Abschied von Cocos Keeling

Vorgestern haben wir ausklariert, wir werden uns wohl heute auf den Weg Richtung Rodrigues machen, ca. 2000 Seemeilen nach West/Suedwest.

Leider hatten wir fast die komplette Zeit in Kokos Island stuermischen Wind, so dass sich die Aktivitaeten oft auf Ankerwache an Bord beschraenkten. Die zwei Meilen lange Dinghifahrt in den Ort war nur mit Oelzeug und staendigem Ausschoepfen des Dinghis moeglich. Zum Weitersegeln lud dieses Wetter natuerlich auch nicht ein.

Wenn dann mal abends der Wind weniger wurde, trafen wir Segler uns zum Potluck (in australischer Manier meist ein BBQ) am Strand von Direction Island bei einem schoenen Lagerfeuer. Mangels Grillfleisch haben wir uns oft an vegetarischen Burgern, die man aus Kichererbsen oder Linsen, sowie Mehl und Ei leicht selbst aus den Bordvorraeten zaubern kann, versucht. Dazu noch einige Broetchen (ebenfalls am Grillrost gebacken) und fertig ist das Grillfest.

Letze Woche haben wir es dann sogar einmal mit der Faehre nach West Island geschafft. Mit Flugplatz und einigen Pensionen/ Hotels ist es eher die Insel fuer die Touristen, die nach Kokos kommen. Der Anteil der malayisch staemmigen Bevoelkerung ist dort deutlich geringer als auf Home Island. Wir freuten uns schon auf einen richtig saftigen, australischen Burger. Beim Preis von 15 Euro ohne Fritten haben wir uns diesen dann aber verkniffen. Das Preisniveau ist australientypisch hoch und die Tatsache, dass man sich auf einer Insel mitten im Nirgendwo befindet, macht die Angelegenheit dann auch nicht billiger. Ein Bungalow fuer die Flugtouristen schlaegt sich dann auch mit 300 Euro pro Nacht nieder. Lediglich die zollfreien Weine im Kokos Club haben einigermassen seglerfreundliche Preise.

Seit zwei Tagen hat der Wind hier etwas nachgelassen und so konnten wir endlich einmal die Lagune geniessen. Schnorcheln, Muscheln suchen und auch einfach Mal entspannen. Bis 38 Knoten Wind in der Anchorage zehrt naemlich schon an den Nerven.

Schoen ist es naemlich schon hier. Das Dinghi tanzt nicht mehr wie wild hinter der Thor in den halbmeterhohen Windwellen, nachts spritzt kein Wasser mehr durch die Vorschiffsluke ins Gesicht. Gestern ging es dann auch auf die winzige Insel Prison Island zum Schnorcheln. Spektakulaer auch die grosse Anzahl an Riffhaien, die sich staendig um unser Boot tummeln. Bis zu 10 Stueck gleichzeitig um und unter der Thor haben wir schon gezaehlt. Abends noch ein letztes Mal Lagerfeuer. Die Thor ist abfahrbereit. Die naechste Woche soll der Wind weiterhin etwas schwaecher pusten. Toitoitoi.

PS: Der Artikel ist mittlerweile schon einige Tage alt. Wir haben die ersten 200 Seemeilen Richtung Rodrigues schon im Kielwasser und kommen bei stuermischem Wind gut vorran.

Autor: Christian

2 Gedanken zu “Abschied von Cocos Keeling

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