Blogeintrag 25.06.2012:
Nur noch 830 Meilen …

So, hier wieder mal ein Lebenszeichen von der Thor. Soweit gehts uns ganz gut, der schwache Wind und der Strom treiben uns langsam aber sicher mit so knapp 100 Meilen taeglich Richtung Marquesas. Im Moment haben wir die absolute Maximalbesegelung gesetzt: Genua links und Blister rechts. Mehr Quadratmeter Segelflaeche geht auf der Thor nicht. Damit machen wir gut 3-4 Knoten Fahrt durchs Wasser – ist also nicht wirklich berauschend, aber wegen der fehlenden Wellen auch wirklich gemuetlich.
Mittlerweile haben auch wir mal eine Goldmakrele an die Angel bekommen. Sushi, Poisson cru, Backfisch und Fishcurry waren eine nette Abwechslung zur normalen Kost.
Ansonsten verleben wir hier auf der Thor schoene und ruhige Tage. Ab und an ist mal was zu reparieren (Kuehlschrank, Autopilot, Bettzeug oder Segel flicken), ansonsten lesen wir viel, hoeren Musik und schlafen viel. Im Prinzip koennten wir das sicherlich noch ne ganze Ecke weiter mitmachen, aber ehrlich gesagt waere eine Suesswasserdusche, frisches Obst und Sandstrand auch mal wieder ganz nett. Wir freuen uns also, dass das Ziel jetzt doch nur noch 830 Meilen, also ungefaehr 1,5 Wochen weg ist. Egal, zur Feier des Tages haben wir gestern Abend erstmal ein Piccolo Flaeschchen Sekt gekoepft- immerhin sind wir ja unter 1000 miles to go.
Position am Montag, 25.06.2012: 8 Grad 06 Min. Sued, 124 Grad 45 Min. West

Blogeintrag 29.06.2012:
Endspurt

Wir haben jetzt noch 491 Seemeilen vor uns und rechnen damit, dass wir in ca. fuenf Tagen ankommen werden. Nach den bisher zurueckgelegten 3.700 Seemeilen seit Panama City fuehlt sich das wie ein Katzensprung an. Die Perspektiven veraendern sich staendig, seitdem wir unterwegs sind. Als wir letztes Jahr die gut 350 Seemeilen ueber die Biskaya gesegelt sind, haben wir uns wie Helden gefuehlt, da es unsere erste laengere Ueberfahrt war.

Wieder ist uns heute eine schoene Dorade an den Haken gegangen. Wir konnten 1,5 kg reines Filet, ohne Haut und Graeten, erbeuten. Davon koennen wir jetzt 3 Mahlzeiten zaubern. Eine super Abwechslung zum Dosenessen! Wir haben auch angefangen Sprossen (Mungbohnen, Rettich, Radieschen) zu ziehen, da ich die Samenpaeckchen zufaellig wieder in der Backskiste gefunden habe. Echtes Gruenzeug! Heute unter den Kartoffelsalat gemischt und gestern hatten wir Salat aus dem letzten Weisskraut mit roter Ruebe und Mais aus der Dose, Zwiebel und Sprossen.

Seit 14 Tagen haben wir kein anderes Schiff mehr gesehen, aber wir wissen ueber die Funkrunde, dass im Umkreis von ein paar Hundert Meilen natuerlich noch andere Segler unterwegs sind. Die Kira liegt ca. 800 Seemeilen hinter uns und Andy mit der Segeljacht „Tina“ aus Schweden hat uns klammheimlich vor ein paar Tagen ueberholt. Wir stehen miteinander ueber Mail in Verbindung, leider haben wir uns nicht gesehen, da er ca. 60 Meilen weiter noerdlich von uns gefahren ist. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit „Kira“ und „Tina“ auf Fatu Hiva!

Es kann sein, dass wir uns bei der Ankunft nicht melden koennen, das es auf der ersten Insel kein Internet gibt und ev. auch das Versenden von Mails ueber Kurzwelle nicht funktioniert, da die Bucht von hohen Bergen umgeben ist. Dh wir koennen keine Kommentare lesen und auch noch keine Fotos hochladen, aber das wird bei der erstbesten Gelegenheit nachgeholt! Tja, wir sind halt jetzt echt ein bisschen am Ende der Welt, fernab der Zivilisation…

Der Positionsreport sollte auf jeden Fall funktionieren, auch bei schlechter Funkverbindung, da informieren wir dann ueber die Ankunft!

Aktuelle Position am Freitag, 29.06.2012 um 10:00 Uhr UTC: 08 Grad 51 Min. Sued, 130 Grad 36 Min. West.
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Abendessen

Will man sich mal wie ein Segler auf Langfahrt fuehlen, so kann man sich dem ganzen ja Mal kulinarisch naehern. Fruehstueck Muesli so um 11 Uhr, spaetes Mittagessen – einige Haende voll Erdnuesse. Abendessen (nach ueber vier Wochenauf See) 21.00 Uhr:

Kraut und Kartoffel:

Kreuzkuemmel und Currypulver in reichlich Oel anschwitzen, dann eine kleingehackte Zwiebel und einen halben Krautkopf (in Streifen) dazu und anbraten. Danach noch zwei grosse Kartoffeln (gewuerfelt) dazu und mit Salzwasser aufgiessen. Zucker und Chillischoten dazu und zuletzt noch eine Dose Thunfisch in Oel. Alles gut koecheln lassen bis die Kartofffeln weich sind und evtl noch nachsalzen – Yummmie. Alle Zutaten sind supergut haltbar und wie gesagt noch nach ueber vier Wochen in den Tropen geniesbar. Mahlzeit..

Nix Neues

Wir haben nach ein paar Tagen Flaute jetzt wieder Wind und kommen einigermassen voran. Es gibt aber ansonsten nicht viel Neues von Bord der THOR zu berichten. Die Windrichtung passt soweit, dass wir unter Blister und Gross fahren koennen und somit ein paar Meilen mehr pro Tag schaffen.

Ab und zu sichten wir noch Containerschiffe, aber meist im Abstand von ein paar Tagen.

Die Stimmung an Bord ist auch gut, der Stapel mit den gelesenen Buechern wird immer hoeher und unser Vorrat an frischem Gemuese immer kleiner. Wir haben jetzt noch zwei Weisskrautkoepfe, ein paar Kilo Erdaepfel, ein paar Kilo Zwiebel und viel Knoblauch. Und natuerlich noch jede Menge Dosen – der Speiseplan bleibt also noch halbwegs abwechslungsreich 🙂 Leider noch immer keinen Fisch gefangen!

 

Noch 1.670 sm bis zu den Marquesas, vor zwei Tagen haben wir Bergfest gefeiert! Hoffentlich brauchen wir fuer die zweite Haelfte der Strecke nicht mehr so lange wie fuer den Anfang…

 

Unsere aktuelle Position am Sonntag, 17.06.2012 um 06:34 Uhr UTC:

S  06 Grad 33 Min.

W 110 Grad 51 Min..

Aequatortaufe

Yeah, Yuhuuuuuu,wir sind drueber. Gestern haben wir mit einem maechtigen Rumpler den Aequator ueberquert. Da war tatsaechlich ne Stufe von geschaetzt gut einem Meter im Meer und die sind wir astrein runtergekachelt. Nun werden die Zahlen am GPS wieder mehr statt weniger.. Pos: 00S38, 95W32

Gegenan

Blogpost von Christine:

Endlich haben wir die Galapagos-Inseln hinter uns gelassen. Es war ein ganz schoen zaeher Kampf um jede Meile, mit Schwachwind von vorne, Stroemungen und Gegenstroemungen. Seglerisch also schon eine Herausforderung. Nun dreht der Wind aber langsam Richtung Suedsuedost und bald werden wir auf die fuer uns vorteilhaften Passatwinde treffen. Dann koennen wir Halbwind- bis Raumwind-Kurs fahren und bei Schwachwind auch unseren Blister einsetzen.

Gestern Nachmittag hatten wir noch ein paar Stunden Flaute, aber eine nette Stroemung bei den Galapagos-Inseln hat uns dennoch mit 2,5 Knoten nach vorne geschoben. Erstmals haben wir wieder Etmale von ueber 100 Seemeilen an einem Tag. Wir sind optimistisch, dass wir doch noch dieses Jahr auf den Marquesas ankommen werden.

An Bord geht mittlerweile jeder Tag uebergangslos in den naechsten ueber. Wenn wir nicht taeglich um 12.00 Uhr Mittag unsere Position mit Wochentag und Datum im Logbuch eintragen wuerden, haetten wir schon laengst jedes Zeitgefuehl verloren. Uns wird aber auch nicht langweilig an Bord. Wir lesen sehr viel, versuchen zu fischen und schmieden Plaene fuer die naechsten Wochen und Monate. Wir haben auch einen kleinen Brotbackwettbewerb gestartet – heute bin ich wieder dran mit Backen. Im Moment liegt Christian mit seinem Haselnussbrot in Fuehrung. Ich denke grade an Olivenbrot 🙂 Oder vielleicht mal Milchbrot mit Rosinen?

Mit der SY Kira und der SY Tamora stehen wir in Funkkontakt, sie liegen aber noch ziemlich weit hinter uns. Und wir haben uns beim Pacific-Island-Net angemeldet. Da wird taeglich von einem nach Panama ausgewanderten Deutschen eine Funkrunde auf der Frequenz 14.135 um 0200 UTC fuer Segler veranstaltet, die gerade im Pazifik unterwegs sind. Man gibt seine Position bekannt, bekommt Wetterinfos und auch mal die neuesten Nachrichten aus Deutschland. Irgendwie ganz nett. Persoenlich werden wir aber auch mit aktuellem Wetter von Bernd von der SY Traumjaeger versorgt, der unser Liegeplatznachbar im Winterlager in Kiel war. Wir sind also am Laufenden. Jetzt muessen wir nur noch die Funkverbindung zu unserem Emailserver in North Carolina halten koennen, immerhin bummelige 4700 km entfernt. Manchmal ist das Signal schon schwach und der naechste Server steht in Australien. Noch zu weit weg. Naja, wir werden sehen.

In zwei Tagen hoffen wir, den Aequator ueberqueren zu koennen!

Unsere aktuelle Position am Montag, 04.06.2012 um 22.00 Uhr UTC:

N  00 Grad 36 Min.

W 093 Grad 25 Min.

Miles to go: 2.817

Hart am Wind Richtung Galapagos-Inseln

Seit gut einer Woche koennen wir nun schon auf die Unterstuetzung unseres Motors verzichten (ok, der Diesel haette eh nicht mehr lange gereicht, wir haben jetzt noch 50 l Reserve) und segeln hart am Wind Richtung Galapagos-Inseln. Das ist zwar absolut nicht unser Lieblingskurs, aber wenn wir in die Suedsee wollen, bleibt uns grad mal nichts anderes uebrig. Und man gewoehnt sich schliesslich an alles. Insgesamt ist das Segeln am Wind sogar bequemer als vor dem Wind, da das Boot durch die Segel eine gewisse Stuetze erhaelt und nicht mehr so rollt. Bei mehr Wind, so ab 4 Bft., baut sich allerdings auch eine ziemlich kurze steile Welle von vorne auf und die THOR drischt wie ein Eisenhammer darauf ein. Genauso hoert und fuehlt es sich zumindest an. Der Wind soll aber bald auf Suedost drehen, dann koennen wir hoffentlich einen bisschen besseren Kurs fahren. Bis gestern Nacht noch wurden wir durch den von Sueden kommenden Strom konstant ein paar Meilen nach Norden geschoben. Aber se  it heute koennen wir einen Kurs von 245 Grad fahren – also genau dahin, wo wir hinwollen!

 

Was hier etwas nervt, sind die naechtlichen Gewitter. Puenktlich zum Antritt meiner Wache (Christine), meistens so um 1 Uhr in der Frueh, werden die Sterne von dichten Wolken ueberdeckt und Blitze zucken ueber den Himmel. Manchmal regnet es dazu noch. Vielleicht sollten wir das Wachrad mal umdrehen 🙂

 

Wir werden Tag und Nacht von Seevoegeln begleitet, die langsam ihre Runden um die THOR ziehen. Eine nette Gesellschaft. Mit dem Fischen hatten wir noch nicht viel Glueck, aber wir probieren es weiter.

 

Die Galapagos-Inseln werden wir wegen der hohen Einreisegebuehren und dort anfallenden Kosten nicht anlaufen. Wir werden sie jetzt noerdlich umrunden. Urspruenglich wollten wir suedlich daran vorbei, aber Wind und Stroemung sowie THORs Unwilligkeit beim Aufkreuzen haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. In den 13 Tagen auf See sind wir bisher ca. 870 Seemeilen gesegelt, bis zu den Marquesas sind es nur noch 3.200 Seemeilen. Wir kommen voran! Hoffentlich im Passatwindguertel dann etwas schneller! Die SY Kira (www.vor-dem-wind.de) ist uns auch schon dicht auf den Fersen, obwohl wir eine Woche Vorsprung hatten, da muss noch was gehen 😉

 

Unsere aktuelle Position am Donnerstag, 31. Mai 2012 um 21:50 Uhr UTC:

N  02 Grad 48.7 Min.

W 087 Grad 19.1 Min.

 

Weiterhin Flautensegeln

Nur sehr langsam kommen wir voran, wir fahren so an die 60 Seemeilen pro Tag, aber direkte Luftlinie sind es meist nicht mehr als 30 Seemeilen, weil wir aufkreuzen muessen. Das ist ganz schoen frustrierend. Zusaetzlich muessen wir auch noch mit dem Äquatorialen Gegenstrom (was fuer ein Wort) von 1-2 Knoten aus Westen  und dem Peru-Strom mit 0,5 Knoten aus Sueden kaempfen. Muessen aufpassen, dass wir nicht nach Panama zurueck getrieben werden. Die THOR bewegt sich bei diesen schwachen Winden mit nur 1 – 3 Knoten Fahrt. Der Rest ist Rechnerei 🙂

Die letzten Tage konnten wir keine Funkverbindung aufbauen, was vielleicht auch an den vielen Gewittern lag, die an uns vorueberzogen. Zumindest konnten wir mit dem Regenwasser wieder unsere Trinkwasserkanister auffuellen und ein bisschen Waesche waschen.

An Bord ist alles in Ordnung, unsere aktuelle Position von Samstag, 26.05.2012, 0:00 Uhr UTC lautet:
N 02 Grad 54.6 Min.
W 082 Grad 03.1 Min..

Flautensegeln

Wir sind nun seit 5 Tagen unterwegs und haben in der Zeit stolze 250 Seemeilen geschafft. Wie man sieht, kommen wir also sehr, sehr langsam voran und haben meistens sehr schwachen Wind von vorne oder Flaute. Das Seegebiet hier ist bekannt fuer seine unbestaendigen Winde und wir wussten ungefaehr, was auf uns zukommt. Ein bisschen zaeh ist es aber trotzdem.

Die ersten Tage ging es seglerisch etwas besser, der Wind kam zwar auch aus Süd/Südwest, aber immerhin mit bis zu 5 Windstärken. Dadurch kamen wir ganz gut aus der Bucht von Panama raus und konnten Diesel sparen. Mit diesem starken Wind gingen aber auch heftige Regenschauer und Gewitter einher, die das Bordleben ziemlich ungemütlich machten.

 

Nun haben wir wie gesagt kaum Wind, dafür scheint die Sonne und die Nächte sind sternenklar. Wir haben uns schon wieder ganz gut an Bord eingelebt und verschlingen ein Buch nach dem anderen. Zum Fischen hatten wir noch nicht wirklich Lust, aber morgen werden wir es versuchen! Die Berufsschifffahrtsroute haben wir wohl auch schon seit gestern verlassen, kein Schiff mehr in Sicht. Zur Sicherheit lassen wir das AIS-Radar aber trotzdem mitlaufen. Gerade tagsueber lassen sich die grossen Containerschiffe manchmal schwer ausmachen.

Im Moment haben wir den Motor laufen mit Kurs Richtung Galapagos-Inseln. Spätestens morgen Abend sollten wir in dieser Richtung wieder auf etwas Wind treffen.

Unsere aktuelle Position am Mittwoch, 23.05.2012 um 8.30 Uhr UTC:

N 05 Grad 09.6 Min.

W 080 Grad 38.0 Min.