Loctite und die grossen Boote

So, wird wieder einmal Zeit fuer den woechentlichen Report. Nach ordentlichem Gewuerge haben wir den oberen Wirbel der Rollreffanlage demontiert bekommen. Christoph von der Taurus fixierte die 60 cm Wasserpumpenzange am Boden, ich stellte mich auf den Englaender. Endlich gab die Verschraubung nach. Tatsaechlich war das obere Lager durch Ueberlastung geschaedigt. Tiefe Dellen haben sich in die Laufflaechen eingegraben. Wir fanden ordentlichen Ersatz bei der Fa. Engitech. Diese  hatte unser Lager, ebenso wie viele andere Maschinenbauteile in Premiumqualitaet vorraetig, selbst SKF war vertreten, was mir als Unterfranke natuerlich sehr gefallen hat.

Die Suche nach Schraubensicherungslack zur Montage der Ganzen gestaltete sich dann allerdings zum Lustspiel allererster Garnitur. Noch auf dem Rueckweg vom Kugellagerladen fiel mir ein, dass wir ja Loctite benoetigen wuerden. Ich also gleich in den naechstbesten Chinaladen und danach gefragt. Die Dame stellte eine Flasche No-name Kram auf den Tresen- 450 Rupies (11 Euro) fuer 50 ml. Puha, stolzer Preis fuer eine Menge, die ich ja im Leben nicht brauchen wuerde. Ich dachte mir, da guck ich doch lieber nochmal woanders. Ich marschiere also erst einmal weiter. Wie der Teufel will, hatte dann natuerlich keiner der naechsten fuenf Laeden Schraubensicherungslack. Grummel. Bin ich etwa gerade am einzigen Laden in Mauritius vorbeigekommen, der Schraubensicherungslack fuehrt? Ein einziges weiteres Geschaeft hatte dann einen – waren ungefaehr 400 Rupies fuer 10 ml – aaaarg. Die Flasche war schon sehr angegammelt. Letztenendes kaufte ich dann einen Tag spaeter 5 ml fuer 380 Rupies brandneu im Blisterpack im Baumarkt in der Naehe unseres Ankerplatzes. Nachdem dann alles montiert war und wir wieder einmal einen Grossreinemachetag einlegten,  fand ich dann zu allem Uebel noch ein Flaeschchen pipifeinen Schraubensicherungslack in einer unserer Werkzeugkisten sowie im ganz normalen Supermarkt einen Schraubensicherungslack in zwei verschiedenen Staerken um 48 Rupies – famos, famos. Die Story trug jedenfalls sehr zur Erheiterung der in der Anchorage befindlichen Segler bei.

Lange Rede kurzer Sinn, die Rollreffanlage funktioniert jetzt wieder wie neu und dreht sich butterweich.

Neben der Rollreffanlage bastelten wir noch eine Unterteilung fuer unseren Kuehlschrank, damit nicht alles darin herumpurzelt, ein weiteres Gemuesenetz auf der Backborseite wurde installiert, Diesel und Benzin wurden gebunkert, das Vorsegel ging erneut zum Segelmacher- der von ihm fehlerhaft reparierte UV- Schutz wurde nachgebessert. Wassertanks wurden wieder aufgefuellt, Waesche gewaschen usw.

Der Hauptggrund warum wir so lange in Mauritius bleiben, liegt an der World ARC. Die World ARC ist eine Segel-Rally bei der die Teilnehmer ihre Boote in 15 Monaten auf der Barfussroute um die Welt pruegeln. Meist sind die Boote jenseits der 14 m Marke und eben auch dementsprechend schnell. Vor Anker liegt man kaum. Zeit fuer ausgiebiges Eintauchen in fremde Kulturen bleibt nicht, aber jedem das seine.

Der grosse Pulk der ARC kam vor kurzem hier in P. Louis an, in zwei Tagen zieht der Tross (insgesamt 23 Boote) gesammelt nach Reunion weiter. Dort werden dann beide Haefen komplett belegt sein. Normalerweise waere das kein Problem, wir ankern viel lieber in einsamen Buchten, als uns in schmutzigen Hafen- / Marinawassern herumzutreiben, aber leider bietet die Insel Reunion keinen (!) einzigen Ankerplatz. Zum Glueck ist am 1. November der Spuk vorbei – dann verzieht sich der Zirkus weiter nach Suedafrika und wir koennen hoffentlich ein Plaetzchen in Reunion finden.

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