Stuermischer Wind

Eigentlich wollten wir ja erst etwas bloggen wenn wir noch einige Inseln mehr von Cocos Keeling gesehen haben, aber leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Ein Tief, ungefaehr 250 Meilen nordwestlich von uns entfernt und relativ stationaer verhagelt uns seit der Ankunft das Wetter. Wir sitzen seit zwei Tagen auf der Thor und gehen Ankerwache bei konstanten Windgeschwindigkeiten von ca. 25 Knoten Wind aus Suedost. Aus dieser Richtung haben wir zwar ein Riff vor uns, das uns vor den Wellen schuetzt, aber Landabdeckung besteht leider nicht.

Die Insel vor der wir hier ankern heisst Direction Island, ist unbewohnt und diente in frueheren Zeiten einer Funkstation und einer Unterwasserkabelstation als Standort. Aktuell befindet sich auf der Insel – ganz australisch – mehrere Grillplaetze, Kompostklos, Sitzbaenke und Tische. Sie dient den Touristen und Einheimischen von West Island als Ausflugsziel. Zweimal die Woche landet eine Faehre an. Am Interessantesten fuer uns sind die riesigen Regenwassertonnen, die uns als Suesswasserquelle dienen. Trotz riesiger „Kein Trinkwasser“- Schilder vertragen wir das Wasser problemlos.

In einer Windpause zwischen den Schauerboeen ging es dann einmal auf die naechstgelegene, bewohnte Insel zum Einkaufen und zum Entrichten der Ankergebuehren (50 AUSD/ Woche) im „Shire of Cocos Keeling“. So wird in Australien die Bezirksregierung genannt. Sehr stylisch.

Der Supermarkt bietet, wie auf entlegene Inseln ueblich, die Basics. In Indonesien haben wir noch Horrorstories ueber die hiesigen Lebensmittelpreise gehoehrt. Bedenkt man jedoch wo man sich befindet, so bleibt eigentlich alles im Rahmen. Arg viel teurer als in Mikronesien ist es auch nicht. Lediglich Obst und Gemuese sind teurer. Ein Kilo Aepfel, Birnen, Kartoffeln oder Zwiebeln um 5 Euro, Bananen 10, ein Dutzend Eier ebenfalls 5 Euro. Die Qualitaet ist im Gegensatz zu Mikronesien aber Oberklasse.

Das Archipel wurde 1609 von Kpt. Keeling entdeckt und geriet anschliessend lange wieder in Vergessenheit.

Die jetzigen Einheimischen sind ueberwiegend malayischer Abstammung. Deren Vorfahren kamen vor gut 150 Jahren als Kopraplantagenarbeiter auf die Insel. Zuvor war diese unbewohnt.

Anfaenglich wurde die Insel der englischen Krone unterstellt, heute ist sie ein Teil Australiens. Auf West Island befindet sich ein Flugplatz und ein Armeestuetzpunkt. Einige wenige Touristen verirren sich mit dem woechentlich landenden Versorgungsflugzeug hierher.
Genug Geld um die Einheimischen zu versorgen wirft das Ganze wohl nicht ab, und so leben die meisten von australischer Sozialhilfe.

Naechste Woche soll der Wind wieder etwas nachlassen, dann werden wir hoffentlch wieder einige laengere Exkursionen machen koennen. Wir werden berichten.

Autor: Christian

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