Die schwimmende Werkstatt

Wir sind seit Montag in Portimao und ankern hier direkt hinter der Außenmole. Schön geschützt und trotzdem nicht weit weg von der Stadt, wo wir alles für die Überfahrt nach Madeira (ca. 460 Seemeilen = 850 Kilometer) besorgen können. Die Woche passte uns der Wind aber noch nicht und es gibt noch Einiges an Verbesserungsarbeiten am Schiff durchzuführen.

Seit drei Tagen erneuert der Captain jetzt schon die Elektrik und heute ist er damit fertig geworden! Ich kann nur sagen – Hut ab! Bin echt begeistert, wie übersichtlich die Elektrik jetzt sogar für mich geworden ist 🙂 keine wöchentlichen Ausfälle mehr, weil irgendwo wieder eine Sicherung kaputt war, kein Kabelsalat mehr und das alles sieht auch noch richtig gut aus 😀 voll cool! Es wurde von Christian übrigens alles selbst zusammengebastelt, keine fertigen Schalttafeln aus dem Yachtzubehör verwendet! Irgendjemand hat hier wohl den Beruf verfehlt 🙂 Wir sind stolz drauf und alles funktioniert wieder!

Die Solarzellen kriegen hoffentlich auch noch bis Ende der Woche einen neuen Regler eingebaut, der mit der geballten Sonnenkraft von zwei großen und drei kleinen Solarpaneelen auch klarkommt (beim alten Solarladeregler ist bei 8,8 Ampere Leistung Schluss – zu wenig!) – der „Neue“ kann dann 20 Ampere regeln.

Und das Wichtigste: die Amateurfunkanlage wird auch in den nächsten Tagen installiert! Wir sind zwar realistisch darauf ein

gestellt, dass das Ding dann nicht gleich funktionieren wird, weil wir uns ja erst mit der Technik vertraut machen müssen, aber zumindest ist dann schon mal alles eingebaut, was im Moment noch in der Hundekoje rumfliegt – ergo mehr Platz für Wasserkanister, Vorräte oder Sonstiges 😉

so, hier mal ein paar Bilder vom alten und neuen Elektrik-Paneel: gut geworden, oder?

die alte "Schaltzentrale"
... ein ziemliches Durcheinander
und so schaut es NEU aus!
... mit netten Details
das neue Innenleben!!

Fooootos

Hier noch ein paar Fotos nachgeschoben von unserer Fahrt um das Kap Sao Vicente nach Sagres.

Delfine

In Sagres befand sich übrigens die alte Navigationschule von Heinrich dem Seefahrer. Vor Jahrhunderten hat er an diesem Ort, dem damaligem Ende der Welt, Fachleute aus verschiedensten Bereichen (Astronomie, Mathe etc.) zusammenkommen lassen um das damals aktuelle Wissen zur Navigation zusammenzutragen. Eine erstaunliche Leistung welche es dann Portugal ermöglichte mit grandiosen Entdeckungsfahrten (und der damals leider wohl üblichen Unterjochung und Konolialisierung der entdeckten Länder) an die Weltspitze aufzusteigen.

Sagres

X-treme Fishing

This is especially for Dean and Elliot- the two pro fishers I know. Look at the effort the Portugese are putting into their fish catching: This is what I call dedication…. the cliffs are 60 m high…

60 m high cliffs
... and here's the fisherman!!!

 

Algarve ist da, wo der Atlantik Badetemperatur erreicht …

Wir sind seit gestern Abend in Sagres – an der Südküste Portugals angekommen. Dieser Abschnitt Portugals wird auch Algarve genannt. Das Cap Sao Vicente wurde standesgemäß unter Segeln umrundet (fantastisch bei Sonnenuntergang!!!) und jetzt sitzen wir hier am besten Strand, den wir seit langem gesehen haben. Links und rechts Steilküste und in der Mitte feinster goldener Sandstrand – und jetzt haltet euch fest: der Atlantik ist hier so warm, dass man angenehm im Wasser planschen kann!!! Die Sonne brennt runter und im Cafe am Strand gibts Internet!

Wir melden uns später wieder! Wir müssen hier erst mal genießen!

Christine und Christian

PS: Bilder folgen…. auch von den Delfinen, die uns gestern fast den ganzen Tag (62 Seemeilen) begleitet haben!!! Einfach Wahnsinn!

Shopping in Sines

Sines ist wirklich eine hübsche Stadt (obwohl gerade die Altstadt renoviert wird und kein Pflasterstein mehr auf dem anderen liegt) und wir können alles finden, was wir gerade so brauchen. So zum Beispiel ein Elektrokabel für die Installation der Amateurfunkanlage. Natürlich erst einmal zu einem kleinen Lädchen im Zentrum, die unsere gewünschte Kabelstärke nicht haben. Dort werden wir aber dann weiter geschickt in das Industrieviertel. Aber es sei echt weit, meinte die nette Dame.

Und tatsächlich haben wir heute einige Kilometer zu Fuß abgespult. War bei den sommerlich heißen Temperaturen fast etwas anstrengend. Aber ein Top-Laden, wo wir dann auf Anhieb alles bekommen haben und das auch noch zu einem echt guten Preis.

Und jetzt kommt das Beste. Auf dem Weg zum Elektroladen haben wir einen LIDL gefunden. Mit deutschen Produkten… echt witzig. Sogar die Produktnamen waren auf deutsch und englisch auf den Packungen gestanden. Die armen Portugiesen… Wir haben uns gefreut, wieder einmal ein paar Dinge zu ergattern, die wir schon seit Monaten nicht mehr in den Supermärkten gesehen haben. Eigentlich überhaupt nichts Essentielles, aber nett war’s trotzdem. 🙂

Morgen gehts weiter, wir haben uns im Hafen wieder Frischwasser und Diesel geholt und auch wieder mal Wäsche gewaschen. Jetzt können wir wieder ungestört ankern!

Bis demnächst!

Und hier gibt’s Bilder von Sines:

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157627728545864/

im Castello von Sines

Von Cascais nach Sesimbra und Sines

Nach unserem langen Schlag von Leixos nach Cascais und einem lägeren Aufenthalt dort vor Anker wegen mehreren Tagen Starkwind ging es weiter zum knapp 30 Meilen entfernten Sesimbra. Da wir fast eine Woche Aufenthalt in Cascais hatten, waren wir wohl zu ungeduldig da wir wieder einmal Schwachwind mit alter Welle von der Seite hatten – urgs. Erst nach einigen Stunden Romgerolle gab es wieder ordentlichen Wind, der wenigstens etwas Stützwirkung hatte. Als wir dann in Sesimbra ankerten, war die Enttäuschung dann doch recht groß- ein typisches kleines Fischerdorf das von Tourismus mit zahlreichen Hotelburgen komplett versaut wurde- da hat man gar keine Lust mehr das Dinghi aufzubauen. Wir verkrochen uns nach unten und haben Pizza gebacken. Die war dann allerdings erstklassig. Am nächsten Tag hieß es dann Ankerauf- Kurs Sines. Im Moment geht es mit 4-5 Knoten auf Halbwindkurs dahin- das ist Segeln wie Vatterns Sohn es mag.

Und mittlerweile sind wir auch schon angekommen in Sines. Wir liegen wieder vor Anker, aber haben gleich einen besseren Eindruck von dem Ort als von Sesimbra. Alt und Modern wurde scheinbar gut kombiniert. Morgen gibt es Landgang und wir werden mehr darüber berichten. Zumindest ankern wir schon mal direkt unterhalb der Statue von Vasco da Gama, dem berühmten Seefahrer, dessen Geburtsort Sines ist.

Außenborder versenkt?

Nun schreibe ich mal ein kleines How-to- zwar nicht aus gegebenem Anlass, das Malheur ist uns nämlich schon vor einiger Zeit, in Nordfrankreich passiert, aber Ähnliches kann ja immer wieder Mal passieren. Im Internet gibt es verschiedenste Anleitungen was jeweils zu tun ist, wenn der Aussenborder Wasser geschluckt hat. Hier ist das, was ich mir aus der Fülle der Informationen zusammengereimt hatte- letztendlich hat es auch prima funktioniert (trotzdem repariert jeder seinen Aussenborder nur auf eigenens Risiko- ich bin sicherlich kein Motorenfachmann und kann für eure Motorreparatur natürlich keine Garantie etc. übernehmen- bla,bla…):

Wenn der Aussenborder unter Wasser ist dann hat man nur wenig Zeit, das Teil zu retten. Schon nach kurzer Zeit fängt der Motor innerlich das Rosten an und dann ist es bald zu spät. Man redet hier von Stunden(!), nicht Tagen. Bei meinem Motor war die Elektrik gut verkapselt, so dass da kein Wasser Schaden anrichten konnte- puha.
Also ans Werk:
Aussenborder raus. Gründlich äusserlich mit Süßwasser spülen. Verkleidung ab. Nochmal alles mit Süßwasser durchzoschen. Das wichtigste Teil ist wohl der Vergaser und Zylinder. Also ordentlich Süßwasser in die Luftansaugöffnung ballern. Dann Zündkerze raus und den Zylinder spülen. Ruhig mal das Starterkabel anreissen, dass das Wasser auch zur Kurbelwelle etc. kommt. Anschliessend habe ich alles nochmal größzügig mit Spiritus gespült. Der Spiritus verdünnt sozusagen innen die Wassertropfen zu einem Wasser/ Spiritusgemisch. Da der Spiritus leicht flüchtig ist, verdunstet er und das zurückbleibende Wasser ist von der Menge her viel weniger. Anschliessend kommt ein Spülgang mit Motoröl. Wie gesagt- die kritischen Punkte sind Zylinder (mit nachgeschalteter Kurbelwelle) und der Vergaser. Den Sprit im Tank konnte ich vergessen- das war zur Hälfte Seewasser- also weg damit in den Altölbehälter. Neuen Sprit nachfüllen und Motor starten. Bei mir hat das o. g. Procedere funktioniert- der Motor startete nach dem Ölbad sogar besser als vorher. Nunja, hoffentlich bleibt das so, in der Betriebsanleitung stand das der Vergaser über kurz oder lang wohl über den Jordan gehen wird- mal sehen.
Obiges gilt für Zweitaktmotoren, bei Viertaktmotoren stehen noch ein bis zwei Ölwechsel an, da ja in die Ölwanne sicherlich über die Entlüftungsöffnung Wasser eingedrungen ist.

Hoffe euer Aussenborder tut es danach wieder, happy sailing, Christian.

jetz' geht a wieda

Stürmische Nächte

Heute leiden wir etwas an Schlafmangel. schon seit zwei Nächten braust hier der Wind über den Ankerplatz und wir müssen uns echt erst wieder an das Heulen in den Wanten und das Knarzen und Rucken der Ankerkette gewöhnen. Klar, wir könnten auch in den Hafen fahren und dort ruhig schlafen. Wollen wir aber nicht…. Erstens kommen wir irgendwann in Gegenden, wo es dann nicht mehr so schnell eine Marina zum Verstecken gibt und zweitens spart es einfach Geld, hier vor Anker zu liegen. Die THOR kümmern die Sturmböen anscheinend wenig – wir bewegens uns keinen Millimeter. Gut so!

Wir sind jetzt seit Dienstag Abend in Cascais, wo wir den schönen Strand und die Nähe zu Lissabon schon nutzen konnten. In der Stadt selbst ist alles sehr touristisch, alle Menüs werden in drei Sprachen übersetzt auf riesigen Schildern vor den Lokalen präsentiert und an jeder Ecke hört man deutsche Touris 🙂 … man kann aber auch einfach auf seinem Schiff bleiben, baden gehen, lesen, Sonnenuntergänge genießen und einmal am Tag an Land fahren, um sich ein bisschen die Beine zu vertreten.

Die Fahrt hierher war zum ersten Mal seit Langem wieder einmal eine Nachtfahrt – sind Montag in der Früh in Leixoes gestartet und Dienstag ABend sowie 165 Seemeilen später in Cascais angekommen. Wir hatten Segelbilderbuch-Wind, in der Nacht fuhren wir allein mit dem Blister und wir machten wirklich gute Geschwindigkeiten. Nur in der Früh am nächsten Tag wollte ich den Blister dann gegen die Genua eintauschen – Wind von 5 bis 7 Beaufort war angesagt und da ich nun mal die Vorsichtigere von uns Beiden bin, wurde der Plan auch in die Tat umgesetzt. Gut, wir hätten zugegebenerweise noch ein paar Stunden letztendlich damit fahren können. Aber das weiß man ja vorher nicht. Ums Cabo de Roca waren wir aber dann froh, nur die Standardbesegelung (Groß und Genua) draufzuhaben, weil wir diese schnell reffen konnten, als der Kap-Effekt uns ziemlich schnell nach Süden schob. 8,6 Knoten – da hat dann auch die Selbststeueranlage nicht mehr gewollt – und wir fuhren nur noch mit gereffter Genua nach Cascais. Noch immer mit mehr als 6 Knoten Geschwindigkeit, was für unser Stahlschiff echt schnell ist. Die Thor hat dann auch – wieder mit Hilfe des Windpiloten – den Kurs eisern gehalten und als dann die Delfine um die Wette schwimmen wollten, hatte sie anscheinend so richtig Spaß an der Sache. Wir auch 🙂 Die Wellen waren aber echt übel, weiter im Norden, wo wir gerade einen Tag vorher noch waren, wurden sogar Häfen gesperrt und eine „Heavy Wave Warning“ über das Navtex und Funk ausgegeben. Gut dass wir da wegwaren – aber die Restdünung vom Sturm im Norden bekamen wir trotzdem mit. Darauf könnte ich gerne verzichten.

Lissabon habe ich vor 7 Jahren oder so schon einmal im Rahmen eines Betriebsausfluges gut kennengelernt und ich war mir sicher, genau so begeistert von der Stadt zu sein, wie damals. Als wir aber am Ende des Tages wieder nach Hause fuhren, waren wir uns einig, eigentlich genug von der Stadt gesehen zu haben. Klar – eine wunderschöne Stadt. Aber auch laut, stickig, stinkig und viele Menschen. Wenn man dann grad am Morgen noch im Cockpit mit Blick auf das Meer und den Sonnenaufgang geduscht hat und die frische Brise geatmet hat, findet man so Großstädte vielleicht doch nicht immer toll. Aber es war schon gut, einen Tag hinzufahren. Mit der Bahn nur eine halbe Stunde entfernt und erstklassige Schiffsausrüster, wo wir alles fanden, was wir noch so brauchten (oder auch nicht).

So, morgen soll hier der Wind weniger werden und wir wollen weiter nach Süden. Aber wieder in kleineren Schritten… Es ist noch warm hier, der Sommer ist noch nicht zu Ende. Dann locken auch noch die Ankerplätze an der Algarve, bevor es später nach Madeira und die Kanarischen Inseln geht.

Christian kommt gerade von unseren Ankernachbarn zurück. Unser erster Kontakt mit einem kanadischen Fahrtensegler-Paar. Voll nett die beiden, meint er. Wir treffen uns bestimmt an der Algarve wieder 🙂

Christine

Sonntag in Leixoes

Obwohl heute Sonntag war, sind viele Dinge an Bord der Thor erledigt worden. Christian hat jede Menge genäht (Moskitonetz, Bimini, Sonnensegel, Beutel in allen möglichen Größen zum Stauen) und ich hab wieder mal Wäsche  (per Hand mit Eimern am Steg) gewaschen und die Thor auf Hochglanz gebracht. Morgen geht es endlich wieder weiter – wir wissen noch nicht genau wohin, hängt vom Wind ab 🙂 Zumindest weht der ab morgen wieder aus der richtigen Richtung und wir kommen weiter Richtung Süden. Ein bisschen wärmer kann es nämlich schon noch werden.

Als Belohnung gab es dann heute Abend noch einen Strandspaziergang…

Christine

Am Strand in Leixoes