3 Wochen in Namibia

Nachdem wir schweren Herzens von Jeannie und Bruce in Port Owen Abschied genommen haben, ging es mit 10 bis 20 Knoten Südwind nach Norden. Traumsegeln. Wegen der kalten Meeresströmung hier waren wir eigentlich den ganzen Tag am heißen Tee trinken. Sockenzeit. Durch die Kälte kam auch immer wieder einmal dichter Nebel auf. Unser AIS zeigt uns zwar die großen Pötte sehr zuverlässig an, aber man kann sich nicht darauf verlassen dass auch der kleine afrikanische Fischkutter, der in Küstennähe operiert, AIS Signale aussendet. Somit ist bei Nebel immer peinlich genaues Wachegehen angesagt. Gruselig, wenn sich dann ein Schiff aus dem Nebel schält. Plötzlich ist es dann da. Letztendlich ging alles glatt. Wir fuhren mit einer Nebelbank direkt hinter uns nach Lüderitz ein. Großes Hallo. Dieter von der Orion war schon da und half uns eine Mooringboje aufzunehmen, auch die Taurus und die Green Coral entdeckten wir im Hafenbecken an Moorings vertäut. Kurz nachdem wir fest waren, holte uns der Nebel ein – Erbsensuppe. Puha.

Namibia war vor ungefähr hundert Jahren eine deutsche Kolonie. Dementsprechend gibt es noch Einiges an Spuren aus der damaligen Zeit zu entdecken. Am augenfälligsten ist wohl die Architektur. Eine Jugendstilvilla in der namibianischen Wüste? In Lüderitz gibt es die dutzendweise. Im Ort finden sich einige Eisenwarenhandlungen, ein kleiner Baumarkt, zwei Supermärkte und einige Kneipen. Lüderitz Safari und Tours fungiert als Touristeninformation und berät einen bezüglich der örtlichen Sehenswürdigkeiten. Prima. Am Nachmittag macht ein kleines, aber sehr sehenswertes Museum auf. An der Felsenkirche wurde dann unsere kleine Knipskamera gestohlen. Ein junger Bursche riss sie Christine einfach aus der Hand und war Ratz Fatz über alle Berge. Wir fuhren dann noch eine geschlagene Stunde mit der Polizei durch den Ort, aber natürlich blieb der Dieb verschwunden.

Einige Kilometer von Lüderitz entfernt befindet sich die heutige Geisterstadt Kolmannskuppe. Entstanden durch große Diamantfunde in der Umgebung, die anfangs so zahlreich waren, dass man die Steine nur vom Sandboden aufheben brauchte. Im darauffolgenden Diamantenfieber wurden einige Leute sehr schnell sehr reich. Nahe der Diamantenvorkommen entstand mitten in der Wüste, ohne lokale Wasservorkommen oder sonstige Infrastruktur eine kleine Stadt, mit Bimmelbahn, Eismaschine, Metzgerei, Bäckerei, Salzwasserpool, Casino, Hospital und Luxusvillen. Als eine der ersten Städte weltweit gab es dort eine Stromversorgung. Auch das erste Röntgengerät der südlichen Hemisphäre war in Kolmannskuppe in Betrieb. Wegen dem Hügel auf dem sie stand wurde sie Kolmannskuppe genannt. Nur wenige Jahre nach der Gründung waren allerdings die Diamantenvorkommen erschöpft, die Grabungen fanden weiter südlich statt. Kolmanskop verwaiste wieder und ist heute die Touristenattraktion in der Umgebung von Lüderitz.

Zusammen mit Dieter von der SY Orion mieteten wir uns ein Auto um eine Woche lang das Land zu entdecken. Endlos scheinende Wüstenlandschaften, viel freilaufendes Wild und tolle Felsformationen waren die Reise allemal wert. Wir bedauerten eigentlich nur, dass wir nicht mehr Zeit für dieses schöne Land hatten. Bilder sagen hier mehr als tausend Worte, deshalb hier mal eine kleine Galerie.

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157652029222831/

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Übrigens ist es in Lüderitz so kalt, dass wir abends mit Wärmflasche zu Bett gehen (der Dieselofen streikt – ein Projekt für Kiel). Das noch lauwarme Wasser der Wärmflasche wird dann morgens zum Duschen benutzt. Die Temperaturen erreichen gerade mal 13 Grad, im Inneren des Bootes ist es eher kälter. Am Montag geht es wahrscheinlich los Richtung Azoren!

Am Montag geht es wahrscheinlich los Richtung Azoren!

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