Richtung Osten

Wir haben noch ein paar Tage auf Fehmarn verbracht, darunter auch in der Marina Burgtiefe mit einem legendären weißen Sandstrand direkt vor der Tür. Wir wollten noch den recht starken Wind am Wochenende abwarten, bevor es wieder ein Stückchen weiter gehen sollte. Felix war total begeistert, im feinen Sand zu krabbeln und einer Möwe nachzustellen. Sand überall, aber auch großer Spaß am neuen Terrain waren uns sicher. Die Menschenmassen im Hauptort Burg ließen uns aber schnell wieder flüchten und nur einen kurzen Abstecher in den Supermarkt wagen, wo wir ein paar frische Sachen besorgten. Das mit dem Abstand halten war am Pfingstwochenende fast nicht möglich und so haben wir unser Fischbrötchen in einem fast menschenleeren Hinterhof auf der Gehsteigkante sitzend verdrückt.

Gestern war dann für die Thor perfekter Segelwind angesagt. Zwar Windstärke 4-5 Bft., aber mit raumen bis Halbwindkurs sollte es Richtung Wismar gehen. Leider hat es unserem kleinsten Crewmitglied nicht ganz so gut gefallen. Die Wellen waren vielleicht doch ein bisschen zu sehr von der Seite und so hatten wir für ein bis zwei Stunden ein etwas seekrankes Baby an Bord. Zum Glück wurden Wind und Welle in der zweiten Hälfte der Fahrt, wie vorhergesagt, weniger und Felix konnte wieder lachen. Puh, was für eine Erleichterung. Mir kam schon kurz der Gedanke an die Anschaffung eines Campingbusses. Christian hatte in Orth nochmal unser Unterwasserschiff sauber gemacht und das machte sich positiv bemerkbar. Wir konnten wieder mit unserer normalen Reisegeschwindigkeit von gut 4 Knoten unterwegs sein. Kurz vor Wismar befindet sich die Insel Poel und dort haben wir dann noch den perfekten Ankerplatz ausgemacht. Wir hatten grad wenig Lust auf Großstadt und so haben wir auf 5 m Wassertiefe den Anker geworfen und heute auch noch einen sehr ruhigen Tag hier verbracht. Vor uns befindet sich ein Naturschutzgebiet, die Stadt Wismar ist in Sichtweite und man ist fast von allen Windrichtungen und Wellen gut geschützt. Am Ende des Tages machen wir es den Einheimischen nach und nehmen ein Bad in der 12 Grad kalten Ostsee inkl. einer Runde um die Thor Schwimmen -> ohne Neoprenanzug. Sehr erfrischend!

Morgen geht es dann in den Stadthafen von Wismar, dies wird wahrscheinlich der östlichste Punkt dieses Törns werden. Wir werden uns dann langsam über Travemünde und Fehmarn wieder zurück nach Westen hangeln, geplant ist noch die Schlei und ev. eine Woche in Dänemark, wenn dies die neuen Einreisebestimmungen ab 15. Juni zulassen. Mal abwarten, welche Regelungen für Segelboote erlassen werden. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen auch wieder mal Zeit habe, die vielen Fotos auszusortieren und ein kleines Album anzulegen.

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Die Aussicht von unserem Ankerplatz vor der Insel Poel