Grand Baie

Seit wir den indischen Ozean befahren ist die Zeit eigentlich recht gut ausgefüllt mit Schiffsreparaturen. Die Propellerwellendichtung ist zur Zeit einigermassen dicht. Der Windgenerator verrichtet im Moment seinen Dienst wieder ohne viel Wehklagen. Beides wurde von uns in Rodrigues repariert. Auf der Fahrt nach Mauritius dann die nächste Baustelle. Die Rollrefffanlage liess sich nur noch ultraschwer einrollen. Eine absolute Katastrophe, wenn man auf offener See von Starkwind ueberrascht wird und dann der Einrollvorgang auf halbem Weg stockt. Das Segel ist dann halb heraussen und kann weder weggerollt, noch ganz abgenommen werden. Die Schaeden am Rigg und Segel sind damit vorprogrammiert. Eine Reparatur duldete deshalb keinen Aufschub.

Nach kurzer Rumturnerei im Mast war die Rollreffanlage dann an Deck. Nach Zerlegen der Refftrommel zeigte sich das Problem. Zwei der drei Lager waren völlig verwittert – da muss Ersatz her. Um die aeussere Lagerschale des Radiallagers herauszubekommen, mussten wir aber professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, diese war nämlich völlig festgerostet. Die Firma Integrity (Integritaet- was fuer ein Name fuer einen metallverarbeitenden Betrieb!) in Port Louis erledigte den Job dann auch schnell und zuverlaessig. Sie besorgten auch gleich neue Lager, sodass wir den Kram am Folgetag abholen konnten. Prima.

Alles wieder zusammenbauen – passt nicht – aaaargs. Eines der Lager hatte nicht die exakte Groesse, weshalb man uns eine kleine Ausgleichsscheibe gedreht hatte. Diese war nun genau 0,4 mm zu dick. Wir also wieder mit dem Bus nach Port Louis…

Eineinhalb Wochen spaeter:
… wir haben endlich wieder alles zusammengedengelt. Ich turne wieder in den Mast, Rollreffanlage ist kurz danach installiert. Hm, bewegt sich zwar eine Winzigkeit leichter, ist aber immer noch superhackelig. Die unteren Lager drehen sich butterweich, die sind ja neu und nicht das Problem. Wie sich herausstellte, scheint das Lager im oberen Wirbel unter Last ganz schoen zu hackeln. Ohne Last, an Deck, ist der Lauf eigentlich seidenweich. Das Problem dabei: um den Wirbel zu oeffnen, braucht man einen 41er Schluessel und einen Schraubstock. Beides ist an Bord nicht vorhanden. Mal sehen was zwei Monster- Wasserpumpenzangen ausrichten können. Wir werden berichten…

Fuer unseren hinnigen Schalthebel ist übrigens endlich Ersatz eingetroffen und war auch recht flott eingebaut. Wir koennen nun endlich wieder mit dem Hebel schalten und muessen nicht direkt am Schaltzug rumfuhrwerken.

Natürlich war nicht nur Arbeit angesagt. Wir unternahmen noch weitere Touren ueber die Insel. Mit Dieter von der Orion mieteten wir ein Auto und gondelten in den Sueden. Eine Teefabrik stand auf dem Programm, eine Rhumerie (Rumfabrik fuer die Nichtfranzosen), eine riesige indische Tempelanlange, der Obst- und Gemuesemarkt in Port Louis und diverse kurze Spaziergaenge durch die pitoreske mauritianische Landschaft. Wegen des vulkanischen Ursprungs ergeben sich wirklich spektakulaere Felsformationen und Bergketten. Und fast jedes Wochenende Grillen am Strand mit den anderen Seglern …

Hier geht’s zu den Fotos unserer Landausfluege:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157648260855910/

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