Hopi

So und hier ist der dritte und fürs erste der letzte Teil der Selbstversorgerserie. Später werden in unregelmäßigen Abständen immer wieder Mal Fortsetzungen zum Thema erscheinen, meine Finger sind aber eben schon beginnend blutig und deshalb wars das erst mal.
Genussmittel:
Also mit dem Alkohol an Bord ist das ja immer so ne Sache. Mal ist er zu teuer, Mal ungenießbar, Mal hat man von der 10 Palette Dosenbier einfach die Schnauze voll. Selber brauen ist angesagt. Erste Versuche haben wir letztes Jahr in Tonga gemacht. Seinerzeit wurde Kokosbier- auf tonganisch „Hopi“ angesetzt. Hierzu vergärt man 5 Liter Kokosnusswasser mit 1 kg Zucker mit einem Päckchen Backhefe, wartet eine Woche und voila. Das Ergebnis ist durchwachsen. Bittere Note im Abgang und sehr „hefig“. Nun ja, funktioniert hat es trotzdem.

Dieses Jahr sind wir (Internet und Michael Wnuk sei Dank) dann auf ein dolles Rezept für Reiswein gestoßen. Das Ergebnis ist richtig trinkbar. Im Federweisserstadium (Österreicher nennen das „Sturm“) ist noch etwas Süße vom Zucker dabei und das ganze funktioniert als so ne Art Cocktailersatz. Fertig vergoren erhält man etwas Weißweinartiges was gekühlt gar nicht so übel schmeckt.

Hier Mal das Grundrezept:

in einer 5 Liter Plastikflasche werden folgendes angesetzt:
1 kg Zucker
0,5 kg Reis
250 gr. Rosinen
1 kleingeschnittene Limone (oder sonstige Zitrusfrucht)
1 EL Trockenhefe

Dann alles mit Wasser auffüllen, dabei ein bisschen Luft oben lassen. Den Deckel nur locker auflegen,auf keinen Fall fest zuschrauben, da die Hefe beim Gärprozess ordentlich Kohlendioxid produziert und der Behälter dann ordentlich Druck aufbaut.
Nun stellt man das Ganze einige Tage warm und schüttelt/rührt täglich um. Innerhalb der ersten Stunden sollten erste Blasen aufsteigen, falls nicht, so ist evtl. die Hefekultur zu alt und man muss nochmals Hefe zugeben.

Nach 4- 5 Tagen (je wärmer, desto kürzer ist die Gärzeit) kann schon mal probiert werden. Lässt man den gesamten Zucker vergären hört das Geblubber irgendwann auf, die Hefe sinkt zu Boden und die Flüssigkeit wird klar. Am Besten zieht man den Reiswein mittels eines Schlauches auf andere Flaschen, so stellt man sicher das möglichst wenig Hefe mit abgefüllt wird. Gut gekühlt schmeckt der Reiswein am Besten. Auch wenn wir den tonganischen „Hopi“ schon lange hinter uns gelassen haben, der Name ist geblieben, und so heißt der Reiswein nach wie vor einfach nur „Hopi“.

 

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In Ermangelung von Rosinen kann man z. B. auch kleingeschnittenen Ingwer hinzufügen-dann bekommt man eben Hopi mit Ingwergeschmack- auch nicht schlecht.

Wer hat sonst noch Brautipps und Rezepte? Immer her damit.

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Fleisch einkochen

Da der Metzger des Vertrauens oft ein paar tausend Seemeilen weg ist und fertiges Corned Beef aus der Dose einiges an Tricks aus der Trick- und Gewürzkiste braucht um genießbar zu sein, gibts eigentlich nur einen Ausweg- Fleischkonserven selbst herstellen. Einkochen kann man eigentlich alles- Hackfleisch, Gulasch, Geschnetzeltes, Huhn, Schwein oder Rind.

Zuerst brät man eine gute Portion in der Pfanne an, damit diese schonmal vorschrumpft und so mehr in die jeweiligen Gläser gepackt werden kann. Die Fleischstücke sollten durchgebraten werden.

Anschliessend füllt man diese in die sauberen Einmachgläser. Es sollten noch einige Fingerbreit Platz bis oben hin sein. Die Gläser werden nun mit Fleischsud/Bratensaft und ggf. kochendem Wasser bis zur Oberkante der Fleischstücke aufgefüllt.

Wir heben immer die Gläser von Gurken, Mixed Pickles etc. auf und verwenden diese. Nur wenn die Deckel gar zu sehr angerostet sind, dann müssen neue her. Auch wenn Einmachgläser auf den ersten Blick natürlich beim Runterfallen zersplittern können, so ist bei uns im Bordalltag noch kein einziges zu Bruch gegangen. Glas ist offenbar besser als sein Ruf.

Nun wischt man nochmals die Oberkante und das Gewinde der Gläser sauber und verschliesst sie mit dem Deckel. Dabei dürfen die Gläser nicht superfest zugeschraubt werden, sie sollen das Glas nur ganz leicht berühren. Wenn nämlich beim Erhitzen der Wasserdampf nicht austreten kann, dann könnte der entstehende Überdruck die Gläser zum Platzen bringen.

Nun gibt man die Gläser ins Wasserbad im Schnellkochtopf und legt noch ein Geschirrhandtuch mit rein, so können die Gläser nicht aneinanderklappern und kaputtgehen. Die Gläser müssen nun 20 Minuten auf höchster Stufe im Schnellkochtopf („zwei Ringe“) sterilisiert werden. Anschliessend nimmt man den Topf vom Feuer und lässt ihn bei Raumtemperatur auskühlen.Der Schnellkochtopff sollte nicht mit fliessendem Wasser oder ähnlichem abgekühlt werden,da sonst auch hier die Gläser platzen könnten. Ist der Druck vollständig abgebaut, dann können die Gläser entnommen werden. Sollte sich der Deckel nicht von selbst an das Glas gesaugt haben, so schraubt man die Gläser nun händisch fest zu und wartet bis der Inhalt weiter abgekühlt ist. Ob sich nach dem Abkühlen ein Vakuum im Glas aufgebaut hat merkt man indem man auf den Deckel drückt. Er sollte bereits eingedellt sein, und beim Druck darauf sollte es keine Klackgeräusche geben. Falls sich partout kein Vakuum aufgebaut hat, dann kann man das Einkochen wiederholen, oder man verbraucht das betroffene Glas zügig innerhalb der nächsten Tage.

Die Gläser mit Vakuum sollten sich problemlos einige Monate ungekühlt halten. Falls im Laufe der Zeit eines der Gläser sein Vakuum verliert kann das verschiedene Gründe haben, allerdings ist dann auch nicht mehr ausgeschlossen das sich gasbildende Bakterien in der Konserve vermehrt haben und es besteht die Möglichkeit einer Lebensmittelvergiftung. Solche Konserven sollten deshalb entsorgt werden. Ein solcher Fall ist bei ausreichend langer Kochzeit und hinreichender Sauberkeit beim Einkochen allerdings kaum zu erwarten. Bei uns an Bord jedenfalls ist so etwas noch nicht vorgekommen.

Der Anblick der selbst eingekochten Fleischkonserven ist evtl. etwas gewöhnungsbedürftig,aber geschmacklich sind sie Corned Beef deutlich überlegen und als Zutat ein Highlight in jeder Bordküche. Spaghetti mit Bolognesesauce steht nun also nix mehr im Wege.

 

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So ein Käse

Juhuuu, endlich. Nach einigen halbherzigen, erfolglosen Versuchen Käse auf der Überfahrt von Panama auf die Marquesas herzustellen hatten wir nun endlich Erfolg. Wenn man weis wie es geht dann ist’s eigentlich recht einfach. Hier das Rezept für Segler. Was dabei herauskommt ist eine Art Ricotta oder auch Frischkäse:

15 gehäufte EL Vollmilchpulver
1 Liter kochendes Wasser
ersatzweise geht natürlich auch normale Milch
1 TL Salz
1 TL Zitronensäure (in einer halben Tasse kaltem Wasser aufgelöst)

Das gerade kochende Wasser vom Feuer nehmen und Salz sowie Milchpulver ein rühren. Die Milch sollte etwas gehaltvoller konzentriert sein als normale Milch. Das Rezept sollte aber mit normaler Milch genauso funktionieren- man muss dann beim Erhitzen nur mehr aufpassen das nix anbrennt. Ist das Milchpulver aufgelöst dann gibt man in die noch heiße Milch die Zitronensäure. Die Milch sollte dann sofort stocken. Den Stockungsprozess lässt man noch eine Weile fortsetzen- so etwa 30 Minuten, anschließend werden mit einem Löffel die festen Milchbestandteile in einen mit einem Tuch ausgekleideten Sieb geschöpft. Dort lässt man die Masse weiter abtropfen – je nachdem ob man das ganze eher cremig oder krümelig haben möchte. Fertig ist der Ricotta/Frischkäse. Das Schöpfen erledigt man am besten mit einem Schaumlöffel, oder einem kleinen Teesieb, dann schöpft man nicht sooo viel von der Molke mit rüber. Sollte sich in der Molke noch mehr Milchbestandteile befinden die sich nicht ordentlich verfestigt haben, also noch milchig sein, so kocht man die Brühe einfach nochmal auf und schon ist das ganze erneut gestockt und kann nochmals abgeschöpft werden. Zurück bleibt dann die klare, leicht grünliche Molke. Lt. Gui von der Rancho lässt sich die Molke hinterher prima fürs Brotbacken verwenden. Wer mag kann sie natürlich auch einfach trinken.

Ungewürzt kann er als Butterersatz auf dem Marmeladenbrot dienen, gewürzt mit Salz Pfeffer und frischen (oder – wer keine hat – natürlich auch getrockneten) Kräutern als Kräuterfrischkäse.
Ganz dufte ist auch die fränkische Variante mit Salz, Pfeffer und Kümmel.
Auch zum Überbacken kann man den Ricotta verwenden, einer Pizza oder einer Lasagne auf einem einsamen Atoll steht also nix mehr im Wege.

Der Frischkäse hält sich einige Tage im Kühlschrank, ist aber wahrscheinlich eh schon früher weg- wetten?

Hausaufgaben

So langsam geht es auch in Neuseeland wieder daran das Boot für die anstehenden Seemeilen fertig zu machen. Nach Unterwasserschiff und Bordwand ist nun der Innenraum dran. Als Einstieg wurden erstmal unsere Schapps in der Küche verbessert. Ständig kam einem da immer Tee, Kaffee, Ketchup und ihre Verbündeten entgegen wenn man sie bei minimalem Seegang aufgemacht hat. Jetzt kamen da ordentliche Zwischenböden mit grosszügig bemessenen Schlingerleisten rein. Da kullert so schnell nix mehr raus.

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Schon vor einigen Wochen haben wir unsere Seekoje im Salon endlich benutzbar gemacht. Die Salonbank hat zwar ausreichend Liegelänge, allerdings musste der Kopf in einem 20 cm hohen Hartholzfach liegen, was natürlich praktisch unmöglich ist, außer man schläft kamikazemäßig mit dem Kopf in Fahrtrichtung. Rumst man dann auf einen Felsen oder umhertreibende Container, dann ist mit dem sicheren Genickbruch der Überlebenskampf wenigstens schnell vorbei.
Was macht also der Seefahrende Heimwerker? Er dreht die ganze Salonbank eben um. So wird dann aus dem Kopf- ein Fussfach und alles ist Paletti. Seekoje endlich einsatzbereit, die Tage bei schlechtem Wetter auf dem Salonboden sind nu vorbei.

Mit unserer Navi-Ecke waren wir eigentlich nie zufrieden. Irgendwie soll man da wohl quer zur Fahrtrichtung mit dem Blick Richtung Bordwand sitzen, die Füße irgendwie gegen die steil ansteigende Bordwand gestemmt. In der Praxis geht das natürlich nicht, da der Fußraum natürlich komplett vollgestaut ist und man dann mit einem fast 180 Grad Twist im Oberkörper dasitzt. Kommt man ins Boot und sieht diese Navi-Ecke dann denkt man sich in etwa: „Naja, ist ja nur ein 10 Meter Kahn- klar das da irgendwo gespart werden muss.“

Vorher

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Also lange Rede kurzer Sinn, es muss was Gescheites her:

Sitz in Fahrtrichtung, ordentliches Kartenfach. Kartentisch kann ruhig kleiner sein, richtige Kartenarbeit findet heutzutage, wenn überhaupt, ja eh auf dem Salontisch statt. Im Prinzip muss da eh nur der Laptop draufpassen.

Bauanleitung:
Erstmal wird alles möglichst zerstörungsfrei entkernt.

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Danach kann man unter Verwendung möglichst vieler Originalteile eine neue Navi-Ecke bauen. So ne Art Lego für Große.

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Man muss natürlich aufpassen, dass man sich nicht ständig an irgendwelchen herumliegenden Navieckenbauteilen stösst. Wie so oft wenn man bei größeren Renovierungsarbeiten zeitgleich an Bord wohnt, so sieht es halt oft aus als ob eine Bombe eingeschlagen hätte.

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Eine Sitzbank wird aus den vorhandenen Sperrholzteilen geschnitzt. Die Sitzfläche wurde von einer Baustelle recycelt, es handelt sich um wasser- und schimmelfestes Sperrholz vom dortigen Abfallhaufen. Die Bauarbeiter dort waren wirklich super hilfreich. Die Insel Waiheke gewinnt immer mehr Pluspunkte.

Am zweiten Tag kam Anders von der schwedischen Yacht Tina rüber und hat mit Rat und Tat zur Seite gestanden (Tack sa mycket!!).

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Aus dem Holz des alten Kartenfachs entstand direkt das Neue, welches sich nun unter dem Navitisch befindet. Ursprünglich fristete unser Kartenfach unpraktischerweise unter der Sitzfläche der Salonbank sein Dasein und musste immer, wenn man Mal an den Proviant wollte, hochgewuchtet werden. Bei Seegang echt doof.

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Der alte Navitisch war zu allem Überfluss geneigt eingebaut. Das führte dazu das alles was nicht extra festgemacht war sich unter Garantie unterwegs am Salonboden wiederfand. Nun haben wir unseren Tisch schön waagerecht. Die Schlingerkante könnte gerne noch 4 cm höher sein, aber man kann halt nur mit dem arbeiten, was man zur Verfügung hat.

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Ein Stück der Tischplatte fehlt, und lackiert werden muss das Ganze auch noch, aber für drei Tage in der Anchorage schuften sieht das alles bisher IMHO recht passabel aus (Selbstbeweihräucher…). Es ist übrigens nicht im mindesten so, dass der Skip da alleine vor sich hinwurschtelt. Christine wächst bei sowas immer über sich hinaus, hilft wo sie kann und wird so langsam zur Meisterin an der Stichsäge.

Das Häufchen Holz ist von der alten Naviecke übriggeblieben:

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Weiters wurde nun endlich unser VHF auf die Verbraucherbatterie gelegt. Damit saugt dieses nicht ständig die Starterbatterie leer, wenn wir längere Passagen unter Segel unternehmen. Das hat eigentlich schon in der Biskaya genervt, aber wie so oft war der Skipper da ein Meister im Sachen vor sich her schieben. Wie auch immer, ich werde mich demnächst mal dransetzen und unseren Blister flicken… Der ist seit den Tuamotus im Eimer, wurde allerdings schonmal auf den Marquesas nachgenäht. Der gelbe Stoff ist denke ich schon recht morsch und muss ersetzt werden.

Dauert länger als gedacht um die Thor für die nächsten zwei Jahre fit zu machen, aber es macht auch irre Spaß. Wir bleiben am Ball…

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Kochen mit Strom und Windgenerator

Hihi, heute gab es Mal ein völlig politisch korrektes Frühstück. Wir haben unser Wasser für Tee und Kaffee mit Solar/Windstrom erhitzt. Juhuuu, kein Gasverbrauch. In Nordspanien kaufte ich einen 350 Watt Tauchsieder (lustiges Teil- steht noch Made in W. Germany drauf). Wichtig an Bord ist ein Tauchsieder/Wasserkocher der kaum Leistung bringt. Schliesst man seine 2500 Watt Schmiedeesse- äh meinte natürlich Wasserkocher- von zu Hause an, so kann es sein das es einem schon im Hafen die Sicherung vom Landstromanschluss raushaut. Um Verschwendung vorzubeugen haben die Landstromanschlüsse in den Marinas oft Sicherungen die nur 5 A verkraften. Unser Inverter kann eh nur bis 300 Watt liefern, darüberhinaus- die thermische Sicherung im Elektropanel fliegt bei 20 A- also eigentlich nur 240 Watt Dauerleistung.

Nun Schwupps den Inverter angeschmissen, Tauchsieder rein, und nach 10 Minuten bekommt man einen halben Liter heisses Wasser. Interessanterweise klappt das auch mit der 20 A Sicherung- sie scheint wohl eher von der ultraträgen Sorte zu sein.

Laut Batteriemonitor braucht ein halber Liter heisses Wasser so um die drei Amperestunden- puha. Das ist schon ne ganze Menge und geht wohl auch nicht jeden Tag- aber gut zu Wissen das man es kann- hihi. Wenn der Wind allerdings so pfeift wie gerade eben- dann hat der Windgenerator die Amperestunden in null komma nix wieder drin. Im Laufe des Frühstücks habe ich insgesamt 1,5 Liter Wasser mit Strom erhitzt und hinterher war mehr Strom in der Batterie als zuvor- geilo.

A propos Windgenerator (Air X Marine von Southwestwindpower):
Im Norden war die Performance von dem Teil eigentlich nicht der Rede wert und wir waren eigentlich ziemlich enttäuscht. Er macht zwar eine Menge Lärm, gebracht hat er aber so gut wie nix. Der Lärm scheint hauptsächlich von der MPP Regelung (maximum power point) herzurühren- er pfeift dann immer sehr laut und v. A. sehr unregelmäßig wenn der Generator sich auf die optimale Drehzahl für die Stromerzeugung einstellt. Als ich dann ab A Coruna den Batteriemonitor dran hatte konnten wir das auch gut mit Zahlen belegen. Krach machte er wie ein großer, gebracht hat er allerdings nur so ein halbes bis 1 Ampere- und das auch nur wenn wirklich eine spürbare Brise herrschte. Je weiter wir nun in den Süden von Portugal vorstiessen desto besser leif er, und zu Zeit sind wir recht zufrieden. Krach macht er zwar immer noch, aber wenn es richtig bläst (und das tut es hier halt öfter),  dann bringt er auch 5- 10 A Dauerleistung- in Böen auch gerne mehr. Interessanterweise nimmt die Geräuschentwicklung mit zunehmendem Wind eher ab. Einerseits ist natürlich das Hintergrundgeräusch größer, andererseits scheint der Windgenerator bei größeren Windstärken nicht mehr so oft die Geschwindigkeit zu regeln- was das Laufgeräsuch reduziert und v. A. gleichmässiger macht.

Irgendwie ist es doch gut den Windy an Bord zu haben. Wenn es draussen kachelt ohne Ende, dann muß man sich wenigstens um Strom keine Gedanken machen- irgendwie ist das ja auch ein Vorteil.

Auf einem Nachbarboot durften wir übrigens Mal die „Flüsterflügel“ des Silentwind in Aktion hören- also etwas leiser sind sie ja, aber 300 € leiser sind sie irgendwie dann auch nicht- vielleicht bin ich an unseren AirX mittlerweile auch schon angepasst- wer weiss.

Außenborder versenkt?

Nun schreibe ich mal ein kleines How-to- zwar nicht aus gegebenem Anlass, das Malheur ist uns nämlich schon vor einiger Zeit, in Nordfrankreich passiert, aber Ähnliches kann ja immer wieder Mal passieren. Im Internet gibt es verschiedenste Anleitungen was jeweils zu tun ist, wenn der Aussenborder Wasser geschluckt hat. Hier ist das, was ich mir aus der Fülle der Informationen zusammengereimt hatte- letztendlich hat es auch prima funktioniert (trotzdem repariert jeder seinen Aussenborder nur auf eigenens Risiko- ich bin sicherlich kein Motorenfachmann und kann für eure Motorreparatur natürlich keine Garantie etc. übernehmen- bla,bla…):

Wenn der Aussenborder unter Wasser ist dann hat man nur wenig Zeit, das Teil zu retten. Schon nach kurzer Zeit fängt der Motor innerlich das Rosten an und dann ist es bald zu spät. Man redet hier von Stunden(!), nicht Tagen. Bei meinem Motor war die Elektrik gut verkapselt, so dass da kein Wasser Schaden anrichten konnte- puha.
Also ans Werk:
Aussenborder raus. Gründlich äusserlich mit Süßwasser spülen. Verkleidung ab. Nochmal alles mit Süßwasser durchzoschen. Das wichtigste Teil ist wohl der Vergaser und Zylinder. Also ordentlich Süßwasser in die Luftansaugöffnung ballern. Dann Zündkerze raus und den Zylinder spülen. Ruhig mal das Starterkabel anreissen, dass das Wasser auch zur Kurbelwelle etc. kommt. Anschliessend habe ich alles nochmal größzügig mit Spiritus gespült. Der Spiritus verdünnt sozusagen innen die Wassertropfen zu einem Wasser/ Spiritusgemisch. Da der Spiritus leicht flüchtig ist, verdunstet er und das zurückbleibende Wasser ist von der Menge her viel weniger. Anschliessend kommt ein Spülgang mit Motoröl. Wie gesagt- die kritischen Punkte sind Zylinder (mit nachgeschalteter Kurbelwelle) und der Vergaser. Den Sprit im Tank konnte ich vergessen- das war zur Hälfte Seewasser- also weg damit in den Altölbehälter. Neuen Sprit nachfüllen und Motor starten. Bei mir hat das o. g. Procedere funktioniert- der Motor startete nach dem Ölbad sogar besser als vorher. Nunja, hoffentlich bleibt das so, in der Betriebsanleitung stand das der Vergaser über kurz oder lang wohl über den Jordan gehen wird- mal sehen.
Obiges gilt für Zweitaktmotoren, bei Viertaktmotoren stehen noch ein bis zwei Ölwechsel an, da ja in die Ölwanne sicherlich über die Entlüftungsöffnung Wasser eingedrungen ist.

Hoffe euer Aussenborder tut es danach wieder, happy sailing, Christian.

jetz' geht a wieda

Cockpit Windschutz

Sodelle, da unsere beiden Windschutzplanen an der Reling doch schon recht rott sind, haben wir uns Mal daran gemacht ein Paar neue zu kleben.

Flugs etwas LKW Plane beim Autosattler besorgt, zugeschnitten

…und mit Pattex Transparent verkleistert. Zuletzt noch Ösen vernietet-

– fertig ist das zugegebenermaßen etwas schrumpelige Teil.

Wegen der Ösen haben wir stolze 8 cm Saumzugabe verklebt. Das ist leider selbst zu zweit nicht faltenfrei hinzubekommen. Das nächste Mal werden wir wieder auf die üblichen 5 cm Überlappung zurückfallen. Hoffentlich fällt es dann am Boot nicht mehr so auf 😉 .