Fajal – England

Fajal – England

Eigentlich sind es nur 1250 Meilen gewesen. Eigentlich fanden „alle“, die wir vorher gesprochen hatten, dass diese Strecke mit dem Azorenhoch im Süden und den Tiefs oben bei Island seinerzeit eine tolle Überfahrt mit Backsstagsbrise war.

Nix da. Das Azorenhoch tummelte sich irgendwo auf Höhe der Kanaren und wir befanden uns mitten in den Tiefausläufern. Insgesamt sechs Tiefs haben uns auf dieser Überfahrt erwischt. Zwei davon mit Winden in Sturmstärke. Eines ging südlich von uns durch und brachte drei Tage lang Ostwind. Einfach war diese Überfahrt nicht. Als wir dann endlich im englischen Kanal angekommen waren, besserte sich das Wetter, zumindest für englische Verhältnisse deutlich. Ruhige See und sogar ab und zu ein Sonnenstrahl. Wir liefen deshalb nicht den erstbesten Hafen (Falmouth) an sondern beschlossen nach Dartmouth weiter zu fahren. Dartmouth haben wir schon auf der Hinfahrt vor 4 Jahren besucht. Uns es war uns als besonders schnuckelig in Erinnerung geblieben. Na ja, kurz vor der letzten Huk tat sich eine weitere Flußmündung auf – im Hintergrund das pittoreske Städtchen Salcombe. Auch nett und wir kennen es noch nicht. Nach kurzer Konsultation unseres alten nautischen Almanacs bogen wir schnurstracks nach dorthin ab. Ums Eck bot sich dann ein irres Bild. Es sah fast so aus, als ob es sich um den ersten Sonnentag des Jahres in England handelte und die Gesamtbevölkerung sich nun zur Sommerfrische in Salcombe Harbour eingefunden hatte. Knallvolle Strände und ein irrer Verkehr auf dem Wasser. Alles was schwimmt, wird von einem Außenborder oder Segel angetrieben, spazieren gefahren.

Bei maximal 22 Grad tummeln sich die Einheimischen hier im Bikini am Strand. Sportlich!

Salcombe selber ist ein sehr englisches Touristädtchen. So eine Art Bad Aussee Englands. Die Preise sind ebenfalls sehr britisch. Eine Halbe Bier kostet 6 Euro in der Kneipe. Na denn Prost. Auf dem Weg zum Dinghidock kommt man an einem Pontoon mit Recyclingtonnen vorbei. Ein untrüglicheres Zeichen, dass wir wieder in Europa sind, gibt es wohl nicht.

Wir liegen hier sehr geschützt an einer Besuchermooring. Da gerade Wochenende ist und Salcombe entsprechend gut besucht ist, sind alle Besuchermoorings, auch unsere, mit je vier Booten im Päckchen besetzt. Bei der Antwort auf die Frage nach dem Woher und Wohin machen die einheimischen Segler auf ihren blitzblanken GFK Yachten dann ganz große Augen. So ein bisschen Stolz kommt bei uns dann schon auf.