Wetter auf Langfahrt – Wetterfaxe

Bei längeren Überfahrten ist einzuverlässiger Wetterbericht essentiell für die tägliche Entscheidungsfindung. Auf dem Atlantik konnten wir die Amateurfunkanlage leider nicht so in Betrieb nehmen wie wir es gerne gehabt hätten um z.B. mal Grib Files runterladen zu können. Unser Funkgerät konnte leider nur empfangen, jedoch nicht senden. Somit ist man auf Wetterfaxe, gesprochene Wetterberichte und Funkfernschreiben beschränkt. Wir haben uns für Wetterfaxempfang entschieden. Diese, an sich uralte Technik (enstanden ist sie wohl kurz nach dem zweiten Weltkrieg herum), wird immer noch weltweit betrieben.

http://en.wikipedia.org/wiki/Radiofax

Regelmäßig senden staatliche Stellen überall auf der Welt Wetterinformationen als HFFax aus. Von Pinneberg nach Südafrika, von Russland nach Neuseeland.

An Equipment braucht es nicht viel. Einen LAPTOP werden in der heutigen Zeit die meisten Langfahrtsegler dabeihaben.

Weiters braucht man noch einen einseitenbandfähigen (USB) WELTEMPFÄNGER, ein 3,5 mm Klinke/Klinke Verbindungskabel zwischen Kopfhörerbuchse des Radios und Mikrofoneingang des Computers und eine entsprechende Software.

Wir haben recht gute Erfahrung mit dem Programm FLDIGI gemacht. Das Programm ist freie Software unter der GPL, kann kostenlos und legal heruntergeladen werden und ist sowohl für Windows, Linux und Mac verfügbar.

http://www.w1hkj.com

Eine aktuelle Frequenzliste mit sämtlichen Wetterfaxsendern kann jederzeit von den Amerikanern (NOAA) heruntergeladen werden:

http://www.nws.noaa.gov/om/marine/rfax.pdf

Der Kurzwellenempfänger sollte eine möglichst lange Drahtantenne haben. Falls noch kein isoliertes Achterstag, eine Peitschenantenne o. Ä. an Bord ist, dann kann man versuchen die Reling zu nutzen (GFK Schiff), einen Draht an Deck auslegen, oder diesen mit dem Fall ins Masttop ziehen. Hier muß man ggf. etwas experimentieren. Wer Baluns, eine gute Erde oder Ähnliches besitzt kann sich glücklich schätzen, alle anderen müssen es eben so probieren, oft ist die Empfangsqualität auch ohne diese „Goodies“ schon ausreichend.

Nun stellt man seinen Empfänger auf die Sendefrequenz ein, dabei ist wichtig dass die Frequenz im Display 1,9 kHz niedriger ist als in der Frequenzliste angegeben ist.

Man verbindet nun das Radio mit dem Computer und startet FLDIGI.

Im Menu OP mode wählt man WEFAX > IOC-576 wefax mode aus und lässt sich das empfangene Bild unter View > Weather Fax Image anzeigen. Wenn das Bild schief ist, dann kann man mit der Slant Korrektur spielen. Sollten Probleme auftreten, hier ist die Hilfeseite zum Wetterfaxempfang mit FLDIGI:

http://www.w1hkj.com/FldigiHelp-3.22/index.html

Oft senden die Stationen auf mehreren Frequenzen. Welche Frequenz für die aktuelle Tageszeit und die aktuelle Position am optimalsten ist probiert man am besten aus. Ein Fax ist in ca. 10 min. „heruntergeladen“, meist gibt es ganze Serien mit aktuellem Wetter, 24,48 und 72 h Vorhersage- Näheres ergibt sich aus der Frequenzliste.

Wer sich mit der Interpretation von Hoch- und Tiefdruckgebieten schwer tut, der möge sich die Wind &Wave Forecasts der amerikanischen Stationen anschauen.

Bei den eingezeichneten Windpfeilen fragt man sich dann schon mal, warum man überhaupt jemals Grib Files brauchte.

Hier ein paar Beispiele, die wir auf unserer Atlantiküberfahrt empfangen haben (die Faxe sind normalerweise viermal so groß, also nicht wundern wenn die Quali hier etwas gelitten hat):

Wetterkarte für den gesamten Nordatlantik

Solche Verschiebungen kommen ab und an vor, am besten lässt man den Computer in Ruhe rödeln während der Übertragung

Nordamerika und Karibik

Wind und Wellen Vorhersage von der Funkstation in New Orleans, auf der zweiten Hälfte unserer Überfahrt sehr nützlich

Satellitenkarte für den Nordatlantik, für die Interpretation bezügl. Wetter fehlt uns zwar das Fachwissen, es war aber lustig zu denken das wir da gaaaanz klein unten rechts im Bild sind

3 Gedanken zu “Wetter auf Langfahrt – Wetterfaxe

  1. Feine Alternative🙂 werd s bei Gelegenheit checken; ich nutzte JVComm – und der noaa reichte von W locker (und äußerst präzise !! und anschaulich ->siehe unten) bis zu den Azoren. Das nimmt dem Abenteuer schon ziemlich Risiko ! gut so !!!🙂 Gruß aus dem weißen Norden😦

  2. Danke! Das sind doch mal konkret verwendbare Informationen, die man sonst oft vergeblich sucht. Habe mir eure Informationen per copy and paste abgespeichert, damit ich jederzeit wieder darauf zugreifen kann.

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