Das Beste zum Schluss

Das Beste haben wir uns jetzt wohl für den Schluss aufgehoben – und irgendwie zu wenig Zeit dafür. Schade. Grenada ist eine wunderschöne Insel, die nicht nur mit einer faszinierenden Unterwasserwelt aufwartet, sondern auch an Land vieles zu bieten hat. Die ganze Insel ist grün, dichter Dschungel, hohe Berge und hat mit St. George’s auch eine quirlige Hauptstadt. Hier könnten wir es gerne noch ein paar Wochen aushalten, leider müssen wir tatsächlich schon weiter. Wir haben uns aber schon geschworen bei unserer Rückreise unbedingt wieder hierherzukommen und dann hoffentlich auch länger bleiben zu können.

Hier ein kleiner Rückblick unserer Erlebnisse auf Grenada, wobei wir viele andere schöne Plätze, die uns von Freunden empfohlen wurden, leider gar nicht mehr besuchen konnten. Beim nächsten Mal dann….

Von Carriacou kommend sind wir im Lee von Grenada nach Süden gesegelt – man muss zwischen diesen beiden Inseln sogar an einem noch aktiven Vulkan unter der Wasseroberfläche vorbei. Haben aber natürlich genug Sicherheitsabstand eingehalten.

Der erste Stopp erfolgte dann südlich von Moliniere Point, wo wir eine Nacht gratis (!) an einer Mooringboje liegen konnten und gleich in der Früh das Korallenriff am Moliniere Point bewundern konnten. Wobei hier die Attraktion nicht nur das Riff mit seinen bunten Fischen ist, sondern ein wirklich sehenswerter Skulpturenpark! Wir waren eine gute Stunde unter Wasser und wollten gar nicht mehr weg. Die Ankunft der Ausflugsboote mit Dutzenden Schnorchlern und Tauchern hat uns dann aber wieder zurück auf die THOR getrieben. Es war aber echt ein tolles Erlebnis!

Man erschreckt sich erst mal kurz, wenn man da so Menschen unter Wasser stehen sieht

cool, oder?

dazwischen immer wieder hübsche Korallen

Von hier aus konnten wir auch schon die Hauptstadt St. George’s erkennen und wir beschlossen, dort ein paar Nächte zu bleiben um wieder mal in der Zivilisation zu sein. St. George’s erinnert einen fast an einen Ameisenhaufen, die Straßen und Häuser sind dicht an dicht an die steil nach oben gehenden Hügel gebaut und alles wimmelt vor Menschen. Dahinter fängt gleich der Dschungel an… Wenn dann auch noch ein Kreuzfahrtschiff hier anlegt, ist die Stadt voll. Uns gefällt’s!

die Hauptstadt St. George's

Wir leisteten uns dann sogar zwei Nächte in der Marina um unsere Batterien wieder mal richtig aufzuladen und den Wassertank zu putzen. Da braucht man ja schon viel Wasser zum Durchspülen und das schafft man nicht mit dem Auffangen von Regenwasser… Und die Duschen und der Swimmingpool waren natürlich auch eine nette Begleiterscheinung.

Im Süden der Insel wollten wir dann noch nach Hog Island segeln, aber der Wind kam natürlich – wie vorhergesagt – voll von vorne, inklusive ungebremster Atlantikwellen, weshalb wir uns entschieden, gleich in die erste Bucht, die Prickly Bay, reinzufahren. Hier ist es zwar voll, man kann aber auch gut mit dem öffentlichen Bus die Gegend erkunden. Zum Einkaufszentrum in Grand Anse ist es auch nicht weit, hier gibt es wieder mal richtige Supermärkte! Und dann stand natürlich noch die obligatorische Dschungeltour am Programm. Wobei uns die Kosten einer geführten Tour zu hoch waren und wir einfach in den nächsten Bus eingestiegen sind und auf eigenen Faust ein bisschen unterwegs waren.

Wir bekamen den Tipp, unbedingt die „Seven Falls“ anzusehen, was wir gestern dann auch in die Tat umsetzten. Leider fing es kurz nach der Abfahrt schon zu regnen an (darum heißt es wohl auch Regenwald, hm? ;-)). Das Grün der Pflanzen wird dann noch gleich intensiver, aber der Pfad zu den Wasserfällen entpuppte sich dann als einzige Schlammrutsche. Der Busfahrer ließ uns mitten im Nirgendwo aussteigen und deutete nach rechts, wo wir einen kleinen Anhang rauf mussten. Dort erwartete uns ein kleines Häuschen, wo ein bisschen Eintrittsgeld für die Besichtigung der Wasserfälle kassiert wird und stabile Wanderstöcke verteilt werden. Die wussten wohl schon, was uns dort unten erwarten würde. Wir wurden dann noch gefragt, eine Touristin mitzunehmen, weil die Verantwortlichen dort nicht wollten, dass jemand alleine auf dem doch sehr steilen, steinigen und mittlerweile matschigen Pfad unterwegs ist. Klar kein Problem, dachten wir.

Aber nach 25 min. Fußmarsch – nur noch 10 min. von den Wasserfällen entfernt – rutschte die Dame aus und verstauchte sich den Knöchel. Da war jetzt guter Rat teuer. Weiter konnte sie nicht mehr, es wäre noch mal ziemlich steil runtergegangen. Die Wasserfälle waren aber auch nicht mehr weit, sie war guter Dinge und meinte, dass sie einfach wartet, wenn wir uns schnell die Wasserfälle anschauen. Ok, wir haben sie dann an einen kleinen Bach gesetzt, wo sie den Knöchel im Wasser gut kühlen konnte und sind schnell zu den Wasserfällen gesprintet. Unterwegs trafen wir auch andere Touristen am Rückweg, die wir ersuchten, doch Hilfe zu organisieren. Nach einer knappen halben Stunde waren wir wieder bei ihr, von Hilfe von oben keine Spur.

Zum Glück kam da auch gerade eine deutsche Gruppe vom TUI-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff“ vorbei, die ein erste Hilfe Paket dabei hatten, wodurch Christian den Knöchel mal mit einer elastischen Binde versorgte. Der Busfahrer für die Touris erklärte sich dann auch bereit uns zu helfen (obwohl er besorgt war, sich sein sauberes Hemd schmutzig zu machen – er müsse dann ja wieder arbeiten) und dann war da plötzlich noch ein anderer Einheimischer da, um zu helfen. Unsere Begleiterin (eine Krankenschwester aus Illinois, USA) konnte den Fuß nun gar nicht mehr belasten und musste aus dem Dschungel rausgetragen werden. Und das über Stock und Stein und Matsch, rechts ging es ziemlich steil runter und der Pfad war eigentlich gerade mal breit genug für zwei Personen. Jetzt haben aber zwei Männer die Frau in die Mitte genommen und einer hat sie vorne an den Beinen hochgehoben und so wurde sie dann transportiert. Mir war ganz Angst und Bange, Christian war natürlich in gewohnter Manier in Flip-Flops unterwegs, die er aber nach einiger Zeit einfach aufgab und dann barfuß weiterkämpfte. Für den Hinweg haben wir ca. 40 min. gebraucht, aber der Rückweg ist uns wie eine Ewigkeit erschienen.

Aber es ging letztendlich alles gut. Die Amerikanerin war total erleichtert, dass wir ihr geholfen hatten und da sie auch noch alleine mit dem Mietauto dort war, haben wir uns angeboten, sie runter in die Stadt zu begleiten. Das Fahren wollte sie sich dann nicht nehmen lassen, mit Automatik-Schaltung ging das aber auch ganz gut. Wir haben sie dann noch in ihre Ferienwohnung gebracht und uns am Ende des Tages völlig erschöpft noch einen kalten Sundowner gegönnt. Was für ein Abenteuer!

im Dschungel...

Wir tauchen kurz ein ins kühle Nass, bevor die Rettungsaktion startet

Wunderschön! Leider sind wir nur ganz kurz dort und in Gedanken immer bei der verletzten Touristin... nach ein paar Minuten geht es wieder zurück...

Tja, jetzt denken wir eben schon an die Abfahrt nach Bonaire, die entweder heute oder morgen erfolgen wird. Vorher noch ein bisschen frisches Obst und Gemüse für die Überfahrt einkaufen, ausklarieren, das Schiff klar machen und dann kann es losgehen. Wir werden ca. 3-4 Tage unterwegs sein und melden uns dann wieder, wenn wir auf Bonaire sind!

7 Gedanken zu “Das Beste zum Schluss

  1. Hallo Exnachbarin,
    Habe mir gerade mit Sepp eure Reise „reingezogen“. Wünsche euch weiter eine tolle Zeit und eine handbreit Wasser unter dem Kiel.
    Gust Petutschnig

  2. Kleine und große Abenteuer sind die Würze des Lebens! Toll, dass Ihr geholfen habt, das tut leider nicht jeder in so einer Situation. Ich habe gerade meinen Krantermin in Frankreich für Ostern vereinbart – dann ist das Landleben einstweilen wieder vorbei und auch wir lassen wieder die Segel im Wind knattern!🙂
    Grüßt mir das andere Ende der Welt und macht GENAU SO weiter!

    Ahoi…
    Capt´n Babe

  3. …an diesen Wasserfällen sah ich einige junge engl.Touries nacheinander runter ins nächste Becken hüpfen – Wahnsinn??? aber alle sind dann doch nicht gesprungen….
    Tobago (meine Ankunftsinsel) solltet ihr auf m Rückweg NICHT vergessen !
    …der südl.Teil ist wirklich (subjektiv) schöner😉
    wünsche Euch ne sichere Überfahrt – während wir hier in der Kälte UW-Schiff kratzen😉
    always fair winds vom TRAUMJÄGER

  4. Gespannt sitzen wir hier unter Deck und lesen eure Abenteuer. Annika und Julita hören zu und bestaunen die Bilder. Wir müssen wohl auch mal in die Karibik Segeln. Lieben Gruß und guten Wind! Eure Rödis

  5. Eure erste Hilfe Anstrengung hat ja gut funktioniert, welch ein Glück für die Patientin. Gute Fahrt und rechtzeitiges Ankommen in den Iden des März. LG Mama

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