Postanschrift Südpazifik, Mitten im Nirgendwo

So,da stehen wir nun also mitten im Pazifik bewegen uns so gut wie nicht vom Fleck. Die südpazifische Konvergenzzone (SPCZ) hat uns mit ihren Flauten und Squalls fest im Griff. In den letzten zehn Tagen haben wir lediglich 260 Meilen Richtung Mikronesien gut gemacht. Anfangs gabs ordentlich Squalls mit ständigen Winddrehern und ordentlich Gegenwind. Dies hat sich seit knapp einer Woche deutlich gebessert. Aus dem Gegenwind ist Nullwind geworden. Den Vogel haben wir vor zwei Tagen abgeschossen. Da haben wir ganze 17 Seemeilen (etwa 30 km) in 24 Stunden geschafft.

Mit unseren insgesamt 170 l Diesel überlegen wir es uns halt zweimal, ob wir jetzt anfangen sollten zu motoren. Damit kommen wir vielleicht 250 bis 300 Seemeilen weit, und dann? Die Schwachwindzone in den Grib-Files ist viel größer, also können wir auch einfach auf Wind warten. Wir sparen uns den Diesel also lieber für die letzten Meilen vor der Ankunft auf, sollte es dort noch immer keinen Wind geben. Außerdem kommt das Nicht-Motoren unserer Öko-Bilanz sehr zu Gute.

Wir richten es uns hier so langsam häuslich ein. Die See ist brettleben, die Sonne knallt runter (aktuelle Außentemperatur 39,3 Grad), Squalls mit ordentlich Regen kommen nur ab und an noch vorbei. Also für Trinkwasser, eine riesige Meeresbadewanne und eine Süßwasserdusche ist gesorgt. Proviant haben wir fürs nächste halbe Jahr mit – Herz was willst du mehr.

Die Schiffsbewegungen ähneln eher denen in einer geschützten Ankerbucht. Anstatt Palmen und Sandstrand fotografieren wir hier wunderschöne Wolkenformationen und einiges an Sonnenauf- und -untergängen. Ab und an kommt ein Seevogel vorbei und auch die Delfine geben sich ein Stelldichein. Besonders schön war es als die Delfine nachts im Meeresleuchten ums Schiff herum schwammen und jeweils einen Leuchtstreifen nach sich zogen.

Sogar ich finde nun Muße und lese das eine oder andere Buch aus unserer Bordbibliothek – Christine ist schon bei Buch Nr. 10 seit Abfahrt angelangt. Ist hier ja fast so wie Urlaub und man hat das Gefühl ewig so weiter machen zu können.

So richtig viel Wind ist für die nächsten Tage immer noch nicht vorhergesagt und so geht das hier wohl noch eine Weile so weiter,obwohl wir den Nadir hoffentlich durchschritten haben. Die letzten zwei Tage ging es mit jeweils 20 und 40 gutgemachten Seemeilen mit fast „Siebenmeilenstiefeln“ voran. Andererseits sollte die Innertropische Konvergenzzone am Äquator mit ähnlichen Wetterphänomenen offiziell wohl noch vor uns liegen. Wir werden sehen. Aus der südpazifischen Hurrikan-Zone sind wir jedenfalls heraußen, haben also keine Eile.

550 Seemeilen bis Kosrae
Position: Süd 3 Grad 28 Min. und Ost 165 Grad 45 Min.

Ein Gedanke zu “Postanschrift Südpazifik, Mitten im Nirgendwo

  1. He ihr beiden, nur noch schlappe 30 Tage, das ist doch ein Klacks … unser Etmal hier ist deutlich schlechter.

    Gibt’s denn ab und zu wenigstens mal einen Fisch?

    Liebe Grüße,
    Eure Line Jonne Steffi und Volker

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