Auf der Zuckerinsel Mauritius

Wir haben uns ja vorgenommen, einmal in der Woche zu bloggen. Die Zeit verfliegt aber so schnell hier, dass wir schon wieder ein bisschen hinterherhinken. Aber heute hab ich es mir fest vorgenommen (so wie die letzten Tage auch) und versuche hier gemuetlich beim Fruehstueck die letzten zehn Tage in Mauritius in ein paar Absaetzen zusammenzufassen.

Die erste Woche haben wir weitgehend damit verbracht, unsere diversen Ersatzteile zu suchen. Mit teilweisen Erfolgen. Zum Einen braucht man viel Geduld, weil man von einem Laden und einem Dorf zum naechsten geschickt wird und zum Anderen gutes Schuhwerk, weil die meisten natuerlich irgendwo in einem Industriegebiet zu finden sind, wo die Busse auch nicht stehen bleiben.

Die Simmeringe haben wir in Triolet, einem kleinen Ort zwischen Grand Baie und Port Louis gefunden, an Bord sind sie aber leider noch nicht. Die muessen naemlich erst vom Zentrallager ins Geschaeft gebracht werden und das dauert wieder ein paar Tage. Aber gut. Wir haben ja keinen Stress.

Unseren Schalthebel fuer den Motor konnten wir hingegen nicht auftreiben. Zwar waren wir in so ziemlich allen Marinezubehoerlaeden auf der Insel und die haben auch alle irgendeinen Art von Schalthebel, aber halt nicht den richtigen fuer die Thor. Auch ein Ergebnis – festzustellen, dass es das Teil auf der Insel nicht gibt. Also haben wir kurzerhand aus Deutschland ein Ersatzteil bestellt, dass seit ein paar Tagen unterwegs ist. Mal sehen, wann wir es tatsaechlich vor Ort haben. Beim alten Hebel laesst sich naemlich der Gang nicht mehr einlegen, Gas geben funktioniert noch. Wir koennten das vielleicht reparieren, aber der Hebel ist so festgegammelt, dass wir den wahrscheinlich nicht schadensfrei abbekommen und da waer es dann schon gut, wenn wir einen Reservehebel parat haben. Bis jetzt haben wir uns damit beholfen, einfach die Backskiste beim Manoevrieren offen zu haben und direkt an den Schaltzuegen zu schalten, aber das ist auch keine Dauerloesung.

Gestern haben wir uns dann der Genua-Rollreffanlage angenommen, die seit Rodrigues nur noch mehr als schwer zu bedienen ist. Und siehe da, die Kugellager am unteren Ende sind komplett verrostet. Das obere Kugellager konnten wir noch nicht begutachten, weil da erst der Rost mit Desoxidante „aufgeweicht“ gehoert, bevor wir da ueberhaupt rankommen. Das erklaert so Einiges. Und wir haben es sogar geschafft, noch am selben Abend unsere Genua beim Segelmacher abzuliefern bzw. war der grad eh im Yachtclub und hat sie mitgenommen. Das Segeltuch selbst ist noch sehr gut in Schuss, nur der UV-Schutz gehoert einmal nachgebessert. Und die Preise sind hier auch voellig in Ordnung fuer solche Reparaturen.

Die Stopfbuchse ist, seit wir uns in Rodrigues ausfuehrlich um sie gekuemmert haben, einigermassen dicht und so koennen wir sicherlich erstmal bis Suedafrika kommen.

Zwischendurch versuchen wir natuerlich auch von der Insel etwas zu sehen. Grand Baie selbst ist zwar sehr touristisch, aber dafuer findet man auch wieder alles fuer einen komfortablen Bordalltag. Wasser gibts kostenlos im Yachtclub, das Ankern ist auch kostenlos und im nahegelegenen SuperU gibt es alles, was der europaeische Gaumen so begehrt. Der Strand ist gesaeumt von Hotels und kleinen Restaurants und fast taeglich findet dort eine Hochzeit statt.

In Pamplemousse haben wir uns einen der aeltesten botanischen Gaerten der Welt angesehen, danach noch ein Stueck Sachertorte im Cafe „Wiener Walzer“ und schon wieder war ein Tag rum.

Und wir waren am dritthoechsten Berg der Insel, dem „le Pouce“ (812 m), was auf deutsch „der Daumen“ bedeutet. Der hoechste Berg ist uebrigens nur ein kleines bisschen hoeher, naemlich 825 m. Wenn man aus Oesterreich kommt, sind das natuerlich im Vergleich zu den Alpen keine nennenswerten Groessen, aber da man hier quasi vom Meeresniveau startet, sehen die Bergketten hier trotzdem sehr imposant aus und der Muskelkater am naechsten Tag hat sich auch ordentlich gewaschen. Die Ausblicke von dort oben sind spektakulaer und es hat uns wieder einmal richtig gut getan.

Waehrend Christian uebrigens beim Zahnarzt war (er hat sich in Rodrigues ein Stueck Zahn abgebrochen), bin ich mit den Crews der SY Kind of Blue und der SY Nae Haessle beim „Aventure du Sucre“ gewesen. Dort ist in einer seit 1999 still gelegten Zuckerfabrik ein fantastisches Museum untergebracht, das nicht nur ueber die Entstehung von Zucker informiert, sondern auch die gesamte Geschichte der Besiedlung der Maskarenen aufarbeitet. In einem Tag schafft man es fast nicht, sich alles anzusehen.

Jetzt sind wieder ein paar Arbeitstage eingeplant, naechste Woche wollen wir uns aber auch einmal einen Tag ein Auto mieten und den Sueden der Insel kennenlernen.

Und hier geht es zu den Fotos der ersten zwei Wochen hier auf Mauritius:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157647599413980/

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Und hier geht es noch zu den letzten Fotos aus Rodrigues, eine unserer Lieblingsinseln bisher:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157647599143580/

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3 Gedanken zu “Auf der Zuckerinsel Mauritius

  1. Gut zu wissen dass es Euch gut geht. Mauritius sieht toll aus und wo es franzoesischen Kaese und Baguette gibt ist eh die Welt in Ordnung. Gibts da auch Chicken Chow Mein im Baguette so wie in Tahiti?
    Sydney kann im Moment wenigstens mit den Temperaturen mithalten- 30 Grad- nicht schlecht fuer Fruehling.

  2. Macht Spaß den Bericht zu lesen bei unserem heute etwas trüben Wetter. Schöner Querschnitt von Fotos um eine Vorstellung von den Inseln zu haben. Habt noch viel Spaß (auch bei der Arbeit😉 )

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