Frohe Ostern

Die Tage vergehen wie im Flug und wir machen langsam Fortschritte. Christian arbeitet jeden Tag am Boot und das nimmt schon gute Formen an. Manchmal kommt’s mir schon so vor, als ob wir einfach unseren Wohnort und Alltag kurz nach Italien verlegt haben – der Papa arbeitet während der Woche von früh bis spät und wir versuchen, uns das Wochenende freizuschaufeln. Aber es ist natürlich klar – je schneller die Endless Summer fertig ist, desto eher können wir sie zu Wasser lassen und gemeinsam darauf wohnen. In der Werft geht das leider nicht.

Die reparaturbedürftigen Stellen am Rumpf wurden geschliffen und mit ein paar Lagen Glasfaser neu laminiert. Da dies für uns als ehemalige Stahlbootbesitzer auch Neuland war, hatte sich Christian im Winter über diverse Youtube-Kanäle das benötigte Wissen angeeignet und am Ruder schon mal probiert, wie das am besten klappen kann. Das ist ja schon eine Wissenschaft für sich und an Profis werden wir nicht rankommen – aber Hauptsache es hält und wir müssen uns keine Gedanken über irgendwelche Schwachstellen am Rumpf machen.

An der Vorderseite des Kiels wurde von einem Vorbesitzer schon einmal gespachtelt, da gab es wohl eine Grundberührung. Hier haben wir nochmal nachgebessert und neu laminiert. Am Heckspiegel entdeckten wir auch ein paar Haarrisse im Gelcoat und auch hier wurde bis aufs Glas runtergeschliffen und neue Glasfaser aufgebracht. Die Hinterkante des Kiels und einige Stellen am Skeg wurden ebenfalls noch ausgebessert.

Das Bugstrahlruder wurde zwar anscheinend von einer Firma eingebaut, aber mit dem Ergebnis waren wir noch nicht zufrieden. Die Außenkanten des Tunnels wurden nur schlecht gespachtelt und nach drei Jahren an Land waren größere Risse im Spachtel zu sehen. Das wurde nun auch alles weggeschliffen und mit Glasfaser eingeebnet.

Jetzt müssen diese Stellen „nur“ noch schön geschliffen und der gesamte Rumpf noch einmal mit viel Wasser und einem Schwamm gewaschen werden, damit ein feiner Untergrund für die Farbe entsteht. Mit dem Hochdruckreiniger ist Christian zwar schon einmal drüber gegangen, aber der Schleifstaub ist hartnäckig.

Und mit der Renovierung des Bads haben Christian und mein Papa auch begonnen. Der Voreigner wollte dies ja noch vor dem Verkauf erledigen und hatte das Bad schon entkernt. Leider hatte er dann einen Unfall, der ihm einige Wochen Krankenhausaufenthalt einbrachte, weshalb er das nicht abschließen konnte. Und so ist dies neben dem neuen Farbaufbau des Rumpfes die nächste Baustelle, die gleich zu Anfang ansteht.

Ein einziger rostiger Schäkel in der Backskiste mit den Leinen hat übrigens dafür gesorgt, dass diese ganz schön rostig geworden sind – da hilft nur eine gründliche Wäsche in der Waschmaschine, die wir zum Glück in der Ferienwohnung haben und eine Nacht Einweichen in Oxalsäure. Für einen ersten Probetörn wird das schon in Ordnung sein und nächsten Winter liegen vielleicht ein paar neue Leinen unter dem Weihnachtsbaum.

An den vielen Leuten in den Straßen, Restaurants und am Strand merken wir, dass gerade Osterferien sind und viele ein bisschen Sonne im Süden tanken wollen. Wir probieren den typischen italienischen Osterkuchen, die Colomba Pasquale, aus und Flora bekommt ihre ersten pürierten Karotten. Für jeden Geschmack ist also was dabei. Wir sind schon gespannt, was es hier an Ostern noch zu sehen gibt.

Für diese Woche ist das Streichen mit dem Epoxy-Primer geplant. An die fünf Schichten sollen es im Unterwasserbereich werden. Gerade jetzt wird es aber laut Wettervorhersage etwas wechselhaft – wir hoffen, dass wir zumindest ein bis zwei Schichten drauf bekommen, bevor es ab Donnerstag ein paar Tage regnen soll.

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