Entlang der suedafrikanischen Kueste

So, nach langer Warterei in Richards Bay sind wir nun ein ganzes Stueck weiter gekommen. Ueber die Etappen bis Durban und East London haben wir ja schon etwas berichtet. Ich gehe darum mal etwas mehr auf die seglerischen Aspekte unserer Reise entlang der suedafrikanischen Kueste ein, da das hier unten eben kein einfaches Segelrevier ist.

Entlang der Ostkueste Suedafrikas verlaeuft der Agulhas Strom. Das ist einer der ganz grossen Ozeanstroeme. Mit teilweise irren Geschwindigkeiten (bis 6 Knoten!) rauscht er von Nord nach Sued. Steht Wind gegen Strom, das ist bei der oertlichen Wetterlage alle 2-4 Tage der Fall, dann bauen sich im Strom irre Wellenberge auf. Wellenhoehen bis 20 Meter und mehr wurden schon berichtet. Sogar fuer die Grossschiffahrt wird das dann gefaehrlich. Fuer eine Segelyacht unserer Groesse wahrscheinlich der sichere Untergang. Gluecklicherweise erstreckt sich das Stromgebiet lediglich auf einen mehrere Seemeilen breiten Streifen seewaerts des Kontinentalschelfs. Faehrt man inner, bzw. ausserhalb, dann finden sich wieder normale Seegangsverhaeltnisse.

Mit den heutigen Wettervorhersagen ist das Ganze natuerlich noch viel einfacher, man faehrt eben nur los, wenn es Wind von Nordost hat. Erwischt man dann den Agulhasstrom, so sind Geschwindigkeiten bis 10 Knoten keine Seltenheit.

Auf der Hoehe von Richards Bay ist der Kontinentalschelf recht breit, sodass der Strom ziemlich weit draussen verlaeuft. Erst ca. 40 Meilen suedlich von Durban kommt der Strom an die 200 Metermarke heran und begleitet einen dann bis fast nach Port Elizabeth. Sollte man wider Erwarten von einem Suedsturm ueberrascht werden, dann faehrt man lt. Aussage der hiesigen Segler Richtung Land aus dem Stromgebiet heraus und dreht dann bei, bzw. versucht noch irgendwie den naechsten Hafen anzulaufen.

Irgendwie ein doofes Gefuehl in so einem starken Strom dahin zu fahren. Die Stroemungsgeschwindigkeit uebersteigt im Prinzip die Bootsgeschwindigkeit der Thor. Der Punkt ohne Widerkehr ist also gleich nach der Hafenausfahrt erreicht. Einmal im Strom ist also ein Umkehren gefuehlt unmoeglich. Ganz unmoeglich natuerlich nicht, dicht unter Land gibt es einen Gegenstrom der nach Norden setzt.

Bei Port Elizabeth wird der Kontinentalschelf sehr breit und erstreckt sich weit nach Sueden. Entlang der Suedkueste findet man dann auch nicht mehr die krassen Stroemungsverhaeltnisse wie an der Ostkueste. Ein Reststrom setzt dort mit 0,5 bis einem Knoten nach Westen. Ein grosser Stein faellt dann schon mal von einem ab. Man hat den Agulhas hinter sich gebracht.

In Port Elizabeth angekommen ging jedenfalls das Huepfen von Hafen zu Hafen weiter. Aktuell sind wir in Mossel Bay. Der Yachtclub ist recht klein und hatte gerade noch einen Platz fuer uns. Eine befreundete Yacht organisierte uns einen Platz am Pontoon, aber dieser war leider total versandet und wir sind beim Anlaufen desselben auch prompt steckengeblieben. Bloederweise war gerade Niedrigwasser bei Springtide. Wir sind gerade noch mit dem letzten Licht in den Hafen eingelaufen. Bis wir dann wieder frei waren und das Boot aufschwamm dauerte es zwei geschlagene Stunden. Gegen 23 Uhr machten wir dann laengsseits an einem Fischerboot fest. Ruehrei, Rum, Falle.

Am naechsten Morgen ergab sich ein ganz anderes Bild. Fischerboote werden entladen, lustiges Treiben am Dock. Unser Besuch beim Hafenmeister beinhaltete den in Suedafrika ueblichen Check durch die Security. Das umstaendliche Ein- und Austragen wurde hier noch um einen Alkoholatemtest (!) erweitert. Da kann man nur mit dem Kopf schuetteln. Die Ortschaft selber ist ganz famos. Hier haben wir erstmals in Suedafrika das Gefuehl in einer richtigen Stadt zu sein. Es gibt sowas wie einen Ortskern mit Hotels, Museen und Geschaeften und Hafenpromenade mit Kneipen und Cafes.

Endlich ein Stueckchen weiter

Letzten Dienstag haben wir dann wettertechnisch eine Moeglichkeit gefunden, um wenigstens nach Durban zu kommen, ca. 90 sm von Richards Bay entfernt. Zwar mussten wir die ganze Fahrt ueber motoren, aber wir freuten uns, endlich wieder voranzukommen.

Der Aufenthalt in Durban war recht kurz, gerade 3 Naechte, bevor es wieder weiterging. Ein bisschen etwas von der Stadt konnten wir uns aber trotzdem ansehen. Die Ushaka Marine World mit dem groessten Aquarium der suedlichen Hemisphaere stand  am Programm. Zwar geht man als Taucher immer mit etwas gemischten Gefuehlen in solche Anlagen, aber man muss schon sagen, dass sich die Betreiber wirklich Muehe damit gegeben haben. Uns hat es jedenfalls gefallen und unsere Gedanken waren einen Tag nicht mit dem Wettergeschehen beschaeftigt.

Der naechste Tag ging dann komplett mit dem Ausklarieren aus Durban auf. Ich glaube, dass wir das noch nicht erzaehlt haben, aber in Suedafrika muss man tatsaechlich in jedem Hafen Ein- und Ausklarieren. Und zwar das volle Programm mit Hafenbehoerde, Immigration, Zoll und nochmal zurueck zur Hafenbehoerde. Da vergeht die Zeit dann auch ganz schnell – das einzig Gute daran ist, dass es kostenlos ist.

Am Samstag in der Frueh ging es dann fuer uns weiter nach East London. Die Strecke von 262 Seemeilen schafften wir in unglaublichen 44 Stunden. Ueber lange Strecken waren wir dank des Aguhlas-Stromes mit ueber 9 Knoten unterwegs. Das machte es aber auch schwierig die Ankunft tagsueber zu planen. Bei 4 Knoten Stroemung kann man nicht einfach so beidrehen und warten bis die Sonne aufgeht. Da waeren wir an East London schon vorbei. Also eine Nachtansteuerung. Das wuerden wir in den Korallenatollen niemals machen, aber hier befindet man sich ja in wirklich grossen Haefen mit ordentlicher Beleuchtung und so war es auch ueberhaupt kein Problem, nachts anzukommen.

Eigentlich eine sehr gute Ueberfahrt, aber leider mussten wir einen neuen Schaden feststellen. Bei Fahrt unter Motor mit Nullwind ist eine Naht am Gross auf der ganzen Breite aufgegangen. Einfach so. Bei genauerer Betrachtung haben wir jetzt festgestellt, dass sich der verwendete Faden komplett aufloest. Der Segelstoff selbst ist noch gut in Schuss. Das heisst jetzt aber fuer uns, dass wir in Kapstadt unsere beiden Hauptsegel (Gross und Genua) vom Segelmacher nachnaehen lassen muessen. Zum Glueck haben wir noch das alte Gross als Reserve mit, also bis Kapstadt werden wir damit schon noch kommen.

Ein paar Tage werden wir jetzt hier in East London verbringen, bis der Wind wieder auf Ost dreht, dann geht es auch gleich weiter. Schliesslich laeuft am 10. Maerz unser Visum aus.

Afrika pur

Nachdem wir nun doch schon laenger nichts mehr geschrieben haben, gibt es endlich den langersehnten Bericht der letzten drei Wochen.

Die Reparaturarbeiten auf der Thor sind seit zwei Tagen abgeschlossen, das Wetter hat uns auch hier in Suedafrika immer wieder einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sobald man einen Pinsel ausgepackt hat, fing es an zu regnen. Aber jetzt ist soweit alles erledigt, sodass wir beim naechtsbesten Wetterfenster weiterfahren koennen. Wir haben das Deckshaus repariert, Roststellen ausgebessert, die Halterung fuer unsere Kanister und die Rettungsinsel neu gebaut, das Wasserstag erneuert, die vom Segelmacher in Mauritius „reparierte“ Genua noch einmal nachgebessert und tatsaechlich alle Holzteile an Deck neu lackiert. Daneben noch viele Kleinigkeiten, die immer wieder mal auf einem Boot anfallen. Langeweile kam jedenfalls nicht auf!

Dass die beruechtigten Suedweststuerme auch in der Marina kein Spass sind, erfuhren wir am eigenen Leib vor ca. zwei Wochen. Die Schwimmstege sind lediglich mit Ketten am Hafengrund verankert. Dementsprechend locker sind diese bei Niedrigwasser. Bei den in Boeen 45 Knoten Wind schoben sich die Stegelemente zieharmonikaartig zusammen. Eine Seite eines Stegelement wurde zwei Meter in die Hoehe gehoben, das andere Ende lag dementsprechen tief unter der Wasserlinie. Die Boote in der Naehe der Knickstelle waren natuerlich in helle Aufregung versetzt. Es wurden schon vereinzelt Leinen quer ueber den Hafen gespannt um ggf. ein Abdriften der gesamten Steganlage zu verhindern. Letztendlich kam es gluecklicherweise nicht dazu. Wir waren dennoch bis lange in die Nacht wach und haben der Dinge geharrt, die dann doch nicht kamen. Am Morgen war der ganze Spuk vorbei und alle beruhigten sich wieder. Ein Foto der defekten Steganlage hatte es sogar in die lokale Tageszeitung geschafft.

An Land koennen wir so nicht mehr...

An Land koennen wir so nicht mehr…

Um nicht ganz dem Hafenkoller zu erliegen und die Regenpausen zwischen den Bastelarbeiten sinnvoll zu nutzen, mieteten wir uns nochmal ein Auto und fuhren einige Male in die Wildparks. Mit unseren Freunden von der SY Renata ging es fuer zwei Tage in den Hluhluwe/ Imfolozi Park. Dort sichteten wir dann in zwei Tagen u. A. massenhaft Elefanten, Giraffen, Loewen, Rhinozerosse, Paviane und natuerlich Antilopen.

Uebernachtet haben wir im Mpila Camp mitten im Wildpark wo es natuerlich rings um die Huetten keinen Zaun gibt. Lediglich gegen die Elefanten wurde ein Elektrozaun gespannt, da diese schon immer eine Spur der Verwuestung ziehen, wo immer man sie auch findet. Alle anderen Tiere haben freien Zugang zum Camp. Typischerweise haben wir natuerlich abends den Grill angeschmissen und wurden gluecklicherweise von unseren Nachbarn darauf aufmerksam gemacht, dass sich eine ziemlich grosse Hyaene herumtreibt, die es auf unser Grillfleisch abgesehen hat. Mit ihrer starken Taschenlampe konnten sie uns das Tier auch gleich zeigen und schon war es mit dem gemuetlichen Grillen vorbei. In der Vergangenheit war sie wohl schon mehrfach erfolgreich und hatte das Fleisch vom Grill stibitzt. Hyaenen sind starke Raubtiere, die auch mal eben locker Nashornknochen durchbeissen koennen. Dementsprechend schnell wollten wir den Schwanz einziehen und in der Kueche in der Pfanne braten. “Och, das waere aber kein Problem” meinte da unser Nachbar, “man muesse nur dicht zusammenstehen und Laerm machen. Vier Erwachsene auf einmal wuerden sie nicht angreifen.” Gesagt getan. Ich wurde zum Topfschlagen abkommandiert und die Maedels suchten das Gebuesch mit den Taschenlampen ab. Sobald das Fleisch gar war, verkruemelten wir uns dann nach drinnen. Terassentuer zu und aufatmen. Puha. Vom Esszimmer aus beobachteten wir dann 5 Minuten spaeter, wie die Hyaene um den leeren Grill herumschlich und sogar ihre Nase in unsere leeren Kaffetassen auf dem Terassentisch steckte. Ganz schoen gross das Tier. Auch war sie aus der Naehe betrachtet sogar ausgesprochen huebsch – zumindest fuer eine Hyaene.

Neben den Nationalparks besuchten wir eine Aufzuchtstation fuer Wildkatzen. Die Caracals, Servals, die afrikanische Wildkatze und ein Paerchen Geparden werden dort z. T. verletzt, oder einfach so abgegeben und dann von den Angestellten wieder hochgepaeppelt. Ist mal ein bisschen spannender als die Tierheime zu Hause. Der Fuehrer hatte jedenfalls viele informative Geschichten ueber die Tiere auf Lager und so wurde es ein sehr lohnenswerter Besuch, auch wenn die “Fliessbandstreichelei” der Geparden, sie nannten es dort “animal interaction”, etwas gekuenstelt wirkte. Alle diese Katzen werden durch die Zurueckdraengung ihres Lebensraumes immer mehr dezimiert. Letztendlich ist dies ueber kurz oder lang das Schicksal fuer so gut wie alle afrikanischen Wildtiere. Ein Ueberleben ausserhalb der Nationalparks ist fuer sie aktuell nicht moeglich.

Auf einer Bootstour auf dem St. Lucia Muendungsgebiet konnten wir dann viele Nilpferde und Krokodile beobachten. Die Nilpferde sind in Afrika die mit Abstand gefaehrlichsten Tiere und fuer die meisten Toten verantwortlich. Sie sind entgegen ihres eher behaebigen und, wie ich finde, drolligen Aussehens sehr aggressiv. Wehe dem, der zwischen ein Nilpferd und dem Fluchtweg zum Wasser kommt. Wir waren jedenfalls recht froh diesen bis zu 4,5 Tonnen (!) schweren Tieren nur von Bord des Ausflugsbootes aus zu begegnen.

Einige Tage drauf ging es dann gemeinsam mit Susi und Ingolf von der „Aspasia 2“ in den iSimangaliso Wetland Park und zuletzt nochmal in den Imfolozi. Dort entdeckten wir dann als kroenenden Abschluss unserer Fotosafaris einen Leoparden im Unterholz und ein Rudel afrikanischer Wildhunde, die gerade eine Nyalaantilope gestellt hatten. Gluecklicherweise stand die voellig erschoepfte Antilope aber mit dem Ruecken zum Zaun, konnte sich so ihrer Widersacher erwehren und ist letztendlich entkommen. Leider verfing sich einer der arg vom Aussterben bedrohten Hunde im Drahtzaun. Ich hoffe die Parkranger haben den armen Burschen aus seiner misslichen Lage befreien koennen.

Dann wuerde es da noch die Geschichte mit dem einen Elefanten, den wir erschreckt haben und den Nashoernern am Klo geben, aber das wuerde jetzt den Rahmen sprengen.

Dass die Sicherheitslage hier in Suedafrika uebrigens nicht zu unterschaetzen ist, haben unsere Freunde von der „Taurus“ und von der „Aspasia 2“ hautnah erleben muessen. Sie waren auch zwei Wochen mit dem Mietauto unterwegs und wurden prompt in der Naehe des Krueger Nationalparks ausgeraubt. Nachts hatte man offenbar Betaeubungsgas in die Schlafraeume eingeleitet und dann in aller Seelenruhe saemtliche Sachen mitgenommen. Koerperliche Schaeden sind zum Glueck nicht entstanden. Ihnen blieb lediglich eine Garnitur Waesche, sowie die angebrochenen Essenssachen aus dem Kuehlschrank, die Reisedokumente und Kreditkarten. Die Gentlemen bitten zur Kasse. Die Polizei meinte nur, dass sie froh sein koennen, noch am Leben zu sein. Hm…..

Schoen langsam wollen wir also alle weiter, aber das Wetter sieht nicht allzu gut aus. Das perfekte Wetterfenster vor 10 Tagen haben wir verpasst, weil wir noch nicht alles fertig hatten und auch noch das Auto fuer eine Woche gemietet hatten. Seitdem haben wir fast konstant Suedwind, den wir auf der Strecke nach Kapstadt schon mal ueberhaupt nicht brauchen koennen. Morgen ist mal Flaute und dann kurz Nordwind – vielleicht schaffen wir es bis Durban, 90 sm entfernt.

Darueber hinaus ist seit einer Woche unser Kuehlschrank kaputt. Da hat sich aber zur Abwechslung Mal ein Kuehlschrankprofi drum gekuemmert. Die Diagnose ist aber alles andere als rosig. Wird wohl ein neuer Kompressor samt Steuerungseinheit hermuessen. Die Lieferzeiten hier nach Richards Bay sind katastrophal und so werden wir wohl erst in Durban oder Kapstadt wieder einen Kuehlschrank haben. Bei den heutigen Temperaturen von gerade mal 20 Grad aber auszuhalten.

Mehr Fotos gibt es hier zu sehen:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157650600846122/

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Erste Eindrücke von Südafrika

OK, viel ist in den letzten knapp 2 Wochen passiert. Nachdem wir die Thor grob auf den Stand von vor dem Knockdown gebracht haben, beschlossen wir ein Auto zu mieten und uns Land und Leute einmal naeher anzusehen.

Zuerst ging es in die Sodwana Bay, das einzige Korallenriff Südafrikas. Da Südafrika so weit südlich liegt, ist es im Rest des Landes zu kalt. Nur dort oben im Norden trauen sich die Korallen hin. Entsprechend viele Tauchunternehmen tummeln sich dort. Gluecklicherweise ist der ganze Riffkomplex sehr gross, sodass es unter Wasser kein Gedraengel gibt. Meist weht der Wind aus nordöstlicher oder aus südlicher Richtung, sodass fast staendig auflandiger Wind herrscht. Getaucht wird von sieben Meter langen Feststoffboden-Dinghis aus. Um unbeschadet durch die Brandung zu kommen wird dem Skipper einiges an Geschick abverlangt, aber natuerlich passiert praktisch nie etwas, die Leute haben ja schließlich jahrelange Erfahrung. Urspruenglich hatten wir geplant nur drei Naechte zu bleiben, aber schon nach dem ersten Tag Tauchen war klar dass wir unseren Aufenthalt in der Sodwana Bay verlängern würden.

In der Tauchbasis “Pisces” geht es sehr entspannt und locker zu. Wir waren auch die einzigen Touristen dort, alle anderen Kunden waren Einheimische, die seit Jahren immer wieder kommen. Das will etwas heissen. Ueber die anderen Taucher wurden wir auch fast jeden Tag immer wieder zu Ausfluegen und Aehnlichem eingeladen. Gast- und Kontaktfreudig sind die Suedafrikaner jedenfalls. Ziemlich am Anfang ging es z. B. auf einen Huegel, von dem aus man einen wunderschoenen Blick auf einen See hatte. Ein beliebter Aussichtspunkt namens Ngobaseleni, an dem wir dann unseren Sundowner einnahmen. Fast jeden Abend wurde in der Ogwini Lodge, unserer Unterkunft in Sodwana Bay, gemeinsam gegrillt. Grillen heisst in Afrikaans “Braai” und ist hier so eine Art Volkssport. Bei den hiesigen Fleischpreisen auch kein Wunder. Gegen Ende hin konnten wir Fleisch schon nicht mehr sehen und waren auch heilfroh dass wir zurueck an Bord angekommen wieder einmal eine Gemuesepfanne machen konnten.

Die Silvesterparty haben wir dann mehr oder minder verschlafen. Nach zwei Tauchgaengen am Vormittag ging es erstmal zurueck zur Ogwini Lodge. Alle bekannten Gesichter waren ausgeflogen und so haben wir Abends fuer uns alleine gebraait. Danach haben wir uns dann fuer ein Nickerchen auf das Zimmer zurueckgezogen und sind recht schnell weggebrochen. Um zwoelf Uhr sind wir kurz vom Laerm  aufgewacht, haben uns aber gleich umgedreht und haben weitergeschlafen.

Am naechsten Morgen wurden wir dann gut erholt von unseren neuen Bekannten geweckt. Sie stammen aus Johannisburg und verbringen seit Jahren die Feiertage mit ihren beiden Kindern tauchenderweise in Sodwana Bay. Wir hatten vereinbart den Tag gemeinsam am Sibayasee zu verbringen. Der groesste Suesswassersee Suedafrikas ist nur eine halbe Autostunde von der Lodge entfernt. Auf die Frage nach den Wegverhaeltnissen meinten sie dass wir mit unserem Nissan Micra kein Problem haetten. Bis zum Tor des Nationalparks waere alles Strasse und OK, das kurze Stueck danach koennten wir mit ihnen im X5 mitfahren. Gesagt getan. Komischerweise bogen wir gleich 20 Meter, nachdem wir aus dem Tor der Lodge draussen waren, auf einen Sandweg ab, der uns schnurstracks durch den Wald fuehrte. Uns blieb nicht viel anderes uebrig als ihnen zu folgen. Es kam natürlich wie es kommen musste, sobald die Reifenspuren im Sand etwas tiefer wurden, saß der kleine Nissan auf und wir konnten nur mit vereinten Kraeften den Karren wieder aus dem Dreck ziehen. Eine Verringerung des Reifendrucks brachte erstmal Abhilfe doch natuerlich liess die naechste, noch tiefere Stelle, nicht lange auf sich warten. Lange Rede kurzer Sinn, insgesamt blieben wir auf dem Weg zum See schlappe fuenf Mal (!) stecken. Ab dem dritten Mal war es mit Schieben auch nicht mehr getan, wir mussten uns von vorbeifahrenden Fahrzeugen ein Abschleppseil ausborgen, da wir natuerlich als Mietwagenfahrer keines dabei hatten. Wir wunderten uns doch sehr, was die Suedafrikaner so Strasse nennen. Umgekehrt wunderten sie sich sicherlich, was wir Touristen denn mit einem Micra da mitten im Wald verloren hatten. Nach dem fünften Mal wurde es unseren Voraus- und Hinterherfahrern dann zu bunt, und so wurden wir kurzerhand die letzten 400 Meter zum Parktor geschleppt. Wie geplant stiegen wir dann zu unseren Freunden in den SUV um und legten die letzten Kilometer zum See völlig ereignislos, ja fast gelangweilt ;-) zurück.

Dort verbrachten wir dann einen wunderschönen Tag im kühlen Wasser, wegen der Krokodile und Nilpferde aber nur bis zu den Knien (!?). OK, das hoert sich jetzt schlimmer an als es ist. Es waren genügend Augenpaare da, die permanent das Wasser beobachtet haben. Wirklich zu Gesicht bekommen hat die Biester keiner. Es war ihnen wohl zuviel Trubel. Wieder gab es das südafrikanische Nationalgericht “Potije”, das wir schon einmal bei einer Einladung in Richards Bay verkosten durften – wie schon damals – ein Gedicht. Wie so oft erfuhren wir im Gespraech viel über die juengere Geschichte Suedafrikas, aber auch über die Zeit vor dem Ende der Apartheit. Die Gastfreundschaft die wir von den Urlaubern in Sodwana Bay erfuhren, war jedenfalls überwältigend.

Immer im Hinterkopf hatten wir jedenfalls die Heimfahrt, immerhin mussten wir ja den Weg über die Sandpisten wieder zurück. Letztendlich ging diese aber recht flott von statten. Anders als bei der Hinfahrt regierte nun der Bleifuss, und mit Ach und viel Krach pfluegten wir durch die “Duenen”. Steckengeblieben sind wir dann kein einziges Mal (!), von spritsparender Fahrweise muss man sich im Gelaende wohl verabschieden. Wieder was gelernt…

In die umliegenden Nationalparks sind wir natuerlich auch gefahren. Fuer uns war es das erste Mal dass wir die hiesigen Wildtiere ausserhalb eines Zoos betrachten konnten. Elegante Antilopen, urzeitlich anmutende Rhinozerosse und Schildkroeten, Strausse, grasende Gnus, massive Bueffel, turmhohe Giraffen und meine neuen Lieblingstiere – die Warzenschweine. Loewen sahen wir nur auf einer gefuehrten Tour, bei 250 kg Lebendgewicht und riesigen Reisszaehnen fuehlt man sich aber schon viel wohler, einen Profi dabei zu haben.

So, das war nun die eine Seite der “Urlaubsreise”. Allerdings gab es natuerlich auch noch, wie so oft, eine Kehrseite der Medaille:

Seit Mitte letzten Jahrhunderts bis 1994 herrschte mit dem Apartheitsregime eine rassistische Regierung, die versuchte eine strikte Rassentrennung durchzusetzen. Schwarze sollten als “minderwertige Rasse” lediglich die niederen Aufgaben ausfuehren. Dementsprechend gab es lediglich sehr eingeschraenkte Zugaenge zu Bildung und Wohlstand. Nichteinmal frei bewegen durften sie sich im eigenen Land. Sie durften z. B. nur in Staedten wohnen, wenn sie bei Weissen angestellt waren, beispielsweise als Haushaltshilfe. Bedenkt man, dass der Anteil der Weissen bei lediglich 9 % der Geamtbevoelkerung liegt, ein absoluter Wahnsinn.

Traurigerweise haben wir festgestellt dass sich auch nach nun schon 20 Jahren kaum etwas geaendert hat. Zwar sind die rassistischen Gesetze verschwunden, aber die Mauern in den Koepfen sind meist noch vollstaendig vorhanden. Wenn man mit Weissen spricht, dann hoert man beispielsweise das abwertende Wort “Kaffer” noch recht haeufig. Oft wird geklagt, dass die neue schwarze Regierung die Infrastruktur des Landes verlottern lasse.

So gut wie jeder einigermassen gut betuchte Weisse hat immer noch schwarze Hausangestellte zu Hause. Dies ist natuerlich nur moeglich, weil diese sich fuer eine Spottpreis verdingen. Das Lohnniveau zwischen Schwarzen und Weissen ist nach wie vor sehr unterschiedlich. Einer befreundeten Yacht, die im benachbarten Boatyard neues Antfouling strichen und sich in der Hitze drei Tage abrackerten, wurde der “Tipp” gegeben, sie moegen sich doch fuer 150 Rand pro Tag – das sind ca. 10 Euro – einen  Schwarzen engagieren, der dann die Drecksarbeit fuer sie erledigen koenne. “Niemand der bei klaren Verstandes sei, wuerde in Suedafrika koerperliche Arbeit selbst verrichten” – gemeint waren natuerlich Weisse.

Wenn wir, wie wir es eben machen, auf der Strasse schwarze Leute freundlich gruessen, meinen diese oft wir wuerden etwas von ihnen wollen und fragen nach. Ob das nun einfach Freundlichkeit ist, oder eine, durch die hiesigen Verhaeltnisse, lang antrainierte “Unterwuerfigkeitsbezeugung” koennen wir nicht sagen. Weisse jedenfalls gruessen jedenfalls niemals mit einem “Yes Ma’am/ Sir?” zurueck.

Wegen der krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich ist leider das Kriminalitaetsniveau entsprechend hoch. Aus Angst vor Ueberfaellen geht beispielsweise kaum ein Weisser nachts zu Fuss. Selbst die Kneipe, die weniger als 100 Meter von unserer Lodge entfernt war, gerade mal auf der anderen Strassenseite, wird nur mit dem eigenen PKW besucht. Um die Grundstuecke der Haeuser, bzw. gleich um ganze Wohngebiete, werden hohe Mauern errichtet. Wahlweise oben mit Glassplittern, Stacheldraht oder Elektrozaun (!). Dahinter fuehlt man sich dann schoen sicher und geborgen. Das Ganze kann man leider nicht als Paranoia abtun. Bekannte wurden zwei Tage nachdem wir dort waren, auf Ngobaseleni, also genau unserem Sundownerhuegel, mit vorgehaltener Pistole ausgeraubt. Gluecklicherweise kam niemand zu Schaden. Man muss also schon echt vorsichtig unterwegs sein, auch wenn einem das als Europaer surreal vorkommt.

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Das war also ein Bericht der letzten eineinhalb Wochen. Er schildert unsere ersten persönlichen Eindrücke von diesem Land und  seinen Leuten. Wir hoffen, dass wir aber noch andere Sichtweisen erfahren werden und mehr darueber berichten koennen.

Und hier geht es zum Fotoalbum von unserem “Urlaub”:

https://www.flickr.com/photos/sailingaroundtheworld/sets/72157649752076539/

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Frohe Weihnachten

Wir wuenschen euch allen schoene Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Vielen Dank an alle, die uns auch in diesem Jahr wieder auf unserer Reise begleitet haben – wir freuen uns immer sehr ueber all die lieben Kommentare und E-mails!

Naechste Woche geht es dann erst einmal fuer eine Woche mit dem Auto ins Landesinnere. In der naeheren Umgebung gibt es doch einige schoene Nationalparks, die wir uns nicht entgehen lassen wollen. Wir freuen uns schon darauf!

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Reparaturarbeiten

Die Reparaturarbeiten auf der Thor gehen ganz gut voran. Christian hat die beiden gebrochenen Relingstützen wieder angeschweisst und sie sind auch schon mit zwei Lagen Primer geschützt.

Nach zwei Tagen Regenpause ging es dann weiter mit der Reparatur des Doghouses. Erstmal mit Epoxy geklebt und in den naechsten Tagen werden wir zur Verstärkung noch Holzleisten anbringen. Dann noch alles schön abschleifen und wieder weiß streichen.

Fuer das herausgefallene Fenster haben wir auch schon eine neue Scheibe bekommen. Zufällig war grad ein Schilderhersteller in der Marina, der ein bisschen Plexiglasverschnitt übrighatte und uns so ein neues Fenster geschenkt hat. Müssen wir nur noch abrunden und einkleben.

Und weil wir schon dabei sind, haben wir auch gleich angefangen, wieder ein paar Roststellen an Deck zu bearbeiten. Immer eine langwierige Arbeit, aber bei einem Stahlboot bleibt einem wohl nichts Anderes übrig.

Das Schiffsinnere ist auch wieder gut entsalzt und trocken, das hat fast am meisten Zeit gekostet. Aber jetzt kann dann bald Weihnachten kommen! Wir hoffen, dass wir bis Ende nächster Woche mit dem Gröbsten fertig sind, dann geht es auch mal ein bisschen ins Landesinnere. Und hier noch ein paar Fotos von unserer Fahrt nach Suedafrika:

Knockdown auf der Zielgeraden

Seit gestern liegen wir sicher in der Tuzi Gazi Marina in Richards Bay / Suedafrika nach einer nicht gerade einfachen Ueberfahrt. Neptun hat es uns diesmal nicht einfach gemacht: von Flaute, Am-Wind-Segeln, bis zu einem Sturmtief, war alles dabei. Waehrend des Sturms wurden die Wellen so hoch, dass die Thor von einer Welle auf die Seite geworfen wurde. Unter Seglern wird dieser Vorgang “Knockdown” genannt. Hier mal ein detaillierter Bericht zu unserer ersten richtigen Sturmerfahrung, der zwei Tage danach geschrieben wurde. Die restliche Zeit bis zur Ankunft hatten wir eigentlich relativ entspanntes Segeln und es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich von so manchem Schrecken erholt. Nach einer Woche Abstand kommt uns alles schon gar nicht mehr so dramatisch vor.

Das vorhergesagte Tief hatte leider doch viel mehr Wind im Gepaeck, als wir dachten. Schon in der Nacht von Montag auf Dienstag hatten wir durchgehend 30 Knoten Wind. Tagsueber wurde das Wetter wieder richtig gut und die Sonne strahlte vom Himmel – aber nach wie vor ordentlich Wind. Da dieser jedoch wie vorhergesagt aus Ost/Suedost kam und auch das Tief keine andere Windrichtung bringen sollte, machten wir sehr gute Fortschritte und waren mit 6-7 Knoten (dank einer fuer uns guenstigen Stroemung) unterwegs. Fast glaubten wir schon, dass es einfach so weitergehen wuerde. Schliesslich waren in den Gribfiles auch nicht mehr als 30 Knoten Wind vorhergesagt.

Leider sollte sich diese Hoffnung aber nicht bewahrheiten. Kurz vorm Dunkelwerden zogen auch schon wieder dicke Wolken auf, der erste Regen setzte ein und die naechsten 16 Stunden hatten wir um die 40 – 45 Knoten – auf Nachfrage stellte sich heraus, es waren doch 47 Knoten an Deck – Wind (die Werte haben wir von der Aspasia, die ca. 20 Meilen suedlich von uns war und mit denen wir jeden Tag funken). Es war so viel Wind, dass selbst die kleine Fock noch zu viel war. Das Gross war schon lange geborgen. So packten wir dann in der zweiten Nachthaelfte auch noch die Fock weg und rollten die Genua auf Handtuchgroesse aus, sodass die Thor steuerfaehig blieb. Die Wellen betrugen so zwischen 5 und 6 Meter und waren so kurz und steil, dass sie sich auch schon brachen. Die Selbststeueranlage machte ihren Dienst aber nach wie vor sehr gut. Wir sassen auch einige Stunden draussen, um gegebenenfalls zu korrigieren, das war aber eigentlich nicht notwendig. So fuhren wir dann auch die ganze Nacht weiter. Beide hellwach und gleichzeitig todmuede, aber bis dahin ging alles gut.

Am Morgen, als der Wind sich gefuehlt langsam zu legen begann, geschah dann das Unglueck. Die Thor wurde von einem Brecher auf der vollen Breitseite erwischt und auf die Seite gelegt – ein sogenannter “Knockdown”. Trotz geschlossenen Niedergangs kamen zig Liter an Salzwasser herein. Der Inhalt des Kuehlschrankes auf der Backbordseite kippte in die Navieecke, die Oelflaschen hinter dem Herd verloren ihren Verschluss und flogen quer durch den Salon (natuerlich nebst diversen anderen Kochutensilien, Lebensmitteln, Buechern, etc.), und auch sonst war unter Deck der Ausnahmezustand ausgebrochen. Im Vorschiff und Bad blieb es eigentlich relativ trocken. Das Gute war, dass sich die Thor innerhalb von ein paar Sekunden wieder von selbst aufrichtete und wir wieder weitersegelten. Wir sprangen gleich nach draussen, um zu sehen, wieviel passiert war. Ich uebernahm die Pinne, damit wir nicht gleich noch einmal querschlugen und Christian machte sich daran, die sich losgerissenen Gegenstaende wieder zu sichern. Zwei Relingstuetzen waren abgebrochen, zwei weitere verborgen. Das Dach des Doghouses war an der Steuerbordseite abgehoben. Die Sperrholzteile waren lediglich auf Stoss verleimt. Zudem haben wir eine Scheibe im Doghouse verloren. Die Solarzelle an der Steuerbordseite ein Totalschaden und auch ein paar Kanister und sonstiges Zubehoer waren ueber Bord gegangen. Die Gasflasche am Heck glaubten wir auch schon verloren, als wir aber einen Blick nach hinten warfen, sahen wir sie am Schlauch am Heck baumeln. Die warme Kueche war also gerettet.

Mit dem Mast und den Segeln schien aber alles in Ordnung zu sein, das Ruder reagierte nach wie vor und auch sonst schien nichts Wesentliches an der Thor kaputt zu sein. Auch kein Loch im Rumpf und dergleichen. So segelten wir also die naechsten Stunden weiter. Um uns eine weisse See, Regen, 200m Sicht und verdammt viel Wind. Wie auf einen Schlag war der Wind dann ploetzlich weg, die Wolkendecke riss auf und die Sonne lachte frech vom Himmel. Haette das nicht drei Stunden frueher sein koennen?

Wir sind zum Glueck noch beide an Bord und unversehrt. Die Thor schwimmt und segelt wie vorher. Ein gutes Schiff! Der Rest sind viele kleine Reparaturen, die wir so jetzt nicht fuer unseren Suedafrika-Aufenthalt eingeplant haben. Die Bordkasse wird sich wieder einmal schneller leeren, als eigentlich geplant.

Unsere Elektronik hat auch einen Schwall Wasser abbekommen und gerade unser Kurzwellenfunkgeraet, will sich nicht mehr zu jeder Zeit einschalten lassen. Ein echter Daempfer, gerade jetzt brauchen wir ganz wichtig die Wettervorhersagen, denn wir haben keine Lust von einem an der suedafrikanischen Kueste gefuerchteten Suedweststuermen ueberrascht zu werden. Das hiesse dann Wind gegen den Agulhas-Strom und das wollen wir auf jeden Fall vermeiden. Unser Navtex scheint aber noch zu funktionieren, leider sind wir noch zu weit entfernt, um die Meldungen der Station aus Durban zu empfangen. Hoffentlich klappt das dann auch.

Heute haben wir dann das Funkgeraet zerlegt und in die Sonne zum Trocknen gelegt (ja, die Sonne scheint seit dem Knockdown wieder ununterbrochen, ha ha ha) und vielleicht funktioniert es wieder.

Den Motor haben wir auch zum Test gestartet. Der scheint zu funktionieren. Die Bilge und das Schiffsinnere werden nach und nach trockengelegt und die Spuren von Olivenoel und Salzwasser so gut wie moeglich beseitigt. Wir haben jetzt aber auch nicht Unmengen an Suesswasser zur Verfuegung, um alles gruendlich zu reinigen. Das kommt dann, wenn wir sicher im Hafen liegen.

Wenn wir morgens aufwachen, denken wir immer, dass es einfach ein schlechter Traum war. Wir segeln fein dahin, wenig Wind und Welle und die Sonne scheint. Tagsueber werden wir der vielen anstehenden Arbeiten aber doch wieder gewahr und so sitzen wir dann Abends traurig vor einem Essen, das uns gar nicht schmeckt.

Hoffen wir, dass wir die letzten 550 Seemeilen ohne Sturm schaffen, unser Nervenkostuem und die Stimmung an Bord sind doch ziemlich angeknackst.

Prost, Mahlzeit!

Prost, Mahlzeit!