Warten auf den Transit

Wir sind seit Samstag hier in Portobelo, etwa 20 Seemeilen nordöstlich von Colon und warten hier auf den Termin für den Kanal-Transit. Colon ist nicht wirklich schön zum Warten und die Marina zu teuer. Hier ist echt schön, die Stadt liegt in einer geschützten Bucht, ringsherum ist alles Regenwald und wir finden hier alles, was man so für den täglichen Bedarf braucht.

Portobelo wurde von Kolumbus entdeckt und war während der spanischen Kolonialzeit ein wichtiger Umschlagshafen für die Gold- und Silbertransporte aus den Kolonien, der von gewaltigen Forts geschützt wurde. Heute sind nur noch Ruinen übrig und auch hier türmt sich der Müll an allen Ecken. Ein Touristenmagnet ist noch die Kirche mit einem schwarzen Jesus, der jährlich viele Pilger anzieht, aber das wars dann auch schon.

Wir finden es aber gut hier. Mit den öffentlichen Bussen kann man gut und günstig ins Einkaufszentrum fahren, wo es einen großen Supermarkt gibt und es gibt auch zwei echt nette Bars mit Internet hier. Was will man mehr?🙂 Die Busse sind hier übrigens fantastisch, es sind ausgediente Schulbusse aus den USA, die individuell gestaltet sind und einen ständigen Wettkampf um die lauteste Stereoanlage führen. Von früh bis spät wird man hier mit lateinamerikanischen Rhythmen in voller Lautstärke beschallt – im Moment gefällt es uns noch… Daneben gibt es ja noch die Geräusche des Dschungels – Vögel, Affen, Grillengezirpe… Zum Dschungel gehören dann natürlich auch noch die netten Moskitos, die uns wirklich plagen. Wir haben zwar Moskitonetze für das Vorschiff und das Vorluk, aber das allein hilft noch nicht. Die Insektensprays, die gut wirken, sind glaub ich ziemlich giftig, wenn man sich den Begleittext durchliest: „Sollte nicht in Berührung mit Textilien kommen und die betroffenen Hautstellen gründlich mit Seife und Wasser abwaschen, wenn man wieder „im Haus“ ist.“ Hahaha…..

Das Wetter war auch passend die letzten Tage, es hat ununterbrochen geregnet! Heute ist es zum Glück besser geworden, wir mussten beim Regen echt regelmäßig unser Beiboot ausschöpfen – auch Nachts! Da kam der Schlaf natürlich wieder mal zu kurz und da es auch sonst immer was zu tun gibt, wird uns nicht langweilig.

Tja, der Panama-Kanal und das ganze Procedere drumherum gibt uns nach wie vor Rätsel auf. Unsere Freunde von der Kira und Tamora haben heute bzw. morgen den Vermessungstermin, aber mit Hilfe eines Agenten den Transit-Termin schon am Sonntag. Andi, ein schwedischer Einhandsegler, mit dem wir die Kanalpassage gemeinsam organisiert haben, hatte am 4. Mai Termin und hat jetzt nach telefonischer Nachfrage den Termin am 1. Mai. Wir haben natürlich auch gleich wieder bei den Kanal-Behörden angerufen und unseren Termin vom 3. Mai auf den 2. Mai vorverlegen können. Es bleibt spannend – solange wir nicht nach hinten verschoben werden, sind wir glücklich. Aber die Organisation dahinter würde mich schon mal interessieren.

Von den Terminen hängt auch ab, wen wir als Linehandler bekommen können. Jedes Schiff braucht nämlich zusätzlich zum Captain vier Personen, die in den Schleusen die Festmacherleinen des Bootes bedienen, das sind dann die sogenannten „Linehandler“. Die kann man mieten, aber im Idealfall helfen sich die Yachties gegenseitig aus. Wenn wir natürlich alle zur gleichen Zeit +/-1 Tag den Kanal-Termin haben, dann klappt das nicht. Naja, wir werden es spätestens nächste Woche wissen!

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