Reparaturarbeiten

Die Reparaturarbeiten auf der Thor gehen ganz gut voran. Christian hat die beiden gebrochenen Relingstützen wieder angeschweisst und sie sind auch schon mit zwei Lagen Primer geschützt.

Nach zwei Tagen Regenpause ging es dann weiter mit der Reparatur des Doghouses. Erstmal mit Epoxy geklebt und in den naechsten Tagen werden wir zur Verstärkung noch Holzleisten anbringen. Dann noch alles schön abschleifen und wieder weiß streichen.

Fuer das herausgefallene Fenster haben wir auch schon eine neue Scheibe bekommen. Zufällig war grad ein Schilderhersteller in der Marina, der ein bisschen Plexiglasverschnitt übrighatte und uns so ein neues Fenster geschenkt hat. Müssen wir nur noch abrunden und einkleben.

Und weil wir schon dabei sind, haben wir auch gleich angefangen, wieder ein paar Roststellen an Deck zu bearbeiten. Immer eine langwierige Arbeit, aber bei einem Stahlboot bleibt einem wohl nichts Anderes übrig.

Das Schiffsinnere ist auch wieder gut entsalzt und trocken, das hat fast am meisten Zeit gekostet. Aber jetzt kann dann bald Weihnachten kommen! Wir hoffen, dass wir bis Ende nächster Woche mit dem Gröbsten fertig sind, dann geht es auch mal ein bisschen ins Landesinnere. Und hier noch ein paar Fotos von unserer Fahrt nach Suedafrika:

Knockdown auf der Zielgeraden

Seit gestern liegen wir sicher in der Tuzi Gazi Marina in Richards Bay / Suedafrika nach einer nicht gerade einfachen Ueberfahrt. Neptun hat es uns diesmal nicht einfach gemacht: von Flaute, Am-Wind-Segeln, bis zu einem Sturmtief, war alles dabei. Waehrend des Sturms wurden die Wellen so hoch, dass die Thor von einer Welle auf die Seite geworfen wurde. Unter Seglern wird dieser Vorgang “Knockdown” genannt. Hier mal ein detaillierter Bericht zu unserer ersten richtigen Sturmerfahrung, der zwei Tage danach geschrieben wurde. Die restliche Zeit bis zur Ankunft hatten wir eigentlich relativ entspanntes Segeln und es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich von so manchem Schrecken erholt. Nach einer Woche Abstand kommt uns alles schon gar nicht mehr so dramatisch vor.

Das vorhergesagte Tief hatte leider doch viel mehr Wind im Gepaeck, als wir dachten. Schon in der Nacht von Montag auf Dienstag hatten wir durchgehend 30 Knoten Wind. Tagsueber wurde das Wetter wieder richtig gut und die Sonne strahlte vom Himmel – aber nach wie vor ordentlich Wind. Da dieser jedoch wie vorhergesagt aus Ost/Suedost kam und auch das Tief keine andere Windrichtung bringen sollte, machten wir sehr gute Fortschritte und waren mit 6-7 Knoten (dank einer fuer uns guenstigen Stroemung) unterwegs. Fast glaubten wir schon, dass es einfach so weitergehen wuerde. Schliesslich waren in den Gribfiles auch nicht mehr als 30 Knoten Wind vorhergesagt.

Leider sollte sich diese Hoffnung aber nicht bewahrheiten. Kurz vorm Dunkelwerden zogen auch schon wieder dicke Wolken auf, der erste Regen setzte ein und die naechsten 16 Stunden hatten wir um die 40 – 45 Knoten – auf Nachfrage stellte sich heraus, es waren doch 47 Knoten an Deck – Wind (die Werte haben wir von der Aspasia, die ca. 20 Meilen suedlich von uns war und mit denen wir jeden Tag funken). Es war so viel Wind, dass selbst die kleine Fock noch zu viel war. Das Gross war schon lange geborgen. So packten wir dann in der zweiten Nachthaelfte auch noch die Fock weg und rollten die Genua auf Handtuchgroesse aus, sodass die Thor steuerfaehig blieb. Die Wellen betrugen so zwischen 5 und 6 Meter und waren so kurz und steil, dass sie sich auch schon brachen. Die Selbststeueranlage machte ihren Dienst aber nach wie vor sehr gut. Wir sassen auch einige Stunden draussen, um gegebenenfalls zu korrigieren, das war aber eigentlich nicht notwendig. So fuhren wir dann auch die ganze Nacht weiter. Beide hellwach und gleichzeitig todmuede, aber bis dahin ging alles gut.

Am Morgen, als der Wind sich gefuehlt langsam zu legen begann, geschah dann das Unglueck. Die Thor wurde von einem Brecher auf der vollen Breitseite erwischt und auf die Seite gelegt – ein sogenannter “Knockdown”. Trotz geschlossenen Niedergangs kamen zig Liter an Salzwasser herein. Der Inhalt des Kuehlschrankes auf der Backbordseite kippte in die Navieecke, die Oelflaschen hinter dem Herd verloren ihren Verschluss und flogen quer durch den Salon (natuerlich nebst diversen anderen Kochutensilien, Lebensmitteln, Buechern, etc.), und auch sonst war unter Deck der Ausnahmezustand ausgebrochen. Im Vorschiff und Bad blieb es eigentlich relativ trocken. Das Gute war, dass sich die Thor innerhalb von ein paar Sekunden wieder von selbst aufrichtete und wir wieder weitersegelten. Wir sprangen gleich nach draussen, um zu sehen, wieviel passiert war. Ich uebernahm die Pinne, damit wir nicht gleich noch einmal querschlugen und Christian machte sich daran, die sich losgerissenen Gegenstaende wieder zu sichern. Zwei Relingstuetzen waren abgebrochen, zwei weitere verborgen. Das Dach des Doghouses war an der Steuerbordseite abgehoben. Die Sperrholzteile waren lediglich auf Stoss verleimt. Zudem haben wir eine Scheibe im Doghouse verloren. Die Solarzelle an der Steuerbordseite ein Totalschaden und auch ein paar Kanister und sonstiges Zubehoer waren ueber Bord gegangen. Die Gasflasche am Heck glaubten wir auch schon verloren, als wir aber einen Blick nach hinten warfen, sahen wir sie am Schlauch am Heck baumeln. Die warme Kueche war also gerettet.

Mit dem Mast und den Segeln schien aber alles in Ordnung zu sein, das Ruder reagierte nach wie vor und auch sonst schien nichts Wesentliches an der Thor kaputt zu sein. Auch kein Loch im Rumpf und dergleichen. So segelten wir also die naechsten Stunden weiter. Um uns eine weisse See, Regen, 200m Sicht und verdammt viel Wind. Wie auf einen Schlag war der Wind dann ploetzlich weg, die Wolkendecke riss auf und die Sonne lachte frech vom Himmel. Haette das nicht drei Stunden frueher sein koennen?

Wir sind zum Glueck noch beide an Bord und unversehrt. Die Thor schwimmt und segelt wie vorher. Ein gutes Schiff! Der Rest sind viele kleine Reparaturen, die wir so jetzt nicht fuer unseren Suedafrika-Aufenthalt eingeplant haben. Die Bordkasse wird sich wieder einmal schneller leeren, als eigentlich geplant.

Unsere Elektronik hat auch einen Schwall Wasser abbekommen und gerade unser Kurzwellenfunkgeraet, will sich nicht mehr zu jeder Zeit einschalten lassen. Ein echter Daempfer, gerade jetzt brauchen wir ganz wichtig die Wettervorhersagen, denn wir haben keine Lust von einem an der suedafrikanischen Kueste gefuerchteten Suedweststuermen ueberrascht zu werden. Das hiesse dann Wind gegen den Agulhas-Strom und das wollen wir auf jeden Fall vermeiden. Unser Navtex scheint aber noch zu funktionieren, leider sind wir noch zu weit entfernt, um die Meldungen der Station aus Durban zu empfangen. Hoffentlich klappt das dann auch.

Heute haben wir dann das Funkgeraet zerlegt und in die Sonne zum Trocknen gelegt (ja, die Sonne scheint seit dem Knockdown wieder ununterbrochen, ha ha ha) und vielleicht funktioniert es wieder.

Den Motor haben wir auch zum Test gestartet. Der scheint zu funktionieren. Die Bilge und das Schiffsinnere werden nach und nach trockengelegt und die Spuren von Olivenoel und Salzwasser so gut wie moeglich beseitigt. Wir haben jetzt aber auch nicht Unmengen an Suesswasser zur Verfuegung, um alles gruendlich zu reinigen. Das kommt dann, wenn wir sicher im Hafen liegen.

Wenn wir morgens aufwachen, denken wir immer, dass es einfach ein schlechter Traum war. Wir segeln fein dahin, wenig Wind und Welle und die Sonne scheint. Tagsueber werden wir der vielen anstehenden Arbeiten aber doch wieder gewahr und so sitzen wir dann Abends traurig vor einem Essen, das uns gar nicht schmeckt.

Hoffen wir, dass wir die letzten 550 Seemeilen ohne Sturm schaffen, unser Nervenkostuem und die Stimmung an Bord sind doch ziemlich angeknackst.

Prost, Mahlzeit!

Prost, Mahlzeit!

Unterwegs nach Suedafrika

Nachdem wir unsere Wandersachen wieder in den Untiefen der Thor verstaut hatten und nochmal Wasser und frischen Proviant gebunkert hatten, ging es letzten Montag (24.11.) los Richtung Suedafrika. Der Wetterbericht, den wir uns kurz vor der Abfahrt noch geholt hatten, versprach eigentlich fuer die ersten fuenf Tage sehr gute Bedingungen. Leider hatten wir die ersten drei Tage Probleme mit unserer email- Verbindung und so sind wir gleich am dritten Tag von einer Kaltfront ueberrascht worden. Da hatte sich die Wettervorhersage doch noch einmal geaendert. Die Kaltfront hatte an die 40 Knoten Wind im Gepaeck, aber das Spektakel dauerte zum Glueck nicht laenger als einen halben Tag und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Leider steckten wir dann in einem ordentlichen Flautengebiet fest.

Wir hatten wir abwechselnd mit Flaute und Suedwestwind zu kaempfen und auch eine Stroemung suedoestlich von Madagaskar liess uns immer mehr nach Suedosten treiben. Also doch auf den anderen Bug und zurueck nach Nordwesten! Immer mit der Hoffnung, dass ja laut Wetterbericht der Wind bald auf S bzw. SE drehen wuerde. Letztendlich hat es drei Tage gedauert, bis wir den Wind wieder aus der richtigen Richtung hatten und seit gestern Abend sind wir auch wieder ganz gut unterwegs. Wir sind zwar mitten in der Berufsschifffahrtsroute, pro Tag sichten wir an die 10 Schiffe, aber bislang hatten wir keine Probleme damit. Die Grossschifffahrt haelt in diesen stark befahrenen Gewaessern richtig gut Ausguck und haelt entsprechend Abstand.

Das Wetter wird in den naechsten Tagen nicht grad besser werden. Wir erwarten ein Tief, das von Madagaskar nach Suedosten ziehen soll und unsere Route kreuzt. Mal sehen, wie sich das so weiter entwickelt. Die Wettervorhersagen hinsichtlich der Windstaerke um das Zentrum des Tiefs aendern sich auch taeglich. Schon jetzt ist der Himmel wolkenverhangen und der Wind hat aufgefrischt. Damit einhergehend ist auch eine ziemlich kabbelige See entstanden.

Passatsegeln ist also definitiv vorbei. Wir befinden uns schliesslich in der Zone der wechselnden Winde.

Aber es geht uns gut und soweit ist alles in Ordnung an Bord!

Unsere aktuelle Position ist: S 25 30 und E 048 13, am Montag, 01.12.2014, 13:20 UTC, ca. 895 sm bis Richards Bay

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La Reunion – magnifique!

Erst mal das Wesentliche. Unsere Rollreffanlage ist wieder voll funktionstüchtig. Das Drucklager war von mir falsch herum montiert worden und so quasi außer Funktion. Mit viel Fett und ohne Belastung ergab das einen seidenweichen Lauf, aber nach einigen Reffvorgaengen auf See rieb dann irgendwann Metall auf Metall und alles war eben super schwergängig. Nachdem das Lager nun wieder richtig herum eingebaut ist passt auch wieder alles (aufholzklopf…).

Wegen diverser negativer Berichte im Internet steckten wir unsere Erwartungen für Le Port – unser jetziger Hafen – nicht allzu hoch. Man bräuchte unbedingt ein eigenes Auto für den Aufenthalt, Einkaufsmoeglichkeiten im Ort wären eher mau und sowieso ist Le Port zum Grossteil ein Industriehafen. Letztendlich bewahrheitete sich keine der Vorhersagen. Gut, der Hafen ist nicht mitten im Stadtzentrum, aber schon nach 2 km Fussmarsch ist man drin, und hat einige Supermärkte, Bäckereien usw. zur Auswahl. Der Busbahnhof befindet sich ebenfalls in gut 2 km Entfernung mit Anbindung an den Rest der Insel. In den Hauptort nach St. Denis sind es so nur 30 Minuten, die Fahrpreise sehr moderat.

Wegen diverser Haiattacken in den letzten Jahren ist Schwimmen auf Reunion aktuell nicht empfehlenswert und auch oft nicht erlaubt. Sogar im Hafenbecken werden regelmäßig Bullen- und Tigerhaie gesehen. Wegen Planschereien im Wasser kommt man üblicherweise aber nicht nach Reunion. Man kommt hierher zum Wandern. Das Inselinnere ist nämlich spektakulär schön.

Die Vulkaninsel Reunion ist geologisch noch recht jung, deshalb fand bisher noch kaum Erosion statt. Mächtige, schroffe Kämme wechseln sich mit tiefen Schluchten ab. Der hoechste Berg der Insel, der Piton des Neiges ist 3070 Meter hoch. Im Inselinneren befinden sich drei riesige kreisrunde Täler, ehemalige Vulkankrater, welche nun beliebte Wanderziele sind. Die ersten Siedler dieser “Cirques” waren entlaufene Sklaven, die dort in den damals weitgehend unzugänglichen Bergkesseln Zuflucht gesucht haben. Die Nachkommen dieser Sklaven leben noch immer dort und bessern ihre Sozialhilfe, die vom franzoesischen Staat gezahlt wird, dadurch auf, dass sie den heutigen Rucksacktouristen Schlafgelegenheiten in ihren Wellblechhütten anbieten. Abenteuerurlaub mit Jugendherbergsatmosphäre.

Auch wir genossen die wirklich atemberaubenden Ausblicke und wanderten auf der Canalisation des Orangiers, ein spektakulärer Bergpfad mitten in einem Steilhang gelegen, in den Cirque de Mafate. Bis heute gibt es keine Autostrassen in diesem Talkessel. Alles wird zu Fuss oder per Hubschrauber erledigt. Die Bewohner scheinen aus Seglerperspektive super fit zu sein. Wenn man einem auf den Bergpfaden begegnet, so sind sie zumeist joggenderweise mit kleinem Rucksack unterwegs. Gebummelt ist hier keiner. Mit unseren Seglerbeinen konnten wir da nicht einmal ansatzweise mithalten. Trotzdem verbrachten wir drei anstrengende, aber auch wunderschoene Tage im “Mafate”.

Ein weiterer Ausflug ging in den Cirque de Cilaos. Dieser ist mit Autostrassen, welche aber oft recht abenteuerlich verlaufen, erschlossen. Zweimal geht es durch Tunnels, durch welche der Bus nur um Haaresbreite passt. Einmal fiel während der Tunneldurchfahrt ein Stück Decke auf die Fahrbahn – hat ganz schoen gerumst. Oben in Cilaos angekommen bietet sich ebenfalls ein wunderschoenes Panorama. Durch die bessere Verkehrsanbindung gibt es eine deutlich bessere Infrastruktur.  “Normale” Häuser, Lebensmittelläden, Restaurants, Sportgeschäfte… Man fühlt sich richtig an ein heimatliches Bergdorf erinnert. Uebernachtet haben wir entweder wild (Was in Reunion allerdings erlaubt ist solange es nicht ausdrücklich verboten ist!), oder auf günstigen Zeltplätzen. Für ca. 5-7 Euro pro Nacht bekommt man ein Wasserklosett und eine Dusche (!). Das ist doch mal ein echter Mehrwert. Auch der sparsamsten Seglerseele gehen da die Gegenargumente aus.

Von Cilaos aus bestiegen wir dann den Piton des Neiges. Nach ca. 1700 Hoehenmetern und ca. 6 Stunden waren wir dann am Gipfel. Flugs war das Zelt aufgebaut und nach einem kurzen Nickerchen genosssen wir den Sonnenuntergang auf 3070 Metern. Für Christine war es übrigens der erste Dreitausender – herzlichen Glückwunsch. Am nächsten Morgen wurde es noch im Dunkeln recht geschäftig vor dem Zelt. Etliche Wanderer hatten sich noch zu nachtschlafender Zeit von der letzten Hütte aus aufgemacht, um den Sonnenaufgang zu genießen. An die 50 Trekker fanden sich für das tolle Spektakel ein. Nachdem die Sonne dann etwas hoeher geklettert war, bauten wir schliesslich unser Zelt ab und machten uns auf die Socken. Für den Nachmittag war nämlich Regen angesagt. Pünktlich zur Mittagszeit waren wir dann wieder im Hauptort von Cilaos.

Wir liessen uns ein riesiges, überbackenes Baguette mit Lachs und Käse schmecken. Wir dachten darüber nach, wann wir zuletzt Lachs gegessen hatten (Neuseeland), dass bei den Franzosen sogar das Fast Food Klasse hat, und freuten uns wie Schnitzel dass wir insgesamt, also rauf und runter, nur eine halbe Stunde länger gebraucht hatten, als auf den Wegweisern stand (für Seglerbeine doch gar nicht sooo schäbig). Paradox, rundum zufriedene Segler so weit Weg vom Boot, am Berg – ;).

Parallel zu der ganzen Wanderei gab es natürlich noch eine Menge mehr zu sehen und zu tun. St. Denis wurde von uns erkundet, unser wöchentlicher Cruiser Grilltreff am Strand, welcher sich schon seit Cocos Keeling etabliert hat. Ein Seglerpärchen aus Reunion von der SY Teclena III, Benedicte und Soka, welche wir in Rodrigues kurz getroffen hatten, hat als Heimathafen Le Port und lud uns zu sich nach Hause zum Essen ein. No Brainer. Die Besatzungen von der SY Taurus und der SY Thor liessen sich das natürlich nicht zweimal sagen. In St. Benoit bei den beiden zu Hause angekommen gab es erstmal – typ. franzoesisch – einen ausgiebigen Aperitif mit Sekt und gefüllten chinesischen Teigtaschen. Danach ein Barbecue, das einem Argentinier zur Ehre gereicht hätte. Die beiden hatten sich ein Jahr Auszeit genommen und haben eine Runde im indischen Ozean gedreht. Reunion, Seychellen, Malediven, Thailand, Malaysia, Indonesien und Mauritius. Die beiden hatten ihren Weidereinstieg in die “normale” Gesellschaft ja erst hinter sich und so war es für uns natürlich sehr interessant, wie sie den Schritt hinter sich gebracht hatten, da er uns ja früher oder später auch bevor steht.

Alles in Allem hatten wir hier auf Reunion mit Aktivitäten vollgepackte zweieinhalb Wochen, die wie im Fluge vergingen. Die ersten tropischen Tiefs machen sich allerdings schon auf den Weg hierher, ein untrügliches Zeichen dass die Zyklonsaison eigentlich schon begonnen hat, und so machen wir uns dann Mal auf die Socken nach Südafrika.

Und hier gibt es noch ein paar mehr Fotos zu sehen:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157649020541130/

Bienvenue à La Réunion!

Nach 7 Wochen auf Mauritius und der Abfahrt der World ARC aus Reunion koennen wir uns nun auch endlich wieder auf den Weg machen und eine Insel weitersegeln. Es geht nach Reunion, 136 Seemeilen entfernt. Wir klarieren am Montag Abend aus und tuempeln erst einmal bei sehr wenig Wind die ersten 35 Seemeilen durch die Nacht.

Am naechsten Tag haben wir dann tollen Segelwind, aber die Rollreffanlage truebt unsere Freude etwas. Haben wir am Vortag und auch am zweiten Tag das Segel noch problemlos ausgerollt, eingerollt, wieder ausgerollt und ein paarmal eingerefft, bleibt am naechsten Tag beim Ausreffen die Rollreffanlage komplett stecken. Weder vor noch zurueck – wir sind ratlos. Mit viel Muskelkraft und der Hilfe einer langen Stange als Hebel rollen wir die Genua erstmal ganz aus. So koennen wir, wenn der Wind wieder staerker wird (so laut Grib-Files vorhergesagt) das Segel leicht bergen. Gesagt, getan. Nach einigen Stunden wird der Wind immer frischer und wir entscheiden uns genau im richtigen Moment die Genua zu bergen und mit der kleinen Stagreiter-Fock sowie dem Gross im 2. Reff weitersegeln. Kurz danach faengt es dann richtig zu blasen an, wieder einmal viel mehr als vorhergesagt. Mit dieser Besegelung aber kein Problem. Nur das Raetsel um die Rollreffanlage bereitet uns eine etwas schlaflose Nacht – und dazu eine 2 bis 3 m hohe Welle aus Sueden. Die meiste Zeit muessen wir mehr am Wind als Halbwind-Kurs segeln. Aber es ist ja zum Glueck nicht weit.

Mittwoch Vormittag kommen dann auch wir in Le Port in Reunion an. Orion, Fellow Traveller und Taurus, die alle erst am Dienstag in der Frueh losgefahren sind, warten schon auf uns und berichten ueber Rekordetmale. Naja. Das naechste Mal haben wir hoffentlich auch wieder eine bessere Ueberfahrt. Am spaeten Nachmittag kommt dann auch die Renata an und so ist unsere Runde wieder komplett.

Zu unserer grossen Ueberraschung treffen wir auch gleich am ersten Tag liebe Bekannte wieder, die wir das letzte Mal vor zwei Jahren in Tonga gesehen haben. Bruce und Jeanne von der Jabula. Die beiden kommen aus Canada/Suedafrika und die Wiedersehensfreude ist gross. Ganz spontan laden Sie uns gleich zu einer Inseltour am naechsten Tag ein – Abfahrt um 5 Uhr in der Frueh! Halbumnebelt zwecks Schlafmangel sagen wir natuerlich zu und das war auch genau die richtige Entscheidung.

Wir kurven mit einem typisch winzigen Mietauto ueber die Insel, die Ausblicke sind spektakulaer – man kann es kaum in Worte fassen. Nach etwa 2 Stunden Fahrt befinden wir uns dann am Ziel des heutigen Tages – dem Vulkan Piton de la Fournaise. Zwar reicht es an dem Tag zeitlich nicht, den Gipfel zu besteigen (unsere Gastgeber sind nicht so die Wanderer und haben einen etwas anderen Zeitplan), aber wir sind trotzdem nachhaltig beeindruckt. Wo man vorher noch neben dicht begruenten Bergen vorbeigefahren ist, trifft man ploetzlich auf eine voellig karge Lavalandschaft, die einen an die Mondoberflaeche denken laesst. Die Wolken befinden sich unter uns, wir wandern auf 2.350 m Seehoehe gemuetlich durch die Gegend und geniessen die kalte klare Luft und das beeindruckende Panorama. Wir werden uns in den naechsten Tagen auch ein Auto mieten und den Vulkankrater aus der Naehe besichtigen. Fuer den ersten Tag nach dieser Ueberfahrt freuen wir uns ueber ein paar Stunden leichten Herumwanderns.

Das Hauptaugenmerk des Tages lag aber dann auf einem ‘lecker Braai’! Typisch fuer die Suedafrikaner wird ueberall und jederzeit gegrillt (ein gutes Grillen heisst bei ihnen “lecker Braai”, der Begriff kommt aus dem Afrikaans) und so haben auch Bruce und Jeanne den Kofferraum voll mit einem Grillrost, kaltem Bier, Weisswein, Bratwuersten und Broetchen. Neben der Strasse findet man ab und zu Picknickplaetze mit Feuerstelle und so sitzen wir auf ca. 2000 m Seehoehe und geniessen einen sonnigen, aber schoen kuehlen, Nachmittag. Mit von der Partie sind auch drei Spanier, die ebenfalls um die Welt segeln und von Bruce und Jeanne zum Grillen eingeladen wurden.

Abends sind wir dann bei Doug von der SY Fellow Traveller noch zum Sundowner eingeladen und so sind die Unannehmlichkeiten der Ueberfahrt wieder sehr schnell vergessen. Heute werden wir uns mal um die Rollreffanlage kuemmern – hoffentlich ist es nur ein kleiner Schaden, den wir schnell reparieren koennen. Hier rufen naemlich die Berge und wir wollen so schnell wie moeglich wieder raus aus der Marina im Industriegelaende und die kalte Gebirgsluft schnuppern. Falls wir es nicht reparieren koennen, ist es bis Suedafrika auch kein allzu grosses Problem: wir haben zum Glueck noch eine Genua mit Stagreitern fuers zweite Vorstag und zwei Focks in unterschiedlichen Groessen fuer das Babystag. Das ist fuer die Fahrt nach Suedafrika vielleicht auch gar nicht die schlechteste Wahl.

Erste Eindruecke von Reunion:

Small Scale Charts

Here you can find small scale charts for download.

world.topo

The charts are made from either public domain data from naturalearthdata.com/ or from data from openstreetmap.org which is under the Open Database License. The maps can be used and copied freely according to this license. To my understanding, the copyright is held by Openstreetmap and contributors.

The charts are meant for cruisers who still like to have some form of paper chart around, mainly for trip planning purposes. The downloaded files are meant to be taken to the next copy shop and being printed out on A2 paper.

Although the charts should display all hazards to navigation in one form or the other (and please consider everything inside the 200m depth contour a hazard), currently the maps don’t show all obstacles.

Maps are never complete and the ones here are no exception. They are compiled by using crowd sourced data. The data gets better by the contribution of people like YOU. If you find errors, please tell me about it (e.g. in the comments below), so that the next version could be made better.

These maps are in no way useful for coastal navigation. Please always use other means to navigation (like official charts!) to ensure your intended route is clear of obstacles.

By the way, I’d like to introduce you to the OpenSeaMap Project (short: OSeaM). Its goal is to produce a libre and open source nautical chart of the world. Some of the data used in these small scale charts is derived from the OSeaM data. This data is provided by sailors like YOU.  If you have local knowledge, please consider improving the map yourself- it is not that hard to do. Also, if you have gps tracks with depth data, please upload them to depth.openseamap.org. In the long run everyone will benefit from OSeaM. Since we started our circumnavigation on SY THOR three years ago, we use the OSeaM Garmin charts with great success.

hawaii  Hawaii

 

 

 

frzpoly French Polynesia

 

 

 

panama  Central America

 

 

 

galapagos  Galapagos

 

 

 

carribean  Caribbean Sea

 

 

 

azores  Azores

 

 

 

centralatlantic  Central Atlantic Ocean

 

 

 

northatlantic  North Atlantic Ocean

 

 

 

southeastatlantic  South East Atlantic

 

 

 

indiannorth  Indian Ocean North

 

 

 

indianoceaneast  Indian Ocean East

 

 

 

indianoceanwest  Indian Ocean West

 

 

 

southchinasea  South China Sea

 

 

 

marshallislands  Marshall Islands

 

 

 

tasman  Tasman Sea