Von Cascais nach Sesimbra und Sines

Nach unserem langen Schlag von Leixos nach Cascais und einem lägeren Aufenthalt dort vor Anker wegen mehreren Tagen Starkwind ging es weiter zum knapp 30 Meilen entfernten Sesimbra. Da wir fast eine Woche Aufenthalt in Cascais hatten, waren wir wohl zu ungeduldig da wir wieder einmal Schwachwind mit alter Welle von der Seite hatten – urgs. Erst nach einigen Stunden Romgerolle gab es wieder ordentlichen Wind, der wenigstens etwas Stützwirkung hatte. Als wir dann in Sesimbra ankerten, war die Enttäuschung dann doch recht groß- ein typisches kleines Fischerdorf das von Tourismus mit zahlreichen Hotelburgen komplett versaut wurde- da hat man gar keine Lust mehr das Dinghi aufzubauen. Wir verkrochen uns nach unten und haben Pizza gebacken. Die war dann allerdings erstklassig. Am nächsten Tag hieß es dann Ankerauf- Kurs Sines. Im Moment geht es mit 4-5 Knoten auf Halbwindkurs dahin- das ist Segeln wie Vatterns Sohn es mag.

Und mittlerweile sind wir auch schon angekommen in Sines. Wir liegen wieder vor Anker, aber haben gleich einen besseren Eindruck von dem Ort als von Sesimbra. Alt und Modern wurde scheinbar gut kombiniert. Morgen gibt es Landgang und wir werden mehr darüber berichten. Zumindest ankern wir schon mal direkt unterhalb der Statue von Vasco da Gama, dem berühmten Seefahrer, dessen Geburtsort Sines ist.

Außenborder versenkt?

Nun schreibe ich mal ein kleines How-to- zwar nicht aus gegebenem Anlass, das Malheur ist uns nämlich schon vor einiger Zeit, in Nordfrankreich passiert, aber Ähnliches kann ja immer wieder Mal passieren. Im Internet gibt es verschiedenste Anleitungen was jeweils zu tun ist, wenn der Aussenborder Wasser geschluckt hat. Hier ist das, was ich mir aus der Fülle der Informationen zusammengereimt hatte- letztendlich hat es auch prima funktioniert (trotzdem repariert jeder seinen Aussenborder nur auf eigenens Risiko- ich bin sicherlich kein Motorenfachmann und kann für eure Motorreparatur natürlich keine Garantie etc. übernehmen- bla,bla…):

Wenn der Aussenborder unter Wasser ist dann hat man nur wenig Zeit, das Teil zu retten. Schon nach kurzer Zeit fängt der Motor innerlich das Rosten an und dann ist es bald zu spät. Man redet hier von Stunden(!), nicht Tagen. Bei meinem Motor war die Elektrik gut verkapselt, so dass da kein Wasser Schaden anrichten konnte- puha.
Also ans Werk:
Aussenborder raus. Gründlich äusserlich mit Süßwasser spülen. Verkleidung ab. Nochmal alles mit Süßwasser durchzoschen. Das wichtigste Teil ist wohl der Vergaser und Zylinder. Also ordentlich Süßwasser in die Luftansaugöffnung ballern. Dann Zündkerze raus und den Zylinder spülen. Ruhig mal das Starterkabel anreissen, dass das Wasser auch zur Kurbelwelle etc. kommt. Anschliessend habe ich alles nochmal größzügig mit Spiritus gespült. Der Spiritus verdünnt sozusagen innen die Wassertropfen zu einem Wasser/ Spiritusgemisch. Da der Spiritus leicht flüchtig ist, verdunstet er und das zurückbleibende Wasser ist von der Menge her viel weniger. Anschliessend kommt ein Spülgang mit Motoröl. Wie gesagt- die kritischen Punkte sind Zylinder (mit nachgeschalteter Kurbelwelle) und der Vergaser. Den Sprit im Tank konnte ich vergessen- das war zur Hälfte Seewasser- also weg damit in den Altölbehälter. Neuen Sprit nachfüllen und Motor starten. Bei mir hat das o. g. Procedere funktioniert- der Motor startete nach dem Ölbad sogar besser als vorher. Nunja, hoffentlich bleibt das so, in der Betriebsanleitung stand das der Vergaser über kurz oder lang wohl über den Jordan gehen wird- mal sehen.
Obiges gilt für Zweitaktmotoren, bei Viertaktmotoren stehen noch ein bis zwei Ölwechsel an, da ja in die Ölwanne sicherlich über die Entlüftungsöffnung Wasser eingedrungen ist.

Hoffe euer Aussenborder tut es danach wieder, happy sailing, Christian.

jetz' geht a wieda