Das war Weihnachten 2013 in Pohnpei / FSM

Nach Weihnachten auf hoher See und Weihnachten mit der Familie in Neuseeland, gab es dieses Jahr mal Weihnachten unter Seglern am Ankerplatz in Pohnpei/FSM. Am Samstag fand eine kleine Vorweihnachtsfeier mit den anderen Seglern statt, am Montag ging es dann zum Tauchen – quasi unser Weihnachtsgeschenk an uns selbst:

Der heilige Abend fand dann in trauter Zweisamkeit auf der Thor statt. War echt ein schönes Weihnachtsfest, mit den Lieben daheim haben wir telefoniert und wir hatten einen sehr gemütlichen Abend. Wer sich übrigens wundert, warum wir keine Festtagskleidung tragen, dem sei gesagt, dass wir hier Tag und Nacht zwischen 32 und 35 Grad haben und darum auf Formalitäten verzichtet wurde 😉

 

Heute Nachmittag gibt es noch einmal ein gemeinsames Grillen mit den anderen Seglern und morgen ist mal Nichtstun angesagt…

 

Frohe Weihnachten – Merry Christmas

Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern, Familie und Freunden ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr 2014!

Weihnachten und Sylvester werden wir noch hier in Kolonia/Pohnpei verbringen, danach geht es weiter Richtung Westen!

In diesem Jahr konnten wir endlich mal etwas länger in den von uns besuchten Ländern bleiben (Neuseeland 6 Monate, Fiji 3 Monate, Vanuatu 1 Monat, Mikronesien schon fast 2 Monate und wir sind noch nicht fertig damit!) und so viel mehr von Land und Leute kennenlernen. Nächstes Jahr wird das Segeln wieder im Vordergrund stehen, wenn wir bis November in Südafrika sein wollen. Es steht uns also wieder ein herausforderndes und spannendes Jahr bevor – wir freuen uns schon darauf!

Frohe Weihnachten!
Frohe Weihnachten!

Und hier als Ausgleich zu den ganzen Quatsch-Weihnachtsliedern, mit denen wir hier im Restaurant gerade dauerberieselt werden, mal etwas Schönes aus Österreich (ich hoffe, das funktioniert):

Navigation auf Langfahrt

Nachdem Mario, unser Ausbilder zum SBF- See und SRC von der Wassersportschule Chiemgau folgende Fragen hatte, gibt es mal ein paar Infos zur Navigation und zum Funken auf Langfahrt aus unserer Sicht.

„P.S.: ein Blogeintrag über das Thema „Navigation“ wäre mal cool! Ist alles digital oder gibt es wirklich auch Papierseekarten? Abl, Mw, Bw, Bs … – wie sieht es da auf Langfahrt aus? Gibts auch einen Sextanten usw.; wie sieht es mit Gezeitenmaterial aus und was ist mit dem Funken etc. …“

Ausrüstung für die Navigation:
Heutzutage hat man Vektorkarten auf dem Plotter und/oder dem Laptop. Sowohl Laptop als auch Plotter sind mehrfach redundant an Bord. Die kleinen Netbooks brauchen kaum Strom und laufen bei Überfahrten fast 24 Stunden am Tag. Plotter sind etwas robuster gebaut und vor überkommendem Wasser besser geschützt, aber bei jahrelangem Gebrauch mit Salzwasserspritzern und Tropensonne geben auch sie irgendwann den Geist auf. Laptops sind ja nicht fest installiert und können so bei schlechtem Wetter mit unter Deck genommen werden. Bei gutem Wetter sind sie in unserem Doghouse (feste Sprayhood) ausreichend geschützt. Hand- GPS sind ebenfalls mehrfach vorhanden und so sind wir hoffentlich vor Ausfall ausreichend geschützt.

Einige Cruiser navigieren seit kurzem mit Tablets. Die dortigen Navigationsprogramme bringen das Kartenmaterial schon mit und sind damit preislich unschlagbar. Wie es allerdings mit den billigen GPS- Chips offshore- außerhalb der Handynetze aussieht – kann ich nicht sagen. Evtl. kann man mit einer externen Bluetooth- GPS- Maus adäquaten Ersatz schaffen.

Ein billiger Plastiksextant ist seit Panama zusätzlich an Bord. Damit eine Mittagsposition auf einige Meilen genau zu bestimmen ist nicht schwer, erfordert aber Übung. Zeit und Muße hat man ja aber auf Überfahrten genug.

Kartenmaterial:
Auf dem Hand- GPS läuft, falls es denn kartenfähig ist, eine kostenlose und freie OpenSeaMap- Karte. Diese geben zwar keine Tiefenangaben, aber sehr akkurate Küstenlinien und oft die ein oder anderen Leuchttürme an. Manchmal sind die offiziellen Seekarten um mehrere hundert Meter verschoben. Dies war mit den OpenSeaMapkarten noch nie (!) der Fall. Bei dem Preis kann man nicht klagen.

In den Hinterhöfen des Pazifik sind die aktuellsten Seekartendaten manchmal über hundert Jahre alt. Da tut man dann gut daran, sich vor Abfahrt von den Zielhäfen einige Satellitenkarten, die man am Laptop über die offizielle Seekarte legen kann, zu basteln. Oft sieht man da einige Riffe mehr als auf den Seekarten. Auch Kartenversatz kam bei den Satellitenkarten bisher nie vor.

Papierseekarten haben bei großen Überfahrten, die länger als eine Woche dauern, noch ihren Platz an Bord. In einem Übersegler wird bei uns die Mittagsposition eingetragen. Durch dieses Ritual sieht man sehr schön seinen täglichen Fortschritt. Sonstige navigatorische Kunststücke wie Peilung von Landmarken zur Positionsbestimmung etc. sind allerdings an Bord der Thor im GPS- Zeitalter obsolet geworden und finden im Bordalltag nicht mehr statt. Ein kurzer reality check bezüglich der Genauigkeit der angezeigten Position findet immer wieder Mal „überschlagsmäßig im Kopf“ statt. Ansonsten gibt es Papierseekarten eigentlich nicht mehr. Ich kann mich aktiv lediglich an einen (!) sehr betagten Cruiser erinnern, der den Sprung zur elektronischen Seekarte nicht gemacht hat. Bei weltweiter Fahrt machen Papierseekarten sowohl aus finanzieller, als auch aus praktischer Sicht keinen Sinn mehr. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kilo an Papierkarten man bei weltweiter Fahrt dabei haben müsste.
Ebenso sind Mißweisung, Ablenkung etc. etwas geworden was man zwar Mal im SBF- See Kurs gelernt hat, aber für unsere Navigation hier keine Rolle spielt. Den fast einzigen Zweck den der Kompass an Bord der Thor erfüllt ist folgender: Autopiloten bzw. Windselbststeueranlage werden anhand der Routen- und Tracklinie am Plotter eingestellt. So muß man sich um Sachen wie Abdrift, Stromversatz, Mißweisung etc. keine Gedanken mehr machen, da beide Linien ja „über Grund“ sind. Ist man dann auf Zielfahrt DANN sieht man auf den Kompass und merkt sich die angezeigte Zahl. Ändern sich die äußeren Bedingungen nicht, so genügt in Zukunft ein Blick auf den Kompass um zu sehen ob man noch „auf Kurs“ ist.

Gezeitenmaterial gibts heutzutage ebenfalls in Form von Computerprogrammen, wobei wir auch immer recht froh sind, wenn wir von irgendwoher eine Gezeitentabelle bekommen. Mal kurz auf einen Zettel zu gucken ist eben doch einfacher als Rechner hochfahren. Richtig relevant wurde das mit den Gezeiten eigentlich nur in einigen „hotspots“ – Panama (auf der Pazifikseite) und englischer Kanal/Bretagne. Dort gab es jeweils Tidenhub von mehreren Metern Höhe und wirklich relevante Gezeitenströme. Bei Tidenhub von ca. einem Meter und Strömungen von bis zu einem Knoten ergibt sich im Alltag eigentlich kaum eine Konsequenz. Wobei man sagen muss, das wir auf so navigatorische Husarenstücke wie z. B. Einlaufen in eine Lagune, die man bei unserem Tiefgang nur bei Hochwasser erreichen kann, verzichten. Wir hörten mal mehrere Wochen auf dem täglichen deutschen Funknetz in Vanuatu einer Schweizer Yacht zu, die in eine solche Lagune bei Springtide einlief und sich dann einen Monat lang nicht traute, da wieder raus zu segeln. War wohl auf Dauer dann doch recht langweilig da.

Womit wir dann auch schon beim letzten Punkt wären, dem Funken:

Ein VHF ist eigentlich an Bord jeder Jacht. So gefühlt halten übrigens die amerikanischen Boote – in USA gibt es meines Wissens keine Funkscheinpflicht, man kauft sich einfach ein Funkgerät und legt los- die beste Funkdisziplin. Soviel also zur Regulierungswut der deutschen Legislative.

Ein SSB Kurzwellenfunkgerät für die Langstreckenkommunikation hat hier im Pazifik natürlich einen viel größeren Stellenwert. Die, die keines haben, schielen oft neidisch auf die, die eines haben. Auf langen Strecken ist ein täglich zur festen Stunde stattfindendes Funknetz eine willkommene Unterbrechung des Tagesablaufs. Man erhält so unter anderem aktuelle Wetterinfos und gibt seine Position bekannt. Vielleicht auch ein gewisser Sicherheitsfaktor.

Viele bekommen auch Email über Kurzwelle mit dem kommerziellen Unternehmen Sailmail. Die Amateurfunker benutzen das Winlink Netzwerk und haben mehr Zeitkontingent als bei Sailmail. Amateurfunker können also mehr, auch bei schlechten Übertragungsbedingungen, emailen. Zudem entstehen keine laufenden Kosten. Die Amateurfunkprüfung ist allerdings nicht von schlechten Eltern.

Email an Bord ist nicht nur zur Kommunikation mit den Daheim-Gebliebenen wichtig, auch Wettervorhersagen werden heutzutage per email in Form von Gribfiles verschickt.

Ein LRC haben die wenigsten Cruiser, die wir kennengelernt haben.

Dieser Artikel stellt jetzt natürlich nur unsere persönlichen Erfahrungen nach zweieinhalb Jahren Langfahrtsegeln und 20.000 gesegelten Seemeilen dar und ist bestimmt nicht allgemein für alle Segler gültig. Wir haben jedoch kaum Langfahrtsegler getroffen, die anders als wir navigieren. Abhängig vom Revier und der Art des Segelns (Racing, Chartertörns, etc.) gibt es aber sicher auch noch Unterschiede.

mit den Satellitenbildern von Google Earth, die wir in OpenCPN integrieren können, sieht man jedes Riff
mit den Satellitenbildern von Google Earth, die wir in OpenCPN integrieren können, sieht man jedes Riff

Mit etwas Verspätung …

Dies ist jetzt der zweite Versuch, diesen Blogeintrag zu schreiben. Gerade als ich fast fertig war, ist der Bildschirm erst weiß und dann schwarz geworden und dann war der Computer bei noch vollem Akku aus. Hallo Christkind??

Warum man also vielleicht das nächste Mal nicht an einem Freitag, den 13. losfährt, haben wir bei der letzten Überfahrt mal getestet.

Angefangen hat der Unmut schon, als wir den Anker rauf holten. Auf ca. der der Hälfte der Kette (wir hatten 50 m draußen) hatten sich ganz kleine Muscheln, Algen, Schlamm und andere organische Substanzen festgesetzt. Wir haben das so gut wie möglich versucht abzuschrubben, aber letztendlich hat es doch die ganzen vier Tage der Überfahrt nach totem Fisch oder Schlimmerem im ganzen Schiff gestunken. Bei dem Seegang war auch Lüften nicht drin.

Beim Zusammenlegen des Dinghis am Vordeck hat eine kleine Welle Christian aus dem Gleichgewicht gebracht und er hat sich sehr elegant gegen unsere schon mehrmals geschweißte Relingsstütze „gelehnt“, die jetzt wieder angeknackst ist. Na gut, müssen wir wohl irgendwo wieder mal das Schweißgerät auspacken oder einen Profi fragen?

Am Tag der Abfahrt hatten wir auch ordentlich Wind, was dann dazu führte, dass wir im Pass aus Lelu gegen 2 – 3 m hohe Wellen ankämpfen mussten. Wir haben es gerade noch mit 0,6 Knoten Fahrt geschafft, ansonsten hätten wir halt umgedreht und wären am nächsten Tag gefahren. Aber es war schon ganz schon Nerven aufreibend und Christian hatte ganz schön zu tun, um die Thor auf Kurs zu halten, sodass wir nicht am Riff landen.

Kaum war das geschafft, haben wir festgestellt, dass unser Wassertank wohl leer ist. Wir haben ja keine Anzeige, aber irgendwie waren wir uns sicher, dass es wegen dem vielen Regen bestimmt genug Wasser im Tank gibt. Schließlich haben wir den zweimal komplett anfüllen können während unserer Zeit in Lelu. Aber da haben wir uns wohl verrechnet, ist uns noch nie vor einer Überfahrt passiert. Da haben wir uns aber auch nicht viel gedacht dabei, wir hatten schließlich noch 90 l in Kanistern mit dabei – ausreichend also für ca. 2 Wochen, wenn man sehr, sehr großzügig rechnet. Meist kommen wir mit weniger aus, da wir ja mit Salzwasser spülen. War dann auch in Ordnung.

In der ersten Nacht ist natürlich typisch für uns der Wind eingeschlafen und am nächsten Tag bescherten uns Squalls immer wieder Flauten abwechselnd mit Sturmböen. Das hat unsere Planung mit einer Ankunft am Montag Morgen ganz schön über den Haufen geworfen. Wir wären dann wohl irgendwann Montag sehr spät am Nachmittag oder überhaupt Abends angekommen und das wollten wir vermeiden. Das hieße dann entweder Überstundengebühren, oder eine Nacht am ev. teuren Dock und eine unsichere Fahrt durch den Pass. Also sind wir die nächsten zwei Tage mit nur gerefftem Vorsegel gegen Westen geschaukelt und das war echt ganz schön unbequem.

Aber gut, irgendwann ist auch das vorüber und als wir dann am Dienstag Morgen durch die Sokehs Passage nach Kolonia eingelaufen sind, waren wir mit der Welt wieder versöhnt. Wir wurden gleich von einem Mitarbeiter der Hafenbehörde mit seinem Motorboot ans Dock gelotst, wir hatten Hilfe an Land zum Anlegen und innerhalb von 1,5 Stunden waren alle Vertreter von Gesundheitsbehörde, Quarantäne, Zoll, Hafenbehörde und Immigration an Bord und wir waren wieder offiziell einklariert. Obwohl die Staaten Kosrae, Pohnpei, Chuuk und Yap zusammen die Föderierten Staaten von Mikronesien bilden und quasi ein Land sind, muss man in jedem Teilstaat erneut ein- und ausklarieren. Aber egal.

Nach dem Einklarieren sind wir dann wieder von einem Mitarbeiter der Hafenbehörde zum ca. einer Meile entfernten Ankerplatz gelotst worden, da der Weg dorthin komplett mit Riffen verbaut ist und ohne die Hilfe (erst scharf nach links, nach der Mangrove im 90 Grad Winkel abbiegen, dann wieder geradeaus und so weiter) wäre das auch wieder ein richtiger Krimi geworden. Die Sicht war nämlich nicht so gut, dass man einfach so reinfahren könnte. Auf ein paar Riffen wurden auch Baken angebracht, aber sicher ist sicher. Voll cool!

In der Anchorage sind im Moment an die zehn Boote, drei davon kannten wir schon aus Kosrae und gleich am ersten Tag kamen die Segler von den anderen Booten vorbei um hallo zu sagen und uns über Supermärkte und kommende Aktivitäten zu informieren. Sehr nett und ganz anders als in Fiji oder Vanuatu, wo die meist neuseeländischen und australischen Yachten am liebsten unter sich bleiben und nicht so die Kontakte suchen.

Kolonia (die Karolinen, wie FSM früher hieß, waren tatsächlich mal eine deutsche Kolonie) ist deutlich mehr verwestlicht als Kosrae und man merkt, dass hier täglich ein Flugzeug landet und die Infrastruktur wesentlich davon profitiert. Es gibt mehrere große Supermärkte, wieder mal einen Obst- und Gemüsemarkt mit lokalen ungekühlten Produkten und unser Kühlschrank ist seit Wochen zum ersten Mal wieder richtig voll.

Auf der Terrasse des Ocean View Hotels mit Blick auf den Ankerplatz gibt es billiges kaltes Bier und gratis Internet, günstiges und sehr gutes Essen mit schon deutlich asiatischem Einschlag.

Gestern haben wir uns dann mit den Australiern zum Surfen auf die Westseite der Insel aufgemacht. Wir sind mit Lisa und Paul mit ihrem Tauch- und Surfdinghi ca. 5 Meilen über die Lagune gebrettert und haben uns am Pass an den Begleitbooten für die Surfer festgemacht. Jetzt weis ich endlich auch mal für was mehr als 5 PS am Außenborder gut sind.

Was das Surfen anging sah das für uns halt eben so aus wie das was man daheim im Fernsehen zu sehen bekommt, aber unsere fachkundigen Begleiter,die sich mit viel Oh und Ah Gerufe kaum mehr eingekriegt haben, klärten uns dann auf was für eine besondere Welle wir da vor uns hatten. Diese Welle hat die amtierende Weltmeisterin (!) im Surfen veranlasst von Hawaii nach Pohnpei zu fliegen um hier genau diese Welle für einige Stunden zu reiten. War total cool. Was für ein Erlebnis.

Am Samstag steht auch noch so eine Art Weihnachtsfeier mit den anderen Seglern am Programm, die von der Seven Seas Cruising Association (so eine Art amerikanischer Trans- Ocean Verein) veranstaltet wird, wo es BBQ, gratis Punch und ein paar Info-Veranstaltungen gibt. Wir sind also hier von Früh bis spät unterwegs und es wird uns sicher nicht langweilig.

Ach ja – hier noch das Foto des Tages: vor einer Woche ist hier ein Frachter in den frühen Morgenstunden auf dem Riff gelandet. Warum ist noch unklar, das Riff ist natürlich völlig zerstört und im Moment wird versucht, den Dampfer wieder vom Riff runterzuziehen. Wir hoffen, dass es gut geht – schließlich könnte bei Bruch des Frachters jede Menge Öl auslaufen und noch schlimmerer Schaden für die Umwelt hier entstehen.

Don't drink and drive?
Don’t drink and drive?

Und die Fotos vom Surfen wollen wir euch natürlich auch nicht vorenthalten, plus ein paar erste Eindrücke aus Kolonia!

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157638840130276/

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Ankunft Pohnpei

Heute morgen nach ruppiger und chaotischer Überfahrt gut in Pohnpei angekommen.

Demnächst folgt ein ausführlicher Bericht, wir hauen uns erstmal in die Falle.

Schon wieder mal Abschied nehmen …

Je länger wir mittlerweile hier sind, desto schwieriger fällt das Abschiednehmen. Wir haben auch gerade nicht groß Lust jetzt wieder segeln zu gehen, auf der anderen Seite warten aber noch ganz viele Inseln in Mikronesien auf uns. Und unser Visa läuft ja morgen auch aus.

Der Plan ist also heute auszuklarieren und morgen in der Früh Ankerauf zu gehen. Bis Pohnpei sind es ca. 300 Seemeilen, das sollte also bis Montag oder Dienstag locker zu schaffen sein.

Wir haben hier jetzt noch Martin und Delphia kennengelernt und könnten uns grün und blau ärgern, dass wir noch nicht früher bei Martin vorbeigeschaut haben. Schon beim Einklarieren haben uns alle gesagt, dass es hier einen Deutschen auf der Insel gibt, Martin, und den sollten wir unbedingt besuchen. Jetzt ist das bei uns ja so eine Sache, dass wir nicht unbedingt deutsche Kontakte suchen, aber wir haben uns dann Anfang der Woche gedacht – schauen wir halt mal vorbei. Martin betreibt hier eine Muschelfarm und exportiert Tropenfische in die ganze Welt und wir waren uns auf Anhieb sympathisch. Er kommt sogar aus der Nähe von Regensburg und dann war eh schon alles klar. Wir wurden von ihm und seiner kosraeanischen Frau Delphia aufs Herzlichste aufgenommen und haben jetzt echt noch einmal eine schöne letzte Woche hier verbracht. Jeder möchte, dass wir bis Weihnachten hier bleiben und es fällt uns schon echt sehr schwer, nein zu sagen.

Aber wir bleiben hart 😉 morgen geht es los. Hier noch ein paar letzte Fotos aus Kosrae, es war echt etwas Besonderes, hier sein zu dürfen!

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157638598194684/

"Regenbogenbaum" in Tofol / Kosrae
„Regenbogenbaum“ in Tofol / Kosrae

 

Amtsschimmel

Mittlerweile sind wir schon die fünfte Woche in Kosrae. Die Bevölkerung ist nach wie vor superfreundlich. In welchem Land der Erde schenkt der Obst- und Gmüsehändler einem einen Sack Orangen. Frei nach dem Motto: „Die wachsen bei uns ja eh kostenlos im Garten!“

Wie auch immer. Kosrae ist nunmal nur eine kleine Insel und so kommt es, dass man nach einigen Wochen mal überall hingeschnuppert hat. Vom perfekten Korallenriff im Süden bei „Hiroshis Point“, bis zur Kajaktour im Mangrovensumpf im Norden, aber so langsam macht sich Aufbruchstimmung breit.

Hier in Kosrae gibt es vor der Abfahrt noch eine Hürde zu meistern. Das Büro des Hafenmeisters. Bis letztes Jahr waren die zu entrichtenden Hafengebüren recht einfach zu berechnen. 25 USD pro Boot. Heuer änderte sich die ganze Gebührenordnung und letzte Saison brach dann das Chaos aus. Ein Boot sollte gerüchteweise um die 1000 USD zahlen (25USD/Tag oder so), andere Boote zahlten nix, oder so um die 200 USD. Alle fühlten sich natürlich ungerecht behandelt und im Internet gabs ne ordentliche Schlammschlacht. Die örtliche Handelskammer schlug natürlich die Hände über dem Kopf zusammen und versuchte, natürlich tunlichst ums Geschäft bemüht, die Sache aus der Welt zu räumen.

Das hatten wir im Vorfeld schon alles aus dem Netz erfahren und waren nun recht gespannt darauf, was wir so zu blechen hätten. Dass hier in der Ecke des Pazifiks mittlerweile von vielen Ländern Gebühren zum Ein- und Ausklarieren erhoben werden, daran hatten wir uns ja schon gewöhnt, aber 1000 USD – das ist natürlich viel zu viel. Einige der Yachties waren vor einer Woche schon dort und hatten entsprechend schlechte Erfahrungen gemacht. Summen von um die 200 USD wurden kolportiert. Die Handelskammer rief erneut ein Notfallmeeting mit diversen Offiziellen ein – sogar ein Senator war anwesend.

Wir waren als Betroffene mit dabei und legten unsere Probleme mit dem aktuellen System dar. Das Hauptproblem scheint leider der Hafenmeister selbst zu sein der Yachties offensichtlich nicht wohlgesonnen ist und die bestehende Gebührenordnung auf die für Yachten schlechtmöglichste Weise auslegt.

Einige Tage später begab sich die Besatzung der Thor in die Höhle des Löwen. Wir hatten Glück, der Hafenmeister war gar nicht im Büro sondern sein Chef – der Vorsitzende der Hafenbehörde.

141 USD – autsch. Wir überflogen die Rechnung und entdeckten einen Posten „Docking fee“ über 50 USD, obwohl wir niemals an der Hafenmauer angelegt haben. Wir machten die Leute im Büro auf diesen Fehler aufmerksam und er wurde anstandslos korrigiert. Jetzt waren es nur noch 91 USD. Zusammen mit den 25 USD Quarantänegebühr sind das 116 USD Verwaltungsgebühren. Für ein so kleines Land sicherlich immer noch ein großer Brocken, aber bei fünf Wochen Aufenthalt sind die Kosten pro Tag einigermaßen verschmerzbar. Wir waren einigermaßen happy und wollten schon das Internet informieren, dass die Probleme in Kosrae einigermaßen beigelegt waren.

Da kamen Stieg und Rolf – die Skipper der beiden skandinavischen Boote in der Anchorage – vom Hafenmeister zurück. Sie sollten um die 150 USD bezahlen inclusive Docking fee, auch wenn zumindest Stieg nie am Dock war. Der Hafenmeister ließ auch nicht mit sich reden. Um weiterer unfairer Behandlung und ggf. Strafen zu entgehen flüchteten beide Boote ohne zu Bezahlen am nächsten Morgen die Anchorage und das Land. Als Yachtie sitzt man ja immer am kürzeren Hebel und im Hinterkopf war bei beiden sicherlich das Bild von Yachten an der Kette. Eigentlich schade, da die örtliche Bevölkerung ja auch unter dem Rückgang des Yachttourismus leidet. Jeder hier weiß von den Problemen mit dem Hafenmeister und so gut wie alle die uns Yachties kennen rufen uns ein „don’t pay“ auf der Straße zu – ist natürlich auch keine langfristige Lösung. Es braucht nur einen Hafenmeister um allen Beteiligten den ansonsten fantastischen Aufenthalt zu vergällen.

Die örtliche Legislative arbeitet wohl schon fieberhaft an einer Lösung und an einer eindeutigen Gebührenordnung, aber die kosraeischen Mühlen mahlen langsam und für heuer sind sicherlich keine umwälzenden Neuerungen mehr zu erwarten.

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Thanksgiving usw.

Gibt eigentlich nicht viel Neues zu berichten. Wir haben am Donnerstag im Treelodge Resort Thanksgiving gefeiert, durften für einen Tag die Kayaks von Lisa und Paul von der australischen Yacht Lorelei ausleihen und haben an einem anderen Tag mit ihnen und Jenny und John von der ebenfalls australischen Yacht Sharkface ein paar japanische Tunnel aus dem zweiten Weltkrieg auf Lelu erkundet.

Hier also nur ein paar neue Fotos der letzten Woche:

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157638228634716/