Verfasst von: Christine | 28. Juli 2014

Abschied von Cocos Keeling

Vorgestern haben wir ausklariert, wir werden uns wohl heute auf den Weg Richtung Rodrigues machen, ca. 2000 Seemeilen nach West/Suedwest.

Leider hatten wir fast die komplette Zeit in Kokos Island stuermischen Wind, so dass sich die Aktivitaeten oft auf Ankerwache an Bord beschraenkten. Die zwei Meilen lange Dinghifahrt in den Ort war nur mit Oelzeug und staendigem Ausschoepfen des Dinghis moeglich. Zum Weitersegeln lud dieses Wetter natuerlich auch nicht ein.

Wenn dann mal abends der Wind weniger wurde, trafen wir Segler uns zum Potluck (in australischer Manier meist ein BBQ) am Strand von Direction Island bei einem schoenen Lagerfeuer. Mangels Grillfleisch haben wir uns oft an vegetarischen Burgern, die man aus Kichererbsen oder Linsen, sowie Mehl und Ei leicht selbst aus den Bordvorraeten zaubern kann, versucht. Dazu noch einige Broetchen (ebenfalls am Grillrost gebacken) und fertig ist das Grillfest.

Letze Woche haben wir es dann sogar einmal mit der Faehre nach West Island geschafft. Mit Flugplatz und einigen Pensionen/ Hotels ist es eher die Insel fuer die Touristen, die nach Kokos kommen. Der Anteil der malayisch staemmigen Bevoelkerung ist dort deutlich geringer als auf Home Island. Wir freuten uns schon auf einen richtig saftigen, australischen Burger. Beim Preis von 15 Euro ohne Fritten haben wir uns diesen dann aber verkniffen. Das Preisniveau ist australientypisch hoch und die Tatsache, dass man sich auf einer Insel mitten im Nirgendwo befindet, macht die Angelegenheit dann auch nicht billiger. Ein Bungalow fuer die Flugtouristen schlaegt sich dann auch mit 300 Euro pro Nacht nieder. Lediglich die zollfreien Weine im Kokos Club haben einigermassen seglerfreundliche Preise.

Seit zwei Tagen hat der Wind hier etwas nachgelassen und so konnten wir endlich einmal die Lagune geniessen. Schnorcheln, Muscheln suchen und auch einfach Mal entspannen. Bis 38 Knoten Wind in der Anchorage zehrt naemlich schon an den Nerven.

Schoen ist es naemlich schon hier. Das Dinghi tanzt nicht mehr wie wild hinter der Thor in den halbmeterhohen Windwellen, nachts spritzt kein Wasser mehr durch die Vorschiffsluke ins Gesicht. Gestern ging es dann auch auf die winzige Insel Prison Island zum Schnorcheln. Spektakulaer auch die grosse Anzahl an Riffhaien, die sich staendig um unser Boot tummeln. Bis zu 10 Stueck gleichzeitig um und unter der Thor haben wir schon gezaehlt. Abends noch ein letztes Mal Lagerfeuer. Die Thor ist abfahrbereit. Die naechste Woche soll der Wind weiterhin etwas schwaecher pusten. Toitoitoi.

PS: Der Artikel ist mittlerweile schon einige Tage alt. Wir haben die ersten 200 Seemeilen Richtung Rodrigues schon im Kielwasser und kommen bei stuermischem Wind gut vorran.

Autor: Christian

Verfasst von: Christine | 14. Juli 2014

Stuermischer Wind

Eigentlich wollten wir ja erst etwas bloggen wenn wir noch einige Inseln mehr von Cocos Keeling gesehen haben, aber leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ein Tief, ungefaehr 250 Meilen nordwestlich von uns entfernt und relativ stationaer verhagelt uns seit der Ankunft das Wetter. Wir sitzen seit zwei Tagen auf der Thor und gehen Ankerwache bei konstanten Windgeschwindigkeiten von ca. 25 Knoten Wind aus Suedost. Aus dieser Richtung haben wir zwar ein Riff vor uns, das uns vor den Wellen schuetzt, aber Landabdeckung besteht leider nicht.

Die Insel vor der wir hier ankern heisst Direction Island, ist unbewohnt und diente in frueheren Zeiten einer Funkstation und einer Unterwasserkabelstation als Standort. Aktuell befindet sich auf der Insel – ganz australisch – mehrere Grillplaetze, Kompostklos, Sitzbaenke und Tische. Sie dient den Touristen und Einheimischen von West Island als Ausflugsziel. Zweimal die Woche landet eine Faehre an. Am Interessantesten fuer uns sind die riesigen Regenwassertonnen, die uns als Suesswasserquelle dienen. Trotz riesiger “Kein Trinkwasser”- Schilder vertragen wir das Wasser problemlos.

In einer Windpause zwischen den Schauerboeen ging es dann einmal auf die naechstgelegene, bewohnte Insel zum Einkaufen und zum Entrichten der Ankergebuehren (50 AUSD/ Woche) im “Shire of Cocos Keeling”. So wird in Australien die Bezirksregierung genannt. Sehr stylisch.

Der Supermarkt bietet, wie auf entlegene Inseln ueblich, die Basics. In Indonesien haben wir noch Horrorstories ueber die hiesigen Lebensmittelpreise gehoehrt. Bedenkt man jedoch wo man sich befindet, so bleibt eigentlich alles im Rahmen. Arg viel teurer als in Mikronesien ist es auch nicht. Lediglich Obst und Gemuese sind teurer. Ein Kilo Aepfel, Birnen, Kartoffeln oder Zwiebeln um 5 Euro, Bananen 10, ein Dutzend Eier ebenfalls 5 Euro. Die Qualitaet ist im Gegensatz zu Mikronesien aber Oberklasse.

Das Archipel wurde 1609 von Kpt. Keeling entdeckt und geriet anschliessend lange wieder in Vergessenheit.

Die jetzigen Einheimischen sind ueberwiegend malayischer Abstammung. Deren Vorfahren kamen vor gut 150 Jahren als Kopraplantagenarbeiter auf die Insel. Zuvor war diese unbewohnt.

Anfaenglich wurde die Insel der englischen Krone unterstellt, heute ist sie ein Teil Australiens. Auf West Island befindet sich ein Flugplatz und ein Armeestuetzpunkt. Einige wenige Touristen verirren sich mit dem woechentlich landenden Versorgungsflugzeug hierher.
Genug Geld um die Einheimischen zu versorgen wirft das Ganze wohl nicht ab, und so leben die meisten von australischer Sozialhilfe.

Naechste Woche soll der Wind wieder etwas nachlassen, dann werden wir hoffentlch wieder einige laengere Exkursionen machen koennen. Wir werden berichten.

Autor: Christian

Verfasst von: Christine | 7. Juli 2014

Rauschefahrt nach Westen

Das war wieder einmal eine der schnelleren Ueberfahrten der Thor. Die 1.140 Seemeilen nach Cocos Keeling haben wir in 10 Tagen geschafft, wobei wir die letzten Tage nur mit gereffter Genua unterwegs waren! Die ersten sieben Tage hatten wir Traumwetter mit Sonnenschein und Wind aus Ost/Suedost von ca. 20- 25 Knoten. Leider hatten wir dann aber die letzten 3 Tage einen Wetterumschwung – heftige Squalls mit Regen und starken Boen und die damit einhergehenden Wellenberge machten uns das Leben etwas ungemuetlich auf der Thor. Aber seit gestern in der Frueh sind wir in Cocos Keeling, das zu Australien gehoert. Man merkt aber schon deutlich die Distanz zum Festland. Das Einklarieren war hier um Einiges unkomplizierter, wir durften alle unsere Lebensmittel behalten und auch die Quarantaenegebuehr in Hoehe von 330 AUD entfiel. Einzig ums Besuchervisum muss man sich vorab kuemmern, das aber kostenlos online erhaeltlich ist. Die vier Beamten der australischen Zollbehoerde und der Bundespolizei waren wieder einmal ausgeruestet wie ein SWAT Team. Muskelbepackte Typen, dunkle Schwimmwesten, dunkle Uniformen und entsprechende Top Gun Sonnenbrillen. Zum ersten Mal wurden hier vom Zoll auch Abstriche auf Drogenrueckstaende in unserem Boot genommen. Schon krass irgendwie, wenn man auf einem abgelegenen Atoll mitten im Nirgendwo Halt macht und dann die geballte australische Staatsmacht einfaellt. Offensichtlich sind die zusaetzlichen Beamten, die gestern an Bord waren, aber nur eine Woche hier um Stichprobenkontrollen zu machen – ansonsten wird der ganze Ein- und Ausklarierungsprozess von einem einzelnen Polizeibeamten erledigt, ist also normalerweise um einiges entspannter. Beklagen duerfen wir uns nicht, bis auf die peinlich genaue Bootsinspektion lief alles sehr freundlich und oberkorrekt ab.

Die Wind blaest hier am Ankerplatz auch ordentlich, wir sind nur durch ein Riff von den Wellen geschuetzt. Dafuer liegen wir aber erstaunlich ruhig hier. Der Anker liegt auf 4,5 m Sandgrund und es ist kein Korallenkopf im Weg. Ausser uns sind noch 4 andere Boote vor Anker, wobei wir ueberraschenderweise auch die Taurus mit Babsi und Christoph aus Wien getroffen haben. Wir kannten die beiden schon von Erzaehlungen anderer Boote und ihrem Blog. Gestern haben wir sie dann beim Sundowner auch persoenlich kennengelernt, war ein sehr schoener Abend. Der in ihrem Cockpit montierte Monitor fuer die Wetterdaten sagte uns uebrigens, dass wir hier 30 – 39 Knoten (7-8 Bft.) Wind haben. Fuehlt sich auch genauso an. Manchmal ist es ganz gut, dass wir keinen Windmesser an Bord haben… Das Schoene an dem Wind ist auf jeden Fall, dass wir volle Batterien haben und der Kuehlschrank Tag und Nacht laufen kann.

Juli und August sind im Indischen Ozean die Monate, wo der Passatwind am staerksten weht. Fuer die naechsten Wochen wird es daher wohl so weitergehen mit dem Wetter. Wenigstens segeln wir dann so richtig schnell. Jetzt bleiben wir erstmal eine Weile hier… Internet gibt es nicht, das Versorgungsschiff kommt alle 6-7 Wochen und auch sonst ist hier nicht viel los. Und schoen ist es! Weisser Sandstrand, Palmen, tuerkises Wasser, kleine Riffhaie tummeln sich ums Schiff – Schnorcheln und Tauchen stehen also am Programm!

Verfasst von: Christine | 2. Juli 2014

Kleine Planaenderung

Gestern Abend waeren wir puenktlich kurz vor Sonnenuntergang in Christmas Island angekommen, aber wir sind einfach weitergefahren. Die Segelbedingungen sind gerade ein Traum. Kaum Welle, konstanter Wind und die Thor laeuft durchschnittlich 5 Knoten, seit wir aus Bali losgesegelt sind. Warum also stehenbleiben?

Bis Cocos Keeling sind es jetzt noch 450 Seemeilen und die Grib-Files sagen gleichbleibendes Wetter fuer die naechsten Tage voraus. Sehr gut.

Gestern ueberflog uns ein Patrouillenflugzeug der Australier auf Masthoehe – zumindest fuehlte es sich so an. Nach kurzem Woher und Wohin auf der UKW Funke duesten sie dann auch schon wieder weiter. Zwischen Christmas Island und Indonesein gibt es regelmaessig Bootsverkehr mit illegalen Einwanderern, die sich als sog. Boat People von Schleppern in schrottreifen Kaehnen nach Christmas Island uebersetzen lassen. Und so werden die Gewaesser dann auch entsprechend streng ueberwacht.

Die Boat People sind mittlerweile auch ein Politikum in Australien geworden mit dem Wahlen gewonnen bzw. verloren werden, und so ist es nicht verwunderlich dass die australische Marine mit harter Hand vorgeht. Oft werden die Boote schon auf offener See zur Umkehr gezwungen (was m. E. nach dem Seerecht nicht zulaessig ist), oder die Asylbewerber werden monate- bis jahrelang in Papua-Neuguinea oder auf der gottverlassenen Pazifikinsel Nauru regelrecht interniert. Australisches Festland sehen die Asylbewerber schlussendlich nur in den seltensten Faellen. Pro Einwohner nimmt Australien siebenmal weniger Asylanten auf als z. B. Schweden. Trotzdem scheint der Fluechtlingsstrom nicht abzureissen.

Ansonsten sind wir wieder voll in der Segelroutine drin, der Stapel der ungelesenen Buecher wird im Sauseschritt kleiner. Im Moment futtern wir fleissig unsere frischen Lebensmittel weg, bevor sich die australischen Quarantaenemitarbeiter darueber hermachen. Gestern wurde z. B. unser Rest Parmesan zusammen mit Zwiebeln und Schinken zu lecker Pizza verarbeitet, dazu gab es noch einen schoenen gemischten Salat.

Morgen sind es uebrigens drei Jahre, seit wir in Kiel abgelegt sind. Mannomann, laut Logbuch haben wir bereits 24348 Seemeilen im Kielwasser gelassen…

Aktuelle Position:
S 10 55.31
E 104 20.49

Autor: Christian

Verfasst von: Christine | 25. Juni 2014

Indischer Ozean – wir kommen!

Unsere zwei Monate in Indonesien sind rum und wir werden uns wohl heute auf den Weg Richtung Christmas Island machen. Wir hatten einen schoenen Aufenthalt hier und haben hoffentlich beim naechsten mal etwas mehr Zeit fuer dieses abwechslungsreiche und interessante Land!

Von unserer Reise ins Landesinnere von Bali gaebe es schon Einiges zu erzaehlen, aber in Gedanken sind wir schon hunderte Meilen weiter westlich und so muessen einfach die Fotos von den letzten zwei Wochen fuer die Berichterstattung herhalten!

Wir melden uns von unterwegs wieder via Winlink und Positionsreport! Die Thor ist startklar, wir sind es noch nicht so sehr, aber wird schon werden!

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157645353436165/

 

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Verfasst von: zenfunk | 16. Juni 2014

Der Fisch in der Toilette

Schoen ist’s in Serangan nicht, aber uns gefaellt es trotzdem irgendwie. Die kleine, Bali  vorgelagerte, Insel ist nicht das schmuckste Plaetzchen der Welt, aber gluecklicherweise weit ab der Touristenhotelburgen in Kuta und Jimbaran. Wir sind immer noch feste am Bootsausruesten fuer die anstehende Ueberfahrt. Konservendosen (die gar nicht mal soooo billig sind) bunkern, Fleisch, Wurst und Gemuese einkochen, Riggcheck, Oelwechsel, Stopfbuchse, Gasflasche auffuellen, Wassertanks auffuellen (eine logistische Herausforderung) – puha.

Und dann hat gestern unsere Toilette wiedermal versagt. Irgendwie hat es sich schon angekuendigt, der Schlauch schien schon die letzten Tage etwas verstopft, die gepumpte Wassermenge war deutlich niedriger als normal. Bei dem Mist der hier in der Anchorage rumschwimmt, ist das kein Wunder. Man hofft halt dass sich durch fleissiges Pumpen sdas Problem von selbst verabschiedet – aber, Pustekuchen. Gestern war es dann soweit – kein Wasser mehr, die Verstopfung war komplett. Ich zerlege erstmal alle Schlaeuche – komisch, alles durchgaengig. Dann kann es ja nur noch die Pumpe sein. Ich schraube das Teil auf und siehe da, ein kleiner Fisch blockierte eines der Pumpventile. Wenn es fuer Fische den Darwin Award geben wuerde, dann waere dieser Fisch einer der ganz heissen Anwaerter auf den Titel. Wer kann schon  von sich behaupten im Ventildeckel eines Pump-WCs verendet zu sein.
Seit gestern sind wir endlich mal im balinesischen Hochland – Sightseeing. Die meiste Arbeit ist getan und der Wind in der doch relativ schlecht geschuetzten Anchorage liess auch etwas nach, also nix wie los.

Verfasst von: zenfunk | 7. Juni 2014

Urlaub auf den Gilis

Nach unserem Tauchwahnsinn in Labuan Bajo (hier findet ihr das Fotoalbum dazu: https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157645025404765/) wurde schnurstracks zu den Gili Islands, ein kleines Archipel noerdlich von Lombok motort. Typisch fuer Indonesien war auch hier kein Windhauch zu spueren und der Jockel musste wieder einmal ran. Unser Ankerplatz war vor Gili Air. Eine Touristeninsel mit massig Resorts und – zumindest auf der Ostseite – einem Restaurant am Naechsten. Was fuer ein Kontrast zu Mikronesien. Aber gut, der Oberschock nach mittlerweile gut einem Monat Indonesien war das nicht mehr.

Wir hatten etwas Zeitdruck, da sich meine Schwester und coolerweise sehr kurzfristig auch meine Mutter als Besuch angekuendigt hatten. Bei vier Leuten und mehr als nur ein Wochenende ist ein Zusammenwohnen auf der Thor eher ungemuetlich, weshalb die beiden kurzerhand im guenstigen und sauberen Pongkor Resort einquartiert wurden. Rumhaengen im Restaurant am Strand, Wanderungen um die Insel, Schwimmen, Schnorchelausflug und eine Tagestour nach Lombok standen auf dem Programm.

Lombok war eine Augenweide. Reisterrassen, Affen in den Baeumen am Strassenrand, tolle Tempel und Moscheen und das mittlerweile leider geschlossene Suranadi Hotel mit Schwimmbad das aus kalten (!) Quellen gespeist wird. Den Tipp zum Besuch fuer das Hotel bekamen wir durch ein Buch von Hans Otto Meissner der in diesem Hotel in den 60er Jahren abgestiegen ist und in seinem sehr lesenswerten Buch “Inseln der Suedsee – Sieben Reisen ins Paradies” darueber berichtete. Das mittlerweile sehr heruntergekommene Hotel versprueht immer noch morbiden, kolonialen Charme. Am Beckenrand tummeln sich heutzutage aber ausschliesslich Einheimische.

Anfangs hatte ich in Gili Air noch erwartungsvoll die zahlreichen Tauchshops abgegrast. So wie viele der lokalen Tauchspots gelegen waren, dachte ich man koennte einige Tauchgaenge vom Strand aus machen und wir wuerden dann nur die Flaschenfuellung zahlen muessen. Tauchen fuer lau eben. Einige Tage drauf machten wir dann mal zwei Probetauchgaenge mit dem 5Oceans Tauchshop. Ernuechterung. Obwohl von vielen hochgelobt, war das Riff rund um die Gilis ziemlich kaputt. Man taucht in einer Mondlandschaft. Nur ab und an ragen einige lebende Korallenkoepfe aus dem Schutt hervor. Einige seltene Fische und Schildkroeten gab es durchaus zu sehen, aber von der schieren Masse an Fischen bei den Riffen in Pohnpei oder gar Labuan Bajo war das alles weit entfernt. Auf Rumgeschleppe von Flaschen am Strand hatte hinterher jedenfalls keiner von uns Lust. Das war es den Aufwand einfach nicht wert. Sind wir mittlerweile zu verwoehnt? Wahrscheinlich ja.

Mittlerweile sind wir in Bali angekommen, wo wir uns und die Thor fuer die Ueberfahrt ueber den Indischen Ozean vorbereiten wollen und ein paar Ausfluege ins Landesinnere auch noch nett waeren. Mal sehen.

Und ab sofort sollte auch der Positionsreport wieder in gewohnter Weise funktionieren…

Hier gibt es jedenfalls unsere Fotos von Gili Air und Lombok zu sehen:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157645039005151

 

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Verfasst von: zenfunk | 22. Mai 2014

Labuan Bajo und der Komodo Nationalpark

Eigentlich sind wir ja nur nach Komodo gejuckelt um die Warane zu sehen. Nach einigem Umankern fanden wir im nordöstlichen Hafenausgang ein Ankerplätzchen.  Einmal in der recht touristisch anmutenden Stadt war aber klar, hier dreht sich ja alles ums Tauchen. Gerüchteweise hörten wir schon im Vorfeld ab und an, daß das Tauchen hier ganz gut sein soll, aber nach kurzer Recherche war klar, das hier ist ein Premium- Tauchspot. Eingeweihte, tauchende Leser schmunzeln jetzt sicherlich, irgendwie ist es schon so wie nach Paris fahren und dann bass erstaunt vorm Eiffelturm stehen, aber na ja.

Das Tauchrevier ist nicht ganz einfach und bietet ordentliche Tidenströmungen. Da ist dann recht schnell klar, dass unser übliches Vorghen, also mit dem Dinghi rausgurcken, Ankern und dann mal Tauchen, da nicht geht. Man braucht fast zwingend jemanden der einen am Ende des Tauchganges wieder aufliest. Wir haben also für den Folgetag bei Moritz, der das Komodo Dive Center betreibt, angeheuert. Der Preis stimmte und seine sehr knappe “deutsche”, professionelle Art hat uns auf Anhieb gefallen. Bei ihm und seinem Team fühlten wir uns dann auch immer sicher und professionell betreut. Die Tauchguides waren mit einigen tausend Tauchgängen im hiesigen Naionalpark sehr erfahren und die Bootscrew war superfreundlich und zuvorkommend. Alles in allem eine sehr entspannte Atmosphäre.

Insgesamt machten wir 8 Tauchgänge im Park. Durch die teilweise krassen Strömungen – Festhalten war auf Dauer nicht mehr möglich – stellte sich eine Masse an Fischen ein, wie wir sie bisher noch nie so gesehen hatten. Riffhaie, Schulen von Trevallys, Jacks, Barschen, Moorish Idols und und und. Auch winzige Lebewesen wie das winzige, nur einen Zentimeter große Pygmäen-Seepferdchen, Nacktchnecken, Shrimp und vieles mehr gab es zu bestaunen. Von der Strömung getragen fliegt man am Riff vobei und kriegt den Mund nicht mehr zu. Fast fällt einem der Atemregler raus. Hier haben die Tauchcenterbesitzer mal nicht zu viel versprochen. Alle Tauchgänge waren wirklich Oberklasse.

Witzigerweise trafen wir in unserem Tauchcenter Julie von Taveuni Ocean Sports wieder. Mit ihrem Tauchunternehmen waren wir vor ziemlich genau einem Jahr in Fiji am Rainbow Reef tauchen. Sie ist nicht etwa Fiji untreu geworden, sondern hatte sich einige Wochen Urlaub genommen und war nun ebenso wie wir bei Komodo Dive Center Kunde. Zwei der drei Tauchtage verbrachten wir mit ihr, da konnten wir wunderbar “alte” Geschichten aus dem Pazifik aufwärmen. Was für ein Zufall.

Einen Nachmittag dann, liessen wir einen Tauchgang aus und guckten uns auf der Insel Rinca die wirklich beeindruckenden Komodowarane an. Die an Urzeittiere erinnernde Exemplare erreichten mit teilweise mehr als zwei Meter Länge schon beeindruckende Ausmaße. Nach der neunmonatigen Brutzeit verbringen die Jungtiere die ersten drei Jahre auf den Bäumen, bis sie groß genug sind um nicht mehr von den älteren Artgenossen aufgefressen zu werden. Danach ist vor den Burschen so gut wie nix sicher. Katzen, Hunde, sogar Wasserbüffel und ausgewachsene Wildpferde werden zur Beute. Die Warane beissen ihre Opfer, und falls diese nicht direkt am Biss verenden, so sterben sie dann Tage später an Infektionen, die durch Bakterien im Maul der Warane in die Wunde einschleppt wurden. Neuere Theorien besagen auch dass die Warane selbst ein Gift im Speichel absondern. Ganz geklärt ist das wohl nicht.

Labuan Bajo selbst war nach Maumere wie schon gesagt recht touristisch anmutend. Ein Tauchshop am nächsten, einige Bäckereien werben mit europäischem Brot, Geldwechsler, Leihmopeds, und Little Italy. Lustigerweise haben sich gerade Italiener seit ein paar Jahren den Ort als Haupturlaubs- bzw. Auswanderungsziel auserkoren und so gibt es dort einige ganz pipifeine Italienische Resaurants am Platz. Wer in Labuan Bajo vorbeikommt, die Pizza Margarita mit extra Käse und Chilliöl bei “La Cucina” ist unser Top Tip für den Ort. Warum wir in Indonesien nicht immer indonesisch essen?  Weil die letzte richig gute Pizza ungefähr ein Jahr zurück lag – basta! ;-)

Mittlerweile sind wir aber schon in Gili Air und geniessen wohl das letzte Mal fuer laengere Zeit einen weissen Sandstrand.

Verfasst von: Christine | 22. Mai 2014

Noch ein paar Fotos aus Maumere

Wir sind zwar mittlerweile schon auf Gili Air, einer kleinen Insel im Nordwesten von Lombok, aber ich muss hier doch noch ein paar Fotos aus Maumere hochladen. Ganz unter dem Motto “Tauchen, tauchen, tauchen!”

Und um ein paar Sonnenuntergangsfotos kommt man hier einfach nicht rum …

Ein Bericht uebers Tauchen im Komodo Nationpark und Labuan Bajo folgt in Kuerze!

Verfasst von: Christine | 8. Mai 2014

Abwechslungsreiches Flores

Wir sind nach einer Woche “Urlaub” wieder im Seglermodus und so standen die letzten zwei Tage auch gleich wieder ein paar Wartungsarbeiten auf der Thor an.

Da wir bei der Ueberfahrt jetzt doch ein paar Tage durchmotort sind, wurde also das Oel gewechselt und auch gleich alle Dieselfilter dazu. Dabei haben wir festgestellt, dass wir im Dieseltank wohl irgendeine Substanz rumschwimmen haben, die entfernt an Rostkruemel/ Sand erinnert. Beim Tanken benutzen wir eigentlich immer einen extra Filter, also muss dieses Zeugs wohl schon laenger im Tank sein. Dem Motor scheint es nichts auszumachen, der schnurrt grad wie ein Kaetzchen. Wir werden jetzt dann in Bali nach den naechsten 450 sm wohl noch einmal die Filter checken, je nachdem, wie viel wir jetzt bis dorthin motoren muessen. So lange sich der Motor dran nicht stoert, werden wir wohl ausser Filterwechsel nicht viel unternehmen. Wir haben kein Mannloch, um den Tank jetzt gruendlich zu reinigen. Getriebeoel muss auch noch gewechselt werden, das steht heute am Programm. Im Zuge der Filterwechsel haben wir dann auch noch eine ordentliche Roststelle unter dem Motor entdeckt, wo der Lack einen Sprung hatte und jetzt wohl fuer laengere Zeit immer etwas Seewasser reinsickerte. Also grossflaechig den Lack und Rost beseitigen und wieder mal ein bisschen Pinseln. Gluecklicherweise war der Rost nur oberflaechlich und ging nicht in die Tiefe.

Die Genua benoetigt auch kleinere Reparaturarbeiten. In den Flauten schlaegt die Genua immer wieder mal gegen die Wanten und dadurch sind die Naehte teilweise abgescheuert, aber nichts, was man nicht mit Bordmitteln reparieren koennte.

Die restlichen Arbeiten werden wir dann in Bali erledigen, bevor es ueber den Indischen Ozean geht. Wir konnten hier jetzt zum Glueck auch problemlos unser Visum fuer 30 Tage verlaengern und koennen nun bis 23. Juni im Land bleiben. Und das ohne Schwierigkeiten mit den Behoerden, wir sind echt positiv ueberrascht.

Letzte Woche hatten wir ja Besuch aus Oesterreich und zwar von meinem Papa mit seiner Freundin, die hier im Resort uebernachteten und wir liessen es uns nach der langen Ueberfahrt gut gehen. Vielen Dank noch einmal dafuer! Wir waren auch so richtig als Touris unterwegs und haben zum Einen gemeinsam eine schoene Tour ins Landesinnere gemacht und zum Anderen auch einen ausgiebigen Tauch- bzw. Schnorchelausflug eingelegt. Die Strassen hier auf Flores erinnern in starkem Mass an die Passstrassen in unserer Alpenrepublik und so benoetigten wir auch 3,5 Stunden fuer die rund 100 km zu den beruehmten Vulkankraterseen von Kelimutu. Quer ueber die Insel, sodass wir wunderschoene Einblicke ins Landesinnere erhaschen konnten. Alles ist gruen, die steilen Haenge sind ein einziger dichter Dschungel. Dazwischen ist aber doch immer wieder ein bisschen Platz fuer Landwirtschaftsflaechen wobei uns vor allem die Reisterrassen besonders gut gefallen. Unser Fahrer hat auch ein Auge auf alles neben der Strasse gedeihende Obst und Gemuese und so bleibt er immer wieder neben einem Baum oder Strauch stehen und zeigt uns Kakao, Kaffestraeucher, Palmen aus denen Arak gewonnen wird, Pecannuesse, Gewuerznelken, und vieles mehr.

Die Vulkanseen sind dann auch eindrucksvoll, alle drei Seen haben unterschiedliche Farben, obwohl sie direkt nebeneinander liegen und sogar jaehrlich ihre Farben wechseln. Im Moment sind sie braun, tuerkis und gruen – vor einigen Jahren waren die Seen rot, blau und weiss. Die Farbveraenderungen sind wohl auf aktive vulkanische Aktivitaeten und die Veraenderung der Mineralien in den Seen zurueckzufuehren. Die Einwohner haben natuerlich wieder einen traditionellen mythischen Zugang zu den Seen. Und zwar gehen die Seelen der Verstorbenen in die Seen ein, wobei einer fuer die Kinder und Jugendlichen bestimmt ist (Tiwu Nuwa Muri Koo Fai See), einer fuer die alten Menschen (Tiwu Ata Mbupu See) und einer fuer die boesen Menschen (Tiwu Ata Polo See). Uns gefaellt es auf jeden Fall, auch wenn eine ueber dreistuendige Autofahrt in eine Richtung den ganzen Spass doch etwas bremst. Aber zumindest sieht man so viel von Flores. Am Rueckweg wird auch noch an heissen Quellen gestoppt, ein Bad schenken wir uns aber wegen der heissen Tagestemperaturen.

 

Das Leben spielt sich auf den Strassen ab, am Strassenrand werden auf Planen oder Tuechern, manchmal auch ohne Unterlage, Kakaobohnen und Vanilleschoten getrocknet. Ueberall wird Gemuese und frischer Fisch an kleinen Strassenstaenden angeboten, Waesche gewaschen und palavert. Die Indonesier sind von frueh bis spaet auf den Beinen, und im Vergleich zu den geruhsamen Pazifikbewohnern, die sich jetzt nicht unbedingt durch Geschaeftstuechtigkeit auszeichnen, hat hier anscheinend jeder ein kleines “Business” und versucht Geschaefte zu machen.

So ist es fuer uns auch kein Problem, direkt vom Ankerplatz Diesel und Wasser zu besorgen – die Jungs kommen taeglich mit ihren Auslegerkanus vorbei und fragen, was wir so benoetigen. Selbst die Waesche wird fuer guenstiges Geld von Jimmys und Jacobus’ Schwester gewaschen. Frisch duftend und sauber kommt sie innerhalb eines Tages zurueck, wobei ich bezweifle, dass es hier eine Waschmaschine gibt. Selbst Gemuese und Bier koennten wir bestellen, das besorgen wir uns aber doch lieber selber. Einen kleinen Aufschlag zum Marktpreis muss man dann doch einrechnen und so koennen wir gleich durchs quirlige Gewusel am Markt schlendern und uns nach Herzenslaune aussuchen, was uns gefaellt.

Die Preise sind alle gleich und gehandelt wird bei Obst und Gemuese ungerne – oder vielleicht weil wir Auslaender sind. Aber wir koennen uns ueber die Preise nicht beklagen, ein ganzer Rucksack voll Tomaten, Knoblauch, Gurken, Auberginen, Avocados, Zitronen, Mandarinen, Wasseraepfel und Maracujas kostet uns umgerecht 5 Euro. Was will man da noch gross handeln?

Das beliebteste Fortbewegungsmittel ist hier sicher das Moped, oft sitzen die Leute zu dritt oder gar zu viert drauf (meist ein oder zwei Erwachsene mit ein paar Kindern) und auch als Taxi gibt es hier am oeftesten das Ocek – also ein Moped, wo man einfach hinten drauf mitfaehrt. Wenn wir zu zweit unterwegs sind, etwas schwierig. Aber dann gibt es auch noch die Bemos, umgebaute Busse oder LKWs, die einen auch fuer kleines Geld von A nach B bringen. Wir Weisse zahlen natuerlich immer das Doppelte, da fehlt es uns einfach an der indonesischen Sprache, aber auch hier sind die Preise in Ordnung. Englisch wird hier nur selten gesprochen und auch am Markt verstaendigen wir uns eher in Zeichensprache. Vielleicht sollten wir doch einmal unseren kleinen Indonesisch-Sprachfuehrer waelzen, um zumindest die Zahlen zu lernen.

Ein ganztaegiger Tauchausflug bringt uns auf die von Maumere vorgelagerte Insel Pangabatang. Zwei Stroemungstauchgaenge stehen am Programm und wir sind froh, dass wir einen Guide sowie ein Boot dabei haben, dass uns am anderen Ende des Riffs wieder auffaengt. Wir fliegen nur so dahin unter Wasser, aber es ist wunderschoen. Das Riff scheint sich von den verheerenden Folgen des Erdbebens und darauffolgenden Tsunamis von 1991 wieder gut erholt zu haben. Wir sehen Unmengen an bunten Weich- und Hartkorallen und auch die Fischvielfalt ist ein Wahnsinn. Wir testen auch gleich mal unsere neue Unterwasserkamera. Beim ersten Tauchgang nur das Gehaeuse, ob es wohl auch dicht ist und beim zweiten Tauchgang dann mit Kamera. Die Fotos sind schon recht brauchbar, obwohl wir da noch ganz viel Probieren muessen und erst noch alle moeglichen Einstellungen testen muessen. Aber wir haben ja Zeit. Gleich morgen wollen wir wieder zum Tauchen rausfahren.

 

 

Und hier gibt’s noch mehr Fotos aus Flores:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157644577358765/

 

 

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