In der Molukkensee

Eigentlich wollten wir ja nach Bitung in Nordsulawesi segeln. Eine sanfte Backstagsbrise mit Wellen nicht ueber einem Meter wiegte uns langsam in die richtige Richtung. Leider war der Wettergott uns nicht hold, und so brachte gerade auf den letzten 150 Meilen ein Tief, das weiter noerdlich von Palau Richtung Phillipinen zog, kraeftigen Westwind – also wiedermal Wind von gegenan. Auch mit hartem Amwindsegeln kamen wir nur auf 50 Meilen an Bitung ran. Eine fiese Gegenstroemung verursachte eine Abdrift um die 30 Grad! So nahe am Aequator stellten sich auch die ersten Gewitterschauer mit entsprechenden Boen und Wellengang ein. Auf langwieriges Aufkreuzen hatten wir bei diesen Bedingungen aber gar keine Lust.

Ausserdem bekommt man beim Einklarieren nach Indonesien erstmal nur einen Monat Aufenthaltserlaubnis, den Monat wollten wir aber lieber im Sueden in Komodo, Lombok und Bali verbringen als beim Segeln durch die Flauten- und Gewitterschauergeplagte, aequatornahe innertropische Konvergenzzone kurz auch ITCZ genannt.

So schmissen wir unsere Plaene kurzerhand ueber den Haufen. Nix mit Bitung, nix mit Tauchen im weltweit besten Revier fuer allerlei Riffgetier wie Nacktschnecken und Shrimp, wir fahren weiter Richtung Sueden und durchqueren dabei die Molukken-, Ceram- und Bandasee.

Kurzer Check nach unseren Vorraeten, haben noch zwei Orangen, nen halben Krautskopf, einige Kartoffeln und Zwiebel sowie Dosenfutter fuer die naechsten drei Monate. Trinkwasser ist auch noch genug da – also ab in den Sueden. Bisher war die Entscheidung ganz gut, das superharte Amwindsegeln hat erstmal Pause, die Schoten bekommen einen ordentlichen Schrick verpasst. Gemuetlich gehts mit zwei bis drei Knoten Richtung 170 Grad Sued, so aequatornah ist das gar nicht so uebel.

Seit wir in indonesischen Gewaessern unterwegs sind begegnen wir immer wieder einheimischen Fischern in ihren Trimaranen. Immer nahe dabei ist ein riesiges Bambusfloss auf dem eine kleine Huette steht. Die Bambusfloesse dienen als FADs (fish aggregating devices) auf gut deutsch sowas wie Fischfallen. So gut wie staendig ist eines dieser Duos irgendwo sichtbar, zum Glueck scheinen sie aber nachts wenigstens mit Arbeitslichtern gut beleuchtet zu sein. Autor: Christian

2 Gedanken zu “In der Molukkensee

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