…when the yoyage is done and the winds don’t blow…

Eigentlich wollten wir diesen Post schon vor über einem Jahr verfassen. Wegen diverser Ablenkungen, unter Anderem ist unser zweites Kind geboren, geschieht dies nun mit einigen Monaten Verzögerung. Ich kopiere erst mal den ursprünglichen Blogpostentwurf hier rein, der schon seit einigen Monaten hier in der Schublade schlummert. Am Ende gibt es nochmals ein kurzes Update

…when the yoyage is done and the winds don’t blow…
Die Thor war über vier Jahre unser zu Hause, hat uns durch Wind und Wetter wohlbehalten um die Welt gebracht… und wir sie (…mehr oder weniger;-)). Fast 40000 Seemeilen sind wir mit ihr gesegelt, 1600 Tage und Nächte war sie unser zu Hause. Nach unserer Weltumsegelung hatten wir kurz mit dem Gedanken gespielt die Thor zu verkaufen, hatten auch einmal eine Anzeige online gestellt, gemeldet hatte sich seinerzeit aber niemand. Insgeheim hatte uns das ja gefreut, und so stand schnell der Entschluss fest mit der Thor, in ein paar Jahren, wieder loszusegeln. In den letzten Jahren lag sie in Kiel und wurde von uns, wir wohnen ziemlich genau 1000 Autobahnkilometer entfernt, nur noch selten genutzt. Im Frühjahr und Herbst gab es jeweils einen Pflichttermin zum Ein- und Auswintern des Motors und der Seeventile und meistens waren wir dann noch zwei bis drei Wochen oben im Norden zum Segeln. Meist waren aber auch die Segelwochen im Sommer mit Arbeit gut gefüllt. Ein Trip führte uns nach Dänemark, wo wir dann eine Woche vor Anker lagen und das Cockpit und das Deck neu gestrichen haben. Ein Boot zu besitzen ist mit einigem Arbeitsaufwand verbunden. Wir haben da die letzten Jahre, im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Bootseignern die wir so kennen, ein absolutes Minimalprogramm gefahren. Wir konnten so die Thor zumindest auf dem aktuellen Wartungsstand halten, Verbesserungen oder aufwändige Reparaturen waren aber einfach zeitlich nicht drin.

Erfreulicherweise wurde vor gut einem Jahr unser Sohn Felix geboren. Wir haben dann in unserer Elternzeit auf der Thor festgestellt, dass wir für das nächste Langfahrtsegeln zu dritt doch gerne ein extra Kinderzimmer hätten. Für das Innere der Thor wurden deshalb Umbaupläne geschmiedet und dann aber doch wieder verworfen. Letztendlich hätten wir eben gerne die berühmten 2 Meter mehr, und so wurde uns schnell klar dass wir unsere geliebte Thor verkaufen müssen. Gesagt getan, im Sommer wurde der Pinsel geschwungen, der Motor bekam einen Tip- Top- Motorservice vom Dieselmechaniker in Kappeln. Wie vor so vielen Bootsverkäufen blutete auch uns das Herz, war doch die Thor in einem besseren Zustand wie schon lange nicht mehr. Inserate wurden aufgegeben und nach einigen mehr oder weniger halbherzig gemeinten Anfragen meldete sich schließlich Anika, eine Mittzwanzigerin aus Hamburg, die nächstes Jahr auf Weltumsegelung gehen möchte. Nach zweimaligem Besichtigungstermin, das zweite Mal war ein Sachverständiger dabei, wechselte die Thor den Eigner. Die Thor wurde dann beim zweiten Besichtigungstermin, auch zur Beurteilung des Unterwasserschiffes, aus dem Wasser gehoben. Große Katastrophen wurden nicht festgestellt. Interessanterweise hatte der Stahl, 41 Jahre nach dem Bau der Yacht , noch die Originalstärke! Da kann man doch mal eine Lanze für den Bootsbaustoff Stahl brechen.

Wir freuen uns, dass die Thor bald wieder segeln wird und wünschen Anika mit ihrem neuen Boot allzeit gute Fahrt, eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und natürlich ganz viele tolle Erlebnisse auf ihrer Reise.

Beschließen möchte ich den Blogpost mit einem Link auf ein altes Seemannslied welches traditionell bei der Verrichtung der letzten Arbeiten an Bord, kurz bevor man abmusterte, gesungen wurde. Es heisst „Leave her Jonny leave her…“ und wird hier von „Coda“ gesungen.

Liedtext hier: http://brethrencoast.com/shanty/Leave_Her_Johnny.html

Nachtrag:

Mittlerweile gibt es vom Verkauf der Thor auch ein Video auf Youtube. Anika hatte sich, wie oben ja schon erwähnt, von einem Sachverständigen beraten lassen, und Teil deren Geschäftsmodells ist es anscheinend Videos von Ihrem Geschäften auf Youtube hochzuladen. Amüsant ist das Video jedenfalls.

Übrigens keine Sorge: Es geht hier mit Segeln weiter, mehr dazu aber im nächsten Post.

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