Rias, Rias, Rias

Bayona ist in Sichtweite, bzw. war es bis heute morgen. Dann haben wir uns doch entschlossen in die Ria de Vigo hineinzufahren. Aktuell befinden wir uns nach eineinhalb Wochen Ankern wieder einmal in einem Hafen- in Cangas. Unsere vielen Besorgungen müssen wir leider auf Morgen verschieben da hier heute eine Fiesta steigt. Leider sind dann alle Geschäfte zu. Nichtmal der Supermercado hat offen- geschweige denn der Gasmann- unsere Gasflaschen müssen wir wieder mal füllen lassen. Die erste ist uns am Tag vor der Abreise aus Kiel leer geworden, die jetzt sich in Gebrauch befindliche ist leider schon arg zur Neige gehend.

Nach der Rundung des Kap Finisterrre haben wir uns – auf besseres Wetter wartend – in der Ensenada de Muros verkrochen. Richtiges Schietwetter- Wolkenverhangen- Regen- keine Sonne, ich glaub ich bin in Kiel oder so. Ein Tagesausflug nach Santiago de Compostela war sehr lohnenswert. Die ganzen Pilgerhorden mit ihren Arcteryx Rucksäcken waren schon sehr belustigend. Der restliche Kommentar von Christian zu Santiago wurde hier von mir zensuriert (Christine). Meine Großeltern lesen das auch 🙂

Nach Muros haben wir uns dann in Ruhe die Rias- also die weiteren Flussmündungen angeschaut. Wunderschöne Ankerbuchten mit perfekten Stränden- vielleicht etwas zu viele Menschen dort, was dazu führte das wir nicht wirklich Lust verspürten an Land zu gehen. An der letzten Bucht – wie wir relativ schnell herausfanden- mit FKK- Strand war es dann doch sehr lustig. Aber wir sind trotzdem nicht an Land gegangen…

Morgen müssen wir wie gesagt nochmal Proviant- Gas etc. bunkern, dann werden wir evtl. Vigo- oder Bayona ansteuern. Mal sehen. Jetzt erst Mal Fiesta…

Nordspanien

Gerade treiben wir uns in Nordspanien in den Rias – Flußmündungen – rum. Wir befinden uns aktuell in der Ensenada de Muros. Da wir jetzt ja Zeit haben, ankern wir viel und lassen es uns gutgehen. Leider Sind die Internetverbindungen vor Anker irgendwo zwischen ganz schwach und nicht vorhanden, weshalb wir uns nur sehr selten melden können.
Die Rundung des Kap Finisterre hatten wir standesgemäß bei einem strammen sechser Wind, idealerweise allerdings von hinten, gerundet. In Böen hatten wir 7-8 Bft. Die Thor lief super. Bis 8 Knoten am Tacho- geilo. Das Kurze aufkreuzen in die übernächste Ankerbucht war dann zwar ruppig, hat aber trotzdem viel Spaß gemacht. Mit zwei Reffs im Groß, und zuletzt etwas eingerollter Genua kein Problem.

Bordalltag

Hier mal ein kleiner Einblick in den Bordalltag:

Gestern und heute war Christian den ganzen Tag damit beschäftigt, die Elektrik am Schiff zu verbessern. So wurde beispielsweise ein Batteriemonitor eingebaut, der uns immer zeigt, wieviel Ampere wir verbrauchen und wieviel von Wind und Sonne nachgeladen wird. Dann noch eine Trenndiode (dadurch wird beim Laufen des Motors nicht nur die Motorbatterie sondern auch die 3 Verbraucherbatterien geladen) und ein Solarladeregler – der kontrolliert irgendwie das Laden und Entladen der Batterien über die Solarpaneele (oder so ähnlich 🙂 ). Dient alles zur Verbesserung unseres Schiffes – yippiee!

Fummelarbeit in der Hundekoje und in der Backskiste

Ich hab mich den ganzen Tag fleißig um die Wäsche gekümmert – hier trocknet das Ganze endlich auch mal an der Sonne und wir sind nicht auf die Trockner in der Marina angewiesen! Diese Freude verstehen jetzt wahrscheinlich wieder nur die Mädels, aber es ist toll, trockene Sachen am Schiff zu haben!

Waschsalon THOR

So müssen wir beispielsweise Salz, Chillies oder das Waschpulver immer wieder mal an die Sonne stellen, weil halt echt trotz der geschlossenen Behälter Feuchtigkeit reinkommt. Hat irgendjemand einen besseren Trick? Im Salzstreuer sind schon Reiskörner drinnen…

Endlich Sonne

Ich durfte heute noch mal shoppen gehen in La Coruna – und weil grad Sommerschlussverkauf ist, gab’s ein p(P)aar neue Schuhe 🙂 *freu*

Morgen geht’s weiter nach Süden, aber nur ca. 20 sm in die nächste Ankerbucht! Spanien ist schön!

 

Oktoberfest in Spanien

Da segeln wir nun schon mehr als 1200 Seemeilen um mal was Anderes zu sehen und dann landen wir in La Coruna am Oktoberfest 🙂 Die Musik haben sie noch nicht so drauf, aber das wird schon noch… Vielleicht sollte ich mal einen Kontakt zum Österreichischen Blasmusikverband herstellen 😉 Und ich hab natürlich kein Dirndl mit – vielleicht schickt mir das ja wer nach? Scheint so, dass man das doch öfter brauchen könnte!

War trotzdem eine lustige Nacht… nach einem Bier im Oktoberfestzelt genossen wir noch ein riesiges Feuerwerk am Strand und dann wanderten wir in der Altstadt von Bar zu Bar…. wir fielen erst in den frühen Morgenstunden in unsere Kojen.

Hier gibts ein paar Bilder:

Oktoberfest auf spanisch

Geschafft…

Puha. Da haben wir nun das Boot mit mehr Diesel als Wind durch die Nordsee und die Kanäle geprügelt, nur um noch rechtzeitig vor den Herbststürmen durch die berüchtigte Biskaya zu kommen und dann hatten wir da tatsächlich Flaute. Von drei Tagen ununterbrochener Fahrt hatten wir leider nur ca 4 h Segelwind. Den Rest liefen wir unter Maschine. Trotzdem waren es drei wunderschöne Tage. Freitag Nachmittag kamen wir dann in A Coruna an.

Wir waren beide fest im Wachrhythmus eingeteilt- natürlich wurde der zumindest tagsüber etwas aufgeweicht- der der die Hundewache hatte (ich), schlief meist den halben Vormittag durch. Gleich in der ersten Nacht begleitete uns eine Horde Delfine- bis zum nächsten Nachmittag. Da fliegt dir der Draht aus der Mütze. Christine hat sogar einen Wal gesehen. Bei der Ankunft in A Coruna hatten wir dann dichte Nebelsuppe,  die sich aber mit ordentlichem Ausguck und AIS Radar gut bewältigen ließ. Bis auf ein paar Fischer war glücklicherweise auch nix Großes unterwegs. Für uns war es das erste Mal so richtig Blauwassersegeln (OK, -motoren) und es war eigentlich genauso klasse wie man es sich vorgestellt hat. Phantastisch.

Blauwassersegeln

Jetzt ist für uns erstmal Entspannung unter spanischer Sonne angesagt, man merkt richtig, wie die Anspannung der letzten Wochen abfällt. Es fühlt sich erstmals so richtig wie Urlaub an. Zum ersten Mal müssen wir nicht da und dann irgendwo sein, wir können jetzt erst Mal einige Gänge zurück schalten.

Hier gehts zu den Bildern:
http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157627307805731/

Frankreich, ein heiß/ kalter Empfang

Dass wir uns schon lange nicht mehr gemeldet haben, hat einige Gründe, aber lest selbst:

Vor 8 Tagen fuhren wir von Dartmouth nach Falmouth. Wir sind fast den ganzen Tag wegen Flaute motort (entgegen des Wetterberichtes…). Zwei Seemeilen vor Falmouth frischte der Wind auf und so entschieden wir uns spontan gleich nach Süden, nach Frankreich abzubiegen.

unterwegs nach Frankreich!

Ab 3 Uhr nachts schlief der Wind aber wieder ein und wir mussten das letzte Stück Richtung Bretagne, zuletzt auch gegen die Tide, motoren.

In einer wunderschönen Ankerbucht nördlich von Le Conquet haben wir den Anker seit Wochen wieder einmal auf Kontinentaleuropa fallen lassen. Zum Abendessen gab es leckere Pasta, ein Gläschen Rotwein und ein wunderschönes Feuerwerk im ca. 1 km entfernten Ort…. und französische Hits aus dem Radio (ganz passend wurde dann auch „Voyage, Voyage“ gespielt). Wenn das mal nicht ein Spitzenempfang ist!

Landfall nach 170 Meilen segeln

Am nächsten Tag ging’s dann bei gutem Segelwind weiter Richtung Brest, wo es dann so am frühen Nachmittag plötzlich gewaltig krachte. Idiotischerweise hatte ich (Christian) die Karte nicht genau genug studiert und den einen „Kropfn“ übersehen – österr. Seglerjargon für Felsen… Christine hat sich im Salon unfreiwillig auf den Hintern gesetzt,  ich bin im Cockpit herumgeflogen. Glücklicherweise ist uns bis auf ein paar Abschürfungen und blaue Flecken nix passiert. Die THOR zog sich eine ordentliche Beule am Kiel, und leider auch einen winzigen Riss (5 mm) im Stahl, zu. Letzteres stellte sich erst heraus, nachdem wir im Hafen von Camaret-sur-Mer an der Kaimauer trockengefallen sind.

gar nicht so schwer das "trocken fallen" lassen

Wir ließen deshalb die THOR aus dem Wasser kranen. Nach kurzer Schweißarbeit (selbst gemacht 🙂 ) und etwas Epoxyspachtel war die THOR glücklicherweise wieder heile und wir konnten mit dem Farbaufbau beginnen. Drei Tage später und um etliche Euros erleichtert schwimmt sie wieder! Gerne hätte ich einen Profischweisser drangelassen, aber leider war der Kostenvoranschlag bei ca 700 € gelegen- grummel. Nunja, ist ja erstmal gutgegangen.

trotz des massiven Kiels aus Stahl - innen mit Beton gefüllt - hat die THOR doch ein paar Dellen davongetragen... tut uns leid, liebe THOR!!!

Am Ankerplatz von Camaret warten wir jetzt – endlich wieder mit guter Laune – auf den richtigen Wind für die Biskaya-Überquerung. Im Moment sieht es danach aus, dass wir Montag oder Dienstag ablegen könnten. Auf die Erfahrung mit dem Felsen hätten wir echt verzichten können, aber wieder was gelernt – wir werden wohl noch besser aufpassen müssen in Zukunft…

wir sind froh, wieder im Wasser zu sein!