Kava-Zeremonie auf Dravuni-Island

Hier gibt’s ein kleines Video von der Kava-Zeremonie auf Dravuni, ziemlich witzig 😉 Der Anlass zum Kava-Trinken an einem Montag Morgen war der Abschied von ein paar Verwandten, die übers Wochenende auf der Insel waren – und da wurden wir auch gleich eingeladen. Sehr cool!

fijian farewell from Christine Wagner on Vimeo.

kavazeremonie from Christine Wagner on Vimeo.

Buchteln in Fiji

Nachdem in Namara der gefangene Fisch verputzt war, haben wir uns dort erstmal häuslich eingerichtet. Außer der SY Kira waren wir das einzige Boot in der Anchorage. Privatinsel auf Zeit sozusagen. Freizeitprogramm nach kleineren Wartungsarbeiten sah die üblichen Aktivitäten vor: Schnorcheln mit Korallen, Speerfischen mit Riffhaien (huch), Kokusnuss- Wettrinken am Strand, Inselwanderung durchs Gestrüpp, Dinghiausflüge zum Fischen in der Lagune. Alles in allem wurde es uns nicht langweilig.

Die Angel- und Speerfischversuche unsererseits waren leider völlig ohne Erfolg, lediglich Tim von der Kira konnte einen durchaus essbaren Riffbarsch speeren. Die Insel gab bis auf Kokosnüsse leider auch kein weiteres wildwachsendes Obst oder Gemüse her, sodass wir uns, nachdem uns so langsam die Frischkost ausging, auf die Socken zum Wochenmarkt nach Vunisea auf Kadavu machten.

Wegen Verwirrungen der Grib- Files sind wir sogar eine Tag „zu früh“ etwas überstürzt aufgebrochen. Ein angekündigter Wetterumschwung, welcher dann letzendlich doch nicht kam, veranlasste uns – dazu noch vor dem Frühstück – aufzubrechen. Immerhin waren es mehr als 32 SM, die die Thor dann allerdings mit Backstagsbrise in Rekordzeit mit einem für unsere Verhältnisse tollen Schnitt von 5,1 Knoten abspulte. Ein Traumsegeltag. Kira, deren Unterwasserschiff immer noch von der langen Überfahrt durch Entenmuscheln und co… gezeichnet ist, musste sich zur Abwechslung nun Mal mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Normalerweise sind wir eigentlich immer das langsamste Boot im Teilnehmerfeld, um so grösser ist dann die Freude wenn es doch mal anders kommt ;-).

In Vunisea befindet sich der Flugplatz der Inselgruppe, außerdem nicht weniger als sieben (!) Geschäfte – also quasi Metropole. Die Läden führen allerdings alle im Wesentlichen das Gleiche. Viel mehr als Grundnahrungsmittel gabs nicht zu kaufen, und außerdem nur zu „Inselpreisen“, weshalb nur die nötigsten Lücken in den Vorratsschapps gefüllt wurden.

Am Flugplatz hofften wir der Landung der Inselmaschine beiwohnen zu können, diese kam dann aber leider erst am nächsten Tag. Zum Zeitvertreib schlenderten wir über die Rollbahn am Flughafen zur Südseite der Insel und wieder zurück. So kleine Ortschaften mitten im Nirgendwo sind für uns meist immer etwas trostlos anzusehen. Auch wenn selbst auf den kleinsten Inseln noch eine Grundschule für den Nachwuchs steht, sind doch die Entwicklungsmöglichkeiten für die Jugendlichen und Erwachsenen extrem beschränkt. Zwar verhungert auf den Inseln sicherlich keiner, etwas Landwirtschaft für den Eigenbedarf- geerntet wird rund ums Jahr, ein paar Fische aus dem Meer und ab und zu ein freilaufendes Huhn, das reicht um das Überleben sicherzustellen. Allerdings sind auf den Inseln die Jobaussichten gleich Null. Das sind so die ersten Eindrücke aus der Sicht eines Mitteleuropäers. Schaut man länger und genauer, dann sieht man viele frohe Gesichter (viel mehr als daheim in D), meist läuft ein Liedchen irgendwo in einer Ecke. Die Menschen sind unglaublich offen und großzügig. Eigentlich ist Fiji bisher die gastfreundlichste Ecke auf der gesamten Reise. Erfreulicherweise gibt es anscheinend auf den Inseln recht wenig Probleme mit Alkohol und Drogen. Zwar ist das Kava als Rauschmittel ubiquitär erhältlich, da es aber nur eine Wirkung hat die sich am ehesten mit dem Gegenteil von Kaffee beschreiben lässt, fallen negative Effekte eher moderat aus.

Interessant ist die Verbreitung von Mobiltelefonen. Fast jeder hat eines, auch noch auf der entlegensten Insel. Ich habe mal gelesen dass 95 % der Menschheit im Empfangsbereich von Handymasten lebt. Während die meisten Mitteleuropäer primär mal internetfähige Computer hatten, hat die Mehrheit der Menschen In Fiji diese Schritt übersprungen und ist nun direkt mit dem Telefon online. Einen PC haben die wenigsten zu Hause.

Nachdem wir auf dem Wochenmarkt noch das ein oder andere Gemüse erstanden haben wie Tarowurzel, Bok- Choy, Schlangenbohnen, Zitronen, Karotten, Knobi,Kartoffeln, Eier und Zwiebeln sind wir dann wieder zurück zu den Inseln im Astrolabe Riff gefahren. Da Kiras Kühlwasserpumpe gerade arge Inkontinenzproblem hat, haben wir sie durch den Riffpass nach draußen geschleppt. Wider Erwarten ging das Schleppen einer anderen Jacht erstaunlich gut, und so konnten wir dann gegen Mittag gemeinsam in freiem Seeraum Segel setzen.

Wie schon auf der Hinfahrt hatten wir achterliche Winde, allerdings deutlich schwächer mit so gut wie keinem Seegang, so dass heute Mal wieder seit langem der Blister zum Einsatz kam. Die Reparatur des Blisters in Auckland scheint zu halten. Wir hatten dort eine alterschwache Stoffbahn ausgetauscht und das marode Saumband am Achterliek ersetzt . Die UV- Belastung in den Tropen ist nicht zu unterschätzen, auch ist unser Blister sicherlich nicht mehr der jüngste. Sogar SY Kira hat bei diesen Traumbedingungen den Spi gesetzt. Bei kaum merklichem Wind ging es dann einigermaßen voran und so konnten wir gerade noch vor Sonnenuntergang bei der Insel Ono den Anker fallen lassen. Morgen geht es zum Sevusevu an den Strand zum Dorfchef, mal gespannt was uns da erwartet.

Catch of the day

Wir haben endlich wieder einmal Fisch gefangen und das ist schon einen Blogeintrag wert. Wir haben nämlich gestern bei der Fahrt zur nächsten Ankerbucht nicht nur einen sonder gleich zwei schöne Thunfische gefangen. Das Geheimnis könnte ein neuer Köder sein, den wir damals auf den Kanaren im China-Laden gekauft haben und seitdem nicht mehr probiert haben. Im Pazifik haben wir es bis jetzt immer mit so künstlichen Oktopus-Ködern versucht und unsere Erfolge waren eher bescheiden. Jetzt sind wir wieder motiviert und der Fisch hat locker für vier Leute für zwei volle Mahlzeiten gereicht. Gestern sind wir dann auch mit zum Platzen gefüllten Bäuchen auf die Thor heimgefahren, heute mittag gab es dann noch einmal beste Fischbrötchen mit frisch gebackenem Brot, das Laura und ich heute produziert haben. Dazu eine Kräuterremoulade mit frischem Schnittlauch und Petersilie aus unserem Mikrogarten. Danach eine Trinkkokosnuss am Strand und ein bisschen Relaxen mit einem guten Buch.

Wir liegen hier vor Namara Island, das noch unter der Obhut von Dravuni Village gehört und weil wir dort ja Sevusevu gemacht haben, dürfen wir auch diese Insel nach Herzenslust erobern. Feinster weißer Sandstrand nur für uns alleine – denn die Insel ist nicht bewohnt und es wird auch noch kein Hotel darauf gebaut. Direkt neben uns gibt es ein paar hübsche Korallenköpfe zum Schnorcheln und so tummeln wir uns auch die meiste Zeit im Wasser. Der Kalender oder die Uhrzeit werden wieder völlig unwichtig und wir leben einfach so in den Tag hinein. Der Regen hat sich auch wieder verzogen und kein einziges anderes Schiff zu entdecken. Herz, was willst du mehr?

Dravuni Island – Great Astrolabe Reef

Wir haben es nach einer etwas rumpligen Nachtfahrt endlich wieder ins Südseeparadies geschafft. Rumpelig deswegen, weil wir gegen den Passatwind mit 4-5 Bft. am Wind nach Süden fuhren. Etwas ungemütlich, aber da es nur 40 Seemeilen waren, kein Grund zu Meckern. Unser erster Stopp war Dravuni, weil dort der Chief (Häuptling?) für die umliegenden Inseln sitzt und wir hier das erste mal Sevusevu machen mussten. Haben uns dann auch fein herausgeputzt und sind mit unseren Kava-Bündeln an Land gerudert. Dort erwartete uns dann auch gleich der Spokesman des Dorfes, quasi der Fürsprecher beim Chief.

Wir mussten uns im Halbkreis ins Gras um den Chief setzen, der etwas erhöht auf einer Holzpalette thronte. Nachdem wir erzählt haben, wo wir herkommen, was wir machen wollen und wo wir hin wollen, wurde das Ganze dem Chief übersetzt, dann gab es ganz viel fast gebetsartiges Gemurmel auf Fidschianisch und wir mussten unsere Kavabündel vor dem Chief auf den Boden legen. Ein anderer Typ hat die dann begutachtet und es gab noch mehr Gemurmel und schlussendlich wurden wir im Dorf willkommen geheißen und man bedankte sich bei uns dafür, dass wir die alten Traditionen bewahren. Kava mussten wir keinen trinken, da ja Sonntag war, würde es erst noch einen Gottesdienst geben (den zweiten für diesen Tag) und dann am Abend würde es den „Grog“ geben. Es sei uns aber freigestellt, daran teilzunehmen. Gut, wir waren nämlich hundemüde von der Überfahrt und nachdem wir uns noch ein bisschen im Dorf umgesehen haben und dabei gleich noch mit ein paar Trinkkokosnüssen bewirtet wurden, machten wi
r uns noch auf einen kleinen Sundowner auf zur Kira und dann fielen wir in unsere Kojen. Kira und wir sind die einzigen Boote hier, es ist echt traumhaft schön. Man merkt, dass wir früh in der Saison dran sind. Glück für uns!

Das Dorf auf Dravuni lebt hauptsächlich vom Tourismus. Ein- bis zweimal im Monat kommt ein Kreuzfahrtschiff vorbei, wo dann für sechs Stunden ca. 2000 Touristen die Insel unsicher machen. Und diese Insel ist nicht groß, man kann sich das gar nicht vorstellen. Kokosnüsse werden für 2 Dollar das Stück verkauft, es gibt Ausflugsfahrten mit den Fischerbooten für 10 Dollar und das Kreuzfahrtschiff muss pro Ankunft 5.500 Dollar an das Dorf zahlen. Und darauf sind die Dorfbewohner richtig stolz. Sie zeigen uns den Steg (Schwimmpontoon), der extra angeschafft wurde und die Häuser im Dorf sehen auch sehr robust und gepflegt aus. Es gibt einen Kindergarten und eine kleine Schule für die ersten 4 Grundschuljahre, danach müssen die Kinder ins Internat auf die nächstgrößere Insel Ono. Im Dorf leben etwas mehr als 200 Einwohner, aber man bekommt nur wenige davon zu sehen. Auf einer unbewohnten Nachbarinsel, die auch diesem Chief untersteht, wird gerade ein Luxusresort gebaut, wo viele der
Dorfbewohner beschäftigt sind. Bleibt abzuwarten, was aus diesen Inseln wird, wenn hier noch mehr gebaut wird. Im Moment ist es nämlich tatsächlich noch relativ ursprünglich. Die Männer treffen sich täglich abends zum Kavatrinken, tagsüber sind sie mit Fischen und Arbeiten auf den Gemüse- und Obstplantagen auf der Insel beschäftigt. Die Frauen sieht man sehr selten, ich denke sie sind hauptsächlich mit Kochen und der Haushaltsführung beschäftigt. Die Kinder sind von 8 Uhr bis 15 Uhr in der Schule, kommen aber mittags von der Schule zum Essen heim. Die Internatsschüler kommen am Wochenende heim. Überall zwischen den Häusern sind lange Leinen mit frisch gewaschener Wäsche gespannt, hier ist sicher auch Handarbeit beim Wäsche waschen angesagt.

Am nächsten Tag hatten wir uns dann den kleinen Hügel am Südende der Insel als Ziel auserkoren. Wie ein Dorfbewohner meinte: „It’s like Mount Everest in this heat!“… Ja, ja. Bevor wir überhaupt dort raufkamen, wurden wir noch ganz oft aufgehalten und mussten erzählen, wo wir herkommen und was wir so machen. Zufällig war dann auch noch eine Kava-Zeremonie, zu der wir eingeladen wurden. Und das an einem Montag Morgen? Ja, bei besonderen Anlässen spielt die Tageszeit keine Rolle. An diesem Wochenende waren nämlich Verwandte zu Besuch hier und zum Abschied gab es dann für den Besuch am Montag in der Früh einen Kava-Umtrunk mit viel Musik und Gesang. Und da wir gerade vorbeikamen wurden wir auch gleich dazu eingeladen. Schließlich waren wir ja jetzt auch auf Besuch hier. Laura und ich wurden gleich zu den älteren Frauen zitiert, die an der Wand saßen. In der Mitte des Raumes stand die Kava-Schüssel und dann gab es da Runde für Runde Kava. Die Frauen trinken übrigens nur zu besti
mmten Anläßen Kava, die Männer trinken das Gebräu täglich. Aber zumindest ist Alkohol bei den Inselbewohnern verpönt, der macht sie rabiat und darum bleiben sie lieber beim Kava, der sie sehr friedfertig stimmt. Und dann haben wir es schlußendlich doch noch auf den Berg geschafft, mit traumhaften Ausblicken, echt super!

Am gleichen Tag lernten wir dann auch den Lehrer der Schule kennen. Ein sehr junger Inder, der seit drei Monaten auf der Insel beschäftigt ist und per Vertrag noch 3 Jahre hier gebunden ist. Seine Familie stammt aus dem Nordwesten von Vanua Levu und er ist hier sehr einsam und hat Heimweh. Nach der Schule bleibt nur die Bibliothek und das Internet. Da er in der Bibliothek schon alle Lexika und Bedienungsanleitungen durchgelesen hat und es nichts anderes hier zu lesen gibt, haben wir ihn am nächsten Tag gleich mal mit einer Tasche voller Bücher versorgt. Spannend war auch rauszufinden, dass die indische Bevölkerung in der Schule kein Fidschianisch lernt, es gibt extra Schulen für Hindis und Fidschianer. Die gemeinsame Sprache ist Englisch, die an beiden Schulen gelehrt wird. Aber selbst wenn indische Kinder in eine Fidschi-Schule gehen, bekommen sie extra Unterricht auf Hindi, auch wenn es nur 3 Schüler in einer Klasse sind. Schon der Hammer, wenn man bedenkt, dass die Inder s eit 200 Jahren hier auf den Inseln leben.

Christian wurde dann von einem Fischer noch gefragt, ob er ihm helfen kann, sein Boot zu reparieren. Da es sich aber um Glasfaser handelte und wir ja mit einen Stahlboot unterwegs sind, konnte er da nicht von großer Hilfe sein. Zwar hätte der Fischer auch Glasfaser und Harz dagehabt, aber das wär dann doch ein zu großes Experiment geworden. Christian konnte ihm zumindest sagen, wie er die einzelnen Komponenten mischen muss und wie er das machen würde. Dafür haben wir dann aber noch einen kleinen Kürbis bekommen – der Fischer wollte von uns einen Pinsel und ein paar kleine Angelhaken dafür. Und alle waren glücklich.

Im Moment ankern wir mit der Kira (wir sind nach wie vor die einzigen Boote) vor der benachbarten unbewohnten Insel nebenan, weil es grad eine kleine Passatstörung gibt. Der Wind wird in den nächsten Tagen einmal komplett von Südost über Nord auf West und dann wieder Südost drehen. Spannend, dann hier einen Ankerplatz zu finden. Es gibt keine Detailkarten und das ist dann schon cool, wenn man nur auf Sicht navigiert. Dazu muss das Wetter und der Sonnenstand passen, um die Riffe gut erkennen zu können. Wir liegen hier jetzt auf 4 m Wassertiefe, Sandgrund und haben schönes türkises Wasser rund um uns herum. Zum Schnorcheln ist es nicht weit und in der Nacht konnten wir wieder 80 l Regenwasser auffangen. Echt praktisch. Jetzt scheint schon wieder die Sonne und wir machen uns bald auf den Weg um Kokosnüsse zu sammeln. Heute steht das Ansetzen von Kokosnussbier und Reiswein auf dem Programm!

Fotos von unserem Inselparadies gibts leider erst später, weil das Internet hier so unglaublich langsam ist. Da müsste ich hier wohl den ganzen Tag sitzen und warten, sorry geht leider nicht! Dieser Blogbeitrag geht jetzt auch über die Funke raus, geht schneller!

Startlöcher

Eigentlich wollten wir heute schon weitersegeln, aber das Wetter hat uns wieder einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hat sich eingeregnet, sehen tut man auch nichts – das macht nicht unbedingt Lust auf eine Nachtfahrt. Nein, da warten wir lieber noch. Laut aktuellstem Wetterbericht soll es schon in zwei Tagen besser sein, dann gehts zum Great Astrolabe Riff.

Für die Kava-Zeremonie haben wir heute schon schön verpackte Wurzeln gekauft, darauf bin ich ja echt mal gespannt. Wassertank aufgefüllt, Benzin getankt, Gasflaschen sind voll, hmmm… theoretisch also startklar. Das Bloggen über Airmail haben wir auch erfolgreich getestet (ja, das haben wir schon öfter gemacht und es hat dann doch nicht geklappt… jetzt schauts aber gut aus!) und unser Positionsreport ist auch wieder aktuell.

Ansonsten gibts hier nicht viel Neues…

Könnte heute ein witziger Abend mit 3 kg Kavawurzeln werden, grins

 

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Sie sind da!!!

Tim und Laura haben es nach langen 24 Tagen endlich geschafft, sie sind auch in Suva, Fiji. Wir freuen uns total und sobald die beiden einklariert haben, wird gefeiert! Prost!

 

Kira

In der Nubulekaleka Bay

Wieder ist eine Woche vergangen seit dem letzten Eintrag und es gibt wieder ein kleines bisschen was zu erzählen. Wir haben uns in der Zwischenzeit vom Haupthafen in Suva in die sehr ruhige Nachbarbucht in der Nähe der Stadt Lami verlegt. Hier liegen wir vor dem schicken Tradewinds-Hotel, geschützt vor allen Windrichtungen und Schwell und genießen die Ruhe. Das Wasser ist leider noch immer nicht einladend genug zum Schwimmen, aber wahrscheinlich sind wir schon nächste Woche unterwegs zu den Outer Islands von Fiji. Wir warten hier noch auf die KIRA, die hoffentlich Montag oder Dienstag hier eintrudelt. Was für eine lange Überfahrt für die beiden!

In der Zwischenzeit haben wir uns Suva gegönnt, was auch sehr spannend war. Wir waren im Kino, das modernst mit mehreren Kinosälen ausgestattet ist und aktuelle Hollywood- und Bollywood-Produktionen zeigt. Der unglaubliche Eintrittspreis für zwei Personen betrug 5,50 EUR! Da gehen wir am Wochenende sicher noch einmal oder zweimal hin. So macht das Spaß.

Im Fiji Museum waren wir auch – klein aber fein. Es waren tolle traditionelle Kanus ausgestellt und Artefakte aus der Besiedlungsgeschichte von Fiji. Natürlich inklusive aller Informationen zum Kannibalismus. Keine Sorge, der letzte Mensch wurde hier 1960 oder so verspeist. Wir sind also sicher.

Die Geschäfte sind hier alle fest in indischer Hand. Man bekommt eigentlich alles, was das Herz begehrt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es, dass in jedem Laden die doppelte Anzahl an Verkäufern zu finden ist wie beispielsweise in Österreich oder Deutschland und auch wenn man sich nur mal ein bisschen umschauen möchte, wird man Schritt für Tritt von einem Angestellten verfolgt. Ist das reine Hilfsbereitschaft oder haben sie Angst, dass wir was klauen? So wird der Einkaufsbummel ein bisschen anstrengend. Obwohl es so viel zu sehen gibt – es werden wunderschöne indische Saris in prächtigen Farben angeboten und vor allem auch sehr viel Schmuck. Und nicht zu vergessen, alles was es an Elektronikartikeln gibt, findet man hier in Suva. Zufällig ist nämlich auch letzte Woche unser Inverter, der 12 Volt in 220 Volt umwandeln kann, eingegangen. Glück im Unglück, dass wir gerade in Suva waren. So konnten wir relativ rasch Ersatz finden – zwar etwas teurer als in Europa, aber immer noch ok.

Der öffentliche Markt ist auch sehr beeindruckend, in den meisten Supermärkten kann man auch gar kein Obst und Gemüse kaufen (und wenn, dann völlig überteuert). Interessanterweise sind wir meist die einzigen Ausländer dort, auch in der Stadt kann man die Touristen, die man an einem Tag sieht, an 10 Fingern abzählen. Dabei ist es auch durchaus spannend, mehr von einem Land kennen zu lernen als nur seine Palmen und weißen Sandstrände. Wobei wir uns darauf natürlich auch schon wieder freuen. Die Sache ist nur die, dass die nächsten Inseln mindestens eine Nachtfahrt entfernt sind und es sich nicht wirklich lohnt, nur für 2-3 Tage dorthin zu segeln und dann wieder nach Suva zu kommen. Das passt also schon so und insgesamt werden wir hier rund 2 – 3 Monate sein. Also noch genug Zeit für Spaß am Strand.

Suva ist die Schul- und Universitätsstadt von ganz Fiji und auch von den benachbarten Inselstaaten wie Tonga kommen die Studenten in die Hauptstadt. Die Bevölkerung ist also echt bunt gemischt, das gefällt uns. Fiji gehört übrigens schon zu Melanesien, die Menschen sind hier etwas dunkelhäutiger als in Polynesien und haben dichtes krauses Haar. Dank der christlichen Missionare ist der Kleiderstil höchst konservativ, die Frauen tragen meist Röcke, die mindestens übers Knie gehen, Schultern bedeckt, die Männer tragen traditionell den Sulu – einen Wickelrock – und nur selten sieht man mal jüngere Mädels mit kurzen Hosen. Und der Sonntag ist hier auch heilig. An jeder Ecke steht eine Kirche irgendeiner anderen christlichen Konfession, es gibt aber auch Hindu-Tempel und Moscheen.

Heute haben wir mal Lami etwas näher unter die Lupe genommen. Die Preise im Supermarkt sind noch billiger als in Suva, Christian hat einen neuen Haarschnitt beim Friseur für umgerechnet 1,60 EUR bekommen und dann haben wir uns noch einen gepflegten Sundowner in der Hotelbar direkt vor unserem Ankerplatz gegönnt. Es geht uns also wie immer bestens. Das Wetter nervt noch etwas – wir hatten bisher erst 2 Tage Sonnenschein oder so, im Moment regnet es auch gerade wieder. Zum Glück haben wir uns von der SY Mahina wieder viele gute Filme ausleihen können, für Unterhaltung ist also gesorgt.