Barfuß im Dschungel

Nachdem wir von Moorea abends ablegten, stellte sich der Wind als leider doch nicht so stark heraus wie vorhergesagt (hoffentlich wird das mal nicht zu einer Gewohnheit für die Thor). Das hatte zur Folge, dass es am nächsten Tag dann doch knapp wurde und wir leider nur mit Ach und Krach unter Motor kurz vor Sonnenuntergang in die Ankerbucht einfahren konnten. In der Funkrunde wurde aber dann schon wieder beschwichtigt – man könne bei der Betonnung im Riffpass und mit den vorhandenen Richtfeuern schon bei Nacht einlaufen. Nun ja, mir war schon wohler, dass wir es bei Tageslicht geschafft hatten.

In Port Bourayne fiel der Anker auf 25 Meter Tiefe- eigentlich etwas zu knapp für die 70 Meter Ankerkette, aber die Bucht war wirklich rundum geschützt und bei den angesagten Schwachwinden für die nächsten Tage riskierten wir es. Andere Wassertiefen gab es leider nicht, die Uferregion fiel ringsum in einer Steilwand von 50 cm auf eben die 25 Meter ab. Die Bucht war aber auch zu schön um nicht ein Paar Tage dort zu verweilen. Neben uns nur 5 weitere Boote, eine Landschaft zum Niederknien und absolute Stille. Kein Techno vom Strand, keine Autos, kein Nix. Was für ein Kontrast zu Moorea. Ab und an sind wir ins Wasser gehüpft um uns etwas abzukühlen- sonst war Lesen und Tiefenentspannung angesagt.

Einen Ausflug mit dem Dinghi zu den heiligen, blauäugigen Aalen in Faie auf der Ostseite der Insel haben wir nach ein paar Tagen in Angriff genommen. Über einen brutal steilen Berg, lt. Strassenschild 15%, ging es nach Faie. Die Aale tummelten sich im dortigen Bach und waren durch die ständigen Fütterungen durch die Touristen rund und fett. Zum Glück hatten wir unsere Ruhe, wir waren praktisch alleine da. Warum die Aale den Polynesiern heilig sind, haben wir leider nicht rausbekommen.

Anschliessend ging es mit der Thor noch ein Paar Meilen südlich in die Baie d‘Avea. Dort war touristisch schon wieder etwas mehr los, Urlaubsressort und zwei Bars am Strand, aber trotzdem war alles immer noch im Rahmen. Eigentlich sind wir vor Allem wegen der Möglichkeit wieder einmal ins Internet zu kommen dorthingefahren, aber die öffentlichen Hotspots waren leider Allesamt nicht mehr vorhanden und auf teures Wlan vom Hotel wollten wir nun auch nicht zugreifen. Die Tage verbrachten wir dort dann wieder mit kleinen Ausflügen, z. B. zu einer alten polynesischen Festung oder zum Schnorcheln.

Nach wieder ein paar Tagen drängte sich dann doch wieder die Sucht nach Zivilisation mit Internet und Supermarkt in den Vordergrund, weshalb wir dann zum Hauptort der Insel – Fare – aufbrachen. Unterwegs machten wir noch an einem kleinen Strand halt, es sollte dort Obst zum Selberpflücken geben. Der dort lebende Polynesier- Siki mit Namen- bestätigte das und ging sogar mit uns in den Wald um Sternfrucht und Bananen zu suchen. Wie unser Guide waren wir dann barfuß im Dschungel unterwegs, weil es mit den Flip-Flops viel zu rutschig war. Hier gibt es nämlich kein einziges giftiges Tier – vor allem keine Schlangen… Voll beladen mit beidem ging es dann zurück zum Strand. Siki zeigte uns dann noch bereitwillig wie man Kokosnüsse öffnet, allerlei Kram aus Palmwedeln flechtet. Er war wirklich supersuperhilfsbereit und hat mit seinem Buschwissen nicht gegeizt. Eine Gegenleistung unsererseits wurde fast empört abgelehnt. Ich denke dieses Wissen wird uns auf den nächsten Atollen noch sehr nützlich sein. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Wie auch immer, nach einiger Zeit fuhren wir zu unserem Tagesziel Fare weiter. Dort dann endlich wieder einmal Internet, Nachrichten an die Daheimgebliebenen und Happy Hour in gemütlicher Strandbar. Als Draufgabe kam dann am Wochenende auch noch ein segelnder Zirkus in die Ankerbucht. Ein französisches Pärchen, beide sind Akrobaten,  finanziert sich die Reise, indem sie in jedem Hafen eine Aufführung auf ihrem Boot geben. Was für eine tolle Abwechslung!

Wir sind nun auch schon wieder einige Tage hier und werden wohl morgen Abend nach Suwarrow aufbrechen. Da unsere Email über Kurzwelle mangels Server leider immer noch nicht funktioniert, kann es gut und gerne sein, das ihr die nächsten 4-5 Wochen nix von uns höhrt, also nicht bange machen lassen.

Und natürlich gibt es auch wieder ein paar Fotos:

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157631280911004/

Huahine at its best – mit einem Klick zum Fotoalbum

3 Gedanken zu “Barfuß im Dschungel

  1. Boah….und immer wieder diese grausamen Bilder….als wäre der Text nicht schon grausam genug😉
    Den französischen Akrobaten sah ich Ende Okt. 09 im Süden Lanzarotes (Marina Rubicon) zu – schön, dass auch sie soweit gekommen sind🙂
    always fair winds !!!
    LG von der „Küste“😉

  2. Und wieder ein so toller Bericht mit wunderschönen Bildern, VIELEN DANK !!!
    Genießt eure Traumreise weiterhin und ja, passt auf die Riffe auf !!

    Gruss aus Köln, Peter

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