Verfasst von: Christine | 10. April 2014

In der Molukkensee

Eigentlich wollten wir ja nach Bitung in Nordsulawesi segeln. Eine sanfte Backstagsbrise mit Wellen nicht ueber einem Meter wiegte uns langsam in die richtige Richtung. Leider war der Wettergott uns nicht hold, und so brachte gerade auf den letzten 150 Meilen ein Tief, das weiter noerdlich von Palau Richtung Phillipinen zog, kraeftigen Westwind – also wiedermal Wind von gegenan. Auch mit hartem Amwindsegeln kamen wir nur auf 50 Meilen an Bitung ran. Eine fiese Gegenstroemung verursachte eine Abdrift um die 30 Grad! So nahe am Aequator stellten sich auch die ersten Gewitterschauer mit entsprechenden Boen und Wellengang ein. Auf langwieriges Aufkreuzen hatten wir bei diesen Bedingungen aber gar keine Lust.

Ausserdem bekommt man beim Einklarieren nach Indonesien erstmal nur einen Monat Aufenthaltserlaubnis, den Monat wollten wir aber lieber im Sueden in Komodo, Lombok und Bali verbringen als beim Segeln durch die Flauten- und Gewitterschauergeplagte, aequatornahe innertropische Konvergenzzone kurz auch ITCZ genannt.

So schmissen wir unsere Plaene kurzerhand ueber den Haufen. Nix mit Bitung, nix mit Tauchen im weltweit besten Revier fuer allerlei Riffgetier wie Nacktschnecken und Shrimp, wir fahren weiter Richtung Sueden und durchqueren dabei die Molukken-, Ceram- und Bandasee.

Kurzer Check nach unseren Vorraeten, haben noch zwei Orangen, nen halben Krautskopf, einige Kartoffeln und Zwiebel sowie Dosenfutter fuer die naechsten drei Monate. Trinkwasser ist auch noch genug da – also ab in den Sueden. Bisher war die Entscheidung ganz gut, das superharte Amwindsegeln hat erstmal Pause, die Schoten bekommen einen ordentlichen Schrick verpasst. Gemuetlich gehts mit zwei bis drei Knoten Richtung 170 Grad Sued, so aequatornah ist das gar nicht so uebel.

Seit wir in indonesischen Gewaessern unterwegs sind begegnen wir immer wieder einheimischen Fischern in ihren Trimaranen. Immer nahe dabei ist ein riesiges Bambusfloss auf dem eine kleine Huette steht. Die Bambusfloesse dienen als FADs (fish aggregating devices) auf gut deutsch sowas wie Fischfallen. So gut wie staendig ist eines dieser Duos irgendwo sichtbar, zum Glueck scheinen sie aber nachts wenigstens mit Arbeitslichtern gut beleuchtet zu sein. Autor: Christian

Verfasst von: zenfunk | 1. April 2014

Das war Palau …

Kommt nicht oft vor, aber zur Abwechslung gibts mal nen Lästerartikel von mir:

So, nach zwei Wochen kehren wir dem Inselstaat Palau auch schon wieder den Ruecken. Im Gegensatz zu den meisten bisher von uns besuchten Laendern weinen wir dem Land keine Traene nach. Im Segelfuehrer Palau wunderten sich die Autoren warum das Land, in ihren Augen ein Geheimtipp, nicht von mehr Booten besucht wird. Wir koennen da denke ich nach mittlerweile genau zwei Wochen Aufenthalt etwas zur Ursachenforschung beitragen. Erst mal das Einklarieren. So ziemlich jede Behoerde die an Bord kommt haelt die Hand auf und langt kraeftig zu. Der Zoll will 50 USD, Immigration ebenfalls und das Linehandling im Hafen kostet 20 USD. Noch keine Stunde im Land, schon 120 USD aermer. Soweit so gut, kraeftige Verwaltungsgebuehren sind wir von Mikronesien ja gewohnt.

OK, dann erst mal um die Halbinsel Malakal rum und in der Bucht von Sam’s Tours an die Gaestemooring des “Royal Belau Yacht Clubs”. Die ersten drei Tage sind umsonst, dann werden 35 USD Jahresbeitrag und 50 USD monatlich fuer die Mooring faellig. Fairerweise muss man sagen, dass es dann im Tauchshop kostenlosen Kaffee satt und es einige Prozente auf gewisse Artikel im Tauchladen und in der angeschlossenen Kneipe auf die Rechnung gibt. Zwei Tauchgaenge mit Sam’s Tours wuerden dann statt der ueblichen 145 USD “nur” 125 USD kosten. Das sind aber leider Preisvorstellungen, die einfach sowas von ueber unserem Budget liegen. Wir sind dann ganz happy, dass wir unsere Tauchflaschen hier fuer nur 5 USD fuellen lassen koennen. So kommen dann eben doch noch einige Wrack- und Hoehlentauchgaenge in der naeheren Umgebung von Malakal, welche in Dinghireichweite liegen, in unser Tauchlogbuch.

Der Ankergrund in der recht weitlaufigen Bucht ist mehr als mau, und mehr als eine handvoll Ankerplaetze gibt es wohl nicht, sodass der flaechendeckende Teppich aus Mooringbojen irgendwie auch Sinn macht. Weitere stadtnahe Ankerplaetze sind bestimmt vorhanden, aber so auf Anhieb zumindest fuer uns nicht ersichtlich. So muss man halt mit einer Mooring beim Yachtclub vorlieb nehmen. Mit konsequenter Anwendung von Moskitonetzen, Insektenspray und Raeucherspiralen laesst sich dort dann auch nach Sonnenuntergang das Gemuet am Ausflippen hindern.

Viel lustiger wurde es dann aber im Uebrigen wenn man mal ins Wasser huepfen will. Als bisher erstes Land auf unserer Reise haelt Palau auch hier die Hand auf. Ein 10 Tages Permit – um, wie es im Gesetzestext steht, “to enter the water in Koror State” (das schliesst auch das Mooringfeld des Yachtclubs mit ein) – kostet schlappe 50 USD pro Nase. Fuer die gesamte Besatzung der SY Thor werden demnach 10 USD pro Tag faellig. Wird man ohne Permit erwischt werden offenbar 400 USD faellig. Ploetzlich wird Baden zum Luxusgut. Der gerade anwesende Polizist in der Rangerstation, in der man das Permit erwirbt, meinte zwar er wuerde uns nicht verknacken wenn wir mal vom Heck des Bootes aus ins Wasser huepfen wuerden, aber darauf verlassen wollten wir uns nicht. Erstens gibt es ja mehr als nur einen Polizisten, und sein Kollege koennte die Sache ja schon wieder ganz anders sehen, und zweitens haben wir auf wiederholtes Nachfragen wegen gewisser Details der doch recht umfangreichen Regularien oft voellig verschiedene Antworten von den Offiziellen bekommen. Also lieber auf Nummer Sicher gehen. Auf die Aussagen inkompetenter Regierungsmitarbeiter ist hier eben kein Verlass.

Prinzipiell hat man mit der Zollgebuehr beim Einklarieren die Erlaubnis zum Cruisen in Palau bekommen. Will man aber mit der Yacht dann tatsaechlich irgendwo hin, dann werden natuerlich wieder Extragebuehren faellig. Im Falle der vielbeworbenen “Rock Islands” sind es 20 USD – gueltig fuer einen Monat. Wegen der “Badelizenz” muss man aber natuerlich nach 10 Tagen zurueck um diese zu verlaengern. Und der berühmte Jellyfish-Lake würde nochmal 50 USD pro Person extra für einen Besuch kosten.

Die Rock Islands sind dann auch tatsaechlich recht huebsch anzusehen und eigentlich recht brauchbare Cruisinggruende, allerdings jetzt auch nix was man nicht schon mal in Tonga oder Fiji gesehen haette. Sicherlich ein toller Anblick, wenn man von Wanne- Eickel aus hier angekommen aus dem Flieger steigt, aber nix was den Nullachtfuffzehn- Cruiser vom Hocker haut.

Fuer das Ausklarieren werden nochmal 50 USD pro Nase “Green Tax” faellig. Auf einem befreundetem Boot haben sie ausgerechnet, dass sie fuer die geplanten 60 Tage Aufenthalt, davon 50 Tage mit “Lizenz zum Baden”, schlappe 1000 USD locker machen muessten. Also ungefaehr 500 USD laufende Kosten pro Monat zusaetzlich. Hierbei handelt es sich aber erst lediglich um Permits, Gebuehren und Steuern. Mit dem Geld ist man noch nirgendwohin gefahren und hat noch keine der ueblichen Aktivitaeten durchgefuehrt. Der Gegenwert fuer das gezahlte Geld belaeuft sich erstmal auf exakt Null Komma Nix. In der Tat sind die Betraege fuer den Daheimgebliebenen evtl. durchaus im “verschmerzbaren” Bereich, und fuer ne Woche Tauchurlaub der hier sowieso einige Tausender kostet, faellt dann z. B. die nur fuer Auslaender faellige Badegebuehr unter ferner Liefen, aber man muss bedenken dass wir hier, wenn auch nur kurz, leben. Wenn in allen Laendern die wir so bereisen, aehnliche Gebuehren erhoben wuerden, dann waere damit unser monatliches Budget mal eben 500 USD hoeher und damit wuerde unsere Reise gar nicht mehr moeglich sein.

Wohin wir in Palau auch kommen, bis auf ganz wenige Ausnahmen fuehlen wir uns nicht sonderlich willkommen, sondern kommen uns hier lediglich als Geldkuh vor, die es zu Melken gilt. Eigentlich schade, gab es doch hier bestimmt eine Zeit als sich die oertliche Kultur noch nicht so wahnsinng vom Rest von Mikronesien unterschieden hat. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit mit der wir in den uebrigen Inseln von Mikronesien empfangen wurden, haben wir aber zumindest hier in der Gegenwart fast vollstaendig vermisst.

Ihr seht schon, so richtig warm sind wir mit dem Land nicht geworden und so machen wir uns nun ausnahmsweise eben nicht schweren Herzens auf nach Indonesien – wenigstens faellt also der Abschiedsschmerz weg. Ach Quatsch – gerade gestern gabs ein duftes Abschiedsgrillen auf der Thor. Unsere australischen Freunde von der SY Lorelei bleiben erstmal hier und so werden sich unsere Wege wohl nicht so schnell kreuzen – also doch wieder Adieu sagen – sniff. Ein paar Fotos gibt es natürlich auch. Wenn man mal aus Malakal rausgefahren ist, dann war es ja ganz nett. Wir haben mit unserer Billig-Unterwasserkamera auch versucht, Fotos vom Wracktauchen zu machen, aber das fällt eher in die Kategorie Moderne Kunst oder so. Zum Glück hatten wir Paul von der SY Lorelei mit seiner Profi-Ausrüstung beim Höhlentauchgang dabei und so haben wir endlich auch mal ein paar gute Schnappschüsse von uns unter Wasser! Ihr werdet den Unterschied bestimmt erkennen. Hier der Link zum Fotoalbum:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157643232534135/

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Verfasst von: Christine | 20. März 2014

Die ultimativen Tauchfotos

Paul von der SY Lorelei hat diese wunderbaren Fotos von unseren Tauchgängen mit den Mantarochen und Mandarinfischen in Yap gemacht – er ist ein echter Profi mit der Kamera unter Wasser!

Thanks Paul, for the awesome pictures!

Photo credits: Paul Hogger – SY Lorelei

Verfasst von: Christine | 19. März 2014

Fotoalbum Yap

Wie versprochen gibt es jetzt die Fotos von unseren zwei Wochen in Yap! Yap-Day, Steinpfade, Steingeld, nette Abende mit neuen und alten Bekannten, …

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157642568733635/

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Verfasst von: Christine | 16. März 2014

Yap – im Land des Steingeldes

Bevor wir in Palau ankommen, müssen wir doch noch ein paar Worte darüber schreiben, was wir in Yap in den letzten zwei Wochen alles so erlebt haben.

Eines der Highlights war bestimmt der alljährlich Anfang März stattfindende Yap-Day. Wir waren gerade rechtzeitig angekommen, um dieses große Festival am 28.02./01.03. besuchen zu können. Die Hauptidee dahinter besteht in der Bewahrung der alten Traditionen in Yap. Dann gibt es natürlich auch noch Wettbewerbe zwischen den teilnehmenden Dörfern, man trifft viele Bekannte wieder, muss nicht arbeiten (ist ein öffentlicher Feiertag) und für Leib und Wohl wird ebenso gesorgt.

Für uns Weiße war natürlich alles neu, wir fühlten uns ein paar Jahrhunderte in der Zeit zurück versetzt. Für die Einheimischen ist das Tragen der traditionellen Bekleidung Pflicht, anders dürfen sie das Festgelände nicht betreten. Frauen tragen daher knöchellange Röcke aus Gras (Frauen und Mädchen von den Outer Islands tragen den typischen bunten Lava-Lava), sind oben ohne und haben ein schwarzes Band um den Hals, das sie als “erwachsen” ausweist. Die Männer tragen Lendenschurze in kräftigen Farben, mitunter ist ein Grasbüschel miteingebunden und den obligatorischen Korb aus geflochtenen Palmwedel. Je älter und einflussreicher der Mann ist, desto größer seine “Handtasche”. Im Wesentlichen ist dort das ganze Zubehör fürs Betelnusskauen untergebracht, also Betelnüsse, Blätter, Kalk und Tabak.

An den zwei Tagen gibt es dann Wettbewerbe im Palmwedel-Korbflechten, Betelnussbaumklettern, Floß bauen, Kokosnuss schälen usw. Am Eindrucksvollsten sind aber bestimmt die unterschiedlichen Tänze, vom Sitztanz bis zum Bambusstocktanz, die als Wettbewerbe zwischen den einzelnen Dörfern ausgetragen werden. Oft werden zwei gleiche Tänze von mehreren Gruppen hinteinander ausgetragen und es sieht immer wieder anders aus. Die Tänze werden von monotonen Gesängen begleitet und man kann durchaus die asiatischen Wurzeln der Mikronesier in diesen Tänzen wiedererkennen.

Als Begleitprogramm gibt es noch Schauwerkstätten, wo ein Kanu repariert wird, Fischreusen gebastelt werden oder ein Stück des Daches vom Versammlungshaus neu gedeckt wird. Am Ende der zwei Tage haben wir ganz schön zu tun, diese ganzen Eindrücke zu verarbeiten und freuen uns echt, dass wir es nach Yap geschafft haben. Kurzfristig wollten wir ja schon mal von Woleai direkt nach Palau, aber das Wetter hatte dann glücklicherweise doch andere Pläne für uns.

Als krasser Gegensatz zu diesem Kulturprogramm stand dann wieder mal Tauchen mit Paul und Lisa von der SY Lorelei am Programm. Yap ist nämlich für zwei besondere Attraktionen unter Wasser bekannt. Da gibt es zum Einen die Mantarochen, die im Nordwesten der Insel täglich durch den Pass schwimmen, um sich von Putzerfischen von Parasiten befreien zu lassen und zum Anderen gibt es dann noch die wunderschönen Mandarin-Fische, die es in dieser Häufigkeit weltweit wohl nur in Yap gibt. Am Samstag nach dem Yap-Day sind wir also um 7.30 Uhr zu den Manta-Rochen rausgefahren und da sich das ganze Spektakel in nur 7 m Tiefe abspielt, konnten wir zwei Tauchgänge mit jeweils eineinhalb Stunden Dauer genießen. Die Rochen schwimmen nur wenige Zentimeter über unsere Köpfe, zum Greifen nahe kommen sie heran, als ob sie auch neugierig wären, wer hier so in ihrem Reich herumschwimmt. Die jungen Rochen rollen ganz quirlig durch die Gegend, dann paaren sich wieder mal welche und die älteren Rochen lassen
sich gemütlich in der Putzstation (ein Korallenriff im Pass) reinigen. Immer wenn wir zurück zum Boot wollen, weil es nach einer guten Stunde im warmen Wasser trotz langem Neoprenanzug kalt wird, kommen wieder neue Rochen vorbei und wir bleiben noch ein paar Minuten. Und dann noch ein paar Minuten… Den Rekord halten aktuell Lisa und Paul, die je Tauchgang 2 Stunden und 16 Minuten unter Wasser waren. Dafür gibt es von Paul aber dann auch Wahnsinnsfotos, die ich hoffentlich in Palau hochladen kann.

Am gleichen Tag steht dann Tauchgang Nummer drei am Programm. Samstag ist nämlich An-/Abreisetag der Touristen und wir Yachties haben deshalb alle Tauchplätze für uns alleine. Ein echter Luxus. Die Mandarinfische sieht man eine halbe Stunde vor und eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang und so wird das seit Langem wieder einmal ein Nachttauchgang für uns. Diese kleinen Fische (Länge max. 6 cm) sind wohl die schönsten und buntesten Fische, die wir je unter Wasser gesehen haben. Wir sind wieder nachhaltig beeindruckt.

Dazwischen verbringt Christian ganze Nachmittage im Internet Cafe bei Willie, ein phillipinischer Ingenieur der vor Jahren mit seiner Familie nach Yap ausgewandert ist. Willies kleines Internetcafe hatte noch alle seine Rechner unter Windows XP laufen. Bei unserem ersten Besuch kamen wir ins Gespräch und da der Support für Windows bald ausläuft haben wir alle seine Rechner auf Linux umgestellt. Wir benutzten Lubuntu 13.10 und das hat dem alten XP an Geschwindigkeit und Stabilität Mal locker den Rang abgelaufen. Ha, wieder sechs Desktoprechner vor der Verschrottung gerettet. Ein aktuelles Windows wäre darauf sicherlich nicht mehr gelaufen. Willies Bruder ist der Elektronikspezialist der Insel und nahm sich im Gegenzug Christines Laptop an. Leider jedoch ohne Erfolg. Wir gurken also immer noch mit nur einem Laptop durch die Gegend.

Auch für die Zuhause Gebliebenen: Ab April wird Windows XP nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt. Zeit auf Linux zu wechseln. Lubuntu CD runterladen, brennen, einlegen und installieren. Dauert im Normalfall keine 2 Stunden und schon hat man wieder ein aktuelles, flottes System ohne Viren etc..

Wir lernen wieder jede Menge super nette Leute kennen, die meisten sind für zwei Jahre in Yap, kommen aus Australien oder USA und arbeiten hier als Lehrer oder Anwälte. Da gibt es dann eine Einladung um die nächste, Gegeneinladungen auf die Thor und die Lorelei und so haben wir auch ein dichtes soziales Programm.

Wir schaffen es sogar noch, ein paar Wanderungen zu unternehmen. Yap ist ja unter Anderen für sein Steingeld bekannt. Früher dienten diese hunderte Kilo schweren runden Basaltplatten – neben Muschelgeld – tatsächlich als Zahlungsmittel. In der Mitte dieser runden Steine befindet sich ein Loch, durch das dann eine Bambusstange gesteckt wird, wodurch das Geld von meist 2-4 Männern transportiert werden kann. Heutzutage wird mit US-Dollar bezahlt, aber jedes Dorf verfügt noch über eine Steingeld-Bank und auch vor jedem Haus finden sich meist ein oder zwei der sogenannten Fai’s. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass dieses Steingeld von Palau mit Segelkanus und Flößen nach Yap gebracht wurde.

Über die ganze Insel sind auch sogenannte Stonepaths – also Steinpfade – verstreut, die oft Jahrhunderte alt sind und früher die einzelnen Dörfer miteinander verbunden haben. Es gibt hier dann auch die Sitte, wenn man fremde Dörfer betritt, dass man immer ein grünes Blatt in der Hand halten muss, um seine guten Absichten zu zeigen. Wenn nämlich jemand mit leeren Händen ankommt, kann der nichts Gutes im Schilde führen. So wandern wir also mit unseren grünen Zweiglein durch die Gegend und freuen uns über die üppige und abwechslungsreiche Vegetation auf Yap.

Der Abschied fällt wieder mal schwer, aber schön langsam müssen wir in die Gänge kommen, wenn wir zu Weihnachten in Südafrika sein wollen. Yap war jedenfalls wunderschön und wir hoffen, dass wir irgendwann wieder mal nach Mikronesien kommen. Die letzen vier Monate hier sind wie im Flug vergangen, jetzt bleiben uns noch ca. 2 Wochen in Palau, bevor wir den Pazifik endgültig verlassen und uns Richtung Indischen Ozean bewegen.

Im Moment haben wir noch 80 Seemeilen bis Palau und alles ist bestens an Bord.

Verfasst von: zenfunk | 9. März 2014

Fotos von Woleai

Mit einiger Verspätung einige Fotos von unserem, leider wetterbedingt viel zu kurzem, Aufenthalt in Woleai. Wie man sieht sind wir doch recht weit weg von zu Hause. Woleai bedeutete außerdem unseren Abschied von den “outer islands” von FSM. Unsere Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Wir fanden eine Kultur vor, die in ganz vielen Dingen gerade erst der Steinzeit entsprungen war, und natürlich ebenso im hier und jetzt verwurzelt ist und Anschluß an den Rest der Welt sucht. Mit wie viel Blessuren dieser Prozess die nächsten Jahre ablaufen wird vermag keiner zu sagen, wir wünschen diesen  wunderbaren Menschen jedenfalls das Allerbeste auf dem Weg dahin.

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157642083675563/ 

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Verfasst von: Christine | 7. März 2014

Geht doch!

Endlich haben wir es geschafft unsere knapp 100 MB an Fotos vom Ant Atoll und Puluwat hochzuladen.  Enjoy…

 

hier gehts zum Fotoalbum von Ant:

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157641886657875/

 

und hier gehts zum Fotoalbum von Puluwat – ein absolutes Highlight unserer Reise!

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157641980309704/

 

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Verfasst von: Christine | 5. März 2014

Erfolglose Versuche

Leider stellt es sich als sehr schwierig heraus, euch mit Bildmaterial von unserer Reise zu den Outer Islands von Chuuk und Yap zu versorgen. Das Internet ist sehr langsam und teuer. In 45 Minuten haben ich es gerade geschafft, 10 Fotos hochzuladen  – Kosten 3 USD. Hm… Vielleicht folgen in den naechsten Tagen noch ein paar mehr Fotos, es koennte aber auch gut sein, dass wir erst in Palau wieder richtiges Internet haben. Bitte also noch um etwas Geduld!

Ansonsten geht es uns sehr gut, wir sind schon wieder seit einer Woche hier in Yap und geniessen die ersten Anzeichen von Zivilisation (Supermarkt, Waschmaschine, Bar und Baumarkt). Ein ausfuehrlicher Bericht folgt in Kuerze. Der erste tropische Sturm im Jahr 2014 ist zum Glueck doch in ziemlicher Entfernung an uns voruebergezogen! Mehr zu Yap und dem traditionellen Yap-Day, der hier letztes Wochenende gefeiert wurde, gibt es im naechsten Artikel!

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Fotos vom Ant-Atoll, wo wir im Januar ca. 10 Tage verbracht haben. Robinson-Crusoe-Feeling pur!

Verfasst von: Christine | 24. Februar 2014

Von Puluwat nach Woleai

Unsere Abfahrt aus Puluwat verschoben wir immer wieder, weil es uns einfach so gut dort gefiel. Wir hatten nun auch schon ein paar Freunde im Dorf gewonnen und auch sie waren recht einfalllsreich, wenn es wieder darum ging, uns noch etwas länger auf der Insel zu haben.

Das 30 Jahre alte Segel vom Segelkanu brauchte dringend Reparaturen und so machten sich dann auch im Laufe der Tage die Männer daran, aus alten Segeln, die ein paar Yachties hiergelassen hatten, den Zuschnitt für ein quasi “neues” Segel zu fertigen. Plötzlich tauchten auch drei Nähmaschinen auf, die zu reparieren waren und da war Christian wieder voll im Einsatz. Er hat sich dann aber auch gleich Iber geschnappt und ihm gezeigt, wie sie dies in Zukunft selber reparieren können. Meist brauchte es nur ganz viel WD40 und die richtigen Einstellungen bei der Fadenspannung usw.

Langsam hatte sich auch rumgesprochen, dass ein Arzt vor Ort ist und so kamen immer wieder ein paar Segelkanus mit Patienten bei uns vorbei bzw. vermittelte Iber wenn wir im Dorf waren ein paar ärztliche Beratungen. Zum ersten Mal konnten wir auch so richtig Gebrauch von unserer Bordapotheke machen. Puluwat gehört zum Staat Chuuk und dort geht es so korrupt zu, dass alles in der Hauptstadt bleibt und auf den äußeren Atollen fehlt es an allen Ecken und Enden. Zwar gäbe es ein Medikamentendepot, aber dort fehlt es vor allem an einer geschulten Person und den notwendigsten Basismedikamenten.

Nachdem wir uns irgendwann doch durchgerungen hatten weiterzufahren, wurden wir bei unserem Abschied aus dem Dorf noch reichlich beschenkt. Vor allem an Proviant sollte es uns nicht fehlen. Wie ein traditionelles Segelkanu wurden wir mit Kokosnüssen in allen Reifestadien beliefert (ca. 25 Stück), eine große Staude Kochbananen (sind so ca. 60-80 Bananen) und eine kleinere Staude süßer Bananen landeten ebenfalls bei uns im Cockpit. Eine dritte Bananenstaude konnten wir gerade noch so ablehnen, ohne jemanden zu beleidigen. Dies erschien unseren Freunden gerade ausreichend Proviant für die 350 Seemeilen lange Strecke nach Woleai, für die wir 3-4 Tage eingeplant hatten. Natürlich viel zu viel! Dann gab es für uns noch Halsketten und Kopfschmuck aus bunten Perlen, ein letzter Spaziergang durchs Dorf und wehmütig gingen wir Anker auf. Eine der schönsten Insel unserer bisherigen Reise lag bald in unserem Kielwasser und wir machten uns zu den Outer Islands von Yap auf, genauer gesagt nach Wol eai.

Die Überfahrt war fantastisch, drei Tage lang Backstagsbrise, Sonnenschein, sternenklare Nächte und gute Geschwindigkeiten. Die Einfahrt durch den Pass nach Woleai war einfach und vor Anker erwarteten uns schon die Lorelei mit Paul und Lisa an Bord sowie die amerikanische Segelyacht Carina mit Leslie und Philip, die wir auch schon aus Pohnpei kannten.

In unseren Köpfen schwirrten noch so viele Eindrücke aus Puluwat herum, dass wir erstmal ein paar Tage brauchten, um uns ganz auf Woleai und seine Bewohner einzulassen. Dort wurden wir auch wieder sehr freundlich aufgenommen, die zwei Chiefs wurden mit einem Sack Reis von uns beschenkt und so hatten wir die Erlaubnis uns im Dorf und auf der Insel frei zu bewegen. Überall wo wir vorbeigingen wurden wir gleich zum Essen eingeladen und wenn wir gerade keinen Hunger hatten, wurden uns ein paar Bananen und Kokosnüsse mit auf den Weg gegeben.

Der Alltag scheint auf der einen Seite noch recht traditionell abzulaufen. Die Kleidung ist noch um Einiges traditioneller als in Puluwat. Die Männer tragen Lendenschurze und die Frauen einen Lava-Lava. Das ist ein von den Frauen selbst gewebtes Tuch in den buntesten Farben, meist mit einem Streifenmuster, das dann mit einer Schnur als Rock um die Hüfte gewickelt wird. Drunter und drüber wird nichts getragen.

Die Arbeiten sind streng zwischen Männern und Frauen aufgeteilt, auch Abends beim Tuba-Trinken (ein Getränk aus vergorenem Kokospalmsaft) sind die Frauen nicht erwünscht und Tuba-Konsum ist ihnen auch nicht erlaubt. Nur zum Abendessen trifft sich die Familie dann gemeinsam. Dafür dürfen die Mädels Betelnuss kauen und ganz stolz lachen sie uns dann mit rot verfärbten Zahnstummeln entgegen.

Ähnlich ging es ja auch schon in Puluwat zu. Dort durften sich die Frauen den Plätzen, wo die Männer arbeiteten, tranken und aßen schon nähern, aber nur auf den Knien rutschend oder gebückt kriechend! In der Familie darf das Geschirr von männlichen Familienmitgliedern nicht von den weiblichen Familienmitgliedern verwendet werden und auch die Wäsche muss getrennt gewaschen werden. Für uns völlig unvorstellbar. Diese Einblicke bekam ich aber auch nur, wenn Christian bei den Männern saß und ich mich zu den Frauen in die Kochhütte verdrückte. Auf die Frage, ob die Frauen dass denn nicht mühsam finden würden, gab es eine ganz einfache Erklärung: sie sind halt so aufgewachsen und erzogen worden und dann ist das ganz normal… Diese Traditionen stammen übrigens noch aus einer Zeit weit vor den Missionaren, zum Glück wurden für uns ein paar Ausnahmen von den Regeln gemacht.

Als Gegensatz zu diesem traditionellen Alltag wurde aber beispielsweise in Woleai gerade eine Satellitenschüssel installiert, die die Insel ab sofort mit Internet versorgen wird. Das erste Jahr gratis, kostet es später 300 USD im Monat. Es gibt zwei Autos auf der Insel und einen Riesengenerator, der abends für elektrisches Licht sorgt und die Hütten mit Strom für Kühlschränke versorgt. Zu den übrigen Insel im Atoll fährt man mit GFK-Booten mit 30 PS Außenbordern und die Krankenstation und Apotheke zählt zu den best ausgestattesten im Nordwest-Pazifik. Nächsten Monat werden Solarzellen für das ganze Dorf geliefert, die von der EU gesponsort wurden. Wir staunen nur noch so. Anscheinend funktioniert die Verwaltung in Yap um Welten besser als in Chuuk.

Wir hätten es schon noch ein paar Tage in Woleai ausgehalten, aber eine tropische Depression in der Nähe von Chuuk mit dem Namen “93 W” bereitet uns gerade etwas Kopfzerbrechen. Die Meteorologen sind sich völlig uneinig, welche Zugrichtung das Tief haben wird und so sind wir erstmal aus Woleai geflüchtet, weil dort der Ankerplatz nicht so gut geschützt ist. Von einem Zyklon ist noch nicht die Rede, aber 50 Knoten Wind vor Anker aus der falschen Richtung machen auch keinen Spaß. Die Wahl lag nun zwischen Yap und Palau. Letztendlich sind wir nun unterwegs nach Yap, weil es ca. 2-3 Tage weniger Segelzeit bis dorthin sind und wir uns dann rechtzeitig einen guten Unterschlupf suchen können. Im Moment haben wir noch 90 Seemeilen vor uns und wir rechnen damit, dass wir Mittwoch in der Früh dort ankommen. Und dann heißt es erst mal abwarten, wie sich das Tief weiterentwickeln wird. Im besten Fall zieht es einfach an uns vorbei. Drückt uns die Daumen!

Verfasst von: Christine | 20. Februar 2014

Ein neuer Herd für Tonia

Eines Abends in Puluwat kam Tonia im Auslegerkanu angepaddelt. Tonia arbeitet als Lehrerin in der puluwatischen Schule. Als “Bezahlung” für eine medizinische Beratung hat sie erstmal vier Kokosnüsse vorbeigebracht. Eigentlich verlangen wir für solche Dienste natürlich nie irgendetwas, aber gelbe Trinkkokosnüsse zurückzuweisen wäre auch doof – die sind nämlich oberlecker ;-). Das folgende Gespräch will ich nu gar nicht weiter breittreten, aber wir kamen auch ganz allgemein auf die Gefahren des Rauchs vom offenen Kochfeuer zu Sprechen. Weltweit ist der Kochfeuerrauch die Hauptursache für Lungenkrankheiten. Im Internet hatte ich mal eine Bauanleitung für einen sog. “Rocket Stove” (bitte googeln, hier in der Pampa komme ich leider nicht an konkrete Links ran) gefunden. Und so vereinbarten wir, dass wir am nächsten Morgen vorbeikommen würden und wir gemeinsam so ein Teil zusammenschustern.

Ein Rocket Stove wird aus einfachsten Materialien – einem alten Blecheimer und einigen Konservendosen – gebastelt, schlägt aber das offene Kochfeuer in fast allen Belangen: – Die Verbrennung läuft viel heisser und damit sauberer ab – weniger Rauch.
- Es wird viel weniger Brennmaterial benötigt – somit braucht es viel weniger Zeit zum Brennholz sammeln. – Die Speisen sind außerdem viel schneller gar.
- Er ist transportabel und kann sogar dort zum Kochen verwendet werden, wo es üblicherweise nicht praktisch wäre ein Kochfeuer zu entzünden.

Tonia hatte einen alten Alutopf rumstehen, der ein Loch im Boden hatte. Dazu noch drei leere Gemüsedosen als Brennkammer und nur mit Blechschere und Dosenöffner bewaffnet gings los. In 20 Minuten war das Werk vollbracht. Die umstehenden Kinder wurden zum Sammeln von Korallenkies losgeschickt. Dieser wurde dann benutzt um den Raum zwischen Topf und innerer Brennkammer aufzufüllen. Üblicherweise wird dafür Holzasche verwendet, diese war aber leider nicht in ausreichender Menge vorhanden – die puluwatischen Frauen halten ihre Küche picobello in Ordnung und bringen deshalb auch die Asche regelmäßig weg. Korallenkies enthält viele Luftblasen und wir hofften so eine ausreichende Isolierung nach aussen hinzubekommen, was letztendlich dann auch recht gut geklappt hat. Sobald der Topf mit Korallenkies aufgefüllt wurde, wurde alles zu einer kompakten stabilen Einheit.

Das Anzünden überließ ich Tonia- sie ist schließlich die Holzfeuerexpertin und kurz darauf brannte das Feuer. Nach einigem Experimentieren brannten auch die hier üblicherweise verwendeten Kokosnussschalen gut und der erste Topf mit dem Nationalgericht Bananen in Kokosmilch wurde aufgesetzt. Tonia war hin und weg. Alle unsere Vorraussagen wurden bestätigt. Das Essen war viel schneller fertig, es entstand viel weniger Rauch und der verminderte Brennstoffverbrauch war lt. Tonia wirklich frappierend. Nach nur einem Gericht meinte sie, dass sie nun nur noch auf dem Herd kochen würde. Tonias Schwester brachte dann noch das Topfgestell für den Petroleumherd, der wie die Faust aufs Auge auf den Rocket stove passte. Jetzt sieht er aus wie gekauft. Übrigens: Der Petroleumkocher ist natürlich nie in Gebrauch – wer kann sich schon Petroleum leisten.

Für das nächste Gericht wurden gleich alle Brüder, Onkel und Tanten in der näheren Umgebung dazugerufen. Alle waren schwer beeindruckt. Mal sehen, ob sich der neue Herd längerfristig hält, oder gar durchsetzt… die Lungen der Frauen würden es ihm Danken.

Wer sich übrigens wundert warum wir immer noch olle Kamellen aus Puluwat zum Besten geben, obwohl unsere Position schon Woleai anzeigt – in Puluwat ist unser Airmail-Laptop (der mit Bluetooth) eingegangen, so dass wir jetzt erst mit ca. zwei Wochen Zeitverzug, mit geliehenem USB- Kabel von der SY Lorelei, wieder Mails verschicken können. Das alte Kabel von uns wollte auch nicht mehr funktionieren, Technik auf See halt…

Autor: Christian

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