Update

So, jetzt haben wir wieder einen Plan. Wir werden uns so bald wie möglich nach La Gomera aufmachen, weil es da noch wirklich schön sein soll. Billiger Hafen und die volle Aufbruchsstimmung bei den Seglern, die über den Atlantik wollen. Da müssen wir hin und das brauchen wir jetzt 🙂

Also sind wir gleich gestern früh nach Las Palmas de Gran Canaria gestartet und sind heute morgen um 7 Uhr früh hier angekommen. Eigentlich waren wir viel schneller und wir mussten sogar bremsen, sonst wären wir wieder mitten in der Nacht angekommen. Andererseits hat man den Widerschein der Stadt Las Palmas schon 45 sm vorher gesehen. Also egal, dass wir Neumond hatten.

Hier in Las Palmas bekommen wir auch noch alles, was wir so brauchen – ausrüstungstechnisch. Dann gehts nächste Woche nach Teneriffa, wo wir noch Freunde besuchen und ev. noch Besuch bekommen und dann nach Gomera. Das wird unser „Absprungsort“ Richtung Karibik werden. Die Crew von der Timpetee, die wir unterwegs kennengelernt haben, will am 10.12. von dort ablegen… Mal sehen, ob wir uns da nicht gleich anschließen 🙂

 

Schreibfaul

Habe gerade festgestellt, dass unser letzter Eintrag vom 12. November war. Schon wieder ganz schön lange her. Eigentlich gibt es so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll (nur Positives, keine Sorge), andererseits sind wir beide gerade etwas schreibfaul 🙂 soll vorkommen, ich hoffe ihr nehmt es uns nicht übel.

Also wir konnten uns nach drei Wochen endlich von La Graciosa losreißen und sind mittlerweile schon wieder eine Woche auf Lanzarote. Wir hatten Besuch von Christians Mama und eine schöne Zeit miteinander verbracht. Seit wir Graciosa verlassen haben ist es wieder vorbei mit dem Nichtstun. Wir haben unsere „Batterien“ wieder aufgeladen und stecken voller Energie. Auf Lanzarote haben wir per Mietauto die Insel erkundet und am nächsten Tag gleich noch IKEA und LIDL unsicher gemacht. Die ersten großen Einkäufe für die Transatlantiküberquerung und die ersten Wochen in der Karibik sind verstaut, jetzt fehlen dann nur noch die frischen Sachen. Erstaunlich was so alles in die THOR reinpasst. Und der Wasserpass ist noch immer gut zu sehen 🙂

Christian hat heute zum ersten Mal mit der INTERMAR-Morgenrunde gefunkt – das heißt unser Amateurfunkgerät funktioniert!!!! Wir sind überglücklich, dass wir da jetzt in Las Palmas nichts mehr reparieren mussten. Mit Ulis Hilfe von der Men Goe wurde an ein paar Knöpfchen gedreht und die Anlage lief. Wirklich klasse! Jetzt bekommen wir unterwegs auch das Wetter für den großen Törn!

Morgen geht es weiter nach Fuerteventura, nächste Woche dann Gran Canaria. Wir sind noch etwas unschlüssig, wie unsere weiteren Pläne aussehen. Sollen wir uns noch Zeit für alle kanarischen Inseln lassen und Ende Dezember lossegeln oder lieber so bald wie möglich? Im Moment sieht es so aus, dass wir vor Weihnachten loswollen – vorausgesetzt der Wind stimmt. Die Kapverden werden wir wahrscheinlich auslassen. Aber wir haben unsere Pläne ja bekanntlich schon mal geändert. Wir werden sehen.

Hier in der Marina Rubicon heißt es Abschied nehmen von unseren Freunden von der Roede Orm, mit denen wir seit Juli unterwegs waren und den Crews von Sophie und MenGoe. Wir starten einen Grillabend und feiern bis in die frühen Morgenstunden… Am nächsten Tag wurden wir von einer Crew am Nachbarsteg für unseren schönen Gesang gelobt 🙂 Dadurch verzögert sich natürlich die Abfahrt wieder um einen Tag, aber morgen geht es tatsächlich los. Wir freuen uns schon wieder, was Neues zu sehen…. und wir bereiten uns für die Atlantiküberquerung vor!

Die vielen Bilder der letzten Wochen muss ich noch aussortieren, bevor wir hier sie veröffentlichen. Noch ein bisschen Geduld bitte! Wir melden uns auf alle Fälle noch, bevor es über den Atlantik geht. Echt!

Schreibfaul 🙂

Dolce far niente

Laut Wikipedia bedeutet das  „sweet doing nothing = Delicious idleness. Sheer indulgent relaxation and blissful laziness, being deliciously idle.“Auf Deutsch: Süßes Nichtstun

Und wir entwickeln uns gerade zu Experten im „Dolce far niente“. Noch immer auf der Insel Graciosa genießen wir hier das Inselleben. Seit Montag liegen wir wieder vor Anker, die Feuerquallenplage ist wieder vorüber und man kann das glasklare Meer genießen. Heute wurden wir im Obstladen sogar schon gefragt,ob wir hier arbeiten oder auf Urlaub sind. Wahrscheinlich sind die meisten Touristen nach einer Woche wieder weg und die Einheimischen gewöhnen sich an uns, hihi 🙂 Gelegentlich regnet es, aber es bleibt trotzdem angenehm warm. Nächste Woche gehts noch einmal ein paar Tage in den Hafen, weil wir Besuch aus Deutschland bekommen. Und dann Lanzarote 🙂

Hier noch ein paar Bilder vom Erklimmen wilder Vulkane und dem  Inselleben bzw. dem Leben der THOR-Crew auf der Insel

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157627984827899/

Ein Blick vom Gipfel des Vulkans

Eine Insel zum Träumen

„Isla Graciosa is about 6,5km long and 3km wide. It is flat and sandy with four low volcanic cones, the largest 265m high, no made-up roads, and a small population living in Caleta del Sebo and Pedro Barba. So long as development can pass it by, Isla Graciosa will remain one of the most appealing spots in the entire Canaries. ‚When you land‘ a Lanzarotean said, ‚you can take off your shoes and forget the world.'“ (IMRAY – Atlantic Islands)

So lautet die Beschreibung der wunderschönen Insel Graciosa in unserem Revierhandbuch. Wir haben auch schon gehört, wenn man länger als 10 Tage bleibt, dann bleibt man für immer… Tatsächlich haben wir uns gleich am ersten Tag in dieses schöne Fleckchen verliebt und uns überlegt, ob der einzige Arzt hier auf die Insel nicht mal irgendwann einen Nachfolger braucht. Häuser stehen auch zum Verkauf. Immer das Meer vor Augen… Träumen darf man ja!

Glücklich auf der Isla Graciosa

Wir erkunden die Insel mit einem Jeep, dem gängigen Fortbewegungsmittel auf der Insel. Unser Guide heißt Siggi, ist aus München und ist vor vielen Jahren selbst hier hängengeblieben. Eigentlich wollte er nur ein bisschen Spanisch lernen 🙂 Das Dorf besteht aus lauter kleinen weißen Häusern mit bunten Fensterläden, es gibt drei kleine Supermärkte, ein paar Cafes/Restaurants, eine Bank und einen Bäcker. Das Gemeindeamt besteht aus einem Büro, gleich in unmittelbarer Nähe die Polizei und das Naturschutzbüro. Öffnungszeiten stehen zwar drauf, aber die variieren stark. Die Post hat angeblich zwei Stunden am Tag offen. Scheint zu reichen 🙂

Die Insel wird ganzjährig von rund 600 Menschen bewohnt, wobei 110 davon Kinder sind. Laut Siggi fällt hier öfter der Strom aus und es wird früh dunkel… In der Schule kümmern sich 11 Lehrer um 80 Schüler. Das Wasser kommt aus einer Seewasserentsalzungsanlage auf Lanzarote und für den Müll wurde gerade eine neue Müllkompaktieranlage gebaut, damit der Müll klein zusammengepresst nach Lanzarote gebracht werden kann. Derzeit wird er aber noch verbrannt, weil die Anlage noch nicht in Betrieb ist. Die gesamte Insel steht unter Naturschutz und wir freuen uns wirklich darüber. Ansonsten würde hier bestimmt in naher Zukunft eine Hotelburg nach der anderen – wie auf den Nachbarinseln – errichtet. Das konnte man hier glücklicherweise verhindern.

Das Dorf mit der Marina

Wir wollen noch bis Sonntag oder vielleicht Montag oder Dienstag hierbleiben, zum Glück dürfen wir so lange im Hafen bleiben. Wie hier das Auswahlprinzip funktioniert, wissen wir noch nicht. Am gleichen Tag werden Yachten weggeschickt, andere dürfen wieder kurz darauf für ein paar Tage bleiben. Die Einen brauchen eine Genehmigung, wir haben gar nichts. Scheint ein ausgeklügeltes Reservierungssystem dahinterzustecken!

Eigentlich war ja der Ankerplatz auch toll und wir haben dort drei Nächte verbracht. Abends treffen sich Segler aller Nationen am Strand zum Sonnenuntergangsbier. Als aber nach und nach die Surfer in unserer Bucht eintrafen, um dort auf den Wellen zu reiten und wir mit unserem Dinghi wegen der starken Brandung nicht mehr an Land konnten, machten wir uns auf den Weg in den Hafen. Kostet auch nur 6,52 EUR pro Nacht. Das freut das Budget!

Im Dorf gibts auch ein Internetcafe, das wir täglich nutzen. Es hat zwar zu und erst ab Dezember wieder geöffnet, aber wenn man draußen auf den Stufen vor dem Eingang sitzt, erwischt man trotzdem noch das gratis WLAN. Danke!

Wir genießen die Tage hier, das Schiff wird wieder mal aufgeräumt. Ich sollte auch noch mal Wäsche waschen. Mal sehen. Vielleicht morgen. Oder übermorgen. Am Strand relaxen ist viel einladender 😉

Anbei ein paar Bilder vom Dorf und unserer Tour mit Siggi. Mit dabei die Crews von der Röde Orm und der Sophie. War ein toller Tag. Am besten gefiel uns der Bacardi-Beach – seht selbst:

Hier geht’s zu den Bildern -> http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157627912299575/

Bacardi-Beach