Stürmische Nächte

Heute leiden wir etwas an Schlafmangel. schon seit zwei Nächten braust hier der Wind über den Ankerplatz und wir müssen uns echt erst wieder an das Heulen in den Wanten und das Knarzen und Rucken der Ankerkette gewöhnen. Klar, wir könnten auch in den Hafen fahren und dort ruhig schlafen. Wollen wir aber nicht…. Erstens kommen wir irgendwann in Gegenden, wo es dann nicht mehr so schnell eine Marina zum Verstecken gibt und zweitens spart es einfach Geld, hier vor Anker zu liegen. Die THOR kümmern die Sturmböen anscheinend wenig – wir bewegens uns keinen Millimeter. Gut so!

Wir sind jetzt seit Dienstag Abend in Cascais, wo wir den schönen Strand und die Nähe zu Lissabon schon nutzen konnten. In der Stadt selbst ist alles sehr touristisch, alle Menüs werden in drei Sprachen übersetzt auf riesigen Schildern vor den Lokalen präsentiert und an jeder Ecke hört man deutsche Touris🙂 … man kann aber auch einfach auf seinem Schiff bleiben, baden gehen, lesen, Sonnenuntergänge genießen und einmal am Tag an Land fahren, um sich ein bisschen die Beine zu vertreten.

Die Fahrt hierher war zum ersten Mal seit Langem wieder einmal eine Nachtfahrt – sind Montag in der Früh in Leixoes gestartet und Dienstag ABend sowie 165 Seemeilen später in Cascais angekommen. Wir hatten Segelbilderbuch-Wind, in der Nacht fuhren wir allein mit dem Blister und wir machten wirklich gute Geschwindigkeiten. Nur in der Früh am nächsten Tag wollte ich den Blister dann gegen die Genua eintauschen – Wind von 5 bis 7 Beaufort war angesagt und da ich nun mal die Vorsichtigere von uns Beiden bin, wurde der Plan auch in die Tat umgesetzt. Gut, wir hätten zugegebenerweise noch ein paar Stunden letztendlich damit fahren können. Aber das weiß man ja vorher nicht. Ums Cabo de Roca waren wir aber dann froh, nur die Standardbesegelung (Groß und Genua) draufzuhaben, weil wir diese schnell reffen konnten, als der Kap-Effekt uns ziemlich schnell nach Süden schob. 8,6 Knoten – da hat dann auch die Selbststeueranlage nicht mehr gewollt – und wir fuhren nur noch mit gereffter Genua nach Cascais. Noch immer mit mehr als 6 Knoten Geschwindigkeit, was für unser Stahlschiff echt schnell ist. Die Thor hat dann auch – wieder mit Hilfe des Windpiloten – den Kurs eisern gehalten und als dann die Delfine um die Wette schwimmen wollten, hatte sie anscheinend so richtig Spaß an der Sache. Wir auch🙂 Die Wellen waren aber echt übel, weiter im Norden, wo wir gerade einen Tag vorher noch waren, wurden sogar Häfen gesperrt und eine „Heavy Wave Warning“ über das Navtex und Funk ausgegeben. Gut dass wir da wegwaren – aber die Restdünung vom Sturm im Norden bekamen wir trotzdem mit. Darauf könnte ich gerne verzichten.

Lissabon habe ich vor 7 Jahren oder so schon einmal im Rahmen eines Betriebsausfluges gut kennengelernt und ich war mir sicher, genau so begeistert von der Stadt zu sein, wie damals. Als wir aber am Ende des Tages wieder nach Hause fuhren, waren wir uns einig, eigentlich genug von der Stadt gesehen zu haben. Klar – eine wunderschöne Stadt. Aber auch laut, stickig, stinkig und viele Menschen. Wenn man dann grad am Morgen noch im Cockpit mit Blick auf das Meer und den Sonnenaufgang geduscht hat und die frische Brise geatmet hat, findet man so Großstädte vielleicht doch nicht immer toll. Aber es war schon gut, einen Tag hinzufahren. Mit der Bahn nur eine halbe Stunde entfernt und erstklassige Schiffsausrüster, wo wir alles fanden, was wir noch so brauchten (oder auch nicht).

So, morgen soll hier der Wind weniger werden und wir wollen weiter nach Süden. Aber wieder in kleineren Schritten… Es ist noch warm hier, der Sommer ist noch nicht zu Ende. Dann locken auch noch die Ankerplätze an der Algarve, bevor es später nach Madeira und die Kanarischen Inseln geht.

Christian kommt gerade von unseren Ankernachbarn zurück. Unser erster Kontakt mit einem kanadischen Fahrtensegler-Paar. Voll nett die beiden, meint er. Wir treffen uns bestimmt an der Algarve wieder🙂

Christine

Ein Gedanke zu “Stürmische Nächte

  1. Hallo ihr zwei!!!
    Während ich kugelrund werde, genießt ihr das dolce vita…recht habts🙂 les immer fleissig euren blog und lebe so richtig mit euch mit🙂 schick euch liebe grüße aus der heimat – passt auf euch auf!!!
    Alex, Davide + Zwergerl🙂

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