Bula Fiji

Wir sind am Sonntag Nachmittag in Suva, der Hauptstadt von Fiji angekommen! Die teils wegen ihren Stürmen berüchtigte Strecke zwischen Neuseeland und den Tropen ging für uns wieder sehr harmlos über die Bühne. Wir wussten, dass wir die ersten beiden Tage viel Wind aus Südost haben würden. Das hat auch gestimmt – was wir aber nicht wussten, dass sich gleich nördlich von uns ein kleines Tief entwickeln würde, das uns noch einmal zwei Tage Starkwind bringen sollte. Das Gute war, dass wir das Tief an dessen Rückseite passieren konnten und somit wieder Wind aus südlicher Richtung erwischten, der uns ordentlich voran brachte. Die ersten vier Tage hatten wir zwar so durchgehend Starkwind mit 6 Bft. und in Böen 7 bis 8 Bft. aber danach wurde es immer bequemer. Die erste Zeit haben wir hauptsächlich unter Deck verbracht, weil es einfach viel zu kalt und ungemütlich war – alle 20 min. sind wir zum Rundumblick Mal nach draußen geklettert.
Wir konnten dann in dieser Zeit auch die Koordination eines Seenotfalles über Funk aufnehmen, aber wir waren zu weit entfernt, um das in Seenot betreffende Schiff über Funk zu hören und wussten dann auch nicht, was genau passiert war. Kiwi Rescue war auf Kanal 16 für uns zu hören und wir meldeten uns dann auch, aber wir waren zu weit weg. Da fängt man dann ganz arg zum Nachdenken an, was alles schief gehen könnte. Zum Glück ist die Thor so robust, dass sie auch dieses Wetter und die unglaublich starken Seeschläge ohne mit der Wimper zu zucken wegsteckte. Ihre Crew war da schon etwas nervöser. Insgesamt stellten wir aber gleich am Anfang fest, dass uns das halbe Jahr Segelpause sehr gut getan hatte und wir super entspannt und ausgeglichen waren. Keinen einzigen Tag gab es die Frage „wann kommen wir endlich an?“ und wir fanden uns auch erstaunlich schnell wieder in die Segelroutine ein. Ein schönes Gefühl, wieder unterwegs zu sein.
Danach hatten wir – typisch für die THOR – wieder einige Tage Flaute, aber in diesen Tagen kletterten die Temperaturen kontinuierlich nach oben, wodurch es immer angenehmer wurde, wieder ein paar Stunden im Cockpit zu verbringen.
In der zweiten Woche hatten wir wieder besseren Wind, das Wetter war auch großteils in Ordnung. Ein ziemlich unerklärliches Wetterphänomen brachte uns dann doch etwas aus der Ruhe. Zwei Nächte hinteinander hatten wir heftiges Wetterleuchten, tagsüber Flaute, wobei wir in der zweiten Nacht fast den stärksten Wind unserer gesamten Reise hatten. 12 Stunden durchgehend mit 7 Bft. und dazu stundenlanges Wetterleuchten. Das war ja so was von gruselig. Vor allem weil dies a) in den Wettervorhersagen absolut nicht erkennbar war und b) auch vom Barometer keine Abweichung abzulesen war. Wir machten uns ernsthafte Sorgen, was da als nächstes kommen würde, wenn nicht einmal dieser heftige Wind vorherzusehen war. Vielleicht gar ein Hurrikan? Hier in Fiji haben wir dann auch ein englisches Seglerpaar getroffen, die ins gleiche Gewitter gekommen sind und die meinten, dass sie das seit dem Beginn ihrer Reise vor 8 Jahren noch nie so etwas Schreckliches erlebt hätten. Ok, dann ging diese Gewitter also nicht nur uns Segelanfängern bis in die Knochen.
Ein Haustier hatten wir uns auch für eine Nacht zugelegt und zwar ein kleines Vögelchen, dass die Nacht völlig erschöpft unter Deck verbracht hat. Leider ist er am nächsten Tag gestorben. Versuche, sie mit Wasser und Müsli wieder aufzupäppeln wurden ignoriert, und beim Versuch die Thor am nächsten Tag fliegend zu verlassen, ist er dann einfach ins Wasser gefallen.
Danach hatten wir zum Glück bis zur Ankunft in Fiji wunderbares Wetter und auch halbwegs brauchbaren Segelwind. Insgesamt brauchten wir für die Strecke 15 Tage, was etwas länger ist, als bei der Hinfahrt – aber wir sind ja auch etwas weiter südlich, nämlich von Auckland, losgesegelt.
Das Einklarieren fand dann gestern Vormittag (Montag) statt und somit konnten wir uns Einiges an Überstundengebühren sparen. Die fünf (!) Beamtinnen und Beamten, die dann an Bord kamen, waren sehr entspannt und haben sich fast entschuldigt, dass so viele Formulare auszufüllen waren. Sie arbeiten gerade an einer Modernisierung des Einklarierungsverfahrens. Gut zu wissen. Wir durften alle unsere Lebensmittel und unseren kleinen Kräutergarten aus Neuseeland behalten und nach einer halben Stunde durften wir offiziell an Land. Wie schön! Auf demWeg an Land kamen wir überraschenderweise an der SY Mahina vorbei,die etwas weiter an einer Mooring liegt. Eleandro, ein befreundeter maltesischer Skipper lud uns gleich auf ein Stamperl Rum ein, und zusammen enterten wir dann den Royal Suva Yacht Club der uns gleich mit offenen Armen empfangen hat. Insgesamt haben wir einen sehr  sympathischen und guten ersten Eindruck von Fiji erhalten (vor allem das Bier ist spottbillig! :-)). Heute ging es dann in die Stadt, um die Einklarierungsgebühren zu bezahlen, Internet aufzutreiben und uns mit etwas Gemüse und Obst einzudecken.
Das Klima ist hier wieder tropisch heiß, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 85 % (ok etwas nervig) und es regnet häufig. Dafür hat es angenehme 28 bis 30 Grad, das Wasser hat Badewannentemperatur und im Vergleich zum herannahenden Winter in Neuseeland ist das wieder eine willkommene Abwechslung! Fotos folgen in Kürze, wir müssen erst noch Internet auftreiben (im Yacht Club geht es grad nicht).

6 Gedanken zu “Bula Fiji

  1. On the sea again!
    Schön, dass Ihr wieder unterwegs seid und Eure Reisebeschreibungen uns den Alltag versüßen!
    „Dank“ des europäischen „Dauerwinters“ bei durchschnittlich 12 Grad Wasser- und Lufttemperatur und latenter Regenwahrscheinlichkeit macht so ein verlängertes Segelwochenende noch nicht richtig Spaß. Aber der Sommer kommt bestimmt und einige wenige sonnige Tage mit Wind hatte ich auch bereits auf meiner 25er in Frankreich.
    Passt auf Euch auf und habt immer einen Daumenbreit Rum im Glas!🙂
    Ahoi…
    Rainer

    • Lieber Rainer, der Sommer wird bestimmt auch noch nach D kommen – nur Geduld! Hauptsache am Boot sein😀 ganz liebe Grüße, Christine und Christian

  2. Great to have that update. I checked the passage weather map each day and like you did not see those unexpected squalls!! You did well. We already miss you and last night celebrated Annette’s 35th birthday in true FARM style. Bula xxxsue

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s