Wasser auf Langfahrt

Wasser auf Langfahrt:
Spätestens in der Karibik wird man für sein Wasser zahlen müssen. Meist ist das Wasser, das angeboten wird, günstig und von guter Qualität, zumindest wir hatten meist Glück. Allerdings bekamen wir in Bequia auch mal Wasser in den Tank, das zwar bei der anfänglichen Geschmacksprobe einwandfrei war, die zuletzt abgefüllten PET- Kanister zeigten dann jedoch eine armselige braune Brühe. Vielleicht war es der Bodensatz im Tankschiff- wer weiss… In Grenada war jedenfalls Tankputzen angesagt, da das Wasser da mittlerweile sehr modrig roch.
Auch wäre es schade, wenn man aus der Hammer- Anchorage verschwinden muss, nur weil das Wasser knapp wird. Bei den benachbarten Schiffen mit Wassermacher schnorren geht zwar manchmal, drauf verlassen kann man sich allerdings auch nicht.
Alles in allem muss also eine Möglichkeit gefunden werden an Süßwasser ranzukommen.
Bevor man sich jedoch Gedanken zur Wassergewinnung macht, sollte der Verbrauch kontrolliert werden.

Hier ein paar Tipps zum Wassersparen:

Kein Druckwassersystem, sondern Fußpumpen.
Die Wassermengen, die zwischen Hahnaufdrehen und Händewaschen, Topf anfüllen etc. vergeudet wird, ist immens. Auch läuft beim Druckwassersystem immer die gleiche Menge Wasser- ob man nun die Zahnbürste befeuchtet oder einen 5 Lier Topf anfüllt. Bei der Fußpumpe hat man das irgendwann soweit im Bein, dass man für die Zahnbürste wirklich nur 3 mal hochpumpt.

Nudeln mit reinem Salzwasser kochen
Funktioniert, wenn man dafür an die Soße KEIN Salz rangibt. Ansonsten kann man Salzwasser und Seewasser halb und halb mischen und dann wie gewohnt kochen. Auch Kartoffeln etc. kann man auf diese Weise garen.

Geschirrspülen mit Seewasser:
Klappt prima- wir ziehen nach dem Spülen nochmal jedes Geschirrteil durch insgesamt etwa einen Liter Süßwasser, damit das Geschirr dann ohne Salzkruste wieder ins Schapp wandern kann.

Salzwasserhahn in der Küche:
Für die vielen Verwendungsmöglichkeiten für Salzwasser in der Küche ist ein extra Anschluss sehr vorteilhaft, man muss dann nicht jedesmal raus und mit der Pütz Salzwasser schöpfen.

Trockenspülung für die Haare:
Segler mit langen Haaren können wenigstens ab und an auf Pflegespülungsspray, welches man nicht mehr auswaschen muss, umsteigen.

Duschen mit Solardusche:
Wir brauchen damit pro Person pro Duschvorgang etwa 1-4 Liter Wasser, je nachdem ob grade viel oder wenig Wasser an Bord ist, ob Spülung in die Haare kommt etc. Man wäscht dann seine Haare und den Körper beim Bad im Meer und muß dann nur noch das Salzwasser rauswaschen. Fürs kurze Abbrausen nach dem Baden braucht man nicht mehr als einen Liter. Ob das mit einer Druckwasserdusche unter Deck oder an der Badeplattform bewerkstelligt werden kann, wage ich zu bezweifeln.
Zieht man seine Badehose vor dem Duschen aus und legt sie beim Duschen unter sich, so kommt diese auch noch in den Genuß einer Entsalzung und wandert danach an die Reling zum Trocknen.

Auf langen Überfahrten wird dann nochmal ein Gang hochgeschalten:
Das Wasser zum Ausspülen nach dem Zähneputzen wandert nicht ins Waschbecken, sondern wird geschluckt, Süsswasserdusche nur zweimal wöchentlich, die tägliche Toilette wird mit Salzwasser erledigt.

Nun zur Wasserbeschaffung:

1. Regenwasser:
Auch in den Tropen gibts immer wieder Regenschauer- nicht umsonst heist es ja auch Regenwald. Es muss also eine Möglichkeit gefunden werden dieses aufzufangen. Was vor Anker bei uns eigentlich immer geriggt ist, ist das Sonnendach- schnell waren da links und rechts zwei Dachrinnen angenäht, welche vorne in zwei Schläuche münden, die dann in Wasserkanister enden. Dieses Setup steht bei uns so eigentlich permanent an Deck, wenn der Regenguss kommt, dann ists erstmal Schnuppe ob man dann zufällig an Land in der Kneipe sitzt – das Wasser wird automatisch aufgefangen. Der erste Kanister mag etwas mehr Schwebstoffe enthalten, da ja erstmal der Staub von der Plane runtergewaschen wird, das muss dann jeder selbst entscheiden ob man das direkt als Trinkwasser benutzt, bis jetzt jedenfalls bin ich nicht krank geworden und zum Kochen und Duschen ist das Wasser allemal gut genug. Die nächsen Kanister enthalten jedenfalls Wasser von allerfeinster Qualität- ob da das Wasser von der Marina nebenan mithalten kann mag ich zu bezweifeln. In Planung ist noch eine weitere, flach gespannte Plane fürs Vorschiff mit einem Schlauchanschluss in der Mitte, welche die Wasserreserven nochmals aufstockt. Unterwegs sammelt man das Wasser, welches vom Großsegel herunterläuft. Die Baumpersenning wid umgekehrt unter den Großbaum gehängt und am Mast vorne ein Behältnis (Schlauch/Kanister Kombi) zum Auffangen festgezurrt.

2. Wasserlöcher auf Sandinseln:
Erstmals auf den St. Blas Inseln fielen mir zahlreiche Wasserlöcher auf, aus denen die Kuna- Indianer ihr Wasser entnehmen. Auch bei Inseln mit unter 100 Meter Durchmesser an der Schmalseite finden sich Wasserlöcher mit Süsswasser. Das funktioniert folgendermaßen: Regen fällt auf die Insel und versickert im Sand. Durch den Sand wird das Süßwasser wirkungsvoll an der Vermischung mit dem umgebenden Salzwasser gehindert. Da Süßwasser auch leichter als Salzwasser ist, so bleibt es auch obenauf. Gräbt man nun ein Loch in den Sand, etwa bis zum Meerwasserspiegel, so wird es sich mit Süßwasser füllen. Nach Filterung von Schwebstoffen und Desinfektion oder Abkochen kann man so notfalls Trinkwasser auf der kleinsten Insel gewinnen.
Zugegeben etwas mühselig, aber wie gesagt, für den Notfall… Auf den St. Blas Inseln jedenfalls muß man die Löcher nicht erst graben, sie sind schon da, und zum Wäschewaschen wurde es von einigen Yachties verwendet.

3. Wassermacher:
Wassermacher sind auf dem Papier eine feine Sache leider ziehen sie einen ganzen Rattenschwanz an Folgeanschaffungen mit sich. Hat man den Wassermacher erstmal in Betrieb, so muss er auch alle 3-4 Tage laufen sonst setzt sich unter Umständen die Membran zu- ein Ersatz ist da sehr teuer. Hat man den Wassermacher in Betrieb, so darf zum Spülen mit Tankwasser dieses kein Chlor enthalten. Entweder steigt man dann nur noch auf Wassermacherwasser um, oder es muss ein Aktivkohlefilter in die Spülleitung geschaltet werden, da Leitungswasser in warmen Ländern üblicherweise gechlort ist.
Bei veröltem Hafenwasser verbietet sich ebenfalls ein Betrieb des Wassermachers, da dadurch ebenfalls die Membrane verstopfen kann.
Desweitern braucht ein Wassermacher eine beträchtliche Menge an Energie. Wenn man dann keine zusätzlichen Solarpanele anschafft, so muß der Generator/ Schiffsdiesel alle paar Tage gestartet werden.
Wie man sieht bin ich kein Freund des Wassermachers und habe mich letztlich auch gegen eine Anschaffung desselben entschieden, zumal auf unserem 10 Meter Boot der Wassermacher nur schwer unterzubringen gewesen wäre. Mein hier Geschriebenes bezieht sich deshalb ausschließlich auf Informationen aus zweiter Hand. Die wenigsten Boote die ich traf waren mit ihrem Wassermacher rundum zufrieden. Viele klagten über Energieprobleme, leckende Dichtungen etc…
Obwohl das Wassermacherwasser generell von excellenter Qualität ist, trafen wir auch eine Yacht deren Wasser sehr „künstlich“ schmeckte (und nein, dieses Wasser war nicht erst in einen evtl. vergammelten Tank geleitet worden, sondern direkt vom Wassermacher in die Trinkflasche). Brrr.
Letztlich bin ich recht froh mich nicht mit noch einem weiteren Stück Technik herumschlagen zu müssen.
Der einzige Wassermacher auf der THOR ist ein kleines handbetriebenes Gerät, welches für den Notfall im „Abandon Ship Bag“ (Notfalltasche) liegt und welches wir hoffentlich nie brauchen werden.

Alles in allem kommen wir mit unserem 170 Liter Tank einigen zusätzlichen Kanistern und Wassersäcken wochenlang aus, ohne uns großartig eingeschränkt zu fühlen. Selbst nach der Atlantiküberquerung von über drei Wochen lagen wir noch gut eine Woche in Martinique vor Anker bevor wir wieder ans Wassertanken dachten.

Wer noch weitere Ideen und sonstige Anregungen hat, bitte her damit.

Wetter auf Langfahrt – Wetterfaxe

Bei längeren Überfahrten ist einzuverlässiger Wetterbericht essentiell für die tägliche Entscheidungsfindung. Auf dem Atlantik konnten wir die Amateurfunkanlage leider nicht so in Betrieb nehmen wie wir es gerne gehabt hätten um z.B. mal Grib Files runterladen zu können. Unser Funkgerät konnte leider nur empfangen, jedoch nicht senden. Somit ist man auf Wetterfaxe, gesprochene Wetterberichte und Funkfernschreiben beschränkt. Wir haben uns für Wetterfaxempfang entschieden. Diese, an sich uralte Technik (enstanden ist sie wohl kurz nach dem zweiten Weltkrieg herum), wird immer noch weltweit betrieben.

http://en.wikipedia.org/wiki/Radiofax

Regelmäßig senden staatliche Stellen überall auf der Welt Wetterinformationen als HFFax aus. Von Pinneberg nach Südafrika, von Russland nach Neuseeland.

An Equipment braucht es nicht viel. Einen LAPTOP werden in der heutigen Zeit die meisten Langfahrtsegler dabeihaben.

Weiters braucht man noch einen einseitenbandfähigen (USB) WELTEMPFÄNGER, ein 3,5 mm Klinke/Klinke Verbindungskabel zwischen Kopfhörerbuchse des Radios und Mikrofoneingang des Computers und eine entsprechende Software.

Wir haben recht gute Erfahrung mit dem Programm FLDIGI gemacht. Das Programm ist freie Software unter der GPL, kann kostenlos und legal heruntergeladen werden und ist sowohl für Windows, Linux und Mac verfügbar.

http://www.w1hkj.com

Eine aktuelle Frequenzliste mit sämtlichen Wetterfaxsendern kann jederzeit von den Amerikanern (NOAA) heruntergeladen werden:

http://www.nws.noaa.gov/om/marine/rfax.pdf

Der Kurzwellenempfänger sollte eine möglichst lange Drahtantenne haben. Falls noch kein isoliertes Achterstag, eine Peitschenantenne o. Ä. an Bord ist, dann kann man versuchen die Reling zu nutzen (GFK Schiff), einen Draht an Deck auslegen, oder diesen mit dem Fall ins Masttop ziehen. Hier muß man ggf. etwas experimentieren. Wer Baluns, eine gute Erde oder Ähnliches besitzt kann sich glücklich schätzen, alle anderen müssen es eben so probieren, oft ist die Empfangsqualität auch ohne diese „Goodies“ schon ausreichend.

Nun stellt man seinen Empfänger auf die Sendefrequenz ein, dabei ist wichtig dass die Frequenz im Display 1,9 kHz niedriger ist als in der Frequenzliste angegeben ist.

Man verbindet nun das Radio mit dem Computer und startet FLDIGI.

Im Menu OP mode wählt man WEFAX > IOC-576 wefax mode aus und lässt sich das empfangene Bild unter View > Weather Fax Image anzeigen. Wenn das Bild schief ist, dann kann man mit der Slant Korrektur spielen. Sollten Probleme auftreten, hier ist die Hilfeseite zum Wetterfaxempfang mit FLDIGI:

http://www.w1hkj.com/FldigiHelp-3.22/index.html

Oft senden die Stationen auf mehreren Frequenzen. Welche Frequenz für die aktuelle Tageszeit und die aktuelle Position am optimalsten ist probiert man am besten aus. Ein Fax ist in ca. 10 min. „heruntergeladen“, meist gibt es ganze Serien mit aktuellem Wetter, 24,48 und 72 h Vorhersage- Näheres ergibt sich aus der Frequenzliste.

Wer sich mit der Interpretation von Hoch- und Tiefdruckgebieten schwer tut, der möge sich die Wind &Wave Forecasts der amerikanischen Stationen anschauen.

Bei den eingezeichneten Windpfeilen fragt man sich dann schon mal, warum man überhaupt jemals Grib Files brauchte.

Hier ein paar Beispiele, die wir auf unserer Atlantiküberfahrt empfangen haben (die Faxe sind normalerweise viermal so groß, also nicht wundern wenn die Quali hier etwas gelitten hat):

Wetterkarte für den gesamten Nordatlantik
Solche Verschiebungen kommen ab und an vor, am besten lässt man den Computer in Ruhe rödeln während der Übertragung
Nordamerika und Karibik
Wind und Wellen Vorhersage von der Funkstation in New Orleans, auf der zweiten Hälfte unserer Überfahrt sehr nützlich
Satellitenkarte für den Nordatlantik, für die Interpretation bezügl. Wetter fehlt uns zwar das Fachwissen, es war aber lustig zu denken das wir da gaaaanz klein unten rechts im Bild sind

Kochen mit Strom und Windgenerator

Hihi, heute gab es Mal ein völlig politisch korrektes Frühstück. Wir haben unser Wasser für Tee und Kaffee mit Solar/Windstrom erhitzt. Juhuuu, kein Gasverbrauch. In Nordspanien kaufte ich einen 350 Watt Tauchsieder (lustiges Teil- steht noch Made in W. Germany drauf). Wichtig an Bord ist ein Tauchsieder/Wasserkocher der kaum Leistung bringt. Schliesst man seine 2500 Watt Schmiedeesse- äh meinte natürlich Wasserkocher- von zu Hause an, so kann es sein das es einem schon im Hafen die Sicherung vom Landstromanschluss raushaut. Um Verschwendung vorzubeugen haben die Landstromanschlüsse in den Marinas oft Sicherungen die nur 5 A verkraften. Unser Inverter kann eh nur bis 300 Watt liefern, darüberhinaus- die thermische Sicherung im Elektropanel fliegt bei 20 A- also eigentlich nur 240 Watt Dauerleistung.

Nun Schwupps den Inverter angeschmissen, Tauchsieder rein, und nach 10 Minuten bekommt man einen halben Liter heisses Wasser. Interessanterweise klappt das auch mit der 20 A Sicherung- sie scheint wohl eher von der ultraträgen Sorte zu sein.

Laut Batteriemonitor braucht ein halber Liter heisses Wasser so um die drei Amperestunden- puha. Das ist schon ne ganze Menge und geht wohl auch nicht jeden Tag- aber gut zu Wissen das man es kann- hihi. Wenn der Wind allerdings so pfeift wie gerade eben- dann hat der Windgenerator die Amperestunden in null komma nix wieder drin. Im Laufe des Frühstücks habe ich insgesamt 1,5 Liter Wasser mit Strom erhitzt und hinterher war mehr Strom in der Batterie als zuvor- geilo.

A propos Windgenerator (Air X Marine von Southwestwindpower):
Im Norden war die Performance von dem Teil eigentlich nicht der Rede wert und wir waren eigentlich ziemlich enttäuscht. Er macht zwar eine Menge Lärm, gebracht hat er aber so gut wie nix. Der Lärm scheint hauptsächlich von der MPP Regelung (maximum power point) herzurühren- er pfeift dann immer sehr laut und v. A. sehr unregelmäßig wenn der Generator sich auf die optimale Drehzahl für die Stromerzeugung einstellt. Als ich dann ab A Coruna den Batteriemonitor dran hatte konnten wir das auch gut mit Zahlen belegen. Krach machte er wie ein großer, gebracht hat er allerdings nur so ein halbes bis 1 Ampere- und das auch nur wenn wirklich eine spürbare Brise herrschte. Je weiter wir nun in den Süden von Portugal vorstiessen desto besser leif er, und zu Zeit sind wir recht zufrieden. Krach macht er zwar immer noch, aber wenn es richtig bläst (und das tut es hier halt öfter),  dann bringt er auch 5- 10 A Dauerleistung- in Böen auch gerne mehr. Interessanterweise nimmt die Geräuschentwicklung mit zunehmendem Wind eher ab. Einerseits ist natürlich das Hintergrundgeräusch größer, andererseits scheint der Windgenerator bei größeren Windstärken nicht mehr so oft die Geschwindigkeit zu regeln- was das Laufgeräsuch reduziert und v. A. gleichmässiger macht.

Irgendwie ist es doch gut den Windy an Bord zu haben. Wenn es draussen kachelt ohne Ende, dann muß man sich wenigstens um Strom keine Gedanken machen- irgendwie ist das ja auch ein Vorteil.

Auf einem Nachbarboot durften wir übrigens Mal die „Flüsterflügel“ des Silentwind in Aktion hören- also etwas leiser sind sie ja, aber 300 € leiser sind sie irgendwie dann auch nicht- vielleicht bin ich an unseren AirX mittlerweile auch schon angepasst- wer weiss.

Außenborder versenkt?

Nun schreibe ich mal ein kleines How-to- zwar nicht aus gegebenem Anlass, das Malheur ist uns nämlich schon vor einiger Zeit, in Nordfrankreich passiert, aber Ähnliches kann ja immer wieder Mal passieren. Im Internet gibt es verschiedenste Anleitungen was jeweils zu tun ist, wenn der Aussenborder Wasser geschluckt hat. Hier ist das, was ich mir aus der Fülle der Informationen zusammengereimt hatte- letztendlich hat es auch prima funktioniert (trotzdem repariert jeder seinen Aussenborder nur auf eigenens Risiko- ich bin sicherlich kein Motorenfachmann und kann für eure Motorreparatur natürlich keine Garantie etc. übernehmen- bla,bla…):

Wenn der Aussenborder unter Wasser ist dann hat man nur wenig Zeit, das Teil zu retten. Schon nach kurzer Zeit fängt der Motor innerlich das Rosten an und dann ist es bald zu spät. Man redet hier von Stunden(!), nicht Tagen. Bei meinem Motor war die Elektrik gut verkapselt, so dass da kein Wasser Schaden anrichten konnte- puha.
Also ans Werk:
Aussenborder raus. Gründlich äusserlich mit Süßwasser spülen. Verkleidung ab. Nochmal alles mit Süßwasser durchzoschen. Das wichtigste Teil ist wohl der Vergaser und Zylinder. Also ordentlich Süßwasser in die Luftansaugöffnung ballern. Dann Zündkerze raus und den Zylinder spülen. Ruhig mal das Starterkabel anreissen, dass das Wasser auch zur Kurbelwelle etc. kommt. Anschliessend habe ich alles nochmal größzügig mit Spiritus gespült. Der Spiritus verdünnt sozusagen innen die Wassertropfen zu einem Wasser/ Spiritusgemisch. Da der Spiritus leicht flüchtig ist, verdunstet er und das zurückbleibende Wasser ist von der Menge her viel weniger. Anschliessend kommt ein Spülgang mit Motoröl. Wie gesagt- die kritischen Punkte sind Zylinder (mit nachgeschalteter Kurbelwelle) und der Vergaser. Den Sprit im Tank konnte ich vergessen- das war zur Hälfte Seewasser- also weg damit in den Altölbehälter. Neuen Sprit nachfüllen und Motor starten. Bei mir hat das o. g. Procedere funktioniert- der Motor startete nach dem Ölbad sogar besser als vorher. Nunja, hoffentlich bleibt das so, in der Betriebsanleitung stand das der Vergaser über kurz oder lang wohl über den Jordan gehen wird- mal sehen.
Obiges gilt für Zweitaktmotoren, bei Viertaktmotoren stehen noch ein bis zwei Ölwechsel an, da ja in die Ölwanne sicherlich über die Entlüftungsöffnung Wasser eingedrungen ist.

Hoffe euer Aussenborder tut es danach wieder, happy sailing, Christian.

jetz' geht a wieda