Mt. Yasur

Unsere Tour auf den Vulkan war wirklich ein Erlebnis – man ist auch Tage Später noch schwerst beeindruckt. Mt. Yasur ist einer der wenigen permanent aktiven Vulkane weltweit.

Ich habe Mal mit unseren kleinen Knipse gefilmt und das ganze etwas zusammengestutzt. Ein Vulkankrater zwischen den Eruptionen ist eher langweilig, da kann man sich dann auch in die örtliche Kiesgrube verholen. Die Qualität ist nicht besonders dolle, aber stellt euch einfach vor ihr steht oben am Kraterrand und seht euch DAS an. Ach ja, Kids sollten bei meinen Kommentaren lieber weghören ;). Viel Spaß.

Zurück in der Zivilisation…

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Wir waren tatsächlich auf einem aktiven Vulkan. Direkt am Kraterrand, ohne Absperrungen, Sicherheitsvorschriften, etc. Und es fällt schwer, diesen Abend in Worte zu fassen. Lautes Grollen wie Donner, alle paar Minuten wird glühend heiße Lava mehrere hundert Meter nach oben geschleudert und nach Sonnenuntergang wird das ganze Bild noch spektakulärer. So etwas erlebt man so schnell nicht mehr, wir waren ganz hin und weg. Wenn ich es schaffe, die Fotos hochzuladen, kann man sich ev. ein Bild davon machen – Christian hat auch ein kurzes Video gedreht, das in den nächsten Tagen hier am Blog erscheinen wird.

Nach dem Vulkan-Abenteuer haben wir uns einen Tag später auf den Weg in die 140 sm entfernte Hauptstadt Port Vila gemacht. Die Überfahrt war wieder mal ein Traum – Rauschefahrt unter sternenklarem Himmel nachts und viel Sonnenschein tagsüber. Nun sind wir also wieder in der Zivilisation – aber hoffentlich nur kurz. Wir müssen uns hier noch einmal beim Zoll melden und die Fahrtenerlaubnis für die nächsten Inseln einholen. Und dann wollen wir schon wieder unterwegs in die nördlichen Inseln sein, wo alles wieder eine Spur langsamer von statten geht und wir hoffentlich noch auf viele ursprüngliche Dörfer wie in Port Resolution stoßen.

Aufgrund der schlechten Internetverbindung wird es die Fotos ev. in Etappen geben, bitte um Geduld!

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157635788465046/

Port Resolution – Tanna Island

Hier in Port Resolution auf der Insel Tanna scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Was in Fiji zunehmend die Ausnahme war, ist hier noch die Regel, so scheint es. Die meisten Hütten des Dorfes sind noch ganz traditionell mit Palmwedeln gedeckt und haben Wände aus luftigen geflochtenen Matten. Wie so oft im Südpazifik, auch hier Leute, die vor Gastfreundschaft und allgemeiner Freundlichkeit nur so übersprudeln. Gleich nach Ankunft kommt Sam im Auslegerkanu vorbei und fragt ob er ein paar Taschenlampenbatterien gegen Pawpaw (Papaya) eintauschen kann. Wir haben leider nicht die passende Größe, bekommen die Papaya aber trotzdem. Wir haben dann noch ein bisschen Schokolade für seinen kleinen Sohn, der mit dabei ist. Auch sonst wird hier viel getauscht. Geld spielt im Dorf kaum eine Rolle, gefragt sind Stifte, Süßigkeiten, T- Shirts oder Shorts.

Beim Gang durchs Dorf sieht man allenorten die Kochfeuer vor den Hütten. Gaskocher gibt es nicht. Dreimal täglich wird über dem Lagerfeuer das Essen zubereitet. Ganz schön viel Arbeit für die Frauen. Hier fängt die Essenszubereitung nicht mit dem Griff in den Kühlschrank, sondern mit Feuerholz sammeln an. Die Männer sind ebenfalls nicht untätig. Gartenarbeit, Fischen und Jagen sind tägliche Verrichtungen.

Täglich um kurz nach vier kommen die Männer, Frauen sind „Tabu“, dann am Versammlungsplatz zur Gemeinderatssitzung zusammen, bei der jeder Erwachsene mitmachen kann. Jonathan das Dorfoberhaupt – er ist erstaundlich jung für den Job, so geschätzt Mitte/ Ende Zwanzig – hat den Vorsitz. Es werden dort wichtige Dinge besprochen. Als wir beiwohnten, ging es um ein paar Dorfbewohner, die anscheinend ein Huhn aus dem Nachbardorf gestohlen hatten. Solche Dinge werden hier in Port Resolution untereinander, meist mit viel Kavageschenken, erledigt. Man erklärt uns, dass sie hier „das Gesetz“ (im Sinne von die Obrigkeit aus der Stadt) nicht wirklich brauchen. Zur Kavazeremonie bzw. Versammlung durften dann auch tatsächlich nur die männlicher Segler hingehen, nicht einmal der Dorfplatz darf während der Zeremonie von Frauen betreten oder überquert werden. Die Mädels hielten dann ihre eigene Zeremonie an Bord der Kira mit eisgekühltem Weißwein aus Neuseeland ab. Ein kleiner Trost. Schließl
ich kann man sich das in Europa gar nicht mehr vorstellen, dass Frauen bei solchen Versammlungen ausgeschlossen sein sollen.

Bei Einbruch der Dämmerung geht der offizielle Teil über in den geselligen und der Kava wird zubereitet. Anders als in Fiji oder Tonga wird die getrocknete Kavawurzel nicht einfach im Mörser zerstampft und mit Wasser angerührt, sondern die Zubereitung ist um einiges komplizierter. Die frische Kavawurzel wird zerkaut, der Brei dann wieder ausgespuckt und auf einem großen Blatt gesammelt. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir den Brei nicht schlucken. Anschliessend kommt der Batzen in ein Tuch und wird mit Wasser über einer Kokosnussschale ausgewrungen. Jeder bekommt also hier was von des anderen Spucke ab. Sicherlich sehr förderlich für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Vielleicht wäre das Mal ne Maßnahme für unsere anonymen Großstadtwohnblocks. Leider sehen die meisten Gebisse ein wenig so aus, als trainieren sie für den Mr. Zahnstein Wettbewerb, und so gruselt es den Autor schon ein wenig beim Schlürfen der Brühe. Aber wozu hat man denn in jungen Jahren Überleb
enstraining gemacht. Augen zu und durch. Da frische Wurzeln verwendet werden, ist die leicht sedierende Wirkung von Kava deutlich stärker als in den Nachbarländern und so kehrt am Versammlungsplatz bald Ruhe ein.

Man unterhält sich mit seinem Nachbarn im Flüsterton, das Lagerfeuer knistert und so erfahren wir, dass viele der Anwesenden hier tatsächlich Anhänger von Jon Frum sind. Diese Glaubensrichtung enstand in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Jon Frum ist auf der Insel einigen Kavatrinkern erschienen. Seine Botschaft war, dass unermesslicher Reichtum zu den Insulanern kommen würde, wenn sie nur die weißen Kolinialherren loswerden würden. Kurz darauf kam dieser Reichtum dann auch in Form der US- Army mit ihren teils schwarzen GIs in den lustigen Uniformen mit den bunten Abzeichen und einem schier unerschöpflichen Vorrat an Cola und Zigaretten. Mittlerweile war nämlich der zweite Weltkrieg ausgebrochen und die Amerikaner hatten auf Vanuatu einige Stützpunkte errichtet, um den Vormarsch der Japaner zu stoppen. Nach Abzug der Amerikaner war es natürlich aus mit dem reichen Strom an Gütern (Cargo) der in Frachtflugzeugen (cargo planes) herangekarrt wurde. Deshalb fingen di
e Einwohner dann an, selbst Landebahnen anzulegen, Antennen aus Dosen und Draht zu basteln und mit riesigen Flugzeugen aus Holz die Frachtmaschinen zur Wiederkehr zu bewegen. Rote Kreuze wurden überall in Tanna aufgestellt, da diese kostenlose medizinische Versorgung verhießen. Der Cargo- Kult war geboren.

Bestandteil der Religion Jon Frums ist der tiefe Glaube an Geister. Viele der Männer im Dorf sind für einen Geist „zuständig“. Nelson, der nette Herr der uns bei der Gemeinderatssitzung von seinem Kava abgegeben hatte, ist beispielsweise für die Brotfrucht zuständig. Ab und an geht er in den Wald, beschwört seine Geister und schon klappt es dann mit der Brotfruchternte. Genauso wie man mit einem Büschel Kava zum Wetterbeauftragten geht, wenn beispielsweise Regen gewünscht ist. Was sich für unsere Ohren durchaus komisch anhört, ist für die Einheimischen hier eine völlig banale und normale Sache. Etwa genauso wie wir zu Hause unseren Geschirrspüler anstellen und dann hinterher sauberes Geschirr rauskommt.

Auf Tanna steht Mount Yasur, einer der wenigen fast ständig aktiven Vulkane der Erde. Der rote Widerschein des Kraters ist von der Ankerbucht aus zu sehen. An den Hügeln der Ankerbucht steigen an verschiedenen Stellen regelmäßig kleine Rauchsäulen auf. Bei der Fahrt auf die andere Seite der Insel nach Lenakel führt der Weg dicht daran vorbei. Kilometerweite Aschefelder ergeben eine grotesk schwarze Landschaft und erinnern bis auf die Farbe an Dünenlandschaften. Über einem grollt der Vulkan und spuckt regelmäßig Steine und Qualmwolken aus – irre.

Das Einklarieren in der Stadt Lenakel auf der Westseite der Insel ging relativ problemlos von statten. Zum Glück hatten wir genug Bargeld zum Wechseln. Geldautomaten für unsere Kreditkarten sind Fehlanzeige. Andere Yachten mussten sich erst selbst von der Kreditkarte mit Western Union Geld überweisen, z. T. mit recht heftigen Gebühren. Die Fahrt nach Lenakel auf der Ladefläche eines Pick- ups dauerte ca. 2 Stunden. Hätten wir mal unsere Kissen mitgenommen. Die Straßen waren nämlich bestenfalls Feldwege.

In der Stadt selbst wird deutlich, dass der Lebensstandart (nach westlichen Maßstäben) deutlich niedriger ist als z. B. in Fiji. Die Grundschule ist noch kostenlos für alle und offensichtlich geht auch so gut wie jedes Kind da hin, aber schon die nächste weiterführende Schule ist mit recht happigen Gebühren verbunden, sodass z.B. nur ein (!) Kind aus „unserem“ Dorf diese besucht. Die Läden in Lenakel sind für den Hauptort der nicht gerade kleinen Insel Tanna doch recht trostlos. Einige Konserven, natürlich Coca- Cola und etwas Billigkram aus China – das wars. Die Läden auf deutlich kleineren Inseln in Fiji hatten mehr Auswahl und Angebot.
Das Auto wird hier mit dem Meßbecher aus einem Blechtank vollgetankt. Zapfsäulen gibt es nicht.

Das waren so im Wesentlichen die ersten drei Tage hier in Vanuatu. Fast mehr Eindrücke als wir im Moment verarbeiten können, aber das ist ja das Salz in der Suppe.

Wir werden die nächsten Tage Mal bei Sonnenuntergang auf den Vulkan kraxeln und uns die Lavageschichte angucken. Bilder gibts leider noch keine. Internet ist hier entweder nicht existent oder exorbitant teuer. In Port Villa der Hauptstadt, zwei Inseln weiter, werden wir hoffentlich wieder besser vernetzt sein.

Landfall in Vanuatu

Eine tolle Überfahrt. Die ersten Tage ordentlich Wind, so daß selbst die Thor locker Etmale von über 110 Seemeilen hingelegt hat. Am zweiten Tag waren es sogar 131 SM. Leider hat uns ca. 100 SM vor dem Ziel die Flaute erwischt. Mit schlagenden Segeln dümpelten wir dahin. Richtig tragisch war das allerdings auch nicht. Immerhin nahm es uns die Entscheidung ab ob wir am Freitag abend mit Ach und Krach mit dem letzten Büchsenlicht in die Ankerbucht einlaufen sollen, oder lieber einreffen und bis zum Samstag morgen warten. Letzten Endes waren wir also am Samstag Mittag angekommen.

Kira ist nen knappen Tag hinter uns und wird wohl Sonntag morgen eintrudeln.
Das Angelglück war uns hold, und so konnten wir zwei Mahimahis (Goldmakrelen) an Land ziehen. Heute abend wird der Rest zu Fischcurry verwurstet. Der dritte Fisch hat uns heute morgen leider den Köder abgebissen. Grummel.

Erste Erkundungen an Land waren schon sehr vielversprechend. In Port Resolution gibt es ein recht großes, sauberes Dorf mit vielen noch aus traditionellem Material (Flechtmatten und rohen Holzbalken) gebauten Häusern. Die Menschen sind wie so oft in der Gegend ((Südpazifik) superfreundlich und hilfsbereit. Als ehemals französische Kolonie wird vielerorts noch französisch gesprochen. Am Montag werden wir Mal zum Zoll und zur Einwanderungsbehörde zum Einklarieren auf die andere Seite der Insel fahren. Wir werden berichten.

Unterwegs nach Vanuatu

Am Montag haben wir uns endlich von Fiji losreißen können. Mehr als drei Monate haben wir in diesem wunderschönen Land mit seinen freundlichen Menschen und herrlichen Inseln verbracht. Das war auch das erste Land in dem wir uns vorstellen könnten, etwas längere Zeit zu verbringen. Wir hoffen also sehr, dass wir irgendwann noch einmal zurückkommen.

Nun sind wir aber unterwegs nach Vanuatu. Die erste Insel wird Tanna sein, wo man auch einklarieren kann und es einen aktiven Vulkan zu erkunden gibt.

Die ersten drei Tage der Überfahrt haben wir mit sehr gutem Wind verbracht, an einem Tag haben wir sogar eine Distanz von 131 Seemeilen in 24 Stunden zurücklegen können. Ein sehr guter Wert für die Thor. Jetzt hat der Wind etwas nachgelassen, wir haben noch 110 Seemeilen bis Tanna vor uns. Leider ist für morgen noch weniger Wind vorhergesagt und wir überlegen gerade unsere Optionen. Wahrscheinlich schaffen wir es nicht bis morgen Abend dort anzukommen (außer wir motoren, aber das wollen wir nicht wirklich) und so werden wir wohl vor Sonnenuntergang den Blister gegen die Genua austauschen und dann gemütlich bis Samstag in der Früh nach Tanna dümpeln.

Noch eine gute Nachricht – wir haben seit der Abfahrt bereits zwei schöne Mahi-Mahis gefangen, also Fisch satt! Unser Anglerglück scheint langsam wieder zurückzukehren, wir freuen uns und wälzen unsere Kochbücher um unterschiedliche Gerichte auszuprobieren, landen aber oft irgendwie wieder bei einfachem Bratfisch. Mit einer Prise Salz und Zironensaft- ein Gedicht. Die Sonne scheint und es geht uns gut. Bis jetzt also eine wirklich gute Überfahrt!

Noch immer in Fiji …

Seit wir die Kira wieder getroffen haben, sind wir schon wieder über eine Woche in der Vuda Point Marina in der Nähe von Lautoka und bereiten uns auf die Überfahrt nach Vanuatu vor. Roststellen an Deck müssen gestrichen werden, der UV-Schutz der Genua wird ausgebessert, Moskitonetze nähen, Malariaprophylaxe besorgen, Gasflasche auffüllen, Proviant aufstocken, die Streben am Windgeneratormast brauchen eine neue Befestigung, die Stopfbuchse lässt sich nicht mehr ordentlich festziehen, die Jungs kriegen eine neue Frisur am Steg, wir machen das erste Mal selbst Leberwurst (super gut!) und Essiggurkerln, neuen Segelsack nähen, Relingstütze wieder mal schweißen, Kakerlaken vertreiben, Ölwechsel steht noch aus, Exkursionen in die Stadt, am Pool relaxen, die Sunset-Bar heimsuchen, Live-Musik jeden Sonntag, Happy Hour am Donnerstag, Movie-Nights am Montag, Mittwoch und Freitag, Pizza-Night am Dienstag, gemeinsam kochen mit der Crew der Kira, viele wirklich junge Segler kennen lernen, und und und…

Tja, eigentlich wären wir ja theoretisch schon startklar für Vanuatu gewesen, aber das Wetter hat uns noch einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Starkwind aus Süd passt gar nicht für diese Route. Aber am kommenden Wochenende soll es ganz gut ausschauen – nach über 3 Monaten in Fiji sind wir bereit für neue Abenteuer! Der Vulkan ruft…