Nochmal ein Bericht aus Moorea

Nach einer rauschenden Überfahrt von Tahiti nach Moorea fiel der Anker in der Opunohu Bay. Wo einst James Cook auf Reede lag, gibt es heute WLAN Internet satt, am Folgetag ordentlich Technomusik vom Strand auf die Ohren, das Hilton ein paar hundert Meter weiter (die Nacht 500 bis 1000 USD) und einen kleinen Lebensmittelladen in die andere Richtung. Wenn sich nicht gleich am ersten Tag ein Schwarm Adlerrochen unter unserem Boot getummelt hätte, so wären wir denke ich gleich weitergefahren.

Einen Tagesausflug zum Aussichtspunkt Belvedere absolvierten wir anfangs per pedes, wurden aber dann auf den letzten 2 km von Einheimischen auf der Ladefläche ihres LKWs mitgenommen. So ganz undankbar waren wir darüber nicht, da wir wegen der mittlerweile doch ungewohnten Tätigkeit (Laufen!) recht kapitale Blasen an unseren Füßen bekommen hatten. Auf halber Strecke waren wir noch in der örtlichen Landwirtschaftsschule. Wenn man an der dortigen Saftbar, da wird Ananassaft für 4 € das Glas an Touristen verkauft, fragt, dann bekommt man einen Wanderführer durch die Pflanzungen der Schule und kann dann Ananasbüsche, Bananenpflanzen, Pampelmusenbäume, eine verwirrende Vielzahl sonstiger einheimischer Bäume und Blumen bewundern. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher dem Irrglauben aufgesessen war, dass Ananas an Ananasbäumen wachsen – weit gefehlt. Diese wachsen in nichtmal hüfthohem Gestrüpp- man lernt nie aus- siehste mal.

Die Ananas-Felder der Landwirtschaftsschule

Nun denn. Oben am Belvedere angekommen, bot sich ein fantastischer Ausblick auf die Opunohu Bay auf der einen und die Cooks Bay auf der anderen Seite. Die Cooks Bay heißt nur so- geankert hat Mr. Cook wie gesagt in der Opunohu Bay. Eine französisch/polynesische Familie hat uns dankbarer Weise im Auto mit nach unten genommen, so waren wir kurz nach Mittag schon wieder am Boot. Die konnten gar nicht glauben, dass wir fast den ganzen Weg nach oben zu Fuß gegangen waren, wir wurden richtig bemitleidet.

Am Point de Belvedere

An Bord angekommen flatterte eine Email von Hans, einem der Freilassinger Funkamateure rein. Da wir ja nun mal schon auf Moorea wären, sollten wir doch unbedingt bei Philippe seinem alten Kumpel in der Cooks Bay – also der Nachbarbucht vorbeischauen und schöne Grüße ausrichten. Gesagt getan. Am nächsten Tag gingen wir Ankerauf und verholten in die Cooks Bay. Nachdem ich an den Strand gefahren war, sprach ich das erstbeste Mädel dort an – von wegen ich wäre auf der Suche nach Philippe, dem Freund eines Freundes der wohl in der oder jener Adresse wohne und ob sie wisse, wie ich dort hinkommen könnte. Sie schaute mich an wie Auto, sodass ich schon vermutete, dass mein Französisch wieder mal nicht ausreichend gewesen wäre. Nach einiger Zeit rückte sie aber doch noch mit einer Wegbeschreibung heraus. Ich stiefelte also in den Ort und kam dann auch zu einem Tor, welches ein abgesperrtes Wohngebiet eingrenzte, in welchem Philippe wohl zu finden sei. Mist. Ohne Terminabsprache wohl nix zu machen. Nachdem ich noch rumüberlegte, öffnete sich aber das Tor und das Mädel vom Strand kam im Auto sitzend und dabei wild gestikulierend raus. Des Rätsels Lösung war, das Philippe ihr Vater war und sie am Strand völlig perplex war, dass sie ein Wildfremder am Strand aus dem Stegreif nach dem Weg zu ihres Vaters Haus fragt. Sie ist dann nach der ersten Schrecksekunde gleich zu ihm gefahren und hatte ihm berichtet, dass da ein komischer Tourist nach ihm suchen würde. Gleich im Auto hinter ihr saß dann Philippe, der leider gerade zur Arbeit musste. Ein Treffen wurde aber für den nächsten Morgen vereinbart.

Philippe aus Moorea

Am nächsten Morgen wurden wir dann am Strand von Philippe in Empfang genommen und eine Inselrundfahrt gestartet. Über Feldwege gings durch den Dschungel, und dann die ganze Ringstrasse entlang. War echt mal toll die Gegend sozusagen aus der Gegenperspektive, also von Land aus zu erleben. Da Philippe seit 46 Jahren in Polynesien lebt und zu unserem Glück auch noch Englischlehrer ist, gab es auch noch eine Menge Geschichten und Infos auf die Ohren.

Schon schön hier

Für den Abend sprachen wir eine Gegeneinladung auf die Thor aus, die gerne angenommen wurde, da Phillipe ausgerechnet an diesem Tag Strohwitwer war. Seine Frau war für Besorgungen nach Tahiti gefahren. Nachdem wir wieder zur Anchorage kamen, lag dann auch noch TINA mit Skipper Anders neben uns. Prima – the more the merrier. Als Abendessen gab es auf der THOR Ratatouille mit selbst eingekochten Hühnerfleisch- leckers. Ganz der Franzose brachte Philippe natürlich eine Flasche kühlen Weisswein mit, dieser wurde dann im Laufe des Abends mit einigen Flaschen Rotwein aus Panama ergänzt, und so hatten wir einen tollen Abschiedsabend von Moorea. Der Wind ist nämlich heute recht günstig, und so machen wir uns dann auf die Socken nach Huahine. Mit Philippe haben wir ein SKED für heute Abend auf dem 20 Meterband vereinbart – ich denke mal, wir haben uns nicht das letzte Mal gesehen. Vielen Dank nochmal an Philippe für die tolle Inselrundfahrt, und an Hans für die Herstellung des Kontakts.

Und hier gibt es noch ein paar Fotos aus Moorea:

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157631102946660/

Süden von Moorea – im Hintergrund Tahiti

5 Gedanken zu “Nochmal ein Bericht aus Moorea

    • Hey Julia!
      Wie gehts euch??? Ist das Zurückkommen schwierig? Wir drücken euch jedenfalls die Daumen, dass ihr euch bald wieder so wohl fühlt wie auf der Röde Orm! Freuen uns jetzt schon darauf, euch irgendwann wieder einmal zu sehen! Ganz liebe Grüße an die ganze Familie!
      Christine und Christian

  1. AUFHÖREN ! BITTE ! diese Bilder sind ja DIE seelische Grausamkeit für Immer-Fernweh-Geplagte😉
    Habt eine gute Zeit🙂 always fair winds u keine Riffe unterm Kiel
    LG

  2. Ich komm mal kurz vorbei, wartet, ich möchte die Fotos in Natura sehen. Mei, habt ihr ein Glück so zu einer Inselrundfahrt zu kommen, über den Bekannten eines Bekannten…. Wie klein die Welt wird.
    Am Wochenende ist hier Kirchweih.
    LG Mama

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