Bootsbausatz- es geht voran

So, lange ist es her nach unserem letzten Blogpost bezüglich unseres Arbeitsfortschrittes. Nachdem wir unseren Infekt auskuriert hatten, kam glücklicherweise meine Mutter zur weiteren Kinderbetreuung nach Grado und so konnten wir zu zweit am Boot werkeln. Wir haben deshalb Gas gegeben und gearbeitet, der Blog wurde da leider etwas vernachlässigt. Viel ist passiert, die Fortschritte gingen zu zweit mit Siebenmeilenstiefeln voran. Einen haarkleinen Bericht erspare ich euch. Deshalb nur eine kursorische Aufzählung mit Bildern:

  • Coppercoat streichen
  • Opferanoden an das Ruder anschrauben
  • Bordwand grundieren und mit PU- Lack lackieren, inklusive Wasserpassstreifen (hier ein herzliches Dankeschön an die SY Wednesday für die Bereitstellung des orangen Lacks)
  • Bootsbeschriftung aufkleben (Top- Tipp: Anleitung vorher durchlesen)

– iIm Bad die Wand fertig streichen, Kleben der Deckentapete und Einbau der Badmöbel

Badbausatz
Wird ja so langsam…
Funktioniert zwar noch nicht, sieht aber schon mal gut aus
  • Motorcheck
Schnurrt wie ein Kätzchen
  • ins Wasser kranen (lassen)
  • Cockpit spachteln und streichen. Die maroden, 40 Jahre alten Lüftungsgitter gibt es coolerweise immer noch zu kaufen. Ist schon toll, wenn der Hersteller nicht den aller billigsten Zulieferer benutzt. Dann gibt es den halt auch nach 40 Jahren noch.
  • Felix Koje einrichten und Stufe zum Reinklettern für das noch recht hohe Bett bauen
  • Relingsnetz installieren
  • Installation eines Wasserhahns für die Fußpumpe in der Pantry
  • aufs Boot ziehen
  • nach der ersten Nacht an Bord die ganze Achterkajüte zum Familienbett umbauen mit einem Matratzenstück von der SY TAMANI (euch auch zusätzlich noch schönen Dank für das kindgerechte, fast komplette und praktisch unbenutzte Plastikgeschirr)
  • Elektrik checken und Batterieschalter umlegen (dazu schreib ich später nochmal mehr)
  • Abwassersammler wieder installiert
  • Wassertanks vom Bakterienschlamm (Biofilm wäre bei diesem braunen Belag zu euphemistisch) befreien
  • drei Deckslucken abdichten

Epoxyspachtel…

Bei unserer Spachtelaktion von zig Tausend Löchern im Unterwasserschiffbereich haben wir, da wir uns natürlich wie immer mehrfachst, komplett bzgl. der Menge an zu kaufender Spachtelmasse verschätzt (merke: Kauft einfach gleich die Familienpackung, ist eh mehr zu spachteln als man hofft!). Außerdem haben wir mehrfach Restmengen aufgebraucht. Dadurch hatten wir mehrere verschiedene Produkte in Verwendung. Da man die gemachten Erfahrungen immer wieder Mal vergisst, schreibe ich diese hier nieder. Ich unterteile Mal grob drei Kategorien: Spachtelfähigkeit, Schleifbarkeit, Oberflächenfinish. Es sind natürlich nur persönliche Eindrücke, von oft nur einmaliger Anwendung, die Produkte wurden vor der Anwendung pi mal Daumen nach Anleitung gut verrührt.

Die Liste wird im Verlauf weiter ergänzt werden.

International, Watertite: Supereinfach zu verspachteln da recht dünnflüsig, wenig Kraftaufwand beim Spachteln, sehr hart, deshalb schwerer zu Schleifen. Die Masse ist teilweise minimal aus den Löchern rausgelaufen, deshalb nicht ganz glatte Oberfläche.

Veneziani, Epomast: recht zäher Baz, deshalb mit mehr Kraftaufwand zu verarbeiten, gut zu schleifen, super Oberfläche

Veneziani, Epomast Evo (Leichtspachtel (mit Microballoons?)): etwas leichter zu verarbeiten als Epomast, easy zu schleifen, eher raue Oberfläche, gut um Schichtdicken zu erzeugen, eher nicht für kleine Löcher.

Jotun, Finishing Filler: minimal dünnflüssiger als Epomast, somit etwas leichter zu verarbeiten, minimal schwerer zu Schleifen, schöne Oberfläche.

Unterwasserschiff 1.0

Wir hatten, bevor wir unser Refitprojekt starteten, das Unterwasserschiff sandstrahlen lassen. Schon vor dem Kauf zeigten sich am Unterwasserschiff Stellen, an denen das Gelcoat nicht mehr vorhanden war und das Laminat zum Vorschein kam. Nach dem Sandstrahlen waren unzählige kleine Löcher am Gelcoat zu sehen gewesen. Das war wohl nicht das erste Mal dass das Boot gesandstrahlt wurde. Das Gelcoat war einfach schon sehr dünn. Nach Aussage des Bootsbauers, den wir mit dem Sandstrahlen beauftragt hatten, war unser Unterwasserschiff grundsätzlich jedoch top in Schuss. Keine Osmose, lediglich die zahlreichen, winzigen Gelcoatschäden. Sein Tipp war, zuerst zwei Lagen mit verdünntem Epoxyprimer zu streichen, danach sollten die Löcher mit Epoxyspachtel verschlossen werden und auch die übrigen Schäden wie Haarrisse wieder „zusammengekittet“werden. Es war also Zeit eine neue Epoxygrundierung zu streichen. Dies hatten wir sowieso schon vor, da wir den Rumpf vor Osmose schützen wollten.

Hier das nur unsauber über bestehendes Antifouling eingespachtelte Bugstrahlruder. Wurde wohl vom Vorvoreigner beauftragt und durch eine Werft eingebaut. Da willste doch dein Boot „Profis“ anvertrauen. Daneben sind die zahlreichen Defekte im Gelcoat zu sehen.
Eine gespachtelte Stelle am Rumpf, diese ist wohl bei mehreren Amels vorhanden und durch den Produktionsprozess bedingt. Hier ist diese schon durch zwei Lagen Glas verstärkt. Gut zu sehen sind die zahlreichen Löcher im Gelcoat daneben.
Nach der ersten Lage Primer sind die Löcher schon weniger und die Oberfläche ist wieder homogen.

Nach gründlicher Reinigung mit zweimal Wasser und zuletzt Silikonentferner war der Rumpf bereit. Die beiden Lagen waren mit tatkräftiger Unterstützung durch Christines Vater Josef in einem Tag aufgerollt. Wir verwendeten hierfür Gelshield von International weil wir dafür gleich eine Epoxyverdünnung vom Hersteller mitbestellen konnten. Die Verdünnung sollte helfen dass der Primer gut in die Löcher fließt. Epoxyprimer ist mitunter ein recht zäher Batz und lässt sich nicht einfach ebenmäßig aufbringen. Das anschließende Spachteln war eine irre anstrengende Arbeit, zu dritt (Sepp, Christine und meine Wenigkeit) war das Unterwasserschiff mit Ach und Krach nach einem Tag fertig. Meine Unterarme fühlten sich an wie nach dem Klettern. Ich hatte netterweise einige Tage zuvor im Farbdosenmüll eine noch halb volle Packung Epomast (Epoxyspachtel) vom italienischen Hersteller Veneziani gefunden. Das Zeug war sehr zäh und entsprechend schwer zu verarbeiten, jedoch blieb es nachdem wir es in die Löcher gepresst hatten, an Ort und Stelle. Eine Dose mit einem Rest Watertite von International, was wir noch an Bord fanden, kam auch zum Einsatz. Diese ließ sich um einiges leichter verarbeiten, floss aber über Nacht auch ein wenig aus den Löchern raus, sodass keine ganz perfekte Oberfläche entstand.

Nach der zweiten Lage Primer und nach dem Spachteln – der Rumpf ist wieder schön glatt.

Nach den nun folgenden Anstrichen mit Epoxyprimer wird das aber wahrscheinlich keine Rolle mehr spielen. Letztendlich haben wir doch noch einige Halbkilodosen Epomast mehr bei der örtlichen Ferreteria besorgt. Es gingen ungefähr zwei knappe Kilo Spachtelmasse für das gesamte Unterwasserschiff „drauf“.

Babyp*p*

Schon vor dem Schleifen ist das Unterwasserschiff nun schon um einiges glatter als zuvor. Wir sind gespannt, wie es nach dem Schleifen und Primern sein wird. Wir hatten im Bereich des hinteren Lagerblocks auf der Steuerbordseite eine etwa 50 x 50 cm große Stelle, auf die schon Gelshield aufgetragen war. Interessanterweise zeigte sich an dieser Stelle kein einziges Loch, dieser Bereich wurde also offenbar durch das Sandstrahlen in keinster Weise beschädigt. Das spricht für den Epoxyprimer. Hoffentlich schützt der von uns aufgebrachte Primer unser Unterwasserschiff ebenso gut.

Diese Stelle am Rumpf hatte bereits eine Lage Epoxyprimer drauf. Es war die einzige Stelle am Rumpf ohne Löcher.

Christine und die Kinder sind jetzt übrigens auch jeden Tag mit dabei. Nachdem das Schleifen und damit die lauteste und staubigste Arbeit erledigt ist, geht es auch mit den Kleinen wieder einfacher, in der Werft zu sein oder Zeit im Schiff zu verbringen. Und es ist definitiv lustiger, wenn wir zusammen sind. Am Freitag hatten wir übrigens wegen Regen wieder einmal einen freien Tag und den haben wir genutzt, um den nahegelegenen Ikea (-> das „blaue Geschäft“ lt. Felix) zu durchstöbern und ein Spaziergang in Aquileia – eine Hafenstadt aus der Römerzeit mit etlichen Ausgrabungsstätten mitten im Ortsgebiet – war auch noch drin. Hier fahren wir zwar jeden Tag zweimal durch, aber bis jetzt hatten wir noch keine Zeit, um uns die „Baustellen“ (-> O-Ton Felix) anzusehen.

Für diese Woche ist wieder Streichen angesagt, wenn das Wetter mitspielt – wir checken zweimal am Tag diverse Wetterberichte. Solange es nicht regnet, wird am Boot gearbeitet…

Und hier noch eine kleine Bildergalerie der letzten Woche 🙂

Wir haben wieder ein Boot!

Im Zuge des Verkaufs der Thor bekamen wir eine Mail von Gerald, der sein Boot, eine Amel Sharki von 1982, verkaufen wollte und meinte, für eine kleine Familie mit zwei Kindern wäre dies genau das Richtige. Den Schiffstyp kannten wir schon von unserer ersten Reise. Die SY Tamora mit der wir in Europa und Karibik eine Menge wunderschöne Tage verbracht hatten, war eine Sharki und hatte platzmäßig genau das Kinderzimmer, das wir suchten.

Die Bauqualität von Amel ist laut Internet wohl über jeden Zweifel erhaben. Gerade die älteren Boote waren, wie damals üblich, noch mit sehr viel Materialeinsatz gebaut und bieten viel Sicherheitsreserve, z. B. bei eventuellen Grundberührungen. Eigentlich wollte gerade ich (Christian) ja noch etwas mit dem Bootskauf warten, aber eine Sharki – und dazu noch in dem uns am allernächsten gelegenen Mittelmeerhafen – war doch zu verlockend, weshalb dann im Sommer ein erster Besichtigungstermin vereinbart wurde.

Das Badezimmer ist gerade nicht existent, da der Voreigner eine Renovierung abbrechen musste. Etliche, aber eher kosmetische Dinge, sind noch zu tun. Größere Katastrophen fielen aber erstmal nicht ins Auge – aufholzklopf. Bei einem zweiten Besichtigungstermin wurden wir uns schlußendlich handelseinig. Die Sharki gehört nun uns!

Vor zwei Wochen waren wir nun im Winter das erste Mal in unserem neuen Hafen in der Nähe von Grado um ein paar Arbeiten am Boot zu erledigen. Dabei zeigten sich die Solarzellen an der Reling leider nicht in der Lage, die Batterien in voll geladenem Zustand zu halten. Unser Liegeplatznachbar hat eine so riesige Plane über sein Boot gespannt, dass wir leider nur zwei Stunden pro Tag einen vernünftigen Ladestrom zusammen bekommen. Das reicht für die große AGM- Batteriebank leider nicht aus, außerdem war der Solarladeregler auch noch zu allem Überfluss hinter dem Batteriewächter angebracht, der bei 10,6 Volt natürlich schon längst die Batterie vom Netz genommen hatte. Tolle Wurst… Als provisorische Lösung wurde kurzerhand die Solarzelle von der nordseitigen Reling abmontiert und im Besan auf Halbmast festgetüdelt- wozu braucht man eigentlich Geräteträger ;-). Weiters wurde in das Ladekabel vom Solarladeregler zur Batterie eine Sicherung eingeschleift und direkt an der Batterie festgeklemmt. Jetzt fließen erstmal dreieinhalb Ampere Ladestrom über wenigstens sechs Stunden. Das wird hoffentlich fürs Erste ausreichen um die Batteriebank über den Winter zu bringen, falls diese nicht schon hinüber ist. Das ist ja vielleicht nicht die erste Wintersaison, in der das Problem besteht. 

Im Sommer entdeckten wir auch noch einige Risse an der Vorderseite des Ruders. Im unteren Bereich war zudem ein kleines Stück der Vorderkante herausgebrochen. Dies bedarf einer genaueren Inspektion, weshalb wir das Ruder beim letzten Besuch ausgebaut und mit nach Freilassing genommen haben. Amel-typisch ist das Ruder nicht wie sonst üblich mit GFK über einem Schaumkern gebaut, sondern ist innen hohl. Öffnungen oben und unten sorgen dafür, dass das Ruder im Betrieb vollständig geflutet ist. Dass also Wasser in das Ruder eindringen kann, ist bei Amel somit kein Supergau, sondern der Normalzustand ;-). 

Nach dem Abschleifen des alten Antifoulings zeigten sich noch deutlich mehr Risse als zuerst vermutet, allerdings waren die Risse nur in dem Bereich der Rudervorderkante, in dem keine GFK- Matte verbaut war. Der gesamte vordere Teil des Ruders scheint nur aus Polyesterspachtel zu bestehen. Meine Idee  für eine Reparatur war deshalb die vordere Rundung noch etwa weiter abzuflexen, die Risse dann mit Epoxyspachtel aufzufüllen und das ganze Ruder mit 400 gr/qm Glasmatte zu umhüllen. An der Rudervorderkante sollte die Glasmatte überlappen und somit doppelt liegen. Hinter dem unteren Ruderlager haben wir außerdem noch ein kleines Loch in das Ruder hinein gefunden. Hier könnte man bestimmt eine kleine Glasmatte einlegen. Falls irgendwer noch eine bessere Idee, Wünsche oder Anregungen hat, dann bitte hier reinkommentieren.

Einen neuen Namen für unser Boot zu finden, war übrigens ganz schön schwierig. Mit dem alten Namen „Pesce d’oro“ -> Goldfisch auf Italienisch, können wir nicht wirklich viel anfangen. Also haben wir lange überlegt, viele Ideen wieder verworfen und sind nun bei „ENDLESS SUMMER“ gelandet. Inspiriert von einem Filmklassiker aus den 1960ern, in dem zwei Surfer dem Sommer rund um die Welt folgen. Und diese Idee passt ja wohl perfekt für unser neues Blauwasserfamilienschiff.

Und hier noch ein paar Eindrücke von unserem letzten Besuch bei der ENDLESS SUMMER. Der Winter in Norditalien ist deutlich angenehmer als in Kiel, wo die THOR ihren Heimathafen hatte 🙂

…when the yoyage is done and the winds don’t blow…

Eigentlich wollten wir diesen Post schon vor über einem Jahr verfassen. Wegen diverser Ablenkungen, unter Anderem ist unser zweites Kind geboren, geschieht dies nun mit einigen Monaten Verzögerung. Ich kopiere erst mal den ursprünglichen Blogpostentwurf hier rein, der schon seit einigen Monaten hier in der Schublade schlummert. Am Ende gibt es nochmals ein kurzes Update

…when the yoyage is done and the winds don’t blow…
Die Thor war über vier Jahre unser zu Hause, hat uns durch Wind und Wetter wohlbehalten um die Welt gebracht… und wir sie (…mehr oder weniger;-)). Fast 40000 Seemeilen sind wir mit ihr gesegelt, 1600 Tage und Nächte war sie unser zu Hause. Nach unserer Weltumsegelung hatten wir kurz mit dem Gedanken gespielt die Thor zu verkaufen, hatten auch einmal eine Anzeige online gestellt, gemeldet hatte sich seinerzeit aber niemand. Insgeheim hatte uns das ja gefreut, und so stand schnell der Entschluss fest mit der Thor, in ein paar Jahren, wieder loszusegeln. In den letzten Jahren lag sie in Kiel und wurde von uns, wir wohnen ziemlich genau 1000 Autobahnkilometer entfernt, nur noch selten genutzt. Im Frühjahr und Herbst gab es jeweils einen Pflichttermin zum Ein- und Auswintern des Motors und der Seeventile und meistens waren wir dann noch zwei bis drei Wochen oben im Norden zum Segeln. Meist waren aber auch die Segelwochen im Sommer mit Arbeit gut gefüllt. Ein Trip führte uns nach Dänemark, wo wir dann eine Woche vor Anker lagen und das Cockpit und das Deck neu gestrichen haben. Ein Boot zu besitzen ist mit einigem Arbeitsaufwand verbunden. Wir haben da die letzten Jahre, im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Bootseignern die wir so kennen, ein absolutes Minimalprogramm gefahren. Wir konnten so die Thor zumindest auf dem aktuellen Wartungsstand halten, Verbesserungen oder aufwändige Reparaturen waren aber einfach zeitlich nicht drin.

Erfreulicherweise wurde vor gut einem Jahr unser Sohn Felix geboren. Wir haben dann in unserer Elternzeit auf der Thor festgestellt, dass wir für das nächste Langfahrtsegeln zu dritt doch gerne ein extra Kinderzimmer hätten. Für das Innere der Thor wurden deshalb Umbaupläne geschmiedet und dann aber doch wieder verworfen. Letztendlich hätten wir eben gerne die berühmten 2 Meter mehr, und so wurde uns schnell klar dass wir unsere geliebte Thor verkaufen müssen. Gesagt getan, im Sommer wurde der Pinsel geschwungen, der Motor bekam einen Tip- Top- Motorservice vom Dieselmechaniker in Kappeln. Wie vor so vielen Bootsverkäufen blutete auch uns das Herz, war doch die Thor in einem besseren Zustand wie schon lange nicht mehr. Inserate wurden aufgegeben und nach einigen mehr oder weniger halbherzig gemeinten Anfragen meldete sich schließlich Anika, eine Mittzwanzigerin aus Hamburg, die nächstes Jahr auf Weltumsegelung gehen möchte. Nach zweimaligem Besichtigungstermin, das zweite Mal war ein Sachverständiger dabei, wechselte die Thor den Eigner. Die Thor wurde dann beim zweiten Besichtigungstermin, auch zur Beurteilung des Unterwasserschiffes, aus dem Wasser gehoben. Große Katastrophen wurden nicht festgestellt. Interessanterweise hatte der Stahl, 41 Jahre nach dem Bau der Yacht , noch die Originalstärke! Da kann man doch mal eine Lanze für den Bootsbaustoff Stahl brechen.

Wir freuen uns, dass die Thor bald wieder segeln wird und wünschen Anika mit ihrem neuen Boot allzeit gute Fahrt, eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und natürlich ganz viele tolle Erlebnisse auf ihrer Reise.

Beschließen möchte ich den Blogpost mit einem Link auf ein altes Seemannslied welches traditionell bei der Verrichtung der letzten Arbeiten an Bord, kurz bevor man abmusterte, gesungen wurde. Es heisst „Leave her Jonny leave her…“ und wird hier von „Coda“ gesungen.

Liedtext hier: http://brethrencoast.com/shanty/Leave_Her_Johnny.html

Nachtrag:

Mittlerweile gibt es vom Verkauf der Thor auch ein Video auf Youtube. Anika hatte sich, wie oben ja schon erwähnt, von einem Sachverständigen beraten lassen, und Teil deren Geschäftsmodells ist es anscheinend Videos von Ihrem Geschäften auf Youtube hochzuladen. Amüsant ist das Video jedenfalls.

Übrigens keine Sorge: Es geht hier mit Segeln weiter, mehr dazu aber im nächsten Post.

Backsteine, Familienduschen und Feingewinde

Nach unseren zwei Tagen am supermalerischen Ankerplatz südlich der Insel Poel (gleich südlich des Eingangs zum „faulen See“) hatte der Wind auf Süd gedreht und es wurde Zeit weiter zu ziehen. Wir verholten uns nach Wismar in den Westhafen. Dort gibt es am Ende des Hafenbeckens rechter Hand Fingerstege für Gastlieger. Was für ein Luxus. Wegen den Abstandsregeln aufgrund der Coronapandemie kann an jedem Finger nur ein Boot liegen. Wir sind früh aufgebrochen und erreichten Wismar noch am Vormittag, so haben wir trotzdem einen Platz bekommen. Felix hat die kurze Überfahrt von Poel nach Wismar gut überstanden und scheint nicht nachtragend zu sein. Ab jetzt müssen wir wohl seglerisch sehr kleine Brötchen backen. Das wird auch bedeuten, öfter mal den Jockel anzuwerfen um bei Schwachwind zum nächsten Ziel zu gelangen.

Wismar ist ein Kleinod mit intakter Altstadt und toller, für den Norden so typischer, Backsteinarchitektur. Das Kopfsteinpflaster in Wismar ist jetzt nicht sooo Kinderbuggy geeignet, aber meist findet sich ein mit glatten Steinen gepflasterter Gehsteigabschnitt, der besser befahrbar ist. Wir hirschten erstmal rüber zum Wasserwandererhafen und haben dort kontaktlos unser Hafengeld per Umschlag in den Briefkasten der Hafenmeisterei gesteckt. Matjesbrötchen darf natürlich nicht fehlen, kurz noch einige Besorgungen im nahen Supermarkt und gut gestärkt erreichten wir wieder die Thor. Ansonsten kann man es hier sehr gut aushalten. Corona sei dank haben sie die alten sanitären Anlagen im Wasserwandererhafen geschlossen und genau vor unserer Nase im Westhafen zwei Container mit blitzsauberen Familienduschen platziert. Prima! Einen Waschsalon gibt es auch und außerdem eine Konditorei mit dem Namen Senf.


Am nächsten Tag waren etwas Wartungsarbeiten an der Thor angesagt. Ab jetzt wird es technisch!
Der Dieselfilter am Motor verliert schon seit einiger Zeit winzigste Mengen an Kraftstoff. Vermutlich kommt das über die Entlüftungsschraube oben am Vorfilter. Haarriss? Kaputter Dichtring? Gelegenheit macht Diebe und so war es an der Zeit da mal genauer nachzugucken. Ich bin vorsorglich schon mal zum gleich in der Nachbarschaft ansässigen freundlichen Motorfuzzi und habe eine Ersatzentlüftungsschraube besorgt. Leider ließ sich die Schraube gar nicht mehr rausdrehen und fester ziehen ging auch nicht. Nach genauer Inspektion treffe ich auf meinen alten Freund, den Aluminiumdruckguss. Das Gewinde des Filtergehäusedeckels war zerstört. Ich bin mit dem Teil kurzerhand wieder beim freundlichen Motorfuzzi aufgetaucht, vielleicht können die mir ja vor der Mittagspause noch die Schraube rauspressen und ein größeres Gewinde reinschneiden. Kommt aber noch besser: Die hatten ein passendes, gebrauchtes Filtergehäuse für kleines Geld auf Halde, sogar mit Wasserabscheiderglas! Also quasi noch ein Upgrade. Hurraaa! Zurück auf der Thor baue ich voller Stolz das Teil wieder ein, zerdepper dabei erstmal das Wasserabscheiderglas (Upgrade ade) und stelle dann fest, dass die Anschlüsse für die Kraftstoffleitungen nicht passen. Also alles wieder retour. Der freundliche Motorfuzzi hatte dann aber den Toptipp. Die Straße runter sitzt ein Hydraulikbetrieb, der könne mir ganz schnell neue Leitungen pressen. Gesagt, getan, nur noch schnell die Leitungen als Muster ausgebaut und nach deren Vorlage neue Leitungen mit den passenden Anschlüssen anfertigen lassen. Am Folgetag alles wieder eingebaut, Testlauf verlief soweit erstmal zufriedenstellend. Puha. Da der Motor warm war, gleich noch Ölwechsel gemacht und das Standgas neu eingestellt … eigentlich wollte ich ja nur eine einzige Entlüftungsschraube austauschen. Ist das aber bei Yachtkram nicht immer so? Hätte ich nicht so ein Glück gehabt, dass in 100 m Umkreis gleich die beiden entscheidenden Betriebe ansässig waren, dann hätte das einen erheblichen Mehraufwand bedeutet.

Überhaupt scheint mir die Infrastruktur für Wartungsarbeiten in Wismar recht brauchbar zu sein. Yachtausrüster, Motorenservicebetriebe und Segelmacher gefühlt an jeder zweiten Ecke und der halbe Hafen wird von einer riesigen Werfthalle überragt – für die gröberen Arbeiten. Hier kann man es schon eine Weile aushalten und wir haben momentan noch keine Eile mit der Weiterfahrt.

 

Wieder daheim

Viel Zeit ist vergangen seit dem letzten Blogeintrag. Viel ist passiert, der deutsche Alltag hat uns wieder fest im Griff – deshalb wird dies hier nun auch wahrscheinlich etwas länger. Im letzten Blogeintrag sind wir im Nord-Ostsee-Kanal rumgeschippert. Nachdem sich dann die Schleuse auf der Kieler Seite geöffnet hatte, wurde uns in der Förde von den Schiffen Tutunui, Röde Orm und der Hitch Hike Heidi ein grandioser Empfang bereitet. In Flottillenfahrt ging es dann Richtung Wendtorf. Familie, Freunde, Sekt, Zeitungsreporterin – das ganze Tamtam. Das Ganze ist dann in einem schönen Grillabend am Parkplatz ausgeklungen. Am Wochenende drauf gab es dann nochmal eine Grillparty in der Marina mit weiteren Freunden. Lauter alte und nicht so alte Bekannte. Grandios. Hier nochmal vielen herzlichen Dank an alle Beteiligten. Wir haben uns riesig über euer Kommen gefreut und hatten eine tolle Zeit.

Nach so zweieinhalb Wochen war es dann soweit. Wir nahmen Abschied von der Thor und fuhren runter in den Süden – Freunde und Verwandte besuchen. So schön es auch war, alle wieder zu sehen, stellte sich doch auch ein wenig Katzenjammer ein. Vom völlig selbstbestimmten Leben auf See, zurück, als Gast, in den elterlichen Haushalt. Die elterliche Gastfreundschaft war natürlich fantastisch und kannte keine Grenzen. Es fehlte uns an nichts, außer eben die gerade erst aufgegebene, fast völlige Unabhängigkeit. Die Lösung für uns war natürlich sehr archaisch – Auto kaufen und wieder nach Hause auf die Thor – Fluchtreflex.

Wieder auf der Thor ging es dann daran, die Thor auf das Winterlager vorzubereiten. Ein Winterliegeplatz musste gefunden werden, an Deck wurde mit den ersten Arbeiten begonnen. Nebenbei wurde Arbeit gesucht. Stellenangebote wälzen, Bewerbungen schreiben, Bewerbungsgespräche hier und da. Fragen, ob wir uns nun im Norden oder im Süden der Republik niederlassen sollen? Alles bleibt aber sehr nebulös. Normalerweise hat man ja wenigsten einen Fixpunkt – einen Job oder eine Wohnung – wir hatten nichts und schwebten sozusagen im luftleeren Raum. Letzten Endes wurde uns die Entscheidung etwas von der Tatsache abgenommen, dass ich sozusagen meinen alten Job bei meinem letzten Arbeitgeber wieder bekam. Danach ging es Schlag auf Schlag, Thor aus dem Wasser kranen, und vor dem Winter die gröbsten Arbeiten ausführen. Wohnung suchen, finden und einziehen. Gebrauchte Küche in Salzburg abbauen und dann in der Wohnung wieder aufstellen (Was soll eigentlich die Unsitte die Küche beim Einzug anschaffen zu müssen? Schließlich ist das ja immer mehr oder weniger eine Maßanfertigung für den jeweiligen Raum. In anderen Ländern gehört die Küche zur Wohnung wie bei uns die Heizkörper – viel stressfreier diese Lösung.)

In Cuxhaven wurden wir dann noch von unserem Segelverein (Trans Ocean) bei einer sehr gediegenen Jahreshauptversammlung mit dem Weltumseglerpreis und dem Preis der Stadt Cuxhaven geehrt- coolo. Innerhalb von drei Monaten fahren wir auf unsere neue/alte Karre 10.000 km drauf. Wir verbrauchen in der Zeit gut zweieinhalb Mal soviel Sprit wie von Panama nach Neuseeland. Anscheinend sind wir schon wieder ganz im mitteleuropäischen Lebensstil angekommen. Manchmal fühlt es sich fast so an, als ob wir gar nicht weg gewesen wären. Einmal haben wir an vier verschiedenen Tagen in vier verschiedenen Betten geschlafen. Auch hier an alle Beteiligten ein herzliches Dankeschön für eure Gastfreundschaft. Langweilig wurde es uns jedenfalls nicht.

Seit Anfang Dezember jedenfalls stehe ich wieder in Lohn und Brot, der Berufseinstieg gelang viel besser als erwartet. Christine ist noch fleißig auf Jobsuche.

Was wird aus der Thor:
Von unserem anfänglichen Plan, sie bei Ankunft zu verkaufen, sind wir wieder abgerückt. Der Gebrauchtbootsmarkt ist im Moment überschwemmt mit Booten und für die heimischen Küstenreviere ist die Thor auch heillos überdimensioniert. Wer ein Boot braucht um mal am Wochenende eben rüber nach Dänemark zu flitzen, ist bei der Thor falsch aufgehoben. Die Thor ist und bleibt ein Boot für die lange Fahrt. Ultrastabil gebaut kann sie alles ab was auf offener See auf sie zukommt. Wir wissen das, denn wir haben es ausprobiert! Leider ist die Anzahl der Käufer für solche Boote nochmals kleiner. Der zu erzielende Preis ist jedenfalls weit unter dem, was wir bisher in sie reingesteckt haben und so bleibt die Thor nun erst einmal in Familienbesitz. Ein besseres Boot wie die Thor finden wir, wenn es in einigen Jahren wieder losgehen sollte, sowieso nicht. Die Weltkarte ist schon mal überm Esstisch positioniert, sodass wir unsere Pläne nicht aus den Augen verlieren.

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Jetzt noch an Schnee und Kälte gewöhnen, dann wird das schon wieder. Zu Weihnachten war das jedenfalls schon sehr stimmig, wie wir finden, obwohl sich der Schnee erst eine Woche später eingestellt hat. Auch mal eine nette Abwechslung zur Tropenhitze am Heiligabend. Wir wünschen euch allen ein gutes neues Jahr und sind schon gespannt, was 2016 für uns bereit hält.

Thor im NOK

Eine Woche in Salcombe war recht erholsam, aber sobald der Wind passte, machten wir uns auch schon auf den Weg weiter Richtung Osten. Bis Dover kamen wir auch sehr gut voran, dann war aber der Wind weg. Also eine Nacht Pause eingelegt und ein bisschen die Stadt erkundet. Wir dachten schon, dass es bestimmt noch länger dauern würde, bis wir wieder richtigen Wind hätten, aber ein zweiter Blick auf die gribfiles später am Abend zeigte uns plötzlich ein echt gutes Wetterfenster um vielleicht sogar bis Cuxhaven zu kommen.

Gesagt, getan. Schon am nächsten Tag ging es von Dover westlich an den Verkehrstrennungsgebieten vorbei Richtung europäisches Festland. Nördlich von Rotterdam wechselten wir dann auf die anderen Seite der Schifffahrtsstraßen. Es war unglaublich viel los und wir staunten nur so ob der Masse an Windparks und Ölplattformen in Küstennähe. Der Wind war eher etwas zu schwach und der Motor musste ca. 30 Stunden laufen, bis wir endlich in Cuxhaven ankamen. Aber besser so, als Sturm auf der Nordsee, lautete unsere Devise.

Letzten Freitag erreichten wir dann Cuxhaven um 4.30 Uhr am Morgen und erholten uns erst mal wieder ein bisschen. Zwar hatte die Fahrt von England nur 3,5 Tage gedauert, aber es war schon anstrengend mit dem vielen Berufsverkehr und teilweise schlechter Sicht im Nieselregen.

In Cuxhaven trafen wir dann Petra, die Hafenmeisterin, die tatsächlich schon seit längerer Zeit unseren Blog verfolgt hatte. Was für eine nette Überraschung! Und dann war da auch noch die Segeljacht Josi mit Jürgen und Ingrid, die gerade von ihrer 23-jährigen Reise und zwei Weltumsegelungen zurück nach Deutschland gekommen sind. Mit ihnen haben wir auch einen sehr netten Abend verbracht und die schönsten Plätze unserer jeweiligen Reisen Revue passieren lassen. Ist es wirklich schon bald aus?
Der Oberhammer war dann als Tim und Laura von der Kira plötzlich am Steg standen. Sie hatten unseren Positionsreport verfolgt und sind dann spontan nach Cuxhaven gekommen. Super!

Wettertechnisch sah es für die kommenden Tage nicht gut aus, aber wir haben dann gestern tatsächlich eine kleine Wetterlücke nutzen können um wenigstens bis Brunsbüttel und in den NOK (Nordostseekanal) zu kommen. Die Nordsee liegt nun hinter uns. Puha, kein einfaches Segelrevier. Wir konnten unser Glück kaum fassen, dass wir sofort bei der Ankunft in Brunsbüttel als einzige Yacht zusammen mit einem kleinen Tanker und einem Schleppkahn geschleust wurden. Ging alles silky smooth und schon um 19 Uhr lagen wir im Päckchen im Minihafen von Brunsbüttel fest.

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Heute geht es dann weiter Richtung Rendsburg und morgen wollen wir in Wendtorf ankommen. Mal sehen, ob das so klappt. Für heute ist starker Wind angesagt, aber für uns eigentlich aus einer günstigen Richtung und hier im „Binnengewässer“ sollte das zu schaffen sein. Müssen nur noch warten, bis das Boot hinter uns weg ist, wir sind sozusagen „eingeparkt“.

Fajal – England

Fajal – England

Eigentlich sind es nur 1250 Meilen gewesen. Eigentlich fanden „alle“, die wir vorher gesprochen hatten, dass diese Strecke mit dem Azorenhoch im Süden und den Tiefs oben bei Island seinerzeit eine tolle Überfahrt mit Backsstagsbrise war.

Nix da. Das Azorenhoch tummelte sich irgendwo auf Höhe der Kanaren und wir befanden uns mitten in den Tiefausläufern. Insgesamt sechs Tiefs haben uns auf dieser Überfahrt erwischt. Zwei davon mit Winden in Sturmstärke. Eines ging südlich von uns durch und brachte drei Tage lang Ostwind. Einfach war diese Überfahrt nicht. Als wir dann endlich im englischen Kanal angekommen waren, besserte sich das Wetter, zumindest für englische Verhältnisse deutlich. Ruhige See und sogar ab und zu ein Sonnenstrahl. Wir liefen deshalb nicht den erstbesten Hafen (Falmouth) an sondern beschlossen nach Dartmouth weiter zu fahren. Dartmouth haben wir schon auf der Hinfahrt vor 4 Jahren besucht. Uns es war uns als besonders schnuckelig in Erinnerung geblieben. Na ja, kurz vor der letzten Huk tat sich eine weitere Flußmündung auf – im Hintergrund das pittoreske Städtchen Salcombe. Auch nett und wir kennen es noch nicht. Nach kurzer Konsultation unseres alten nautischen Almanacs bogen wir schnurstracks nach dorthin ab. Ums Eck bot sich dann ein irres Bild. Es sah fast so aus, als ob es sich um den ersten Sonnentag des Jahres in England handelte und die Gesamtbevölkerung sich nun zur Sommerfrische in Salcombe Harbour eingefunden hatte. Knallvolle Strände und ein irrer Verkehr auf dem Wasser. Alles was schwimmt, wird von einem Außenborder oder Segel angetrieben, spazieren gefahren.

Bei maximal 22 Grad tummeln sich die Einheimischen hier im Bikini am Strand. Sportlich!

Salcombe selber ist ein sehr englisches Touristädtchen. So eine Art Bad Aussee Englands. Die Preise sind ebenfalls sehr britisch. Eine Halbe Bier kostet 6 Euro in der Kneipe. Na denn Prost. Auf dem Weg zum Dinghidock kommt man an einem Pontoon mit Recyclingtonnen vorbei. Ein untrüglicheres Zeichen, dass wir wieder in Europa sind, gibt es wohl nicht.

Wir liegen hier sehr geschützt an einer Besuchermooring. Da gerade Wochenende ist und Salcombe entsprechend gut besucht ist, sind alle Besuchermoorings, auch unsere, mit je vier Booten im Päckchen besetzt. Bei der Antwort auf die Frage nach dem Woher und Wohin machen die einheimischen Segler auf ihren blitzblanken GFK Yachten dann ganz große Augen. So ein bisschen Stolz kommt bei uns dann schon auf.

Tag 51: Ankunft in Horta/ Fajal

Sodelle. Gestern sind wir, nach 4387 Seemeilen und 51 Tagen auf See, in Horta angekommen. Am Vortag habe ich zwar noch allen groß geschrieben, dass wir nach Ponta Delgada fahren, aber nach einem Blick auf den Navirechner – Entfernung nach Horta 96 Meilen und 210 Seemeilen nach Ponta Delgada – fiel die Entscheidung spontan für das nähere Ziel aus. Trotz der nun um die Hälfte kürzeren Strecke hat es leider nicht mehr gereicht um der herannahenden Kaltfront auszuweichen. Pünktlich zum Beginn von Christines Wache um ein Uhr nachts fing es an zu kacheln. Locker 6 Bft und drei Meter Welle von schräg vorne. Dazu kalter Platzregen. Großsegel runter, Genua stark gerefft ging es weiter. Durch den Regen war die Sicht so stark vermindert, dass sich die Insel Fajal erst 6 Meilen vor der Küste aus der Suppe schälte. Standesgemäßer Empfang von Dieter von der Orion mit Sekt und Picknickkorb mit frischen Leckerbissen. Vielen herzlichen Dank dafür. Danke an alle, die uns unterwegs mit aufmunternden Emails und Wetter versorgt haben. Danke auch an die fleissigen Blogkommentierer, wir werden uns diese nun mal zu Gemüte führen.

Ankunft von SY THOR in Horta