelaufen bin.

Die beiden anderen Wanderwege die wir gegangen sind waren dementsprechend keine Great Walks und damit auch nicht mit deren Nachteilen behaftet. Kein im Vorraus buchen, niedrigere Preise (Camping 5 $/Nase an den Hütten), deutlich weniger überlaufen, wild campen war mit einigen Einschränkungen (teile des Weges gingen über Privatbesitz des dortigen Maoristammes) sogar erlaubt. Das war schon eher was für Vatterns Sohn.
Es handelte sich um den Greenstone und den Caples Trek. Beide können zusammengenommen als Rundwanderweg gelaufen werden. Schöne Fernsicht boten der Ausblick vom Key Summit und dem McCellar Saddle. Ansonsten ging es durch schöne, typisch neuseeländische Urwälder und weite grasbestandene Hochtäler. Viele der Weiden waren Kuhweiden und bei Christine und mir kam einiges an Heimatgefühlen auf, die Parallelen zu den österreichischen Almwiesen waren nicht zu leugnen.
Interessanterweise macht auch vor diesem Weg der Fortschritt nicht halt der Abschnitt über den McCellar Saddle wurde gerade vor einigen Monaten fertiggestellt. Brauchte man vorher für diese Strecke noch 7 Stunden, es war halt ein alter, steiler, ausgetretener Trampelpfad, so sind es jetzt nur noch 5 Stunden. Erkauft wurden diese 2 Stunden Zeitgewinn und die deutliche Erleichterung beim Wandern mit massiven Sprengungen in die Millionen Jahre alten Felsen. Über kilometerlange Strecken konnte man Trümmer weggesprengter Felsen an fast jeder Wegbiegung sehen. Teilweise war der Weg auch richtig in die Felsen hineingesprengt. Wenn ich daran denke das in Schweden beispielsweise davor gewarnt wird Feuer auf Felsen zu machen da diese Haarrisse bekommen welche dann im nächsten Winter auffrieren, so mutet der Umgang der Neuseeländer mit Ihrer (unbelebten) Natur durchaus etwas befremdlich an. Einer der DOC- Hüttenwarte meinte man nur den natürlichen Verlauf etwas beschleunigt habe. Die Felsen wären ja so oder so erodiert. Wie gesagt- komisch. Auf jeden Fall hat man den Caples Trek nun für eine deutlich grössere Menge von Touristen zugänglich gemacht. Ob da vielleicht der nächste Great Walk entstehen soll?

Weiter südlich kamen wir nach Invercargill , eine typische “frontier town” an der Grenze der Zivilisation. Typischer Wildwestflair. Tatsächlich hören einige Kilometer westlich von Invercargill die Strassen wirklich auf. Das sich dann dort anschliessende Fjordland ist noch relativ unerschlossen. Ortschaften, Strassen, sogar Schotterstrassen fehlen dort zur Gänze. Stellt man sich an die Küste und schaut nach Süden dann sieht man auf Steward Island, das nächste Land dahinter ist dann die Antarktis die regelmässig Ihren bitterkalten Südwind herschickt. Wenn jemand behauptet der A…. der Welt ist nicht weit, dann fällt es schwer demjenigen zu widersprechen.
Nichtsdestotrotz hat sich seinerzeit der ortsansässige Burt Monroe aufgemacht und seine Indian, ein Motorad, gekauft in den dreissigern des letzten Jahrhunderts- soweit in seinem Schuppen in Invergargill aufgemotzt, dass er einige Geschwindigkeitsweltrekorde bis heute hält. In dem sehr sehenswerten Hollywoodstreifen “The worlds fastest Indian” wurde sein Leben verfilmt. Sein Motorrad sind im örtlichen Baumarkt ausgestellt. Auch im örtlichen Museum gibt es eine eigene Abteilung über Burt. Das Museum ist auch sonst sehr sehenswert, gerade der Abschnitt über die subantarktischen Inseln hatte es mir sehr angetan. Leider will Christine nicht einsehen das diese gottverlassenen Inseln zwischen Neuseeland und Antarktis ein lohnenswertes Reiseziel mit der Thor wären. Ich weis auch nicht was sie da hat ;-) .

In Ermangelung eines günstigen DOC Campingplatzes (DOC ist das Department of Conservation – die neuseländische Umweltschutz und Tourismusbehörde. Diese unterhält die meisten Nationalparks, Wanderwege, Hütten und Campingplätze. DOC Campingplätze bieten abgesehen von einem Plumpsklo und ggf. einem nahen Fluss zum Wasserholen kaum Komfort, sind aber oft kostenlos, bzw. kosten nur ein Paar Dollar), haben wir uns mal ausnahmsweise auf einem Privat betriebenen Campingplatz verkrümelt. Der “Lignite Pit Scenic Stop” (www.lignitepit.co.nz) welcher von dem Ehepaar Maria und Dave Sanderson betrieben wird. Wie sich herausstellte handelt es sich um eine aufgelassene Braunkohlegrube. Diese wurde von Dave und Maria in Eigenleistung wiederaufgeforstet und in einen wunderschönen Park verwandelt. Auf dem See tummeln sich ein Paar schwarze Schwäne und Enten. Dave ist ein echter Naturbursche, hat sein ganzes Leben in der Landwirtshaft gearbeitet und sich nun mit seiner Frau sein privates Paradies geschaffen welches er mit den Besuchern gerne teilt. Auf einer Führung durch das Anwesen zeigt er einem wie man ganz einfach aus Setzlingen/ Ablegern Bäume wachsen lässt, zeigt einem noch sichtbare Braunkohleflöze und sogar sein kleines Museum mit Exponaten rund um das Leben auf einer neuseeländischen Farm von anno dazumal bis in die Neuzeit. So gut wie alle technischen Geräte wurden bis zur Funktionstüchtigkeit restauriert, von der antiken Kettensäge, über die Waschmaschine mit Benzinantrieb, mehrere Traktoren, bis zum alten Morris, ein Auto älteren Baujahres mit nur 8 PS. Das alles ist so herzlich und echt, das man dann gerne noch im angeschlossenen Cafe bei Maria einen Kaffee zu sich nimmt und einen Ihrer köstlichen Pies probiert. Im Gegensatz zu so manch anderen Gelegenheiten hatten wir hier das Gefühl mal nicht nur wandelnder Geldsack zu sein, sondern fühlten uns wirklich willkommen.

Anschliessend gings für uns weiter in die Catlins in der Südostecke der Südinsel. Noch mehr einsame Strassen, wilde Küsten, kleine Küstendörfer, Wasserfälle, sowie Pinguine, Hectordelfine und Seelöwen in freier Wildbahn standen auf dem Programm. Der Campingplatz in Curio Bay war toll. Auf einer Halbinsel gelegen, gings auf der einen Seite zu den Hectordelfinen (diese zeichnen sich dadurch aus das sie mit unter einem Meter Länge eigentlich recht winzig sind) und den superseltenen Gelbaugenpinguinen auf der anderen Seite. Als Dreingabe dann noch ein versteinerter Wald- coolo.

Als erste richtige Stadt nach Wellington ging’s dann weiter nach Dunedin. Die schottische Abstammung ist nicht zu verleugnen. Für mich war es bisher die am europäischsten anmutende Stadt in Neuseeland. Ich fand’s dufte da. Leider drängte die Zeit etwas, das Boot musste ja noch vor Ostern ins Wasser und so hat es leider nur für einen nachmittäglichen Stadtbummel gereicht. Weiter ging es an den Moeraki Boulders vorbei nach Christchurch.

Christchurch war leider vor etwa zwei Jahren einem verheerenden Erdbeben zum Opfer gefallen, von dem sich die Stadt beileibe noch nicht erholt hat. Das Stadtzentrum wurde am stärksten getroffen und ist noch heute abgesperrt. Es gleicht einer einzigen Baustelle. 10000 Wohnhäuser müssen abgerissen werden, einige historische Gebäude sind eingestürzt, allen voran die Kathedrale. Das Haus in dem meine Schwester Annette vor 8 Jahren wohnte existiert nicht mehr. Genauso wie grosse Teile ihres damaligen Häuserblocks. Puha. Glücklicherweise scheint sich die Stadt langsam von Ihrem Schock zu erholen. Aufbruchstimmung, Neu-/ Wiedereröffnung von Geschäften allerorten. Es tut sich was.
Übernachtet haben wir südlich von Christchurch am Ufer des Lake Ellesmere an einem wunderschönen, einsamen Campingplatz. Toll.
Unsere Zeit auf der Südinsel ging nun wirklich bald zu Ende und so haben wir uns (leider) wieder auf die Socken gemacht und sind zurück nach Auckland gejuckelt.

Aktuell befinden wir uns wieder einmal auf Waiheke Island vor Auckland um wieder etwas Cruiserleben mit zu bekommen. Die Gastfreundschaft die wir bei Annette und Elliot erfahren haben ist nicht mit Gold aufzuwiegen, und wahrscheinlich können wir ihre Großzügigkeit eh nie wirklich zurückgeben, aber das Leben an Bord fehlt halt doch irgendwie.
Kaum in der ersten Bucht angekommen finden sich gleich ein paar bekannte Boote neben SY Tina mit Anders an Bord, mit dem wir uns dort verabredet hatten, Caps tres aus Spanien, Water Musick aus den USA und Adventurebound aus UK. Yeah Leute, wir sind wieder zurück!

Verfasst von: Christine | 5. April 2013

Fotos von der Südinsel

Blogeintrag folgt gleich, hier schon einmal zu einer kleinen Auswahl an Fotos :-) Speziell für Claudia – enjoy!!

 

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157633169950630/

 

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Verfasst von: Christine | 1. März 2013

Ab in den Süden

Wir sitzen gerade in der Autofähre, die uns von Wellington über die Cook-Strait nach Picton auf die Südinsel bringt. Unser 4-wöchiger Urlaub hat am Mittwoch begonnen, nachdem die Arbeiten auf der THOR beinahe fertig sind. THOR wird während wir unterwegs sind, auf dem Trockenen stehen bleiben, wir konnten einen annehmbaren Preis mit der Werft aushandeln und so hält auch das neue Antifouling einen Monat länger *g*

Wir haben zwei Wochen so richtig geschuftet, damit wir jetzt auch noch was vom Sommerwetter haben. Es hat tatsächlich keinen einzigen Tag geregnet und so wurden wir perfekt mit dem Ausbessern von ein paar Roststellen am Rumpf, den Antifouling-Anstrichen (4 Anstriche!), dem Streichen der Bordwand, dem THOR-Schriftzug und ein paar neuen besandeten Stellen an Deck fertig. Der THOR-Schriftzug leuchtet jetzt übrigens feuerrot über den Platz, wir haben uns von dem etwas langweiligen Bordeaux-Rot verabschiedet. Der Kiel wurde an den Dellen mit 6 mm Stahlplatten verstärkt, da kann jetzt nichts mehr passieren.

Die Stopfbuchse haben wir erneuert und endlich einen Schmiernippel installiert. Da sollte das Warten unterwegs jetzt auch einfacher gehen. Jetzt fehlen noch ein paar Verschönerungsarbeiten an Deck, der Blister muss repariert werden, die Welle gehört wieder an den Motor geschraubt und dann geht es wieder ins Wasser. Genauer gesagt am Donnerstag vor Ostern. Und bis dahin ist Relaxen angesagt! Wir dürfen mit Annettes Van unterwegs sein, in dem man auch komfortabel übernachten kann und in ein paar Stunden werden wir auf der Südinsel ankommen. Endlich wieder mal Schnee sehen ;-) Und: wir sind seit kurzem Besitzer eines (gebrauchten) Pactor-Modems – damit sollte es mit der Kommunikation von unterwegs jetzt auch besser klappen :-D Danke Micha! http://www.ironlady.de

 

 

Ach ja, in Auckland fand auch anlässlich des Chinesischen Neujahrfestes ein Laternenfestival statt, das wir uns zur Abwechslung von der Werft mal geben mussten – hier ein paar Eindrücke davon:

 

Verfasst von: Christine | 12. Februar 2013

Hoch und trocken

Seit gestern steht die THOR an Land und freut sich auf ein bisschen neue Farbe und Antifouling. Wir waren positiv überrascht, wie einfach das mit Slipwagen ging, bisher wurden wir ja immer mit dem Baukran aus dem Wasser raus- und reingekrant. Wieder mal was Neues gelernt.

Von unten schaut die THOR auch gut aus, bisher gab es keine bösen Überraschungen. Den Bewuchs hatten wir in weniger als 2 Stunden runtergekratzt, kein Vergleich zum letzten Mal in Kiel, wo alles dicht an dicht mit Pocken besetzt war. Zwar hatten wir das Unterwasserschiff das letzte Mal vor zwei Monaten in Tonga saubergekratzt, aber hier in Neuseeland gibts wieder ordentlichen Tidenhub mit entsprechender Strömung und da wächst es munter drauf los…

Morgen kommt der Schweißer vorbei, wir haben da noch eine kleine Stelle am Kiel, die ein bisschen Make-Up braucht :-) (unser kleiner Zusammenstoß mit “Le Coq” in Nordfrankreich http://sailingaroundtheworld.wordpress.com/2011/08/06/frankreich-ein-heis-kalter-empfang/). Zwar leckt da nichts, aber wir würden da einfach gerne wieder einen Kiel ohne Beulen haben…

Ein paar kleine Roststellen am Rumpf haben heute schon den ersten Anstrich bekommen, es geht was weiter hier – bei traumhaft schönem Wetter!

 

Verfasst von: Christine | 8. Februar 2013

Werfttermin usw. usw.

Es geht voran, am Montag haben wir unseren Slip-Termin bei der Werft und so waren wir heute auch schon mal vor Ort um uns den genauen Ablauf erklären zu lassen. Natürlich vorher noch eine Unterschrift von uns, dass die Werft für keinerlei Schäden am Schiff haftet, während wir von denen an Land gezogen werden  und dann ging es auch schon weiter in die Innenstadt, um bei den Schiffsausrüstern die bestellten Ersatzteile und Farben abzuholen. Unsere Kreditkarten glühen wieder mal und einige Wochen Arbeit stehen vor der Tür.

Wir freuen uns aber auch schon darauf, denn sobald wir fertig sind geht es ab auf die Südinsel zum Campen und Wandern! Also haben wir genug Motivation um so richtig reinzuhauen! Hoffentlich spielt auch das Wetter mit. Wir hatten die letzten paar Wochen Sonnenschein pur und bestes Wetter – da hat uns die ganze Werftgeschichte aber noch nicht so in den Zeitplan gepasst. Und jetzt sieht man hier doch tatsächlich schon die ersten Laubbäume, deren Blätter sich gelblich verfärben! Dürre oder Herbst???  Naja, wir werden uns jedenfalls beeilen :-D

 

 

Wünschen euch allen ein schönes Wochenende!

 

Verfasst von: Christine | 1. Februar 2013

Alltag (?) in Auckland

Seit drei Tagen liegen wir wieder vor Anker vor der Bayswater Marina und versuchen, den Segleralltag wiederzufinden. Christians Mama war ja 6 Wochen zu Besuch hier und wir haben fast einen Monat lang zusammen bei Annette und Elliot in ihrem neuen Haus gewohnt. Die THOR war in der Zeit in der Marina geparkt, damit sie nicht zu einsam ist und wir haben wieder einmal die Vorteile von vier Wänden genossen. Und nach vier Wochen haben wir tatsächlich festgestellt, dass wir unsere gemütliche Vorschiffskoje vermissen und wir Sehnsucht nach dem Leben auf dem Schiff haben.

Wir haben die Zeit an Land aber auch genutzt, um zB das Holz der Inneneinrichtung teilweise neu zu streichen, wir haben wieder mal unseren Motor repariert (die Geschichte erzähl ich gleich), haben schon alles Nötige für den Landaufenthalt von THOR organisiert (Werft ausgesucht, Antifouling, weiße und rote Farbe für Deck und Überwasserschiff, Werkzeug, Pinsel, Roller usw. gekauft) und dazwischen waren wir ein paar Tage mit der Familie campen bzw. gibt es auch immer wieder einmal ein Treffen mit Elliots Familie. Wir sind also schon ganz gut integriert hier in Devonport und Bayswater (Stadtteile von Auckland).

Verschönerung der Inneneinrichtung

Verschönerung der Inneneinrichtung

BBQ!!!

BBQ!!!

Familientreffen

Familientreffen

Ja, nun zum Motor. Da weiß ich nicht, womit ich anfangen soll zu erzählen – das ist wie die Geschichte mit der Henne und dem Ei – was war zuerst da? Angefangen hat es damit, dass wir immer ein bisschen schwarzen Gummiabrieb in der Bilge gefunden haben und uns dachten, ja das kommt von der Wellenkupplung (das ist die Verbindung zwischen Welle und Motor), wo so Gummipuffer eingebaut sind – gewöhnlicher Abrieb (? wir hatten ja keine Ahnung), müssen wir dann mal gucken, wenn wir mit der THOR auf dem Trockenen stehen. So weit so gut. Als wir dann über Silvester segeln war, hat es bei der Rückfahrt sehr komische Geräusche von der Welle gegeben, so ein richtiges Klopfen, was aber nur bei bestimmten Drehzahlen auftrat. OK, da müssen wir uns das wohl doch gleich mal ansehen. Wir haben dann diese Wellenkupplung auseinander genommen und haben festgestellt, dass die Gummipuffer auf einer Seite schon völlig abgerieben also nicht mehr vorhanden waren und somit Metall auf Metall schlug. Daher also das klopfende Geräusch… Dabei haben wir auch bemerkt, dass die Welle völlig schief sitzt und unser erster Lösungsansatz war dann, dass wir einfach den Motor richtig einstellen müssen, damit die Welle und der Motor richtig in der Flucht stehen. Also haben wir neue Gummipuffer bestellt, die natürlich in Neuseeland nicht lagernd waren und erstmal aus Australien eingeflogen werden mussten. Hat ein paar Tage gedauert, aber das war schon ok. Als wir die Teile dann einbauten und die Welle mit dem Motor richtig ausrichten wollten, haben wir erst die richtige Misere entdeckt – eine der Halterungen, die den Motor mit den Schwingmetallen verbinden, war abgebrochen! Der Motor steht auf diesen Schwingmetallen (vier Stück), die fest mit dem Rumpf verbunden sind und durch das Schwingen ist der Motor elastisch gelagert. Kein Wunder, dass der Motor und ergo die Welle dann schief waren. Was uns nun aber stutzig machte, war der Umstand, dass dieses Verbindungsstück erst vor Kurzem gebrochen war, das konnte man deutliche an der Bruchstelle erkennen und wurde uns dann auch vom Schweißer bestätigt. Was war also die Ursache für den Schaden? War die Welle wirklich nicht flüchtig mit dem Motor und daher der Gummiabrieb und dann der Bruch des Verbindungsstückes? Oder ist zuerst dieses Teil gebrochen und dann war alles schief und dadurch wurden die Gummipuffer abgerieben?

Jedenfalls haben wir dann hier über Elliots Familie den Kontakt zu einem richtig guten Schweißer hergestellt, der uns das Teil gleich am nächsten Tag innerhalb von 20 min. geschweißt und mit einer massiven Querstrebe noch stabilier gemacht hat. Das Einbauen war dann noch einmal richtig nervig, aber nachdem dann der Motor mit der Welle in Einklang gebraucht wurde, die neuen Gummipuffer in der Kupplung waren, da schnurrte unser Motor wieder wie ein Kätzchen. Und wir müssen zu unserer Schande gestehen, dass wir den Motor noch nie so leise gehört haben! Vielleicht mal bei der Probefahrt vor drei Jahren? Was haben wir dem guten Teil nur angetan? Passieren solche Dinge auch alten Hasen oder nur uns? Jedenfalls läuft unser Vetus jetzt einmalig gut und wir hoffen, dass es auch lange so bleibt. Wir müssen uns einfach dieses Motorengeräusch jetzt einprägen und sollte es einmal anders klingen, dann machen wir uns echt sofort auf Fehlersuche! Zumindest können wir diesen Punkt jetzt schon mal von unserer To-Do-Liste für die Werft streichen. Wir werden aber noch die restlichen Verbindungsstücke zwischen Motor und Schwingmetallen überprüfen und am besten gleich vorsorglich auch vom Schweißer verstärken lassen.

Gummipuffer in der Wellenkupplung

Gummipuffer in der Wellenkupplung

die gebrochene Motorhalterung

die gebrochene Motorhalterung

Bevor Christians Mama wieder den Rückflug in das kalte Deutschland angetreten hat, haben wir noch einen kleinen Campingausflug nach Whananaki unternommen, das etwas nördlich von Whangarei liegt. Der Campingplatz ist nur im Sommer offen und eigentlich handelt es sich um die Wiesen eines Bauern, der halt ein paar Wasserleitungen verlegt und Plumpsklos aufgestellt hat und in die Hänge zum Strand ein paar terrassenartige Stellplätze für Zelte und Campingwägen angelegt hat. Dort gibt es also auch keinen Strom und das Ganze war noch sehr ursprünglich – echt wunderschön!!! Wir haben dann mit unseren zwei Autos und drei Zelten eine richtiges Lager aufgeschlagen und verbrachten vier schöne Tage mit Lesen, Spaziergängen, Schwimmen und Faulenzen.

 

 

 

 

Wieder zuhause angekommen, hatte Christian dann auch wieder eine seiner kreativen Phasen und dabei ist ein neuer Rucksack für mich entstanden! Sehr cool – eigentlich sollten wir damit in Produktion gehen. Segler stehen bestimmt auch auf ultraleichte Rucksäcke :-D

 

 

 

 

Die Samstage verbringen Annette und ich sehr oft mit den hier typischen “Garage-Sales”. Da es so etwas wie Flohmärkte hier nicht gibt, hält jedes Haus für sich einen kleinen Flohmarkt ab. Das Ganze findet meist tatsächlich in der Garage statt, oft auch auf der Terrasse oder im Garten bzw. wenn die Familie ganz wegzieht, kann man durchs ganze Haus gehen und sich auf Schnäppchenjagd machen. Wir starten dann meistens sehr früh (so zwischen 6 und 7 Uhr), mit einem Thermosbecher Kaffee in der Hand und klappern so an die 5 bis 8 Garage Sales ab. Mit dabei der Stadtplan un die Kleinanzeigen mit der richtigen Adresse. Schon sehr lustig. Und da die Garagesales auch in den nobleren Vororten von Auckland abgehalten werden, findet man mitunter auch tolle Designerklamotten oder coole Möbelstücke, die man für ein paar Dollar erstehen kann. Meist weiß man dann oft schon an der Adresse, ob es sich lohnt, dorthin zu fahren. Das Tragen von Second-Hand-Mode ist hier übrigens absolut salonfähig, es gibt solche Geschäfte in allen Preisklassen. Also angefangen vom Second-Hand–Laden, der nur Designermode verkauft, bis hin zu ganz normalen Läden für die Großfamilie, ist für jede Geldbörse was dabei. Wir haben so auch schon Küchenutensilien, neue Kissen für den Salon, Gläser und ein paar neue T-Shirts erstanden. Ansonsten ist Neuseeland schon ein teures Pflaster, die Lebensmittelkosten liegen weit über jenen in Deutschland und auch das Ausgehen leistet man sich nicht oft.

 

 

 

 

Für das Obst und Gemüse haben wir durch die Empfehlung von Annette und Elliot daher auch eine super Alternative gefunden. Der Sonntagsmarkt in Avondale! Dieser Markt bietet auf dem Areal der ehemaligen Trabrennbahn, frisches Obst und Gemüse an und es ist vor allem ungekühlt und daher viel länger haltbar, als wenn man es im Supermarkt kauft. Die Preise liegen meist fast um die Hälfte unter den Preisen vom Supermarkt und da kann man also schon mal ordentlich einkaufen. Der ganze Markt – so scheint es – ist fest in asiatischer Hand, man könnte fast vergessen, dass man noch in Neuseeland ist. Man muss nur auf seine Füße achtgeben, da das beliebteste Transportmittel fürdie Einkäufe der “Hacken-Porsche” ist, also so kleine Sackkarren oder ähnliches und da geht es ziemlich rücksichtslos zu ;-) .

 

 

 

 

Der Plan für die nächste Zeit ist, dass wir irgendwann nächste Woche aus dem Wasser gehen mit der THOR und dann für die nächsten 3 (?) Wochen Werftaufenthalt angesagt ist. Es gibt viel zu tun! Im Moment bastelt Christian gerade an der neuen Seekoje; die Navi-Ecke soll auch noch umgebaut werden – uns wird bestimmt nicht langweilig! Hier noch ein paar Bilder von der wöchentlichen Regatta in Auckland, die wir von unserem Ankerplatz aus wieder einmal erste Reihe fußfrei miterlebten:

 

 

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