Wieder einmal ein Lebenszeichen von uns …

Jetzt sind wir noch immer in Pohnpei. Obwohl wir gleich weg sein wollten, wenn alle Pakete aus Deutschland bzw. Neuseeland hier angekommen sind. Vor einer Woche war dann auch schon alles da – etwas zerknautscht, aber immerhin vollständig und zum Glück mit heilem Inhalt. Irgendwie kommen wir hier aber trotzdem nicht weg. Früher waren wir ja meist nach ein paar Tagen unterwegs zur nächsten Anchorage – jetzt bleiben wir meistens vier bis fünf Wochen- viel besser so.

Was gibt es also in Pohnpei alles zu tun? Zum Einen muss man erstmal die touristischen Highlights der Insel gesehen haben und zum Anderen standen auch wieder kleinere Wartungsarbeiten auf der Thor an, die man hier wunderbar erledigen kann. Es gibt gleich drei Baumärkte, da kriegt man fast alles. Dann noch die Gasflasche auffüllen, dabei wurde einmal eben aus einem brandneuen Flaschendruckanzeiger ein Adapter von europäischer Flasche auf amerikanische Füllstation gebastelt, Gemüsevorräte anlegen und an jedem Samstag ein Tauchausflug mit jeweils zwei Tauchgängen. Für 40 US- Dollar pro Person kann man da einfach nicht nein sagen. Die Unterwasserwelt ist hier übrigens wieder top in Ordnung. Wir haben hier in Pohnpei die besten Tauchgänge bisher im Pazifik gemacht. In den Pässen und am Außenriff sieht man dann auch bei auflaufendem Wasser die großen Tiere wie Haie, Rochen und Barrakuda-Schwärme. Es gibt sowohl sehr viele unterschiedliche Arten von Weich- wie auch Hartkarollen und alles schillert in den schönsten Farben. Und natürlich gibt es auch ganz viele kleine Riffkreaturen wie Steinfische, Nacktschnecken, Anemonenfische und vieles mehr zu bewundern. Nächsten Samstag sind wir noch einmal dabei. Nur schade, dass wir keine Unterwasserkamera haben…

Noch was vergessen? Ah ja, auf deutschen Spuren wandeln. Mikronesien war vor dem ersten Weltkrieg tatsächlich Mal deutsche Kolonie. Da gibt es noch Überreste eines deutschen Glockenturms. Das einzige Relikt der deutschen Missionare, das den zweiten Weltkrieg überstanden hat.

Zehn Jahre nach Beginn der deutschen Kolonialzeit gab es dann einen Aufstand der Einheimischen von Sokeh, der vier deutschen Matrosen das Leben gekostet hat. Da kann man heute noch den etwas verwilderten, aber ansonsten recht hübsch anzusehenden deutschen Friedhof besuchen. Die Kolonialherren hatten im Verlauf des Aufstandes 17 Rebellen getötet, welche natürlich in einem Massengrab beerdigt wurden. 426 Bewohner von Sokehs Island wurden nach Palau ins Exil geschickt und dafür siedelte man friedlichere Bewohner von anderen Inseln Mikronesiens in Pohnpei an. Naja. Sehr erfolgreich war die deutsche Kolonialzeit eh nicht. 1899 wurde Mikronesien von den Spaniern gekauft und bereits 1914 zu Beginn des ersten Weltkrieges von den Japanern übernommen. Ein leckeres Überbleibsel in Bezug auf Deutschland findet sich heute noch in der Inselbäckerei. Sogenannte „Choco Germans“ – ein sehr süßes Gebäck mit viel Kokos und Schokolade. Warum das so heißt, wusste man dort aber auch nicht.

Diese Dinge werden auch tatsächlich als einige der Highlights im Lonely Planet Reiseführer für Pohnpei beschrieben. Das muss man sich ja dann fast anschauen.

Auch an den ganzen Überresten aus dem zweiten Weltkrieg kommt man nur schwer vorbei. Wenn man die schöne Aussicht vom Sokehs Ridge bewundern will, stolpert man zwangsläufig über japanische Kanonen, Tunnel und Panzer – ob einen das jetzt interessiert oder nicht.

Wir haben auch eine neue Lieblingskneipe gefunden – den Rusty Anchor. Die Bar ist einem schon fast völlig zerfallenem Hotel untergebracht und strahlt nur so vor morbidem Charme. Aber dort gibt es das schnellste Internet der Insel, noch dazu kostenlos!

Und wir haben es nach drei Anläufen endlich geschafft, „Hobbit 2“ im Kino zu sehen. Öffnungszeiten sind nämlich nirgendwo veröffentlicht und auch bei den Spielzeiten der Filme, die an der Kasse aushängen, muss man ein bisschen Glück haben. Beim ersten Versuch wurde einfach die Spielzeit verschoben, als wir pünktlich um 16.15 Uhr vorm Eingang standen. Wohl zu viel Arbeit für sieben Touristen. Beim zweiten Mal war das Kino einfach zu. Beim dritten Mal hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben – wir waren eine halbe Stunde zu spät und wer weiß… Aber nein, der Film wurde extra für uns beide gestartet und wir hatten den ganzen Kinosaal für uns alleine. Auch wieder cool.

Und jetzt erst mal ein paar Fotos…

http://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157639578602094/

 

einer der Obst- und Gemüsemärkte in Kolonia

einer der Obst- und Gemüsemärkte in Kolonia

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