Tag 30: St. Helena – Azoren

Wieder einmal hoechste Zeit fuer einen kurzen Blogeintrag. Seit ca. 10 Tagen segeln wir nun schon im NE-Passat und angefangen mit der Windstaerke 2-3 hatten wir die letzten 4 Tage konstant Windstaerke 5. Da wird es dann schon eher ungemuetlich. Man kann nicht mehr aufrecht durchs Boot gehen, staendig muss man sich irgendwo festhalten und man absolviert recht unfreiwillig konstantes Muskeltraining. Am besten einfach hinlegen und lesen. Ist zwar jetzt nichts Neues fuer uns, aber wenn der Wind wieder weniger wird, haben wir auch nichts dagegen. Leben in einer schiefen Welt. Echt schraeg.

Das Gute am Atlantik ist ja, dass die Duenung trotz allem recht weich ist. Waeren wir jetzt mit 5 Bft. in der Nordsee oder Ostsee unterwegs und muessten hart am Wind segeln, haetten wir wohl mit einer ordentlich kurzen, steilen Welle zu kaempfen. Es geht also denken wir immer noch einen Tacken ungemuetlicher. Die Thor mit ihren 11 Tonnen scheint sich auch nicht recht viel aus den Wellen hier zu machen. Unermuetlich schiebt sie sich durch die von schraeg von vorne anrollenden Wellen. Nur manchmal pfluegt sie so frontal gegen eine Welle, dass die Wasserfontaenen von vorne am Bug, ueber die komplette Laenge des Schiffs, bis hinten ins Cockpit spritzen. Sehr unterhaltsam wenn man grad im Cockpit steht und Rundumblick machen will – zumindest fuer den jeweils anderen, der unten im Trockenen sitzt. Gut das wir in St. Helena nochmal alle Ritzen auf den Decksaufbauten abgedichtet haben.

Die Kapverden liegen bereits hinter uns und wir kommen langsam aber stetig nach Norden. Die SY Aspasia hatte leider etwas weniger Glueck, vor ein paar Tagen ist ihr Vorstagsbeschlag oben am Mast gebrochen. Sie haben es mit Bordmitteln behelfsmaessig reparieren koennen, dennoch wollen sie jetzt auf die Kapverden und dort eine ordentliche Reparatur vornehmen. Zwar trennen sie nur 300 Meilen von den Inseln, aber sie muessen den ganzen Weg aufkreuzen. Wir druecken ihnen die Daumen, dass sie bald dort ankommen und nach erfolgreicher Reparatur weiter nach Norden segeln koennen. Die SY Green Coral ist 900 Meilen suedlich von uns und auch unterwegs zu den Azoren. Wir haben nach wie vor taeglich unsere kleine Funkrunde.

Mehr gibts im Moment nicht zu berichten. Wir haben noch ausreichend Wasser, konnten am Aequator aber nur 15 l Regenwasser auffangen. Im Moment liegt unser Verbrauch bei den nicht zu heissen Temperaturen bei gut 4 Liter/ Tag. Ein paar Orangen und Zitronen, sowie Zwiebel und Kuerbisse sind uns an frischem Gemuese noch geblieben. Wir schlemmen uns durch die Leckereien in der Backskiste, schliesslich haben wir uns wohlweislich hinsichtlich der Dauer der Ueberfahrt ausreichend verproviantiert. Und da wir sicher noch eine Weile unterwegs sein werden (3-4 Wochen???) ist das auch gut so.

Luftlinie sind es nur noch 1.270 Meilen bis zu den Azoren, aber wir muessen ja noch ca. 800 Meilen gegen den NE-Passat, dann durch eine weitere Flautenzone, die sog. Rossbreiten und danach ist es auch noch nicht sicher, welchen Wind wir kurz vor den Azoren haben werden. Das Azoren-Hoch scheint sich noch nicht so recht stabilisiert zu haben.

Ein Gedanke zu “Tag 30: St. Helena – Azoren

  1. Hallo ihr zwei Wasserratten,
    hier nur ein kurzes feedback. Es ist doch immer wieder gut zu sehen, dass man nicht in den leeren Cyberspace schreibt und auch andere außer Freunden und Verwandtschaft eurem Kielwasser folgen. Sozusagen „after all these years“ lesen wir immer noch interessiert mit. Soweit zur Schreibmotivation😉 .
    Wir sind damals etwa gleichzeitig losgesegelt, nur unsere Runde war kleiner und nach drei Sommern waren wir wieder daheim. Vielleicht erinnert ihr euch noch?!
    Nun seid auch ihr sozusagen wieder kurz vor zu Hause…
    Wir wünschen euch alles Gute, nur schöne Erlebnisse und eine gesunde Rückkehr!
    Uschi und Jock von der Jaybarida

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